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Reaper - Einfach gut!

Der mobile Spielemarkt floriert dank Smartphones und Tablet, doch durch den Wegfall von physischen Eingabemöglichkeiten begann die Suche nach der „idealen Steuerung“ für mobile Spiele. Liegt die Zukunft der Touchscreen-Spielesteuerung in Gesten oder in der Bedienung mittels virtuellen Knöpfen?

Unser heutiger Testkandidat Reaper versucht sich an einer minimalistischen Variante der Steuerung. Ob das Spiel und die Bedienung überzeugen kann, erfahrt ihr in unserem heutigen Testbericht!

Entertainment am Smartphone beim Joggen ist für mich...?

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Bewertung

Pro

  • Fesselndes Spielprinzip
  • Die Summe der Einzelteile ist sehr gut gelungen...
  • Keine In-App-Einkäufe

Contra

  • ... manche Einzelteile sind jedoch "zu simpel"
  • Bedienung führt manchmal zu Fehleingaben
Getestet mit Android-Version Root Mods Getestete Version Aktuelle Version
Google Nexus 4 4.3 Nein 1.2.2 1.4.13

Funktionen & Nutzen

Bei Reaper handelt es sich um ein 2D Hack-and-Slay RPG. Im Klartext also um ein Rollenspiel, welches die kämpferische Komponente in den Vordergrund stellt. Nachdem der Spieler in die übliche Fantasy-Rollenspiel-Geschichte eingeführt wurde, geht es auch schon schnurstracks ins vorbildliche Tutorial von Reaper.

Hier wird auch schnell klar, dass die Annäherung an das Rollenspielgenre gänzlich auf eine sehr minimalistische Art und Weise erfolgt. Fast alle Aspekte des Spiels sind sehr simpel und „casual“ gehalten. Der Einstieg wird dem Spieler sehr leicht gemacht. Besonders im Gegensatz zu so manch anderem Rollenspiel.
Dies führt jedoch auch zur unweigerlichen Frage, ob das Spiel eventuell zu leicht ist. Wird durch den simplen Ansatz Reapers das Spiel zu leicht?

Die Frage lässt sich nicht pauschal beantworten und deshalb lohnt sich ein Blick auf die verschiedenen Ebenen des Spielgeschehens. Im Kampf steuert der Spieler (dazu im nächsten Kapitel mehr) den schwarzen Schwertkämpfer (freie Übersetzung) und kann verschiedene Attacken und Aktionen durchführen. Schnell wird klar, dass die Kämpfe zwar sehr unterhaltsam sind und auch durch die Variation an Gegnern herausfordernd bleiben, doch durch die Limitierung der Aktionsvielfalt monoton werden können. Dies hängt aber sehr stark vom Spieler und der Anforderung ab. Reaper bietet schnelle „Action“ und unterhaltsame Kämpfe. Wer hier taktische Herausforderungen auf mehreren Ebenen sucht, wird unweigerlich eine Enttäuschung erleben. Zwar gibt es in Form der Totenköpfe eine kleine taktische Komponente, doch diese ist auch eher im „Casual“-Bereich anzusiedeln.

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Direkt im Kampfgeschehen! Unser Alter Ego hat alle Hände voll zu tun. / © Hexage

Auch außerhalb der Kämpfe merkt man Reaper den minimalistischen Ansatz an. Die Rollenspielkomponente beschränkt sich aus der Sicht eines jahrelangen Rollenspielers auf das Mindeste. Gespräche bieten zwar verschiedene Antwortmöglichkeiten an, doch die Auswirkungen haben (fast) nie einen einschneidenden Effekt. Auch die Verwaltung von Fähigkeiten, Levelaufstiegen und des Inventars sind sehr einfach gehalten. Deshalb auch die Bezeichnung „Hack-and-Slay“.

Ein weiteres gutes Beispiel ist der Ablauf von Quests. Diese beschränken sich auf wenige Dialoge und einige kurze Kämpfe (wenn überhaupt) und sind alle innerhalb von einigen Minuten abgehandelt. Ich persönlich habe aufgrund dieser kurzen Zeitspanne die Identifikation mit den handelnden Personen vermisst. 

Doch Reaper hat neben all den Kritikpunkten eines eingefleischten Rollenspielers auch viele positive Aspekte. Das Spiel ist - wie bereits erwähnt - schnell zugänglich und kann trotz des abgespeckten Micro-Managements den Spieler in seinen Bann ziehen. Das Gesamtkonzept ergibt ein abgerundetes Bild und macht schlicht und ergreifend Spaß.
Bei Reaper gilt das alte Sprichwort, dass das Ganze mehr ist als die Summe seiner Teile. Isoliert betrachtet wirkt der Kampf teilweise redundant und der Rollenspielpart sehr einfach gestaltet. So kann der Spieler auf der Weltkarte relativ wenig eigeninitiativ übernehmen und folgt meistens den vorgegebenen Routen. Aber im Gesamtbild ist die Abwechslung zwischen diesen verschiedenen Spielebenen und der schnelle Zugang zum Spiel eine sehr gut gelungene Mischung.

