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Sailfish ist meine Lieblings-Alternative zu Android

Sailfish OS ist den wenigsten Nutzern ein Begriff. Aber wenn es morgen kein Android mehr gäbe, würde ich sofort zu Sailfish wechseln. Es handelt sich um ein quelloffenes, mobiles Betriebssystem. Seine einfache Bedienung macht es besonders. Ich finde, es ist die beste Alternative zu Android. Der Clou: Es unterstützt Android-Apps.

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Sailfish hat ein interessantes Design. / © ANDROIDPIT

Was ist Sailfish OS?

Sailfish OS wird von der finnischen Firma Jolla entwickelt. Die Firma wurde von Gründern des ehemaligen Nokia-Projektes MeeGo gegründet. Wie Android ist auch Sailfish OS ein Open-Source-Projekt. Seine Verbreitung ist aber ungleich niedriger als die von Android. Nur auf wenigen Geräten wird Sailfish OS vorinstalliert. Darunter zählen das Jolla Phone oder das Intex Aqua Fish. Weitere sollen folgen.

Ich konnte meine Sailfish-Erfahrungen auf dem Nexus 5 machen. Es gibt vorkompilierte Pakete zum Download. Ich habe es dank dieser Anleitung installieren können.

Flüssig, schnell, multitaskingfähig

Das Arbeitstempo unter Sailfish OS ist mir besonders positiv aufgefallen. Der Wechsel zwischen den einzelnen Bildschirmen ist angenehm geschmeidig. Es kommt nur vereinzelt zu Mikrorucklern. Das ist aber zu verschmerzen, schließlich wurde Sailfish nicht fürs Nexus 5 konzipiert.

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Sailfish OS fühlt sich durch die Wischgesten dynamisch an. / © ANDROIDPIT

Das Öffnen der einzelnen Apps dauert ein wenig länger als im normalen Android. Berührt Ihr ein App-Symbol, wird es zunächst auf das Raster geöffneter Apps gelegt. Anschließend öffnet sich die App im Vollbild.

Einmal gestartet, bleiben die Apps auf dem Hauptbildschirm von Sailfish im Raster liegen. Dies entspricht funktionell der Übersicht geöffneter Apps in Android. Alle installierten Apps werden in einem Raster angezeigt.

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Multitasking, Baby. / © ANDROIDPIT

Dreimal Wischen reicht aus

Bei Sailfish OS gibt es keine Software-Tasten. Stattdessen erfolgen die gesamte Navigation und das Multitasking über Wischgesten.

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Notification Center Multitasking. / © ANDROIDPIT

Wischt vom Startbildschirm nach links, um Eure Benachrichtigungen zu sehen. Feeds, News, E-Mails und Kurznachrichten werden hier gesammelt. Wischt hoch und Ihr gelangt zur chronologisch geordneten Liste der zuletzt installierten Apps. Wischt nach unten, um das Theme und das Profil zu ändern.

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Die App-Übersicht ist unter dem Hauptbildschirm. / © ANDROIDPIT

Die ganze Benutzeroberfläche lässt sich mit Wischgesten des rechten Daumens steuern und ist somit effizienter zu bedienen als Android. Nach links: Benachrichtigungen. Nach unten: Themes und Profile. Nach oben: Apps. Diese drei Gesten gehen binnen zwanzig Minuten in Fleisch und Blut über und sorgen für Freude an der Bedienung.

Das ist doch zu schön um wahr zu sein.

Apps in Sailfish machen auf dem ersten Blick einen stark vereinfachten Eindruck. Das liegt daran, dass man ihre Menüs und Einstellungen immer erst aus dem Verborgenen herbeiwischen muss.

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Ein Wisch nach unten holt App-Menüs zum Vorschein. / © ANDROIDPIT

App-Einstellungen lassen sich nur herbeiwischen. Wischt dazu von der Bildschirmmitte nach oben oder unten. Sobald die richtigen Einstellungen sichtbar sind, lasst Ihr wieder los.

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Ein Wisch in einer App nach oben holt weitere Menüs hervor. / © ANDROIDPIT

Viele der Menüs lassen sich gleichermaßen nach oben oder nach unten schließen und öffnen. Das klingt zunächst verwirrend, man gewöhnt sich aber nach kurzer Zeit an diese Flexibilität.

