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Qualcomm-Experte spricht mit uns über LTE-Band-Unterstützung und Dual-SIM-Active

Ganz gleich ob Smartphone-Kamera oder besondere Software-Features: Die wohl wichtigste Komponente bei Smartphones ist das Mobilfunk-Modul. Wir haben uns mit Qualcomms Modem-Experten Sherif Hanna unterhalten. Er hat uns einige interessante Details rund um unterstützte LTE-Frequenzen und Dual-SIM-Funktionen verraten.

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Warum unterstützen Smartphones nicht alle LTE-Bänder?

Smartphones unterstützen nicht alle weltweit eingesetzten LTE-Frequenzen. Das kann vor allem bei Auslandsaufenthalten Probleme bereiten. Relevant ist das natürlich auch dann, wenn es um Smartphone-Importe geht. So unterstützen zum Beispiel die meisten asiatischen Importe nicht alle in Europa wichtigen Frequenzen. Aber die Chip-Hersteller, wie zum Beispiel Qualcomm, betonen meist, dass Ihre Modems alle weltweit verbreiteten LTE-Bänder unterstützen. Wie passt das zusammen? Warum lassen sich also zusätzliche LTE-Bänder nicht via Software umschalten?

Laut Hanna liegt hier kein Widerspruch vor. Denn tatsächlich sind mehr Komponenten an der Frage der unterstützten Frequenzen beteiligt als nur das Mobilfunk-Modem. LTE verwendet ein breites Spektrum an Frequenzen. Von 700 MHz bis hin zu 3,6 GHz. Dafür müssen alle Teile des Mobilfunk-Moduls ausgelegt sein. Neben dem Chipsatz sind das unter anderem Antenne, Sende- und Empfangsmodule und Verstärker. All diese Teile müssen für die konkreten Frequenzen ausgelegt und optimiert sein. Es sei nicht ohne weiteres möglich, für sämtliche LTE-Bänder die optimierten Komponenten zu integrieren. Daher entscheiden sich die Hersteller, für welche Frequenzen das Funkmodul eines Smartphones optimiert wird. Dabei fallen beispielsweise bei asiatischen Smartphones bestimmte Frequenzen unter den Tisch, die hierzulande so wichtig wären - Stichwort LTE Band 20 (800-MHz-Spektrum).

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Hans-Georg Kluge
Die unterstützten LTE-Bänder sind ein wichtiges Kaufkriterium.
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Warum kein Dual-SIM-Active?

Ein häufig zu hörender Kritikpunkt an Dual-SIM-Smartphones ist, dass diese nicht Dual-SIM-Active fähig sind, sondern lediglich Dual-SIM-Standby unterstützen. Die Folge: Ist eine SIM-Karte in Benutzung, zum Beispiel also durch Telefonieren oder durch Surfen, ist die andere SIM-Karte nicht im Netz eingebucht. Ihr könnt also nicht mit einer SIM-Karte telefonieren und mit der anderen surfen. Dual-SIM-Active hat dieses Problem nicht. Guckt man nun aber in die Datenblätter von Qualcomms Modems, so entdeckt man dort oft die Angabe Dual SIM Active. In Deutschland sind solche Smartphones aber praktisch nicht zu bekommen.

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Hans-Georg Kluge
Mehr Dual-SIM-Active-Smartphones für Deutschland bitte!
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Der Grund dafür liegt in Kostenabwägungen der Hersteller, so Hanna. Für den Active-Modus müsste das Smartphone nämlich ein zweites Sende- und Empfangsmodul erhalten, was aber die Kosten in die Höhe treiben würde. Qualcomms Modems seien ohne Weiteres für Dual-SIM-Active geeignet. Der Hersteller entscheide aber, ob er die Mehrkosten und die zusätzlichen Probleme bei der Konstruktion auf sich nehmen möchte.

