Diese Website verwendet Cookies, um Ihnen ein besseres Nutzungserlebnis bieten zu können.

2 Min Lesezeit 30 mal geteilt 49 Kommentare

Ruf endlich bei der GEMA an, Google

Google Musik-Streaming-App YouTube Music startet in den USA. Wir Deutschen müssen aber weiterhin in die Röhre gucken, weil Google einfach nicht mit der GEMA verhandeln will. Die deutsche Verwertungsgesellschaft wartet noch immer auf einen Anruf aus Mountain View.

Während unsere Kollegen aus Brasilien munter die werbefreie Nonstop-Music-Plattform von Google durchtanzen, sitzen wir hier weiterhin auf dem Trockenen. YouTube will einfach nicht cool werden für die Bundesrepublikaner. Dass die Verwertungsgesellschaft GEMA an der Ungerechtigkeit schuld sei, wird mittlerweile nicht mehr behauptet. Dafür hat ein Gerichtsstreit gesorgt, den die GEMA gewonnen hat.

Was aber nach wie vor fehlt, ist Googles Kompromissbereitschaft in unserem Interesse. Vevo kriegt es hin. Tape.tv kriegt es hin. Alle sind bereit, die Vergütungsbeteiligung für das Streaming von Musikvideos zu zahlen. Google stellt sich quer und will seine Künstler in Eigenregie an den Umsätzen beteiligen.

music smartphone headphones
Bei Play Music klappt's; aber seinen YouTube-Umsatz will Google Partout nicht mit der GEMA teilen. / © ANDROIDPIT

Alle Künstler, die mit der GEMA einen Vertrag abgeschlossen, müssen allerdings von der GEMA ihre Tantiemen erhalten. Dazu verpflichtet sich die Verwertungsgesellschaft. Also muss Google auch seinen Zehnten an die GEMA abdrücken, damit Nena für jeden View der 99 Luftballons von der GEMA ihren Anteil bekommen kann. Von dieser Verpflichtung wird die GEMA auch keine Ausnahme machen, nur weil Google den Stars ein paralleles Einkommensmodell bietet.

Das ist mir als YouTube-Gucker aber total wumpe. Ich will meinen Stream genießen und wenn YouTube Music kommt, will ich meine Endlosstreams hören. Damit nicht genug: YouTube hat inzwischen 30 Millionen Songs, Konzerte, Remixe und mehr, die man unterwegs auch ohne Bild anhören kann. Damit spart man Datenvolumen und kommt trotzdem in den Genuss der einmaligen Inhalte.

Zu allem Überfluss ist die verfahrene Situation zwischen Google und GEMA auch für die Künstler schädlich. Denn die bekommen überhaupt kein Geld, wenn niemand sich die Videos in Deutschland anguckt.

Ich bin mir nicht sicher, wem ich in diesem Streit recht geben sollte. Vielleicht muss die GEMA sich einfach entspannen und Google die Vergütung ihrer Stars übertragen. Vielleicht hat sie auch Angst, dann komplett zu zerbrechen. Denn wenn sie bei YouTube einknickt, ist ihre Legitimation in der Tat fraglich. 

30 mal geteilt

Top-Kommentare der Community

  • Rudi 13.11.2015

    Ich finde die GEMA gehört abgeschafft. Das meiste Geld fließt eh in deren eigene Taschen!

  • L3o 14.11.2015

    Bevor ihr jetzt die GEMA verteidigt: habt ihr schon einmal darüber nachgedacht, warum Smartphones in Deutschland so teuer sind?
    Wegen der GEMA.
    Warum?
    Weil die Hersteller für jedes verkaufte Gerät in Deutschland 36 (in Worten: Sechsunddreißig!) € an die GEMA zahlen müssen!
    Begründung: "Die Smartphones könnten zum Kopieren von Musiktiteln benutzt werden"

    DIESER VEREIN GEHÖRT ABGESCHAFFT

  •   25
    Tectone 13.11.2015

    Diese Institutionen wie Rundfunkanstalten und GEMA saugen den Leuten das Geld aus dem Portmonee. Unverhältnismäßigkeit ist hier die Devise. Die Idee von GEMA ist gut, aber wohin versackt das Geld? Aber mit uns kann man es machen. Google macht es schlau, beuge dich nicht vor dem Unrecht...

