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Qualcomm schlägt zurück gegen Apple

Qualcomm sagt vielleicht nicht "Prozessor", aber es sagt gerne "Prozess": Wegen der Nichteinhaltung diverser Abkommen und Verleumdungen durch Apple gegenüber Regulierungsbehörden wird Qualcomm aggressiv auf Apples Milliarden-Klage in Kalifornien und der zweifachen Klage in China antworten. Hier erfahrt Ihr alles über die Standpunkte der beiden Streitparteien.

Qualcomm und Apple liegen seit ein paar Wochen im Clinch. Jetzt hat Qualcomm zurückgeschlagen und eine 139-seitige Klage (zum Dokument) gegen Apple eingereicht. In ihm heißt es unter anderem, Apple habe die Korea Fair Trade Commission (KFTC) zu regulierenden Maßnahmen gegen Qualcomm angestiftet, indem die Cupertiner sich der Kommission gegenüber über Qualcomms "Behinderungsmissbrauch" beklagt hatten. Als Apple mit der KFTC sprach, sei gesagt worden, die Cupertiner sähen sich noch nach einem anderen Lieferanten für Modem-Technologien um. Der heikle Teil hierbei ist, dass der Vertrag mit Intel als alternativen Lieferanten bereits unterzeichnet worden war, Apple also gelogen hatte.

AndroidPIT iPhone 7 review 2969
Apple will Qualcomm an den Kragen. / © AndroidPIT

Dies sei nur eines von vielen Beispielen, um zu zeigen, dass Apple versuche, Qualcomm am Markt zu schikanieren und dessen Preise für Lizenzen zu drücken. Qualcomm erklärt, dass dies die Antwort auf Apples Klage aus dem Januar 2017 ist. Qualcomm wolle den Umfang der Antennen-Technologien zu 3G- und 4G-Standards darlegen, für deren Nutzung Apple nicht bereit ist, die ausgehandelten Lizenzgebühren zu entrichten. Apple habe...

  • ...Vereinbarungen gebrochen und falsch nach außen dargestellt.
  • ...Qualcomms Lizenznehmer beeinflusst.
  • ...Behörden und Verbände auf der ganzen Welt zu Maßnahmen gegen Qualcomm angestiftet.
  • ...die Leistung der Qualcomm-basierten Chips in iPhones gesenkt, mit Konkurrenten verglichen und so Konkurrenzprodukte besser aussehen lassen und dann...
  • ...damit gedroht, diese Ergebnisse zu veröffentlichen.

Qualcomm will in erster Linie, dass Apple aufhört, Qualcomms Ruf in der Industrie zu schädigen.

In Korea zeigte Apples Praxis bereits Erfolge für die Cupertiner und einen herben Rückschag für Qualcomm: Koreanische iPhone-7-Modelle werden mit Intel-Modem ausgeliefert. Offenbar kann das Unternehmen die Technologie-Lieferanten erfolgreich gegeneinandern ausspielen und so die Preise für Lizenzen niedrig halten.

AndroidPIT iPhone 5s vs Samsung S7 mini 3a
Egal ob Samsung oder Apple: Alle nutzen Qualcomm-Modems. / © ANDROIDPIT

Apple wiederum sagt, dass Qualcomm Apple Technologien in Rechnung gestellt habe, die Apple nie genutzt habe. Der Rechnungsbetrag habe sich in den vergangenen Jahren auf knapp eine Milliarde US-Dollar summiert, berichtet CNBC.

Zwei weitere Angriffe von Apple auf Qualcomm erfolgen in Peking. Der erste dort getätigte Prozess findet im Patentgericht statt und umfasst eine Milliarde Yuan; offenbar eine magische Zahl. Dort heißt es einfach, Qualcomm nutze seine Vormachtstellung in der Industrie aus. Reuters erklärt dazu, dass Qualcomm sowohl Apple als auch Samsung mit Modem-Techologie ausstattet und somit in 40 Prozent der Endgeräte vertreten ist. Der zweite Prozess drehe sich um Qualcomms angeblich nicht eingehaltenes Versprechen, Lizenzen preiswerter zu vergeben.

Ob die Prozesse tatsächlich bis zum Ende ausgefochten werden, oder es am Ende auf einem ähnlichen Patent-Deal hinausläuft, wie er unlängst in Form von Pax zwischen Google, Samsung, LG und HTC als Bündnis gegen Patent-Trolle beschlossen wurde, ist noch unklar. Schließlich ist der geordnete Technologie-Austausch zwischen den Unternehmen unerlässlich, wenn sie nicht mehr Geld in die Rechts- als in die Forschungsabteilung stecken wollen. Neue Handys werden schließlich von Ingenieuren entwickelt und nicht von Anwälten.

Quelle: Qualcomm, CNBC, Reuters

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