Anpassung

Wandlungsfähigkeit ist nicht die Stärke von Sailfish OS. Es gibt nur elf vordefinierte Hintergrundbilder. Ansonsten seid Ihr an die von Unschärfefiltern und glatten Übergängen geprägte Benutzeroberfläche gebunden.

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Ihr wählt das Lautstärkeprofil zusammen mit dem Theme aus. / © ANDROIDPIT

Die Hintergrundbilder sind fix mit einem Theme verbunden. Jenes wiederum kommt mit einem Satz an Voreinstellungen zu Menüfarben, Signaltönen und Lautstärken. Also werden die Konzepte Theme und Lautstärkeprofil bei Sailfish vereint, was ziemlich pfiffig ist.

Unterstützung von Android-Apps

Die aktive Community um Sailfish OS sorgt für eine überraschend üppige Auswahl an nativen Apps. Jollas Katalog könnt Ihr online einsehen. Falls Euch die Auswahl nicht reicht, könnt Ihr in einer virtuellen Dalvik-Umgebung Android-Apps ausführen.

Die dafür nötige Android Support App ist leider nicht für das Nexus 5 erhältlich. Ansonsten wäre Sailfish OS schon jetzt der perfekte Android-Ersatz für mich. Die Möglichkeiten des App-Supports und eine Liste mit Play-Store-Alternativen liefert Jolla auf seiner Website.

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Hacker bekommen bei Sailfish OS eine Konsole. / © ANDROIDPIT

Bei dem Support für Android-Apps handelt es sich offensichtlich mehr um einen Hack als um ein Feature. Um sich zu etablieren, braucht Sailfish OS eine stärkere, eigenständige Nutzer- und Entwickler-Basis. Wenn Apps wie WhatsApp einmal nativen Support anbieten, würde einer stärkeren Verbreitung des Außenseiters nicht mehr viel im Weg stehen.

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Sailfish OS ist aufgeräumt und leicht zu bedienen. / © ANDROIDPIT

Sailfish OS liefert eine flüssige, aufgeräumte und logische Benutzeroberfläche. Inzwischen ist es seit über zwei Jahren am Markt und es wird kräftig verbessert. Ich bin gespannt, in welche Richtung es sich weiterentwickeln wird.

Was wäre Eure Alternative, wenn morgen Android abgeschaltet würde?


Dieser Text ist ein Kommentar, der die Meinung eines Redakteurs wiedergibt und nicht immer die Gedanken der gesamten Redaktion abbildet. Kommentare können kritische, mahnende oder humorvolle Anmerkungen sein.

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Top-Kommentare der Community

  • Matthias 04.05.2016

    Genau, jeder HALBWEGS intelligente Mensch wechselt auf ein Android-basiertes OS sobald Android nicht mehr existiert. Deswegen sind sie auch nur halbwegs intelligent.

37 Kommentare

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  • Damals als die Fragmentierung gering war war man auch super begeistert von Android. Und jetzt kommt Sailfish OS und soll besser sein? Das glaube ich nicht. Heutzutage entwickelt man entweder apps für Android oder iOS. Nur ein 0,01%tiger Teil würde eine App oder irgendwas für Sailfish schreiben. Der Zug für ein neues OS ist schon abgefahren. Was man machen könnte ist eine Android Distro wie z.B. Lineage OS entwickeln aber mehr nicht!

  • So lief ein Nokia n900 mit einer gerade mal 600mhz Singel Core cpu, das ist im Prinziep der Vorgänger von Salifish und Megoo und sollte Nokias neuer Standart werden:

    https://youtu.be/SW7vJDhFRRM

    Sieht vielleicht aus heutiger sicht nicht so spektakulär aus, trotzdem findet da ein Multitasking statt was auf Android garnicht möglich ist. Alle Programme laufen nämlich gleichzeitig und werden nicht gestoppt.
    Ich sage mal würde man mit einer schkecjten Internetverbindung gleichzeitig 6 Webseiten öffnen, kann man live allen 6 beim laden zu gucken.

    Bei Android sind nur feste statische Bilder und das ganze läuft erst richtig weiter wenn man es an klickt.

