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SIM-Lock und Kontrollwahn: Samsung sperrt die Kunden aus

Kleine Ursache, große Wirkung, so könnte man Samsungs neuesten Streich beschreiben: Mit einer auf bestimmte Weltregionen zugeschnittenen SIM-Aktivierungssperre will man Grauimporte besser kontrollieren. Auf den Kunden hat das kaum Auswirkungen, aber der Imageschaden ist groß. Denn was im Kopf hängen bleibt, ist die Wortkette "Samsung", "Sperre", "Bevormundung" und "Kontrolle".

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samsung galaxy note 3 schaf
Der Kunde, durch ein Samsung-Telefon betrachtet. / © Samsung/stanze@flickr.com

Alles halb so wild?

Gestern ging die Nachricht um die Welt, sogar zu Spiegel Online (zum Artikel) hat sie es geschafft: Samsung führt den SIM-Lock wieder ein! Die Top-Smartphones aus Korea lassen sich nur mit bestimmten Netzbetreibern nutzen! Man muss sich nur mal durch die Kommentare unter unserem Artikel zum Thema lesen, um zu verstehen, wie groß die Aufregung ist, und spätestens nach dem zigfach wiederholten Statement "Kein Samsung mehr!" müssen in der deutschen Zentrale und auch in Seoul alle roten Warnlampen angesprungen sein.

Mittlerweile ist der Sturm vorübergezogen und klar ist: alles halb so wild. Samsung führt zwar eine Sperre ein, die die erstmalige Aktivierung an bestimmte Weltregionen koppelt. Für den europäischen Markt bestimmte Geräte lassen sich also nur mit einer SIM-Karte aus dieser Region aktivieren. Nach der Erstaktivierung und Inbetriebnahme ist aber alles wie gewohnt, man kann jede SIM-Karte verwenden. 

Samsung möchte mit dieser Maßnahme offensichtlich den Import von Geräten über nicht autorisierte Händler besser kontrollieren. Es gibt eigentlich nur eine kleine Minderheit, die davon direkt betroffen sein wird, etwa Personen, die ein Gerät aus dem Urlaub mitbringen (und nicht vor Ort aktivieren) oder Leute, die ihr Gerät in ausländischen Shops bestellen und über Umwege nach Deutschland liefern lassen. Kurz gesagt: Dem Otto-Normal-Verbraucher kann eigentlich herzlich egal sein, was Samsung da macht. 

samsung region lock eu
"Unglücklich formuliert" ist in diesem Fall ein Euphemismus: Aufkleber auf einem Samsung-Gerät für den Europäischen Markt. / © All about Samsung

Die Arroganz des Marktführers

Mir stößt diese Affäre aber trotzdem übel auf. Es geht nicht einmal darum, dass Samsung dieses neue "Feature" auf katastrophale Weise kommuniziert hat (die Aufkleber auf den Verpackungen sind irreführend). Und es geht auch nicht darum, dass man versucht hat, es still und heimlich durch die Hintertür einzuführen, ohne offizielle Ankündigung. 

Mir geht es um die Arroganz, die in dieser Maßnahme mitschwingt: Wir sagen Dir, wo Du unsere Produkte kaufen kannst, und wo nicht. Auch wenn Samsung selbst es nie so formulieren würde, letzendlich geht es doch darum, dass man dem Kunden eine neue Vorschrift macht.

Und das ist eine Frechheit, schließlich will ich frei über ein Produkt verfügen können, wenn ich es gekauft habe. Es gehört dann nämlich mir.

Zurück in die Vergangenheit

Aber meine Entmündigung als Kunde geht ja noch viel weiter. Die regionale Sperre macht es mir unmöglich, auf internationale Preisschwankungen zu reagieren, und ein S4 etwa in den USA oder sonstwo zu bestellen, wenn es dort billiger ist (natürlich werden das die wenigsten machen, aber es geht ums Prinzip). Während die Welt immer weiter zusammen wächst, vor allem dank des Internets, und Dienste wie Borderlinx den Menschen erlauben, was vor wenigen Jahren noch utopisch schien - das grenzüberschreitende Einkaufen - schaltet Samsung einen Gang zurück und versucht, Mauern aufzubauen, die gerade erst eingerissen wurden. Globalisierung rückwärts.

Die EU verhandelt mit den USA über ein Freihandelsabkommen, aber die Samsung-Smartphones beider Regionen werden künftig mit einem Sperrcode getrennt? Diese Gegenüberstellung zeigt doch, wie anachronistisch der Smartphone-Weltmarktführer auftritt. Aber am Ende, und auch das ist eine Konsequenz von Internet und Globalisierung, gewinnt immer der Kunde. Und der sagt dann im Zweifelsfall eben ganz einfach: Tschüss, Samsung.

