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Rückkehr der Flip-Phones: Das klappt doch nie!

Klapphandys waren vor der Zeit der Smartphones eine spannende Design-Option: aufklappen, lostelefonieren, zuklappen, wieder kompakt sein. Einige Hersteller wie Samsung versuchen immer wieder, Klapp-Smartphones zu etablieren. Hardware-Lieferant Gionee veröffentlicht jetzt sogar ein High-End-Klappgerät. Im Zeitalter der Smartphones ist diese Konstruktion aber nicht sinnvoll.

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Das Gionee W909 soll den Markt der Klapphandys wiederbeleben, wie NDTV berichtet. Nachdem das Samsung Galaxy Golden 3 sich nie blicken ließ und das LG Wine Smart eher mit Einsteiger-Hardware aufwartet, vermarktet der chinesische Hardware-Lieferant Gionee nun ein eigenes Gerät. Das W909 ist laut der technischen Daten schneller und stärker als bisherige Klapphandys. Ob das ausreicht, um den Markt der Klapphandys auch bei uns wiederzubeleben? Wohl kaum.

gionee w909
Das Gionee W909 belebt den Flip-Phone-Markt - in Asien. / © ANDROIDPIT

Das Gionee W909 soll mit P10-Prozessor von MediaTek, 4 GByte RAM und 64 GByte internem Speicher überzeugen. Um es zu bedienen, müsst Ihr es nicht aufklappen. Stattdessen könnt Ihr es auch im geschlossenen Zustand über das 4,2 Zoll große Display auf dem Deckel bedienen. Wenn Ihr es öffnet, wechselt die Ansicht auf das identische Display in der Innenseite des Deckels. Dann könnt Ihr es über das Ziffernfeld und die physische Tasten bedienen.

samsung galaxy golden n3
Das Samsung Galaxy Golden 3 hat sich nie blicken lassen. / © Samsung Global

Mit diesem Bedienprinzip kopiert Gionee das Samsung Galaxy Golden, das 2013 in einigen asiatischen Ländern verkauft wurde. Durch den größeren Bildschirm wird das W909 jedoch einfacher bedienbar sein als das mit 3,7 Zoll inzwischen zu kleine Galaxy Golden.

LG WineSmart Blau Rot
Das LG Winesmart ist eher ein Feature-Phone mit Play Store. / © LG

Die Klappmechanik hat aber Schwächen: Zum einen ist das zusammengeklappte Gerät mit 16,5 mm deutlich dicker als ein herkömmliches Smartphone. Bei starr konstruierten Smartphones ist eine Dicke von 6 bis 8 mm üblich. Zum anderen stellt das Scharnier einen Schwachpunkt in der Konstruktion dar. Zu den üblichen Smartphone-Gefahren wie Glasbruch durch Sturz oder Kratzer durch Reibung, gesellt sich Gelenkverschleiß durch Überdehnung. Tritt dieser Fall ein, wird der Coolness-Faktor schnell zum Reklamationsgrund.

Und wenn ich an meine Erfahrungen mit dem LG WineSmart und dem Freetel Musashi zurückdenke, finde ich kein Gefallen an dem Modell des Klapphandys mit Android. Das LG-Gerät fühlte sich eher an wie ein Feature-Phone mit Play Store. Das Freetel-Gerät fühlte sich auf Grund seiner Software-Mängel so an, als sträube sich Android gar gegen derlei Konstruktionen: Die Display-Rotation gelang oft nicht oder das innere Display schaltete sich nach dem Aufklappen nicht ein.

Android sträubt sich gegen derlei Konstruktionen

Wo ist der Mehrwert für mich? Der Vorteil eines Flip-Phones ist die Platzersparnis, wenn man es nicht benutzt. Smartphones ziehen ihren Mehrwert allerdings daraus, dass man auf ihnen komplexe Vollbild-Anwendungen bedienen kann, und zwar auf einem großen Touchscreen-Display. Da erscheint es mir widersinnig, wenn ich plötzlich diesen Mehrwert zuklappen soll, oder auf einem viel zu kleinen Sekundär-Display arbeiten soll.

Motorola startac razr
Motorola StarTAC und Razr V3 sind Meilensteine der Flip Phones. / © ProhibitOnions, Steve Jurvetson

Also kann ich gleich auf den Smartphone-Vorteil verzichten und mir ein Klapphandy mit einem sparsameren Betriebssystem kaufen. Das ist dann wahrscheinlich günstiger, hat eine Woche Akkulaufzeit und wiegt die Hälfte. Ich erinnere mich da an Urgesteine wie das Motorola Razr V3 oder das StarTAC, die ihrer Zeit voraus waren und relativ zu ihren Zeitgenossen moderner wirkten als es ihre faltigen Android-Enkel heute tun.