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Ein Screenshot aus dem Anfangsteil der Kampagne. Die nächste Aufgabe wird am unteren Bildschirmrand präsentiert. / © AndroidPIT

Ein großes Lob muss man Reaper noch aussprechen. So ist das Spiel nur bis zum Charakterlevel 10 kostenlos verfügbar. Danach kann der Nutzer entscheiden, ob das Spiel erworben werden soll oder nicht.

Der positive Aspekt an dieser Entscheidung ist jedoch, dass der Spieler entscheiden kann, in welchem Umfang das Spiel erworben wird. Die Standardvariante wirkt wie eine normale Spielversion, wobei die beiden teureren Pakete wie „Deluxe-Versionen“ wirken. Nicht zwingend notwenig, aber „Nice-to-have“, sofern das Spiel den eigenen Geschmack getroffen hat.
Der Verzicht auf In-App-Einkäufe überzeugt hier und es gibt genug Gegenbeispiele, welche trotz „Vollversion“ noch solche Einkäufe anbieten.

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Die drei verschiedenen Kaufvarianten inklusive Inhalt. / © AndroidPIT

Bildschirm & Bedienung

Die Bedienung von Reaper ist - wie der Rest des Spiels - sehr simpel und einfach zu erlernen. Im Endeffekt bewegt man auf der linken Hälfte des Bildschirms den Charakter nach links und rechts und auf der rechten Seite befindet sich die „Gestenfläche“.
Diese Fläche kann für verschiedene Eingabegesten genutzt werden. Jede Geste ruft eine andere Attacke/Aktion hervor. So kann der Charakter per Doppelklick sehr hoch springen oder per „Swype“ nach unten einen speziellen Schlag ausführen. 

Leider kann ich die Lobeshymnen auf die Art der Steuerung nicht ganz teilen. Die Gestensteuerung ist im Prinzip gut gelungen, doch es kommt ab und an zu Fehleingaben. So wird beim „Swype“ nach oben oft die Eingabe für das Springen ausgelöst, was in dem Moment aber nicht notwenig gewesen wäre. Auch das automatische Angreifen, sobald der Charakter in der Nähe von Gegnern ist, ist teilweise kontraproduktiv. Das Problem hierbei ist, dass solange der Charakter sogenannte „Auto-Attacks“ durchführt, die Spezialangriffe nicht ausgelöst werden können. Wenn nun eine Horde von Gegnern vor unserem Alter Ego steht und dieser durchgehend angreift, kann eine überlebenswichtige Spezialattacke nicht ausgelöst werden und die ganze Situation endet in einem Frustmoment.
Dies sind alles Kritikpunkte an einem sonst sehr guten Konzept, doch genau diese Kritik muss erwähnt werden, da nur so eine ansprechende Steuerung weiter verbessert werden kann.

Die grafische Präsentation der gesamten Anwendung ist hervorragend. Dies beginnt beim Startbildschirm und endet auf der Weltkarte. Die Details sind nett anzusehen und auch der gesamte Ablauf der Kämpfe ist optisch ansprechend gestaltet. Ebenso die musikalische Untermalung.

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Schon beim Start wird der Spieler mit einer sehr guten Präsentation begrüßt. / © AndroidPIT

Speed & Stabilität

Reaper lief im Testzeitraum immer flüssig und ohne Abstürze.

Preis / Leistung

Reaper ist kostenlos im Play Store verfügbar. Die Upgrades kosten 2,99 Euro für die Vollversion und 4,99 Euro für die Vollversion und zusätzliche Inhalte.

Abschließendes Urteil

Reaper ist eine der ganz großen Überraschungen meiner bisherigen Testerlaufbahn. Das Spiel fesselt ab der ersten Minute und kann durch eine gelungene Mischung aus vereinfachten Einzelteilen begeistern.

Wer in Reaper ein erwachsenes Rollenspiel mit viel Micro-Management erwartet, der wird eine Enttäuschung erleben. Wer jedoch ein schnell zugängliches Spiel mit Suchtpotenzial und liebevoller Gestaltung sucht, für den ist Reaper eine absolute Empfehlung und ein kleiner Geheimtipp im endlosen Teich des Play Stores.

Ich hätte Reaper gerne 4,5 Sterne vergeben. Da dies nicht möglich ist und die eine und andere Stelle noch einen letzten Feinschliff benötigen könnte, stehen unterm Strich vier Sterne mit der Tendenz nach oben.

 

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