P.S. Was passiert eigentlich, wenn ich einen Reset mache?

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53 Kommentare

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  • es gibt ein neues Statement von Samsung mit dem Datum 11.11.2013, und der Kunde hat gewonnen ;)
    Hier zum Lesen:
    http://g-ecx.images-amazon.com/images/G/03/electronics/aplus/samsungsimlock2.pdf

  • der regional-lock ist sicher nicht im sinne des kunden, was Samsung da macht ist nicht ok, daher habe ich eine online-Petition gestartet auf Change org, unterschreibt doch, jedes mal wenn einer unterschreibt bekommt Samsung eine mail. ich hoffe das ist hier erlaubt dafür zu werben, ich hoffe viele unterschreiben, damit Samsung druck bekommt das zurückzunehemen. aber mindestens merken sie, dass die kunden unzufrieden sind damit, und der kunde ist doch, wofür Samsung seine geräte baut.
    gruss Heinz
    http://www.change.org/en-CA/petitions/samsung-electronics-gmbh-samsung-house-am-kronberger-hang-6-65824-schwalbach-ts-deutschland-nichteinführung-bzw-rücknahme-des-regional-lock-für-samsung-smartphones-und-tablets

  • Galaxy S3 VERKAUFT und ein Nexus 4 bekommen! Tschau SAMSUNG........!

  • @ android-nutzer
    Was ist denn ein normaler Nutzer bei dir Schaf? Fährst du nie in Urlaub, verlässt du nie die EU, hast du noch nie Elektronikware im Urlaub gekauft, ist es dir egal wenn dir wieder von einem Konzern ein Stück deiner Rechte geklaut werden?
    Die Begründung ist ein Witz! Betrachtet man die Menge der von Samsung auf den "normalen" Wegen verkaufter Handys, wie groß kann da der "Schaden" durch nicht autorisierte Händler denn sein? Denn selbst diese Geräte werden bei Samsung GEKAUFT und sind keine Hehlerware.^^
    Und wegen solcher Peanuts greift man zu solch drastischen Mitteln? Ein Schelm wer böses dabei denkt.
    Adieu Samsung.

  • Wenn ich soviel Geld für ein Gerät aus gebe will ich es auch wo immer ich will kaufen und wo immer ich will aktivieren ! Samsung Ende

  • Ja Andy, so kann man das sehen und einige Leute scheinen dies ja auch zu tun, wie einige Blogeinträge hier zeigen, dann ist die Welt auch in Ordnung, wenn man wenig internen Speicher benötigt und mit der Providerwelt, wie sie sich darstellt zufrieden ist. Was Du meines Erachtens nicht so siehst, ist das Samsung immer nur die geringstmögliche Ausstattungsvariante für teuer Geld rausbringt und einige Leute wie ich für 700 € gerne auch einen (ja möglichen, weil promotet - 64 GB interner Speicher - und auch anderswo so verkauft - Double Sim -, siehe China) entsprechenden Gegenwert erwarten. Ich würde dafür sogar noch 100 € drauflegen. Also möglichst billig liefern für teuer Geld trift einfach nicht so meine Vorstellung, sorry.

  • Leute wo ist das Problem.. Wenn das Gerät in Europa bzw. In einem der angegebenen Ländern aktiviert wird kann man doch wieder jede beliebige Karte nutzen. Alles nur Panikmache