    Naja ich finde es schon spektakulär wie das Ding mit einer 600mhz Singelcore Cpu laufen konnte. Nicht aus zu malen wie das ganze hätte werden können wenn Microsoft Nokia nicht kaputt gemacht hätte.

    Und es war extrem individualisierbar.
    Alle Widgets oder App Icons waren absolut frei in der größe einstellbar und auch ohne Einschränkungen frei Platzierbar, auch das geht heut zu tage nicht bei Android, ios oder Windows.

    • C. F.
      • Blogger
      08.05.2016 Link zum Kommentar

      Wenn mein Sony Experia Z3c mal in den Ruhestand geht, werde ich da testweise mal Sailfisch installieren...

  • Ich war nutzer und Entwickler von Maemo, das ist der eigentliche Vorgänger von Meego und sollte Nokias neuer weg werden.

    Ich kann nur sagen das mein Nokia n900 Android und Ios um längen voraus war.
    Viel durchdachter, das beste und wirklich echtes Multitasking.

    Mit gerade mal 600mhz rannte mein n900 wie der Teufel. Eine schande das Microsoft eine ich will mal sagen ,,feindliche" übername bei Nokia volzog und schon einen Tag nach der Verkündung der Kooperation das gesamte Megoo Projekt auf Eis gelegt wurde.

    Nokia hatte zum Zeitpunkt der übername noch 46% Marktanteil. Mit dem damals geplanten weg wären niemals nie so ab geschmiert. Maemo hätte sich genau wie Symbian Serie 60 durch gesetzt!

    Zu der Zeit war Ios und Amdroid verglichen mit Maemo der letzte Schrott. Ungefähr wie eine Kinder Spielkamera vs Profi Kamera.

  • C. F.
    • Blogger
    04.05.2016 Link zum Kommentar

  • Was hier immer wieder vergessen wird :Das OS ist nur die halbe Miete (wenn überhaupt). Nimmt man die ganzen Google Services weg, macht es keinen Spaß mehr. Und oh Wunder, das Betriebssystem läuft richtig schnell und der Akku hält ewig. Und der Begriff "offen" ist extrem auslegbar. Ich habe mal erste Whitepapers für Provider vom Meego gesehne, da bezog sich das "offen" wohl eher auf die Provider. Da stand so was wie "deep untegratiion with your cloud provided services like e-mail, messaging and storage". Ob man damit als Benutzer wirklich besser dran wäre als mit Android oder IOS darf bezweifelt werden. Das Bedienkonzept finde ich interessant, aber das ist es dann auch schon.

    • @Hans das ist schon offen.

      MAEMO z.b nutzte ich und es war offen samt aller Treiber. Es wird noch bis heute von der Community gepflegt und es ist und war Datenschutz Technisch eine ganz feine Sache. Nicht so eine Schnüffelbox wie Android oder ios!

      Die Community war sowas von fett, man schrieb nur einen vorschlag und wenige Tage danach waren die Änderungen im Os verankert.

      Obwohl es weniger Apps gab, hatte ich mehr Möglichkeiten, denn die Apps die es gab waren alle Top. Da war kein Schrott bei.

      Mein jetziges s6 edge ist meinem n900 von 2011 im Browsing total unterlegen. Hatte noch nie ein so guten Browser in einem Mobilgerät wie der auf Maemo optimierte Firefox. Das war wie am Pc.

  • Wie sieht das mit den OS Updates aus? Kommen die dann auch direkt vom der OS Schmiede oder genauso behindert von den Herstellern? Das ist das einzige Problem, das mich bei Android so richtig abfuckt.

    • @Staati
      Maemo bekommt immer noch updates, viele Änderungen wurden von der Community in nur wenigen Tagen durch geführt.

      Ich fand z.b mal einen Trick wie enorm Akku gespart werden konnte, teilte das ganze einen Entwickler mit. 2 Tage später war es schon integriert. Obwohl es nur wenige Nutzer gab und das ganze mehr ein Entwicklerphone war, war die Community viel besser drauf als bei Android.

      Soll ja schon was heissen das ein wenig Verkauftes n900 immer noch supportet wird.

