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Rückgaberecht für Apps: Deutschland vs. das Internet

App Wars, Episode II: Der Branchenverband schlägt zurück: Die Verbraucherschutzminister der Länder fordern ein Rückgaberecht für Apps und andere digitale Güter. Der IT-Branchenverband Bitkom verweigert sich und nennt das “realitätsfern”. Handelt es sich hier um blinden Aktionismus der Politik oder um eine kundenfeindliche Blockade der Anbieter?

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Wer sich eine App andrehen lässt, wird sie danach nicht mehr los. Zumindest das Geld ist weg. / © AndroidPIT

Während am 15. Mai alle Tech-Enthusiasten die Google-I/O in Kalifornien verfolgten, rangen Minister der Länder in dem verschlafenen Städtchen Bad Nauheim um mehr Verbraucherschutz im Internet. Und während man bei einer gigantisch zelebrierten Werbeveranstaltung mit vorher penibel geplanter einhelliger Begeisterung rechnet, ist das bei politischen Verhandlungen doch eher selten der Fall. Anders in Bad Nauheim.

Die Verbraucherschutzminister sprachen sich allesamt für ein Rückgaberecht von Apps und anderen digitalen Gütern aus. Jetzt soll eine Arbeitsgruppe klären, wie das konkret umzusetzen ist. Unzweideutiger Widerstand kommt allerdings vom Branchenverband der deutschen Informations- und Telekommunikationsbranche (Bitkom).

Kein Bedarf für mehr Verbraucherschutz

Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder hält die Pläne der Minister für eine "realitätsferne Überregulierung, von der vor allem Start-ups und innovative Einzelkämpfer betroffen wären, die die App-Economy voranbringen". Es gebe schlichtweg keinen Bedarf für ein Rückgaberecht, da der App-Markt bereits sehr transparent sei und niemand gezwungen sei, “die Katze im Sack” zu kaufen.

Das Argument: Von zahlreichen Apps gebe es bereits Light- oder Testversionen und Screenshots, sodass jeder Nutzer schon vor dem Kauf einen Eindruck vom Produkt haben könne. Diese ablehnende Haltung seitens der Wirtschaft ist sicher nicht unerwartet. Welches Unternehmen lässt sich gerne gesetzlich regulieren? Aber ist die Argumentation ausreichend? 

Google Play
Wer beispielsweise richtig gute Wörterbuch-Apps sucht, kann locker mal 20 bis 50 Euro hinlegen. Da wird ein Rückgaberecht besonders interessant. / © Google Play

Milliardengeschäft ohne rechtlichen Rahmen

Aktuell bietet der Google Play Store ein Rückgabefenster von 15 Minuten nach Download der App. Apples App Store ist da härter und erlaubt keinerlei Rückgabe - muss er auch nicht, denn kein Gesetz fordert dies. Dabei ist das App-Geschäft mittlerweile eines mit Umsätzen in Milliardenhöhe. Allein in Deutschland wurden im Jahr 2012 nach Bitkom-Angaben fast 500 Millionen Euro durch Apps erwirtschaftet, mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr. Die beiden größten App Stores (also Google und Apple) verzeichnen mittlerweile jeweils um die 50 Milliarden Downloads in nur fünf bis sechs Jahren; Tendenz steigend.

Mehr Infos zu den zentralen Fragen in dieser Diskussion findet Ihr in meinem Artikel von kurz vor der Verbraucherschutzministerkonferenz. Bisher spricht meine Umfrage dazu, was geschehen muss, eine recht deutliche Sprache. Trotzdem stelle ich sie hier noch mal in den Raum für all jene, die noch nicht abgestimmt haben.

Verbraucherschutz beim App-Kauf: Was ist am Sinnvollsten?
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34 Kommentare

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  • Nun ist der Koalitionsvertrag geschrieben und das Rückgaberecht für Apps wird kommen.

    Viele der Kommentatoren hier, die nur die Konsumenten-Brille auf der Nase haben, mögen frohlocken. Ich als Entwickler kann es nicht. Denn gerade bei Apps ist die Kostenlos-Mentalität noch weit verbreitet. Viele werden daher Apps nur für die Rückgabefrist runterladen, schnell durchspielen und dann einfach wieder zurückgeben.

    Was passieren wird? Deutschland wird als Markt für App-Entwickler noch unattraktiver. Zusätzlich zu den einbrechenden Verkaufszahlen werden sich Google, Apple & Co. die Mehrkosten der zunehmenden Rückbuchungen sicher bei den Gebühren für Entwickler wiederholen. Neben dem bereits jetzt wenig attraktiven Werbemarkt ein weiterer Grund der in Zukunft gegen eine Veröffentlichung von Apps in Deutschland spricht.