  • John E. B. 14.11.2015

    Ich lese AndroidPit/ApplePit schon eine ganze Weile und stelle fest, das Euch kein Statement und kein Artikel zu peinlich ist, um irgendetwas zu bringen. Dabei ist bei einigen Berichten, ein durchaus gutes Fundament gesetzt - aber dennoch schafft ihr es, nicht selten, diesen mit jeder weiteren Zeile zu verreißen.
    Natürlich ist es ärgerlich, wenn für die Bundesbürger hier, Youtubevideos gesperrt sind. Aber um auf den Standpunkt von Google einzugehen, seid ihr entweder überfordert, oder nicht willig. Google ist, wie andere Firmen auch, ein gewinnorientiertes Unternehmen, das bei entsprechender Aussicht auf finanziellen Erfolg, sicher bereit ist, sich auf Geschäfte einzulassen.

    Der Grund ist jedoch offensichtlich und die Forderungen zu hoch. Da hilft es auch nicht, sich hier auszujammern und gedanklich auf die Seite der GEMA und anderen Rechteverwertern zu stellen. Es ist leicht Google an den Pranger zu stellen, aber eine Welt ohne GEMA oder GEZ ist definitiv leichter vorstellbar, als eine Welt ohne Google, Android, Youtube....

    Eigentlich müssten diesen Halunken von Rechteverwertern, das Handwerk gelegt und stattdessen ein modernes Finanzierungssystem entwickelt werden. Crowdfunding ist eine Möglichkeit, welches sich wesentlich fairer bewerkstelligen lässt.
    Ein Beispiel für Dreistigkeit sind die Mediatheken, die sehr mager und offensichtlich auch stark zensiert werden, was angesichts des Beitragszwangs, als mediales Mittelalter noch wohlwollend beschrieben ist.

  • Alexander W. 13.11.2015

    Google müsste einfach ein Googlevpn anbieten, das die diese Abzocker einfach ärgern könnten^^
    Dann gehen halt die Steuern in den USA oder woanders aufs Konto statt auf das Deutsche Konto^^

49 Kommentare

Neuen Kommentar schreiben:

  • Jan 17.11.2015 Link zum Kommentar

    Es gibt mehr Verwertungsgesellschaften auf der Welt wie die GEMA aber überall anders scheint es keine Probleme zu geben. Wenn ich Parallelen zum deutschen Staat und seinem Finanzamt ziehe würde ich sagen das die GEMA einfach den Hals nicht voll genug bekommen kann und sich Google das nicht bieten lässt. Zurecht!

    Erstaunlich wie immer wieder versucht wird Google vors Gericht zu bekommen und Kente zu ziehen. Sind es die Verlage
    oder die GEMA oder sonst wer. Komisch finde ich dann nur wenn man sich mal auf die Seite von t-online.de verirrt und dort die Videos anschaut sind diese gefühlt zu 90% von youtube aber wohl technisch neu aufgenommen und natürlich mit eigener Werbung davor geschalten. Ich frage mich ob die ursprünglichen Autoren dieser Videos auch von der Werbung auf t-online.de profitieren?


  • Installiere endlich mal ne VPN oder ProxTube Eric Herrmann.....


  • Ich finde ebenfalls die Haltung von Google für. Die GEMA ist und bleibt der größte D..... Verein den es in Deutschland gibt. Das so etwas noch immer von Der Regierung gedeckt wird ist einfach schön lange nicht mehr tragbar.


  • Jan 15.11.2015 Link zum Kommentar

    Am Handy ist manchmal nervig aber auch sau leicht zu umgehen. Am Pc gibt es ja schließlich das AddOn ProxFloe


  • Ich finde die Haltung Googles gegenüber der Gema ausgesprochen gut. Denn letztendlich ist es die Gema, die durch ihr bockiges Verhalten dann eben verhindert, das die Künstler durch das betrachten der Videos Geld verdienen. Wie oben schon erwähnt, gibt es ja genug Möglichkeiten, auch hier in Deutschland die Videos zu schauen. Man ist also auf das einlenken der Gema gar nicht mehr angewiesen. Da wurde zu hoch gepokert und verloren, während der digitale Zug die alten, verkrusteten Strukturen der Gema längst überholt hat.


  • Mal ehrlich: Sollte die GEMA nicht EIGENTLICH dafür sorgen, dass jeder Künstler das Geld bekommt, was ihm für seine Musik zusteht?
    Es sollte mal offengelegt werden, wie viel von der Kohle die GEMA da selber einkassiert...


    • würde sagen mehr als genug... in den USA oder so wirds ja auch sowas ähnliches geben das die das Geld bekommen. Sonst würde es da ja auch die Musik nicht geben... also ist es eigentlich egal über welche Topf das läuft....