      Sehr zu empfehlen ist zu diesem Thema die seite
      Opensmartpad.org

  • Wenn es kein android mehr gebe würde ich wie jeder halbwegs intelligent Mensch zu cyaneonmod wechseln

    •   40

      Wenn s kein Android mehr gibt/geben würde,gibt es auch kein Cyanogen mehr ,logische Schlussfolgerung oder ?

      Weil all das, auf einem angepassten Android/Kernel/Quellcode von Google aufbaut .


      Jeder halbwegs intelligente Mensch,weiß das aber eigentlich . :)

      "CyanogenMod Version 8 wurde geplant auf Basis werden Android 3.x Honeycomb . Da der Quellcode für Honeycomb von Google nicht zur Verfügung gestellt wurde , bis sie im Quellbaum Geschichte seiner Nachfolger, Android 4.0 Ice Cream Sandwich erschien, rückte die Release - Plan von CyanogenMod 7 (Lebkuchen) direkt an CyanogenMod 9 (Ice Cream Sandwich )."

      Abstammung GNU / Linux
      ↳ Android
      ↳ CyanogenMod

    • welche Apps willst du dann updaten bzw installieren ohne Android ?

    • Genau, jeder HALBWEGS intelligente Mensch wechselt auf ein Android-basiertes OS sobald Android nicht mehr existiert. Deswegen sind sie auch nur halbwegs intelligent.

    • Wow das ist einer der dümmsten Kommentare hier.

  • joe 03.05.2016 Link zum Kommentar

    hat vieles was ich als ehemaliger Nutzer von WebOS ( Entwickler=Palm) noch kenne,
    dies war auch ein sehr gelungenes Bedienkonzept mit swipen und Touch.
    Leider vom "Apotheker" zu Grunde gerichtet, nach Ankauf durch HP.

  • Zumal es das einzige offene Betriebssystem ist, welches NICHT aus Amerika kommt. Wahrscheinlich deshalb wird es ansonsten totgeschwiegen und taucht nicht bei den Providern auf.

    •   40

      Warum auch, wenn kein großes Interesse dran besteht hier in Deutschland ,für so ein Gerät und mit diesem OS und die Hersteller sehen,das es hier keine Erfolgschancen hat?

      Wahrscheinlich könnte die Interesse wachsen ,wenn einer der momentan großen Monopolen Herstellern von Google Android ,Apple IOS und MS Windows Mobile OS aussteigen würde ,an Bedeutungslosigkeit verlieren würde und in den Marktanteilen in den Keller rutscht ,aber so bleibt es eine Nische und die Chancen ehr gering, das wieder ein anderes OS, so populär wird.

      Bada war auch mal schön aber nicht lange ,gleiches Firefox OS ,Ubuntu Touch ,Nokias X Android Phone ,eine Mischung aus Android OS und Windows Phone,aber ohne Android Store, nur den von MS,Asha Nokia Feature Phone usw. .

      Es bleibt also nur zu sagen dazu,sowas ist und bleibt ein Gerät für Nerds,was hier keine größere Bedeutung haben/finden wird und nicht für den Durchschnitts-Smartphone Benutzer geeignet ist .

      Wenn man sich dazu Google Chrome OS für kleinere Netbooks/Notebook s anschaut ,sieht man genau das selbe Beispiel drin .

      Hier will es kaum jemand ,dafür ist es aber in der USA sehr beliebt ,für Schulen und andere Einrichtungen.

      • C. F.
        • Blogger
        03.05.2016 Link zum Kommentar

        Ein allgemeines Hauptproblem in der technischen Welt ist doch, daß kaum einer mehr bereit ist, einem Nieschenprodukt, das möglicherweise viel besser als die alteingesessenen Standardprodukte sein kann, eine Chance geben zu wollen. Jeder nutzt nur das, was auch die Mehrheit nutzt. Wenn der Verbraucher nicht gewillt ist, mal über den Tellerrand zu schauen, dann stagniert die technische Entwicklung in absehbarer Zeit. Immer nach der Devise "was der Bauer ned kennt, frißt er ned".

      •   40

        Leider wahr ,ich habe mich auf Firefox OS eingelassen ,nur leider wurde dann die Entwicklung dafür eingestellt ,sehr schade .

        Würde mich sicher auch auf Jolla oder Sailfish einlassen ,aber wenn es wieder nach kurzer Zeit eingestellt wird.😒

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