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3 Min Lesezeit 9 Kommentare

Qualcomms neuer Smartwatch-Chip: Ist gut auch gut genug?

Zwei Jahre lang mussten Smartwatch-Hersteller für ihre Uhren auf einen veralteten Qualcomm-Chip zurückgreifen. Jetzt ist der Nachfolger da und verspricht einiges. Doch das scheint nicht genug.

Qualcomm hat mit dem Snapdragon Wear 3100 die dritte Generation seines Wearable-Chips für Smartwatches vorgestellt. Der soll vor allem im Zusammenhang mit den verschiedenen Sensoren für sportliche Aktivitäten für eine längere Akkulaufzeit sorgen. Dafür habe Qualcomm nach eigener Aussage eine spezielle Plattform für Smartwatches entwickelt.

Bei der Hardware greift der Hersteller erneut zu dem im 28-nm-Verfahren gefertigten Chip des uralten Vorgängers (W2100), der über vier bis zu 1,2 GHz schnelle Cortex-A7-Kerne und das Mobile Station Modem APQ8909w verfügt. Immerhin nimmt der mit 4 x 5,2 Millimetern eine kleinere Fläche ein. Auch gibt es einen neuen digitalen Signalprozessor (DSP), einen besseren Energieverteiler und einen NFC-Chip.

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Der neue Chip wurde speziell für Smartwatches entwickelt. / © Qualcomm

Qualcomm unterteilt mit der neuen Plattform die von der Uhr zu erledigenden Aufgaben in einfache (Tiny), mittlere (Small) und komplexe (Big) Berechnungen, die dann entsprechend der energiesparende Co-Prozessor, der DSP oder die Cortex-A7-Kerne übernehmen. 

Mit nur einem Co-Prozessor zum Glück?

Star der Ankündigung ist der Co-Prozessor (QCC1110), der für einen deutlichen Zugewinn bei der Akkulaufzeit sorgen soll. Hier wirft Qualcomm eine Menge Zahlen in den Raum und spricht von 67 Prozent weniger Energieverbrauch im Energiesparmodus, 49 Prozent weniger bei GPS-Nutzung, 35 Prozent mehr Sparsamkeit beim Aktualisieren des Watch Face und 34 Prozent weniger Verbrauch beim Abspielen von MP3-Dateien.

Außerdem ermöglicht der Wearable-Chip einen neuen Ambient-Modus. Der soll Smartwatches mehr wie eine normale Uhr aussehen lassen, indem das Ziffernblatt bei konstanter Helligkeit gehalten wird, anstatt dieses zum Sparen von Energie abzudunkeln. Hinzu kommt ein spezieller Sportmodus, indem man mit einem 340 mAh großen Akku bei dauerhaft aktiviertem GPS und Herzfrequenzmesser auf bis zu 15 Stunden Akkulaufzeit kommen soll.

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Bei der Akkulaufzeit holt Qualcomm endlich mal auf. / © Qualcomm

Das klingt alles nett, relativiert sich aber schnell beim Blick auf die tatsächliche Nutzung. Denn im normalen Betrieb bei vollständig einsetzbarem Wear OS sollen je nach Verwendung trotzdem nur 1,5 bis 2,5 Tage drin sein. Wer also die Smartwatch intensiv nutzt und auch noch sicher über den nächsten Tag kommen will, wird wohl wieder nicht um das nächtliche Aufladen herumkommen. Gar nicht auszudenken, wenn man dann Abends noch weggehen möchte. 

Qualcomm holt gerade einmal so auf

Statt mit einem revolutionären neuen Chip um die Ecke zu kommen, schafft es Qualcomm mit dem Snapdragon Wear 3100 gerade einmal zum Konkurrenten Samsung aufzuholen. Hier kommt man mit der Gear S3 nämlich bei intensiver Nutzung ohne Probleme auf zwei Tage Laufzeit und bei deaktiviertem Ambient-Display auch auf vier Tage. Außerdem bleibt durch wenig Änderungen an der Leistungsfähigkeit beim Qualcomm-Chip zu befürchten, dass der Chip kaum bessere Performance mit sich bringt.

Im Grunde nimmt sich der Chip-Hersteller erneut teils veraltete Technik, bohrt diese etwas auf und schnallt einen Co-Prozessor dran. Die außerdem von Qualcomm vollmundig angekündigte Akkulaufzeit von einem Monat, wenn die Smartwatch in den Uhren-Modus ohne smarte Funktionen geschaltet wird, bieten andere Hersteller bereits seit längerem. Doch wer braucht ohnehin eine Smartwatch ohne eben diese Funktionen? Da kann ich auch zu meiner Casio-Uhr greifen, die bereits seit fast 10 Jahren mit der gleichen Batterie ihren Dienst verrichtet.

Was sagt Ihr zu Qualcomms neuem Wearable-Chip? Hat der das Potenzial, dem Smartwatch-Markt wieder neues Leben einzuhauchen?

Via: Computerbase Quelle: Qualcomm

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9 Kommentare

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  • Tim vor 3 Monaten Link zum Kommentar

    Dieser Chip wird den (Wear OS-)Smartwatches definitiv nicht helfen... der Chip hinkt in Verbindung mit der Software immer noch deutlich hinter der Konkurrenz hinterher... mit der Galaxy Watch schafft man bis zu sieben Tage Laufzeiten und das nicht im "Uhr only" Modus, damit schafft man noch mal DEUTLICH mehr.


  • Alter Wein in neuen Schläuchen 😑

    Wieso nicht den Chip zu einem Hexacore machen und im neueren 12nm Verfahren, das wäre Fortschritt und kann der Wear Plattform zu mehr Laufzeit und mehr Entwicklung helfen!

    Meine LG Watchers Urbane muss wohl noch eine Weile durchhalten... Immerhin sieht diese zusammen mit dem V30 sehr zeitlos und Business aus 📱⌚


  • Habe die Huawei Watch Classic obwohl sie auch schon ein paar Jährchen auf dem Buckel hat komme ich locker 2 Tage mit einer Akkuladung aus . Sehe keinen großen Sinn auf eine neue Uhr zu wechseln.


  • H.E. vor 3 Monaten Link zum Kommentar

    Für mich stellt sich dann immer eine ganz entscheidende Frage. Was ist normale Nutzung? Meine alte SWR50 von Sony läuft im Schnitt bis zu 3 Tagen, o.k. sie ist jetzt auch schon so langsam in die Jahre gekommen und der Akku nicht mehr ganz so gut wie am Anfang.


  • Was bringt das, wenn WearOS nur 1 Tag drauf läuft, und das Ding die restlichen 4 Tage nur als Uhr läuft? Dafür kaufe ich mir dann eine Analoge, und nicht so etwas.

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