Vielleicht empfinde ich das aber ganz anders als Ihr und Ihr würdet sagen, dass ein Flip-Phone mit Android als Kaufoption in die engere Auswahl kommt. Daher gebe ich die Frage weiter an Euch:

Ein Flip-Phone mit Android...
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Top-Kommentare der Community

  • Tenten 05.04.2016

    Vermutlich seinerzeit, als man noch mit Bakelittelefonen kommuniziert hat.

    Ja, er hat halt alle 5 Sinne beieinander: Schwachsinn, Unsinn, Blödsinn, Irrsinn und Wahnsinn. (:

  • Andreas S. 05.04.2016

    "Nischenprodukt" ist es nur dann, wenn es nur eine kleine Bevölkerungsgruppe anspricht. Dieses Telefon ist aber vielleicht sehr seniorenfreundlich. Wenn Sehvermögen nachlässt oder die Finger zittrig sind, dann ist ein sensibler Touchscreen schnell eher hinderlich (wer sein Telefon mal unter Alkoholeinfluss präzise bedienen wollte, kann das vielleicht nachvollziehen). Hardwaretasten sind da einfacher zu benutzen. Ebenso, wenn man nach jahrelangem Benutzen eines alten Nokia nun doch auf ein Smartphone umsteigen muss (etwa, weil die Verwandten auch WhatsApp, Skype etc zur Kommunikation benutzen oder die GPS Ortung zur Sicherheit haben wollen), aber mit der Bedienung nicht klar kommt. Ich kann mir vorstellen, dass es allein in Deutschland mehrere Millionen ältere Mitbürger gibt, die dieses Telefon einem Samsung oder iPhone bei weitem vorziehen. "Coolness-Faktor" ist kaum ein Argument, wenn man über ein solches Telefon berichtet. Auch Leute, die ihr Telefon mit Handschuhen benutzen (Sanitäter, Krankenpfleger, Fleischereifachverkäufer, Raumpfleger, Kontaktallergiker,...) müssen schnell mal telefonieren und wären dankbar für eine physische Tastatur. Ich finde es schade, dass AndroidPit so wenig über den Tellerrand der 16-30-Jährigen Smartphoneafficionados hinaus blickt. Habt ihr keine Omas? Kennt ihr keine Behinderten? Sind alle euere Freunde Samsung-Poweruser? Ist der Mehrwert von "Exoten"-Handys wirklich so schwer zu sehen?

  • Frauke N. 05.04.2016

    Seine Kommentare waren mal lustig :?

    Taucht da nicht regelmäßig der Begriff "Schwachsinn" auf?

  • Frauke N. 05.04.2016

    Aber mit einem 6" Frühstücksbrettchen am Ohr telefonieren sieht nicht bescheuert aus.😴

47 Kommentare

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  • An sich sicher eine nette Idee mit den neuen Klapphandys, aber wenn ich nur daran denke die Ziffern Tastatur zum Text erfassen zu nutzen wird mir ganz anders. Aber eventuell gibt es ja auch hier eine "digitale" Tastatur.

    • <<< Aber eventuell gibt es ja auch hier eine "digitale" Tastatur. >>>
      Wird es geben. Die ist in Android integriert oder kann zumindest nachgerüstet werden.

      <<< aber wenn ich nur daran denke die Ziffern Tastatur zum Text erfassen zu nutzen >>>
      Ging doch früher auch. Es gibt (vielleicht) Leute die damit sogar besser umgehen können als mit der Displaytastatur.

  • Als "Drehdisplay" wie bei einem Convertible würde mich das ansprechen. M.E. werden sich auch in DE genügend Käufer für solche Geräte finden.

  • Wenn es gekauft wird, warum nicht? Ich würde es nicht kaufen, aber gut....

  • Die Zeit der klapphandys ist einfach (leider) vorbei. Ich mochte mein Sharp GX30 damals sehr gerne, einfach angenehm Beim schreiben und Telefonieren. Damals war das der perfekte Kompromiss zwischen großen Display und großer Tastatur. Aber seit findige Leute auf die Idee gekommen sind das ein Touchscreen beide Probleme gleichzeitig beseitigen kann - wozu? Es bringt KEINEN mehrwert, außer das ein 5-6 Zoll Smartphone das ja eh schon groß ist auch noch doppelt so dick wird. Ein zweites Display evtl, ja. Da stoßen wir aber noch mehr an die nach wie vor nicht gelösten Akku Probleme.

  •   33

    Ein Klapp-Smartphone ist in Südkorea - meiner Heimat - nach wie vor sehr beliebt.
    Bin jedes Jahr für 3 Monate dort und es gibt noch sehr viele die ein solches Gerät nutzen und neu erwerben.
    Besitze dort selbst ein solches, neben einem S6 edge.
    Man kann aber keinesfalls die Präferenzen der Südkoreaner mit denen der hier lebenden User vergleichen. Diese unterschieden sich maßgeblich.
    Hier wird es sich vermutlich nicht durchsetzen.