  • Es müsste zwischen den verschiedenen digitalen Gütern unterschieden werden. Eine App vielleicht 24h Rückgaberecht, aber eine digitale Zeitschrift kann man in der Zeit ja auslesen und dann zurück geben?? Das wäre ja nicht im Sinne des Erfinders.

  • 60 minuten sind sinnvoll. in der zeit können die meisten großen Apps geladen und getestet werden. Mit der jetzigen Beschränkung hab ich schon recht viel Fehlkäufe getätigt, bzw eine interessante app erst gar nicht gekauft. Demos sind schön, solang man erkennen kann, was die Vollversion bringt. Oft sind Demos im Store so abgespeckt, dassm´´ man kaum erkennt warum man nun 5€ ausgeben sollte, dann lieber keine Demo.

    Die Rezensionen im Markt sind btw nicht hilfreich. Entweder schreiben Kids "total geil, bestes Spiel ever, adde mich!" und geben 5* oder es sind solche...unwissenden: "diese app wird gar nicht angezeigt, ich habe ein S3 was soll das? 1 Stern, so ein sch**ß spiel" (live wallpaper...).

  • Ich finde es sollte so bleiben wie es ist. Man muss das ganze auch mal aus sicht der Entwickler sehen:
    Wer 24h zeit hat eine App wieder zurück zu geben hat genug zeit eine installierbare *.apk datei zu erstellen (kann ja fast jeder file explorer) die app wieder zurück zu geben und die zuvor erstellte apk zu installieren. Wäre zwar nicht ganz erlaubt, aber wer kann denn sowas nachprüfen?

    Meines Erachtens passen die 15 Minuten, es gibt zu nahezu jeder App ausreichend Kommentare und reviews, bei Spielen meist lite oder werbefinanzierte Versionen, wo ist ale das Problem?

  • Nehmt euch Poweramp her: man kann sich die App mit vollem Funktionsumfang herunterladen und ausführlich testen. nach 14 tagen kann man sie nur noch benutzen wenn man sich den unlockkey kauft. das halte ich für perfekt. gegen mögliche zukünftige einschränkungen oder inkompatibilität kann man aber auch nichts machen. wenn es keine limits gäbe würden die appverkäufer nicht reich...

  • bpo 22.05.2013 Link zum Kommentar

    meinte im ersten Absatz "und nicht die Zeit sein würde, die seit dem Kauf vergangen ist"

  • bpo 22.05.2013 Link zum Kommentar

    Ich hätte nichts gegen 15-30 Minuten, wenn das die Nutzungszeit der App und die Zeit sein würde, die seit dem Kauf vergangen ist.
    In 30 Minuten schafft niemand ein Spiel durchzuspielen und niemand wäre gezwungen sofort die App zu testen bzw hätte Pech wegen fehlender Datenverbindungen.
    Man könnte das auch kombinieren ala 30 Minuten Testzeit innerhalb von 48 Stunden nach dem Kauf. Das gäbe dem Verkäufer weiter die Sicherheit des Erlöses eben nach spätestens 48 Stunden und dem Käufer eine reelle Testmöglichkeit ohne Hektik..
    Wir sind doch hier nicht beim Hardwarekauf, also warum nicht die Möglichkeiten nutzen, die so oder so da sind..

  • Was spricht gegen 24h?

    Im Androidpit-App-Shop geht´s doch auch.

    Wenn ich Materielle Güter online kaufe kann ich sie auch 14 Tage lang zurückschicken. Da hat man auch kein Mitleid. Wenn ich für etwas bezahle muss man mir zugestehen die Ware zu prüfen, unter 12h halte ich für unangemessen.

  • Nur diejenigen, die Müll verkaufen wollen, haben was zu befürchten. Allen anderen werden auf ihre Produkte vertrauen können. So einfach ist Marktwirtschaft. Manche haben hier die Einstellungen vom Flohmarkt, der ja auch ein ziehmlich rechtsfreier Raum für Verbraucher ist. Der entscheidende unterschied ist aber, hier läuft es gewerblich ab und da privat. Letztendlich wird es auch für die Anbieter lohnen. da die Bereitschaft zum Kauf sich steigern wird, wenn wir, die Kunden, die Sicherheit haben zur zurück Erstattung der Kaufsumme. Egal wie hoch oder niedrig sie auch war.

  • Ich versteh jetzt ehrlich gesagt das geheule der Entwickler nicht. Eine Rückgabefrist von 24 Stunden für eine App ist durchaus angemessen.
    Um nur zu testen ob eine App überhaupt auf einem bestimmten Gerät läuft mögen 15 Minuten ausreichend sein. Aber um festzustellen ob sie den gewünschten Zweck so erfüllt wie sich der Anwender das vorstellt brauchts schon ein bischen länger als 15 Minuten...