  • Ich finde den Artikel sehr treffend. Mich stört die Geisteshaltung des Managements, die Eigeninteressen gehen leider immer vor. Sie sehen nur nicht, dass sie sich selbst schädigen, weil die Kunden das inzwischen stärker bemerken. Ich verstehe die Hersteller zwar, dass sie über die Provider an Kunden kommen wollen, die nur eine kleine Anzahlung plus höhere laufende Kosten wollen oder das nicht besser durchblicken. Billiger wäre sicher eine Ratenzahlung direkt an Samsung und dann ein günstiger Mobilfunkvertrag. Dann würde der Wettbewerb und die Preise sicher besser werden. Solange dies nicht gemacht wird, bin ich gerne bereit 800 € statt 700 € für ein Note 3 zu zahlen, mit Doppel SIM, zwei - drei micro sd slots für wirklich Speicher und 64 GB internen Speicher (gibts zwar, liefert Samsung aber idiotischer wEISE ERSTMAL WIEDER NICHT AUS!!!) Die Anzahler-Kunden bei den teuren Providern würden dies eh nicht kaufen (können) und die es brauchen zahlen eben etwas mehr und haben dann die Freiheit der Kosten und Nutzung für sich. Die Chinesen bekommen sowas, warum wir nicht? Ich mag Samsung dafür nicht und hoffe, dass die Konkurrenz daraus lernt und diese Marktlücke (Vertrauenslücke) ausfüllen wird. Ich hab im Grunde schon keine List mehr ein Note 3 mit 32 GB internen Speicher mit Mono Sim und potentiellem Ärger zu kaufen, wenn in Asien nach einem Software Bug und Reset des Gerätes der Gang zum örtlichen Samsung Shop droht, um mein Note 3 von der Umständen des Tages (Laden ist weit Weg, Stunden Zeitverlust, zuständiger MA ist dann gerade nicht da und man soll in ein paar Stunden oder am nächsten Tag noch einmal wiederkommen, Internet geht gerade nicht usw. usw.) wieder nutzen zu können und mich die Plötze zu ärgern. Das passende Tablet 3 10.01. kaufe ich dann natürlich auch nicht. Dann kaufe ich mir lieber gleich was billiges von Huawei oder warte auf Asus oder jemand der fair mit seinen sehr gut zahlenden Kunden umgeht.

    Nachtrag vom 01.10.2013.
    Sollte die nachfolgende Nachricht gelesen auf heise.de stimmen dann wäre das Chaos perfekt:

    Hier die Kopie des Textes von heise.de.
    Samsungs Region-Lock kastriert wohl doch den Auslandseinsatz
    Benutzerberichten zufolge verhindert der Region Lock des Samsung Note 3 doch, dass man im Urlaub und auf Dienstreisen eine lokale Prepaid-SIM einsetzen kann – entgegen Samsungs Beschwichtigungen vom Freitag. Jedenfalls berichten Anwender beispielsweise auf XDA-Developers, dass ihr in Europa gekauftes Note 3 nicht mit SIMs aus Ägypten, Hong Kong oder Thailand funktionieren. Auch sind dort Aussagen von britischen, französischen, niederländischen und polnischen Samsung-Mitarbeitern wiedergegeben, die der Entwarnung widersprechen. Samsung selber war für eine Stellungnahme noch nicht zu erreichen.

    Klar ist bisher nur: Das Galaxy Note 3 wird mit einem in der Firmware verankerten Region Lock ausgeliefert, und zumindest die Modelle Galaxy S3, S4, S4 mini und Note 2 sollen per Update diese Sperre auch bekommen. Ein in Europa gekauftes Gerät muss mit einer europäischen SIM aktiviert werden. Wer diese Erstaktivierung mit einer außereuropäischen SIM durchführen möchte, muss sich an den Samsung-Support wenden.

    Unklar ist, ob nach dieser Erstaktivierung SIMs von außereuropäischen Anbietern funktionieren, nämlich die im Urlaub oder auf Dienstreisen praktischen Prepaid-SIMs lokaler Anbieter. Samsung hatte in der ersten Pressemeldung eine unklare Formulierung gewählt, die eher die Interpretation erlaubte, diese ausländischen SIMs würden nicht funktionieren, sondern Anwendern würden im (außereuropäischen) Ausland zum teuren Roaming über ihren deutschen (bzw. europäischen) Provider gezwungen werden. Es folgten eine deutsche Pressemeldung und eine Äußerung auf Facebook der Schweizer Niederlassung, die explizit sagten, dass diese ausländischen SIM-Karten funktionieren würden.

    Doch der aktuellen Kenntnislage den Diskussionsforen zufolge stimmt diese Entwarnung nicht: Der Region-Lock von in mehreren europäischen Ländern gekauften Note 3 verhindere den Betrieb von außereuropäischen SIM-Karten, die gleiche Sperre würden bald auch das Galaxy S3, S4, S4 mini und Note 2 erhalten. Eine Liste der gesperrten Ländern kursiert in den Foren (zu finden beispielsweise auf TechStage), auf ihr stehen die meisten afrikanischen, südamerikanischen und asiatischen Länder – zu den wenigen erlaubten Ländern gehören immerhin die USA und Taiwan, gesperrt sind aber beispielsweise Ägypten, Thailand und die Türkei.

