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Reporter ohne Grenzen: Journalisten arbeiten in einem Klima der Angst
3 Min Lesezeit 8 Kommentare

Reporter ohne Grenzen: Journalisten arbeiten in einem Klima der Angst

Medienschaffende in Europa und den USA haben es immer schwerer. Das zeigt ein aktueller Bericht von Reporter ohne Grenzen. In dem ist von einem “Klima der Angst” die Rede - auf der ganzen Welt.

Nachdem 2017 bereits ein trauriges Jahr für den Journalismus war, steht es 2018 nicht besser um Medienschaffende. Die Situation hat sich sogar in Regionen verschlechtert, die im globalen Vergleich bisher als sicher galten. Zu den Regionen, in denen sich die Lage am stärksten verschlechtert hat, gehört Europa. Aber auch die USA sind in der Rangliste weiter nach unten gerutscht. Deutschland konnte in Europa nur deshalb zwei Plätze gut machen und auf dem 13 Platz landen, weil ähnlich positionierte Länder wie Österreich und Island noch weiter abgesackt sind.

Katja Gloger, Vorstandssprecherin der Organisation Reporter ohne Grenzen, sagt dazu:

"Auch in Europa münden gezielte Diffamierungen und aggressive, zum Teil hetzerische Kampagnen populistischer Politikerinnen und Politiker gegen Medien in reale Gewalt. So etwa im EU-Beitrittskandidaten Serbien und in Tschechien. Wer Journalistinnen und Journalisten pauschal zu Sündenböcken für gesellschaftliche Missstände macht, bereitet den Boden für Übergriffe, Attentate und sogar Morde.“

In den USA zeige die Hetze Wirkung, mit der Präsident Donald Trump kritische Medien seit seinem Amtsantritt überzieht, heißt es weiter. So viele Mord- und Bombendrohungen wie im Jahr 2018 haben Journalistinnen und Journalisten, die Trump unter anderem als "Volksfeinde" tituliert, zuvor noch nie bekommen. Hierzulande wurden im Vorjahr 22 Angriffe gegen Journalistinnen und Journalisten verzeichnet. Diese Übergriffe wurden vor allem am Rande rechtspopulistischer Veranstaltungen beobachtet.

Kritisch beobachtet haben Reporter ohne Grenzen im Vorjahr auch die Situation in Österreich. Das von der FPÖ geführte Innenministerium habe zum Beispiel der Polizei intern dazu geraten, die Zusammenarbeit mit bestimmten Medien "auf das nötigste Maß zu beschränken". Gemeint sind damit Medienschaffende, die kritisch über die rechtskonservative Regierung berichten und dabei häufig als "Linksextreme" gebrandmarkt werden.

Skandinavien ist Spitzernreiter, Diktaturen bilden das Schlusslicht

An der Spitze der Rangliste steht zum dritten Mal in Folge Norwegen, gefolgt von Finnland und Schweden. Am unteren Ende der Rangliste befinden sich, wenig überraschend, Länder unter diktatorischer Herrschaft wie Turkmenistan (Platz 180), Nordkorea (Platz 179) und Eritrea (Platz 178). Abschließend stellt die Organisation fest: "Die systematische Hetze gegen Journalistinnen und Journalisten hat dazu geführt, dass Medienschaffende zunehmend in einem Klima der Angst arbeiten."

Den vollständigen Bericht, sowie die Rangliste der Pressefreiheit 2019 könnt Ihr auf der Webseite der Organisation einsehen.

Was sagt Ihr zu den Ergebnissen des Berichts? Findet auch Ihr, dass hierzulande zunehmend gegen die Medien gehetzt wird? Oder seid Ihr vielleicht selber journalistisch tätig und habt solchen Hass schon am eigenen Leib erfahren?

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8 Kommentare

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  • Riesenaufmacher auf Seite 1. Lehrer hat Schülerin sexuell belästigt, mit Bild von ihm nur mit schwarzem Balken vor den Augen damit ihnt trotzdem jeder erkennt. Kommt aber heraus das die Schülerin ihn wegen schlechter Noten falsch beschuldigt hat und er unschuldig ist, wird ein kleiner Dreizeiler irgendwo mitten in der Zeitung abgedruckt. So ergeht es aber nicht nur dem Lehrer, sondern allen die falsch beschuldigt wurden und die Unschuld heraus kommt. Journalismus ist doch angeblich unparteiisch und fair. Wäre dem wirklich so, würde die Unschuld des Angeklagten in gleicher Form auf Seite 1 abgedruckt wie die Anschuldigung.

    Einem mit mir befreundeten Lehrer erging es so. Er bekam in ganz D keine Anstellung mehr. Und sie Anklägerin bekam als Strafe die Auflage 3 Wochenenden den Schulhof zu reinigen. Eine wirklich sehr harte Strafe, die so etwas noch einmal zu tun bestimmt abschreckt........ In den USA hätte sie mindestens 10 Jahre Haft bekommen. Hier könnte ein 13 Jähriger ein AKW sprengen mit tausenden von Toten und er könnte nichtmal angeklagt werden.......


    • In solchen Fällen müsste fälschlich Beschuldigten eine Entschädigung zustehen, die in ihrer Höhe dem tatsächlich entstandenen Schaden entspricht, also z.B. Gehaltsfortzahlung durch die Zeitung zzgl. aller Sozialabgaben, bis ein gleichwertiger Job gefunden wird, notfalls bis zur Rente, bzw. Pension.
      Wenn die Zeitung mit solchen Boulevard-Berichten Geld verdient, dann soll sie im Fall von fehlerhafter Arbeit oder schlampiger Recherche auch haften.
      Das würde die Zeitungen dann auch dazu bringen, die Persönlichkeitsrechte der Betroffenen besser zu respektieren, und ggf. Widerrufe entsprechend auffällig zu gestalten.