Gelernt: LTE-Bänder sind keine Software-Sache

Bislang hatte ich immer gehofft, dass weitere LTE-Bänder bei Smartphones mit einem Firmware-Hack freischaltbar wären. Zweifel hatte ich an dieser Theorie allerdings auch, denn in den einschlägigen Foren hätte ich sicher ein solchen Mod gefunden. Dank Sherif Hanna weiß ich nun: Für mehr LTE-Bänder braucht es mehr als nur einen Software-Hack.


Im zweiten Teil des Interviews spricht Sherif Hanna mit uns über 5G und Voice over LTE. Das Interview erscheint nächstes Wochenende.

24 Kommentare

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  • Und noch was das LeEco Max 2 unterstützt alle Bänder dieser Welt. Bitte mal richtig Recherche führen und nicht immer das glauben was die anderen sagen.

  • Mein Xiaomi Mi5 hat zwei SIM-Karte und beide sind Aktiv. Ich kann sogar einstellen was sie dürfen und was nicht.

  • Gabor vor 6 Monaten Link zum Kommentar

    Die unterschiedliche Ausstattung an Frequenzbändern hat selbstverständlich keine technischen Ursachen, sondern ist ein Geolock um die Preise insbesondere in Europa hochalten zu können. Für die Hersteller wäre es sogar kostengünstiger eine Weltvariante auszuliefern als die Logistik für dutzende oder hunderte Landesversionen aufrechtzuhalten. Hier geht es nur darum Parallelimporte zu verhindern, um ein möglichst hohes Preisniveau halten zu können.
    Ähnlich beim Dual-SIM: Samsung liefert dual-SIM vorwiegend in Länder, in denen der Verkauf über Netzbetreiber weniger relevant ist, beispielsweise in Asien. Dort, wo Samsung eher über Netzbetreiber verkauft, etwa in Europa, gibt es meist nur single-SIM. Die Kosten für die Unterstützung für ein zweites Radio-Teil sind übrigens marginal.
    Auch andere von den meisten Chip-Sätzen vorgeleisteten Funktionen bleiben den Kunden vorenthalten, wie das UKW Radio. Das würde ja Datenumsätze der Betreiber beeinflussen.

  • Von fast allen Top-Smartphones gibt es auch eine Dualsim-Variante (z.B. S6 duos, S7 duos). Diese werden auch im asiatischen Markt und Russland überall angeboten. Nur nicht in Deutschland. Hier ist mal wieder der Einfluss der Mobilfunklobby stärker. Die wollen schließlich immer ihre "tollen" 24-Monatsverträge mit verkaufen und haben natürlich nicht das geringste Interesse, dass dann noch eine weiter Karte mit dem Handy betrieben werden kann. Andere Gründe, die nicht hier direkt anzubieten gibt es schlicht weg nicht. Wer dies behauptet hängt dann höchsten selber am Tropf (Werbung usw. ) der grossen Mobilfunkprovider. Das läuft hier ähnlich wie bei der Einführung von offenem WLAN. Das gibt es auch in vielen anderen Ländern. Technische Gründe hat das, wie so oft vorgeschoben wird, jedenfalls in keinem der Fälle.

    • "Von fast allen Top-Smartphones gibt es auch eine Dualsim-Variante"

      HTC 10?
      iPhone 6S?
      LG G5?
      Sony Xperia X?
      Nexus 6P?

  • Die Smartphones von Elephone sind alle worldwide LTE tauglich. Auch das wichtige 20er Band fuer ländliche Gegenden, die bereits ausserhslb der Groß stand aktiv sind. Und in der Großstadt ist eh meistens das Arbeiten über WLAN.
    Firmen wie Xiaomi haben solche LTe Probleme , weil man dort das Problem nicht begreifen will nicht aus Kostengruenden. dort weiss man nicht msl dass eine deutsche Tastatur in Deutschland voraussetzung ist, so etwas wurde ich niemals kaufen. Lizenzprobleme sind reine Ausreden. Die LTE chips machen keine nennenswerten Kosten aus, insbesondere wenn man wie Xiaomi weltweit verkaufen möchte.