  • Da mit dir Tasten des iPhone zu klein sind, habe ich mir das LG Wine Smart H410 gekauft. Bei diesem ist der interne Speicher zu klein und der Fotoapparat von sehr schlechter Qualität. Darum würde ich das Samsung Galaxy Golden 3 oder Gionee W909 sofort kaufen. . ..

  • "Nischenprodukt" ist es nur dann, wenn es nur eine kleine Bevölkerungsgruppe anspricht. Dieses Telefon ist aber vielleicht sehr seniorenfreundlich. Wenn Sehvermögen nachlässt oder die Finger zittrig sind, dann ist ein sensibler Touchscreen schnell eher hinderlich (wer sein Telefon mal unter Alkoholeinfluss präzise bedienen wollte, kann das vielleicht nachvollziehen). Hardwaretasten sind da einfacher zu benutzen. Ebenso, wenn man nach jahrelangem Benutzen eines alten Nokia nun doch auf ein Smartphone umsteigen muss (etwa, weil die Verwandten auch WhatsApp, Skype etc zur Kommunikation benutzen oder die GPS Ortung zur Sicherheit haben wollen), aber mit der Bedienung nicht klar kommt. Ich kann mir vorstellen, dass es allein in Deutschland mehrere Millionen ältere Mitbürger gibt, die dieses Telefon einem Samsung oder iPhone bei weitem vorziehen. "Coolness-Faktor" ist kaum ein Argument, wenn man über ein solches Telefon berichtet. Auch Leute, die ihr Telefon mit Handschuhen benutzen (Sanitäter, Krankenpfleger, Fleischereifachverkäufer, Raumpfleger, Kontaktallergiker,...) müssen schnell mal telefonieren und wären dankbar für eine physische Tastatur. Ich finde es schade, dass AndroidPit so wenig über den Tellerrand der 16-30-Jährigen Smartphoneafficionados hinaus blickt. Habt ihr keine Omas? Kennt ihr keine Behinderten? Sind alle euere Freunde Samsung-Poweruser? Ist der Mehrwert von "Exoten"-Handys wirklich so schwer zu sehen?

  •   26

    Ein reiter fehlt!
    Ist eine überledung wert. Zb!!!
    Soffort holen würde ich es mir nicht aber ist definitiv eine überlung wert, wenn der rest natürlich stimmt.
    Flip-Phone finde ich zum telefonieren viel angenehmer.

  • Würde ich mir sofort kaufen. War letztes Jahr in Südkorea und konnte mir mal einen kleinen Einblick verschaffen was es so gibt. Hatte auch das Samsung Klappsmartie in der Hand. Es löste bei mir das "Haben will" Syndrom aus.

  • So ein Klappmechanismus wäre eigentlich auch eine gute Idee für Erweiterungen, etwa eine Tastatur, ein zweites Display, vielleicht sogar eInk, einen zusätzlichen Akku, einen Beamer. Einfach anstecken und klappen. Und wenn man es nicht mehr braucht, wieder abnehmen. Ich sehe da einige Möglichkeiten.

  • Das StarTac hatte damals einen unheimlichen Coolness-Faktor. Der Vorteil war einfach die Handlichkeit der kleinen Klapphandys. Inzwischen, da der Trend zu großen Displays geht, ist die Zeit wohl vorbei, denn ein 4"-5" Gerät aufzuklappen stelle ich mir nicht mehr einfach und handlich vor. Früher hat der Daumen gereicht und das Tel ist aufgeklappt. aber bei 4" oder 5" brauche ich doch vermutlich beide Hände und damit ist der, in meinen Augen, eigentliche Vorteil dahin.

  • wenn es noch einen richtigen Disco Lautsprecher hätte würde ich mich schon dafür begeistern weils telefonieren einfacher ist

  • Seitlich aufklappen fände ich wesentlich praktischer. Wenn das Ding dann 3 Displays hat, dann hat man innen ein Querformat mit einer anständigen Quertastatur, damit lässt sich sehr gut arbeiten. Und aussen hat man 2 Displays, die (fast) nahtlos aneinander liegen und auf denen man sehr gut Multitasking mit 2 Apps nebeneinander oder übereinander machen kann. Als Arbeitsgerät fände ich das recht brauchbar. Als privates Smartphone zu aufwändig.

  • Ich glaube, mit einer Blackberry Prim ähnlichen Tastatur würden die chancen für einen Erfolg höher stehen. Ich meine wer will heute noch auf dieses total bescheuerte Zahlen System zu greifen?

    • Die die das "Smartphone" für den ursprüngliche Zweck nutzen : zum Telefonieren!
      Meine Mutter ist ganz unglücklich weil ihr Ericsson-Telefon (T28 world, war damals noch vor dem offiziellen Marktstart als Vorserie an mich weitergegeben worden - da kann sich jeder ausrechnen, wie alt das Teil ist!) Probleme macht!

  • Klappe zu Affe tot.

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