      • Nein MIchael. Entschädigung usw. nicht durch die Zeitung sondern die Schülerin. Die Zeitung kann ja nichts für die Anschuldigung. Der Gerichtsreporter schreibt ja nur was real geschah. Ich finde es nur ungerecht das der Unschuldsbeweis so gut wie überlesen wird.


    • @Werner Was willst du uns mit deinem Kommentar sagen? Du pauschalisierst hier extrem und implizierst, dass Journalisten für Unrecht und Leid verantwortlich sind. Klar gibt es diese Fälle, aber:

      1. Wahrscheinlich zu 99% in der Zeitung mit den 4 Buchstaben, welche kein Qualitätsmedium darstellt. 2. Die Presse muss sich an erster Stelle nicht an fairness orientieren, sondern an Relevanz für den Leser. Und die Nachricht, dass eine Lehrerin einen Schüler sexuell belästigt hat ist offensichtlich von weitaus größer öffentlicher Interesse als dass Frau XY falsch beschuldigt wurde. Das kann manchmal hart sein, im Endeffekt ist es aber (notwendige) Realität.

      Außerdem solltest du journalistische Arbeit nicht auf solche wirklich seltenen Fälle reduzieren, sondern auch die unschätzbare Arbeit hervorheben, die Journalisten und Journalistinnen tagtäglich für unsere Gesellschaft leisten.


  • Hm, ist das jetzt ein Thema für AP, ich weiß ja nicht, AP wandelt sich stark, viele Themen, aber die journalistische Qualität hat nach meinem Eindruck auch stark nachgelassen, und dabei meine ich nicht die Tippfehler.

    Journalismus darf aus meiner Sicht nie mit Gewalt entgegengetreten werden, das ist immer der falsche Weg.

    Doch das was viele Journalisten heutzutage in Europa und den USA an Beiträgen teilweise abliefern bietet leider scheinbar auch eine Grundlage für Gewaltbereite. Das ist in der Tat ein Problem, welches so nicht sein müsste. Die Journalisten könnten aber auch was tun, in dem sie z.B. wieder so arbeiten wie es eigentlich gedacht ist. Objektivität ist aber scheinbar kaum noch gefragt. Das ist vor allem bei politischen Themen aus meiner subjektiven Sicht nicht unbedingt der Fall. Zudem lauten viele Meldungen in allen Sprachen und Medien ziemlich gleich, es wird abgeschrieben und dabei auch eine einseitige Meinung übernommen.
    Bei komplexen Themengebieten wie Politik wird oft eben einseitig berichtet bis sogar hin zur Stimmungsmache. Ein Journalismus sollte alle Seiten betrachten und darüber berichten aber vor allem nicht Partei ergreifen.

    Für mich persönlich ist Journalismus etwas, was es (in der politischen Berichterstattung) heute in Deutschland kaum noch gibt. Dennoch, Gewalt darf nie eine Methode sein um etwas zu erreichen, da gibt es für mich kein Zweifel.

    Was ist Journalismus für mich? Eine aktuelle Berichterstattung um dem Leser bzw. der Gesellschaft eine Diskussionsgrundlage zu geben. Dazu muss er vor allem in unübersichtlichen und komplexen Themen alle möglichen Seiten aufzeigen, Fakten neutral benennen und dabei zur Meinungsbildung beitragen, aber nicht selbst Meinungsbildung betreiben, den Manipulation hat für mich im Journalismus nichts zu suchen. Wenn jemand eine Meinung publiziert, dann ist das sein gutes Recht, es ist aber dann z.B. ein Kommentar und sicher kein Journalismus.


    • Sehr schöner Kommentar, wollte was ähnliches gerade verfassen. Bin mir auch nicht so sicher, ob diese Thematik auf AP gehört. Allerdings unterstreiche ich deine Meinung mehrfach, das Gewalt NIE (!) eine Lösung ist, egal in welcher Form und gegen welche Gesellschaftsschichten. Möchte da auch nix mehr hinzufügen, du hast es definitiv auf den Punkt gebracht in meinen Augen.

      Schön das es auch mal jemand anspricht, das hier die Qualität flöten geht in letzter Zeit, auch das ist so ein Punkt den ich bisher nicht wusste, wie am besten formulieren, aber ja das trifft es gut. Auch ein Grund warum ich hier kaum noch lese, geschweige den, kommentiere.


  • Liegt daran ,daß die Medien jeden der mal irgend was falsches sagt oder sich zu einem Thema kritisch äußert was nicht in unser ach so tolles Deutschland passt direkt zerpflückt wird . Ich würde auch gegen einige Medien vorgehen und denen die Hölle heiß machen . Die schreiben doch was sie wollen egal ob dadurch jemand zu Schaden kommt .
    Beziehen sich dann immer auf ihre Pressefreiheit und das war es dann . Wenn die ne Story wittern gehen die dafür über Leichen . Bestes Beispiel war damals die Geiselnahme Gladbeck . Da hat von denen keiner Rücksicht genommen jeder wollte nur eine große Geschichte . Natürlich gibt es auch Länder wo Pressefreiheit mit Füßen getreten wird , da sind es auch die Menschenrechte die nicht eingehalten werden . Das ist natürlich furchtbar. Aber man sollte immer beide Seiten sehen.


    • Christopher Gabbert
      • Admin
      • Staff
      vor 1 Monat Link zum Kommentar

      Dann sollte man nicht alle Medien und erst recht nicht alle Journalisten über einen Kamm scheren! Es gibt Menschen da draußen, die riskieren ihr Leben, um einige fürchterliche Machenschaften aufzudecken. Umso schlimmer ist es, dass einige dieser Enthüllungen zu schnell im Wind verfliegen.

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