    • Vielleicht ändert sich das bei Xiaomi, da sie ja nach meinen Infos den Schritt über den großen Teich nach USA vorbereiten, weiter unten , in Brasilien sind sie ja wohl schon. Zur Zeit bieten sie jedenfalls schon ein Gerät (kann jetzt nicht sagen welches) mit LTE Band 20 als Sonderedition an!

    • mit T-Mobile in NRW ist lte ohne Probleme nutzbar!!
      beim xiaomi mi5

  • Das war doch mal eine ordentliche Info. Vor allem das mit den LTE-Bändern hat mich etwas überrascht, da ich bisher auch der Meinung war das man dies mit einem Software-Hack bereinigen könnte. Natürlich sind auch die Lizengebühren ein wichtiges Thema, was der Qualcomm-Experte wissentlich verschweigt. Genau aus diesem Grund kann man ein aus dem USA-Urlaub mitgebrachtes iPhone in Deutschland/Europa nicht zu 100% nutzen, da bestimmte Frequenzen nicht unterstützt werden. Andreas Schalm kann ich da nur zustimmen, wer sich ein Handy aus fern Ost zulegt sollte sich vorher genau informieren. Mein 2 Jahre altes Redmi Note 3G hat noch kein LTE , habe es auch noch nicht vermist, denn für wichtige Infos unterwegs ist H+ immer noch schnell genug und zu Hause habe ich Wlan, außerdem ist es für mich kein PC-Ersatz.

  • Hallo und Danke für die Info.
    Aber gerade bei Qualcomm ist es möglich weitere Bänder per Hack frei zu schalten. Ist gerade bei den Qualcomm gepowerten Geräten von Xiaomi ein Thema, funktioniert aber auch da nicht bei jedem Gerät. Ausserdem ist es nicht nur Hardwareseitig begründet daß manche Geräte nicht alle LTE-Bänder unterstützen. Da geht es auch um Lizenzen die die Smartphonehersteller an Qualcomm, Mediatek und Co bezahlen müssen, je nachdem welche Bänder zum Einsatz kommen sollen. Am Ende geht es also bei allen Seiten nur ums Geld.
    Aber die, die sich ein Smartphone aus Fernost holen, müssen sich halt vorher informieren und auch Kompromisse eingehen. Es gibt ja genug Foren in denen man sich schlau machen kann.
    Hab ich auch gemacht bevor ich mir mein Redmi Note 3 von Xiaomi geholt hab. Es gehört halt ein bisschen Vorarbeit dazu.

    Gruß Andreas

    • Ace vor 6 Monaten Link zum Kommentar

      Des stimmt mehr kann ich nicht sagen

    • UbIx vor 6 Monaten Link zum Kommentar

      Hi Andreas,
      da der Chipsatz ja alle frequenzen kann, geht es theoretisch immer frequenzen freizuschalten. Dabei gibt es zwei Probleme:
      1. Ist es meist so, das die frequenzen am rand des bandes eine geringere Performance aufweist, dass macht sich bei dir mit Verbindungsabbrüchen und schlechten Datenraten bemerkbar
      2. Das Gerät verliert die Zulassung und durch die Benutzung macht man sich strafbar. Bin jetzt nicht mehr ganz sicher, aber wenn ich mich richtig erinnere, kann das kann von Geldstrafen bis Gefängnis reichen.

      • Hab ja nicht gesagt das man das machen soll. Meistens funktioniert laut Forenbeiträgen das vielbesagte Band 20 trotzdem nicht wirklich. Da mein RN3 die Version mit dem Mediatek-Chip ist hat sich das für mich sowieso erledigt. Ist mir auch egal denn mir reicht H+ unterwegs ebenfalls.

