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Samsung bringt Bixby 2.0 und räumt mit SmartThings seine IoT-Plattformen auf

Auf der Eröffnungskeynote seiner jährlichen Entwicklerkonferenz SDC präzisiert Samsung die nächsten Schritte für sein „Versprechen 2020“. Mit Version 2.0 wird Bixby ein vollwertiger Sprachassistent, SmartThings saugt Samsungs bisherige IoT-Plattformen auf, und Project Ambience soll bestehende Hardware smart machen.

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Ich kann mich noch gut an Samsungs Keynote auf der CES 2015 erinnern. Es war Boo-Keun Yoon, der hier auf der Bühne stand und das vor nur zwei Jahren noch irre erscheinende „Versprechen 2020“ aussprach. Demzufolge würde Samsung ab 2020 kein einziges Produkt mehr ohne Internetanschluss verkaufen – ob Toaster, Waschmaschine oder Glühbirne. Weniger als die Hälfte der Zeit ist um. Und so utopisch wie damals erscheint der Plan heute längst nicht mehr.

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Die Eröffnungskeynote für die Samsung Developer Conference findet im Moscone Center in San Francisco statt. / © AndroidPIT

SmartThings räumt auf

Ein Teil des Versprechens auf der CES-Keynote damals war es auch, dass Samsung ein offenes System schaffen würde – und auch davon ist man heute nicht abgewichen. Aus der 2014 aufgekauften Firma SmartThings machten die Koreaner einen Standard, der mit allen anderen Ökosystemen zusammenarbeiten soll. Für Hardware-Produkte gibt es im Zuge dessen eine „Works with SmartThings“-Zertifizierung, auch bekannt als WWSD, mit dem SmartThings Hub hat Samsung bereits eine Kommandozentrale fürs intelligente Zuhause im Programm.

Neu ist jetzt, dass die bisherigen Dienste Artik Cloud und Samsung Connect nun auch unter das SmartThings-Dach gepackt werden. Artik Cloud war bislang eine separate Plattform, über die IoT-Geräte miteinander kommunizieren konnten – aber kompatibel zu SmartThings. Außerdem bietet Samsung unter der Marke Artik auch noch diverse Hardware-Lösungen für Hersteller von IoT-Hardware oder Enthusiasten an. Connect war eine weitere separate Heimautomationslösung, über die Endkunden in erster Linie Samsung-Produkte ansteuern konnten.

Klingt verwirrend? War es bislang auch – und ist es künftig mit SmartThings hoffentlich nicht mehr. 

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Unter dem Namen Artik bietet Samsung eine ganze Reihe von Modulen an, die Hardware mit dem Internet der Dinge verbindet – und eine dazugehörige Cloud-Plattform. Letztere kommt jetzt unter das SmartThings-Dach. / © AndroidPIT

Bixby 2.0 wird mächtiger

Sprache wird für das Smart Home das wohl wichtigste Interface. Der nächste Schritt für Samsung heißt hier nun Bixby 2.0. In Version 2.0 soll sich Bixby von einer bislang hakeligen Sprachsteuerung zu einem vollwertigen digitalen Assistenten wandeln, inklusive Erkennung unterschiedlicher Personen und spezifischer Reaktionen und Antworten, beispielsweise was die jeweiligen Lieblingslieder oder Kalender angeht.

Gleichzeitig soll Bixby nun aber auch nicht mehr nur auf dem Smartphone stattfinden, sondern in der Cloud und über möglichst viele Geräte hinweg. So hören dann beispielsweise neben Smartphones auch Kühlschränke und Fernseher zu – und nehmen Befehle an. Oder wie es Samsung-VP Thomas Ko im Vorfeld der SDC ausgedrückt hat: SmartThings stellt das Gewebe dar, und Bixby ist das Gehirn („SmartThings is the fabric, Bixby the brain“).

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„We have to do it with everyone“ – Samsung-VP Thomas Ko betont, dass man die Konkurrenz nicht aussperren möchte. / © AndroidPIT

Die dritte große Neuerung gegenüber Bixby 1.0: Der Assistent öffnet sich für andere Hersteller. Zunächst arbeitet Samsung in einer Invite-Only-Beta mit ausgewählten Herstellern zusammen und versorgt diese mit SDK und API. Für die Zukunft ist geplant, Bixby vollständig zu öffnen. 

Zu guter Letzt zeigt Samsung auf der Developer Conference auch noch ein Konzept, wie sich bestehende Hardware an das SmartThings-Universum anflanschen lässt: Project Ambience. Durch verschiedene Dongles soll es möglich werden, etwa einen alten Fernseher oder eine alte Stereoanlage smart zu machen – so etwas haben wir von Google und Amazon schon mit dem Chromecast oder dem FireTV Stick gesehen. Konkrete Produkte wurden auf der SDC jedoch nicht angekündigt.

Ausblick

Auch wenn keine revolutionären Neuheiten dabei sind: Es ist für Samsung ein wichtiger Schritt, seine diversen eigenen IoT-Plattformen aufzuräumen. Bixby soll sich in Version 2.0 zum ausgewachsenen Assistenten mausern – mit einer Featureliste, die Google erst jüngst auf seinem Pixel-Event in quasi identischer Ausführung präsentiert hat.  