    In den Foren ist wenig Hoffnungsvolles zu lesen: Vom Region-Lock betroffene Käufer können ihr Gerät über einen russischen Dienst entsperren lassen, wenn sie sich trauen, ihre IMEI samt Paypal- oder Kreditkartenzahlung an eine windige russische Website zu schicken. Alternativ soll man die Sperrtabelle per Rooten ändern können, Details sind aber noch nicht bekannt. Und einige Händler scheinen Geräte ohne Region-Lock zu verkaufen, vielleicht als Grauimport aus Asien, wo hauptsächlich Geräte ohne Lock erhältlich sein sollen. Die an die Redaktionen herausgehenden Testgeräte haben übrigens auch keinen Region-Lock, so dass heise online heute noch keinen Test an hierzulande erhältlichen Seriengeräten durchführen konnte.

    Eine SIM-Sperre ist momentan nur bei Smartphones üblich, die man subventioniert vom Mobilfunk-Provider kauft, sie laufen mit gar keiner anderen als der eigenen SIM. Üblicherweise bieten die Provider aber an, das Gerät nach der Vertragslaufzeit von meist zwei Jahren zu entsperren. Dass ein voll bezahltes Gerät aber mit einer SIM-Sperre direkt vom Hersteller kommt, die sich nicht aufheben lässt, wäre neu. Dass ältere, schon gekaufte Geräte, nachträglich per Update kastriert werden, wäre ebenfalls neu. Besonders ärgerlich daran ist, dass der Hersteller den Kunden zum Roaming gerade in den dabei besonders teuren Ländern zwingt.

    Unverständlich dabei ist auch, dass Samsung nicht genau sagt, was Sache ist. So lange keine klare Aussage zu bekommen ist, kann derzeit nur vom Kauf von Samsung-Smartphones abgeraten werden, wenn man vorhat, sie außerhalb Europas oder der USA mit lokalen SIM-Karten zu benutzen. (jow)

  • Genau. Also ich verstehe den Wirbel hier garnicht ?
    Erstaktivierung mit deiner Heimatkarte und danach ist alles wie vorher. Verstehe jetzt nicht wirklich das Problem ???

  •   26

    tja wollen mal sehen was kommt. hoffe das htc den mist nicht mitmacht. werde mir nächstes jahr wohl mal wieder nen htc holen wenn samsung so weitermacht.

  • Auch Nokia stand mal hoch auf dem Treppchen und meinte der Kunde müsse sich nach IHNEN richten und nicht umgekehrt. Wohin das geführt hat wissen wir ja. Aber wenn Samsung nur die Speerspitze für weitere Abzocke seitens der Provider sein soll ??

  • Ich kann die Aufregung mancher Nutzer hier sehr gut verstehen da Geräte in den USA sehr viel günstiger sind als hier in Deutschland und ich will nicht dann noch gezwungen werden eine amerikanische SIM-Karte zu kaufen. Ich hätte mir zwar eh nie Samsung gekauft aber naja ^^

  • nochn grund mehr den schund nicht zu kaufen :D

  • Ach waren das noch Zeiten mit Fabian Röhlinger :)

  •   50

    Wenn der Konzern Samsung weltweit einkauft und regionale Preisvorteile nutzt, heisst das "Globalisierung".

    Wenn der Endkunde das gleiche macht. heisst es "Grauimport".

  • Was hier einige -besser wäre sehr viele- einfach nicht begreifen wollen, ist das große Problem mit (!!!Grau!!!)Importen von Versionen, die nicht nur einfachst zu behebende Sprach"probleme" haben! Das Problem stellen technische Spezifika von bestimmten Länder/Regionen dar - siehe LTE!
    Letztlich darf Samsung dafür gerade stehen - denn was sagen die Leute wenn was nicht funktioniert:
    "das Gerät geht nicht"
    und nicht
    "das falsche Gerät wurde gekauft"

  • Sehr viele Heulsusen hier. Ich kann den Standpunkt der Bevormundung überhaupt nicht teilen. Wobei wird hier jemand bevormundet?
    ich meine einfach das sich viele mit ihrer Geiz-Mentalität persönlich angegriffen fühlen.
    Geht auf den Flohmarkt wenn ihr Schnäppchen haben wollt aber regt euch nicht unnötig über Sachen auf die absolut keinen Nachteil bringen. Wenn ihr dich günstigere Produkte haben wollt dann wandert einfach aus.

  • @Mapatace Wirklich? Um Samsung schlechtzumachen redest du hier grauimporte schön??

  • Guter Artikel !
    Das was Samsung macht ist nichts welt bewegendes das machen andere in anderen ländern auch so... ABER ich hätte von Samsung mehr erwartet aber ihrgend wie auch nicht den sonst wären sie nicht Samsung xD

  • bald bringt Samsung auch noch sTunes, mit dem dann vollends die Kaeufer geknebelt werden ;)

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