      • Gabor vor 6 Monaten Link zum Kommentar

        Warum sollte ein Telefon bei freigeschalteten Bändern am Rand des Bandes eine geringere Performance aufweisen? Ich bitte um eine physikalisch nachvollziehbare Begründung. Zur Erinnerung: jedes aktuelle Telefon ist in SDR (Software Defined Radio) Technologie aufgebaut.

        Der Punkt mit der Zulassung ist theoretisch zutreffend - aber die Zulassung verlierst du sogar mit einem beliebigen custom- ROM, das nicht vom Hersteller freigegeben ist. Ich kenne jedenfalls keinen einzigen Fall, indem ein custom-ROM zu Problemen geführt hätte. Wer Frequenzbänder freischaltet, die im jeweiligen Land für den Dienst zugrlassen sind (beispielsweise Band B20), sollte kein Problem erwarten.

      • Ein Smartphone stellt zwar ein SDR dar, aber auch nicht unbedingt für alle Frequenzbereiche. UKW, Mittelwelle, Kurz- und Langwelle kann es mit dem Mobilfunkteil z.B. nicht empfangen.
        Der Artikel sagt doch, dass die Basisbandverarbeitung in den Qualcomm-Modemchips zwar alle weltweit verwendeten Mobilfrequenzen abdeckt, die HF-Frontends und vor allem die Antennen aber nicht immer dafür ausgelegt sind. So werden im HF-Frontend die Antennen für verschiedene Frequenzbereiche umgeschaltet. Die Antenne stellt einen Resonator für die Frequenz dar, der z.B. 1/4 der Wellenlänge an räumlicher Länge hat, die sie empfangen soll. Ist eine Antenne für 1 GHZ ausgelegt, so müssten das nach c/4f=l ziemlich genau 7,5 cm sein (Lambda/4-Resonator)*. Bei 800 MHz ergibt die Rechnung aber 9,375 cm.
        Die Antenne für 1 GHz ist also nicht für den 800 MHz-Empfang geeignet, was aber nicht heißt, dass sie überhaupt nichts empfängt.
        Sie schwächt aber unter Umständen das HF-Signal noch ab, statt es aus dem Rauschen herauszuheben.

        Auch wenn inzwischen konfigurierbare HF-Frontends verfügbar sind, so müssen diese noch nicht überall verbaut sein.

        http://www.elektroniknet.de/kommunikation/mobilfunk/artikel/115205/

        Die HF-Verstärker in den Frontends sind in ihrer Bandbreite auch nicht zwingend bis 700 MHz herab ausgelegt, wenn die Zielapplikation das nicht erfordert.
        Dann kann auch ein Verstärker das Signal noch passieren lassen, dämpft es aber u.U. bereits. Das sind die Aussagen des Artikels.
        Da ein Qualcomm-Modemspezialist wissen dürfte, was er darüber sagt, nehme ich schon an, dass es stimmt.

        Quelle: www.elektroniknet.de

        * Um die Rechnung im Kopf auszuführen, wurde die Lichtgeschwindigkeit mit 300000 km/s angesetzt. Tatsächlich weicht sie geringfügig davon ab.

  • Dual Sim ist für mich persönlich uninteressant weil ich es noch nie benötigt habe. LTE bräuchte ich auch nicht unbedingt H+ ist schnell genug.

  • Bodo P. vor 6 Monaten Link zum Kommentar

    Dual SIM ohne 'Aktive' -
    "Ihr könnt also nicht mit einer SIM-Karte telefonieren und mit der anderen surfen".

    Was für ein Anspruch? Wie oft könnte das sinnvoll sein?

    • wenn man beim sürfen z
      B. das Telekom und O2 Netz nutzt und somit eine bessere Datenverbindung erreicht.
      Prinzipiell is das aber für Märkte interessant wo der Netzausbau nur mäßig ist (sprich außerhalb der EU), 2x GSM ist immer noch besser als 1x GSM :D

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