  • Tom 22.05.2013 Link zum Kommentar

    Das Problem geht ja noch weiter:
    Wenn ich heute eine App kaufe und zufrieden bin damit, dann kann es sein, dass diese App in 14 Tagen oder auch 3 Monaten ein Update bekommt, welches:
    - auf meinem Gerät nicht mehr funktioniert
    - neue Berechtigungen fordert, die bisher nicht verlangt wurden, und die ich auch nicht bereit bin zu geben
    - den Funktionsumfang einschränkt, so dass die App nicht mehr interessant ist für mich
    usw.

    In diesem Fall habe ich keine Möglichkeiten, die App zurück zu geben. Oder auch nur anteilig erstatten zu lassen.

    Und das Problem, dass sich viele Apps in den 15 Testminuten nicht mal herunterladen lassen, geschweige denn starten (und testen) lassen, wurde ja bereits angesprochen.
    Es gibt ja durchaus Apps, die ich nur in bestimmten Situationen verwenden möchte oder kann.

    Wie hier schon angesprochen wäre da die Lösung dass die Apps zum Einen als "abgespeckte" und kostenlose Demo und zum Anderen als "volle" Kaufversion angeboten werden. Machen schon einige Anbieter - aber leider nicht alle...

  • Demos mit käuflich erwerbbarem Unlockkey...

  • Für mich ist es das gleiche wie mit zB Konsolenspielen. Entweder ich informiere mich vorher oder hab selbst Schuld wenn ich blind irgendwas kaufe das vielleicht ein schönes Cover hat.
    Nichtsdestotrotz würde es sicher von Vorteil für alle sein, wenn man die 15 Min etwas hoch setzt. So kann man mehr rumprobieren und vielleicht geht die Anzahl illegaler apks zurück.

  • Ich habe vor vier Jahren eine Office App gesucht. Man kann innerhalb von 15 Minuten eine Office lösung nicht testen. Es sollte eine gesetzliche mindestfrist von 12Stunden festgelegt werden. Die Entwickler komplexer App's werden dann, wenn ihnen Kundenbetreuung und Kundenbindung wichtig sind, diese Zeit ausnutzen. Oder aber sogar verlängern. Unbedeutende, schlecht programmierte App's und sinnlose Spiele kann man dann schon filtern.

  • Nicht Google oder irgend ein Branchenverband soll festlegen, wie lange die Rückgabedauer ist, sondern der Anbieter der App selbst. Diese Dauer sollte aus den App-Daten hervorgehen und zudem vor der Installation angezeigt werden. So kann die raffgierige Spiele-Industrie dann gerne die Rückgabezeit auf 1 Minute herunterschrauben, und wem etwas an seinen Kunden liegt und ihnen einen sinnvollen Test seiner App ermöglichen will, kann den Testzeitraum auch gerne auf 1 Tag oder noch mehr erhöhen.

  • Die Rückgabefrist sollte - je nach Komplexität der App - vom Entwickler individuell vorgegeben werden können. Das kann man nicht pauschal über einen Kamm scheren. Beispiele:

    Für ein Spiel reicht eine halbe Stunde, um einen ausreichenden Eindruck zu gewinnen. Man soll es ja nicht durchspielen.

    Für eine teure Navi-App mehrere Tage.

  • Entweder ein längeres Rückgaberecht oder alle die eine App verkaufen wollen, müssen sich die Mühe einer Testversion machen. Selbst ein Video der App oder des Spiels würde mir nichts über eine miese Steuerung verraten und auch nicht ob ich mit meinem Handy überhaupt ausreichend Frames erreicht. Und was bringt mir der schönste Kommentar wenn es (noch) keine gibt? Soll man immer warten bis genug doofe vorgestürmt sind? Normalerweise handelt es sich doch eh um Fernabsatz, wo ist dann das Problem? Und 14 Tage fordert doch keiner, aber wenn sie es nicht anders lernen.....

  • MapWithMe mag es die Tage umsonst (Vollversion) bei Amazon. Lohnt sich da reinzuschauen, jeden Tag eine App Gratis...

  • Auf jeden Fall ist ein deutlich längeres Rückgaberecht als lächerliche 15 Min. nötig, um die Apps testen zu können. Habe selbst von MapsWithMe die Lite-Version runtergeladen und wg. des eingeschränkten Funktionsumfangs auf Pro upgegraded - und dann funktionierte nix mehr davon. Okay, dass waren nur knapp 4 €, aber da muss mir doch wohl ein Rückgaberecht zustehen, schließlich kann ich nix dafür, wenn die App mit meinem Smartphone nicht kompatibel ist.

  • Ich finde immernoch das eine Stunde genügen sollte.

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