  • Hallo, das Thema GEMA macht mich immer wieder wütend. Wie hier schon oft gesagt, die FORDERN, verhandeln geht nicht. Ich warte noch auf den Tag, wo ich nicht mehr sagen darf was ich möchte, da mein Wortlaut irgend wann schon mal von einer anderen Person gewählt wurde. Ich bekomme mit, das viele öffentliche Organisationen wir Kindergärten, Feuerwehren, etc. richtig tierischen Stress bekommen, das sie einfach Musik abspielen lassen. Aber was soll ich mich jetzt noch mehr aufregen, was sollten wir gegen die GEMA tun ? Vorschläge ?


  • Lieber Autor,
    in anderen Foren würde man den Inhalt deines Beitrages gezielte Stimmungsmache nennen, und den Post löschen.
    Dabei hast Du das Problem selbst genannt.
    Die GEMA verhandelt nicht, die GEMA fordert! Und bekommt sie nicht was sie fordert, gewinnt sie immer vor den unbefangenen deutschen Gerichten.
    Google/YT hat etliche Male versucht zu VERHANDELN, aber die GEMA rückt keinen Nanometer von ihren Forderungen ab.
    Da würde ich es auch bleiben lassen, und einfach darauf vertrauen dass die Nutzer imstande sind sich ihre Inhalte dank unzähliger Addons für Browser freischalten zu lassen, immerhin legt YT den Deutschen keine echten Steine in den Weg.

    Wer natürlich im streng ummauerten Apple-Biotop unterwegs ist, der hat ein Problem.^^

    Lieber Autor, du hast nicht zufällig ein IPhone? ;)


    • Richtig, die GEMA fordert - und das steht ihr auch zu. Mit dem ARD Rundfunkbeitrag wird auch nicht verhandelt, da wird auch gefordert. Ob diese Instanzen wirklich sinnvoll sind und ob es Alternativen gibt, soll hier nicht Thema der Diskussion sein. Wenn die GEMA so nicht handeln würde, bekäme sie ggf. ihren Status aberkannt. Der Autor sollte wissen, bevor er solch einen Artikel schreibt, dass die GEMA nicht verhandeln kann und nicht verhandeln darf! Die Rechtsgrundlagen kann man u. a. auf Wikipedia nachlesen.


      • Die GEMA ist ein Verein und keine Behörde.


      • Wenn sie "nur" ein Verein ist, warum "kuschen" dann die ganzen Gerichte dann vor ihr bzw. die "Exekutive"; also die Bundesregierung, die Landesregierung und die "Räte auf Kommunaler Ebene"?


      • "Die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (GEMA) ist eine staatlich legitimierte Verwertungsgesellschaft" (s. Wikipedia) und kein Verein. Wie ich bereits schrieb, erkundige dich über die Rechtsgrundlagen!


      • Da es sich bei der GEMA um einen wirtschaftlichen Verein handelt, beruht seine Rechtsfähigkeit auf staatlicher Verleihung (§ 22 BGB). Vorstandsvorsitzender der GEMA ist seit 2007 Harald Heker. Vorsitzender des Aufsichtsrates ist Enjott Schneider. (s. Wikipedia) Steht gleich ein Absatz weiter.

        Und weiter: Alle diese Gesellschaftsformen bauen auf dem Vereinsrecht auf (vgl. nur Anwendbarkeit des § 31 BGB) und sind damit Vereine im weiteren Sinne.


    • Jan 17.11.2015 Link zum Kommentar

      Auch im "Apple-Biotop" gibt es technische Möglichkeiten. Nur mal so am Rande.


  • Guckt euch doch mal den Gebührenkatalog der GEMA an. Die verlangen sogar Gebühren für einen Spielmannszug. Vollkommen egal, ob da irgendwelche Künstler noch Tantiemen kassieren können. Reine Geldschneiderei.
    Da ärgern sich die Vereine seit Jahren drüber.


    • L3o 14.11.2015 Link zum Kommentar

      Man muss sogar bei einem Public Viewing Gebühren an die GEMA zahlen! So eine Frechheit!


      • Stimmt. Aber zum Glück nicht als Zuschauer, sondern als Veranstalter. Denn bei der Live-Übertragung von irgendwelchen Fußball-Europameisterschafts-Spielen wird auch im Hintergrund "aktuelle Chartsmusik" abgespielt.


      • Wie gut das es nicht schon eine öffentliche Ausstrahlung ist und nur weil viele Menschen es zusammen schauen muss man Gebühren abdrücken.

Zeige alle Kommentare

Diese Website verwendet Cookies, um Ihnen ein besseres Nutzungserlebnis bieten zu können. Mehr dazu