Aber wird die Rechnung aufgehen? Ab 2020 will Samsung nur noch Hardware verkaufen, die sich mit dem Internet verbinden kann – und spätestens dann werden all die Küchenmixer und Mikrowellen sukzessive schlau. Hinzu kommen Upgrademöglichkeiten per Dongle für Bestandshardware. Um vielfältige Kontaktpunkte zwischen dem Nutzer auf der einen und der Hardware und Software auf der anderen Seite braucht man sich also langfristig wohl keine Sorgen machen.

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Im Strategy & Innovation Center in San José entwickelt Samsung unter anderem die IoT-Lösungen.  / © AndroidPIT

Aber gerade die Software ist es, wo Samsung noch massiv Nachholbedarf hat. Mit Bixby haben sich die Koreaner bislang nicht gerade mit Ruhm bekleckert, und auch in Sachen Daten dürften Google, Amazon & Co. einen massiven Vorsprung haben. Was das Training von digitalen Assistenten erschwert, könnte sich aber noch als ein Vorteil erweisen. 

Denn die Daten sind nicht Samsungs Geschäftsmodell – sondern die Hardware. Entsprechend stehen die Chancen bei Samsung auch signifikant besser, dass der Fokus nicht auf dem Sammeln von Informationen liegt, sondern auf einem ausgefeilten Produkt. Der Kunde hat nämlich bereits im Laden bezahlt und tut das nicht sukzessive mit der Aufgabe seiner Privatsphäre.

Wie seht Ihr die Zukunft von Bixby? Braucht Eure neue Mikrowelle den Anschluss an Bixby? Lasst uns in den Kommentaren diskutieren!

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8 Kommentare

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  • Macht Samsung langsam ernst mit Bixby? In jedem Fall ist es gut wenn etwas zusammengestrichen wird. Allerdings kann es nicht sein das jedes Jahr eine neue Sau durch das Dorf getrieben wird.


    • Ja, es sieht tatsächlich aus, als würde einiges vorangehen. Auch die Sprachsteuerung dürfte mit der Integration von Viv Labs jetzt fortschreiten.


  • Ich glaube nicht, dass das ein Erfolgsmodell wird, und schon gar nicht, wenn Samsung seine Update-Politik nicht radikal ändert.
    Die Vernetzung einer Mikrowelle oder eines Kühlschrankes bringen ohnehin nur einen höchst zweifelhaften Mehrwert mit sich. Wodurch sollen solche Geräte profitieren? Die Kühltemperatur am Smartphone ablesen? Bixby in der Küche nach einem Rezept fragen? Die Geräte werden aber teurer und anfälliger. Wenn Geräte wie Kühlschrank oder Mikrowelle, die normalerweise 10 - 15 Jahre halten, nach drei Jahren zum Sicherheitsrisiko werden, weil keine Softwareupdates mehr kommen, dürften die wenigsten deshalb einen erst drei Jahre alten Kühlschrank austauschen. Vielmehr werden sie die Internetverbindung kappen (oder noch schlimmer, sie als Sicherheitsrisiko bestehen lassen), und beim nächsten Kauf wieder ein Gerät ohne Vernetzungsmöglichkeit kaufen.
    Und ein Haus oder eine Wohnung sollen Schutz und Intimität bieten. Wer will schon ein "Heim der tausend Ohren"?
    Ich halte das für Visionen, die an der Realität vorbeigehen.


    • Sicherheit ist hier tatsächlich bei IoT ein großes Thema, das auch in diversen Sessions diskutiert wird. Die Meinungen bei den Besuchern hier vor Ort gehen sehr stark auseinander – von unbekümmert bis entsetzt ist alles dabei ;-)

      Aber ja, es geht tatsächlich in Richtung „Heim der tausend Ohren“, aber immer auch mit Opt-Out. In wenigen Jahren wird man jedoch bei Samsung tatsächlich keine Geräte mehr ohne Internetanschluss kaufen können, da sind sich hier alle einig. Aber ich bin ganz bei Dir, die Fragmentierung wird für das IoT eine gewaltige Herausforderung.

      Zum Kühlschrank: Die zwei Räume, in denen wir uns zu Hause am meisten aufhalten, wenn wir nicht schlafen, sind Wohnzimmer und Küche. Während im Wohnzimmer der Fernseher die immer am Strom angeschlossene IoT-Zentrale darstellt, ist das in der Küche eben der Kühlschrank.


    • Tim vor 4 Wochen Link zum Kommentar

      3 Jahre? Da bist du aber sehr optimistisch :D wenn man nicht gerade das Topmodell gekauft hat, bei dem man den dreifachen PReis bezahlt, den das Ding wert ist, ist doch eher schon nach einem halben Jahr Schluss ^^ Zumindest, wenn man die Update-Politik der Smartphones auf die anderen Geräte überträgt


  • jemiel vor 4 Wochen Link zum Kommentar

    Abwarten Tee trinken....


  • Tim vor 4 Wochen Link zum Kommentar

    Samsungs größter Fehler mit Bixby war nach wie vor (mMn), ihn nicht für alle (Samsung-)Geräte zur Verfügung zu stellen, die ihn untertützen. Samsung braucht Daten und die bekommt man nun einmal nur, wenn ihn viele nutzen und das bedeutet, man muss ihn auf vielen Geräten bringen... Ich meine Samsung hat damals angekündigt, Bixby kommt auf die Gear S3. Ist da bis heute etwas passiert? Meines Wissens nach nicht... Das NoteFE bekam auch nur Bixby Home, sonst nichts.

    Geschichten wie das Blocken von Apps, die den Bixby-Button umfunktionieren, haben dem ganzen nur noch die Krone aufgesetzt, sozusagen ^^

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