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5 Min Lesezeit 28 Kommentare

Project Stream ist Googles Angriff auf PlayStation, Xbox und Co

Das Spielen liegt in der Natur des Menschen. Wenn es um die spielerische Unterhaltung geht, liegt diese aber in den Händen von Sony, Microsoft und Nintendo als Plattform-Betreiber. Aber mit dem heutigen US-Start von Project Stream wächst eine sehr starke Konkurrenz aus dem kalifornischen Mountain View heran. Googles Games Streaming Service hat das Potential, binnen kürzester Zeit eine Konsolen-Alternative zu PlayStation, Xbox und Switch zu werden. 

Es gab Zeiten, in denen man als PC-Spieler die Playstation-Spieler belächelt hat. Diese Button-Masher spielen Games am Fernseher und würden bei einem direkten Vergleich mit PC-Spielern immer den Kürzeren ziehen. Aber aus den Konsolen namens PlayStation, Xbox und Co. wurden Plattformen, die weltweit Millionen von Spielern an den Fernseher im Wohnzimmer lockte. Der Nachteil einer Konsole, die bei der grafischen Darstellung von Spielen weit hinter der eines gut ausgestatteten Gaming-PCs liegt, hat sich mittlerweile aufgelöst. Dank neusten SmartTVs mit 4K-Auflösung können Konsolen auch hochauflösende und grafisch imposante Spielszenen darstellen und den Spieler in den Bann ziehen. 

Wir leben aber in einem zunehmend schnelllebigen und mobilen Zeitalter. Das Smartphone begleitet uns 24 Stunden am Tag durch unseren Alltag. Wir nutzen es zur Kommunikation mit Freunden, Bekannten und im geschäftlichen Bereich. Wir nutzen es als Produktivitätswerkzeug und schreiben, zeichnen, filmen und fotografieren damit. Wenn dann noch etwas Zeit ist, dann nutzen wir das Smartphone zur Unterhaltung. Entweder schauen wir uns auf YouTube, Facebook und Co. Videos an oder aber wir spielen auch auf dem Smartphone. Nun startet Google mit Project Stream, zunächst in den USA, einen weiteren Service, der Sony, Microsoft und Co. nicht gefallen wird. 

Assasins Creed Odysessy Trailer - Dieses Spiel läuft auf Project Stream

Spiele-Streaming-Dienste gab es schon vor Project Stream

Egal ob PC-, Konsolen- oder gar Mobile Games, alle haben einen Nachteil: Alle erfordern den Download des gewünschten Spiels und sperren den Spieler auf der jeweiligen Plattform ein. Mit zunehmend schneller werdenden Internet-Anbindungen wurde auch das Streamen von Spielen getestet. Schon in 2011 konnten experimentierfreudige Gamer mit Gaikai solch einen Dienst via Browser ausprobieren. In der Theorie war es möglich auf jedem Endgerät, das über einen Browser verfügte, sich bei Gaikai einzubuchen und Spiele auf dessen Serverfarmen auszuführen, die wiederum die grafische Ausgabe zum Browser streamten und die dort getätigten Eingaben zurück zum Server spielten. Fast zur gleichen Zeit nahm OnLive seinen Betrieb mit einem ähnlichen Dienst auf. Sowohl Gaikai, als auch OnLive mussten aber Ihre jeweiligen Dienste geografisch einschränken. Wer OnLive nutzen wollte, musste in den USA und idealerweise an der Westküste leben, Gaikai wurde zum Start in Europa angeboten, wobei die Server in verschiedenen Ländern Europas standen. Wer schon mal Online-Games gespielt hat, weiß, dass der Standort eines Servers sehr wichtig für ein flüssiges und latenzfreies Spielen ist.

15 Minuten OnLive Demo auf YouTube

Sowohl Gaikai, als auch OnLive hätten für einen Ausbau der eigenen Dienste hohe Investitionen tätigen müssen, um in immer mehr Ländern Server für die Spiele bereitzustellen. Auch konnten beide Dienste nicht wirklich die Spiele-Industrie von Spiele-Streaming überzeugen. Beide Firmen stellten Ihre Dienste nach nur fünf Jahren, Gaikai in 2012 und OnLive in 2015, komplett ein und wurden an Sony verkauft. Die Technologien verwendet der japanische Konzern weiter im Hintergund, um zum Beispiel Playstation-3-Spiele auf eine PS4 oder PS4 Pro via Playstation Now zu streamen.

Project Stream ist Googles Spiele-Konsole der Zukunft

Das Spielen ohne Hardware- und Plattform-Grenzen ist für mich persönlich ein kleiner Traum, der bis Dato nicht erfüllt wurde. Egal ob auf dem PC, einer Konsole oder bei einem Mobile Game gab es immer wieder Dinge, die mich auf Dauer nervten. Updates zum Beispiel: Mehrere Minuten, wenn nicht sogar Stunden warten, bis das Spiel auf dem neusten Stand ist, ist ein Unding. Als Zweites finde ich es ziemlich nervig, dass man kaum Plattform-übergreifend spielen kann, auch wenn es in letzter Zeit Anzeichen gibt, dass vor allem bei Sony PlayStation ein Umdenken stattfindet und die Grenzen zwischen den unterschiedlichen Plattformen so langsam verschwimmen. 

Google Project Stream, das heute zumindest in den USA startet, würde diese Probleme lösen. Von Spiele-Updates würde man nichts mitbekommen, da diese auf den Servern eingespielt werden. Und auch könnte man hier egal ob an einem PC, Notebook, Smartphone oder Tablet ein und das selbe Spiel spielen. Das besonders attraktive und quasi Sahnehäubchen auf solch einem Dienst wäre, dass in der Theorie die Spieleentwickler nur noch eine Version erstellen müssen und somit auch das Onlinespielerlebnis nicht mehr an die jeweilige Plattform gekoppelt ist. 

Klar ist aber, dass wir noch etwas Geduld haben müssen, bis Googles Project Stream ausführlich getestet ist und aus den Kinderschuhen entlassen werden kann. Das Gute ist aber, dass sich Google nicht erst seit wenigen Monaten für das Streamen von Spielen interessiert. Schon auf der Google I/O 2012 demonstrierte man, dass Gaikai durchaus auf einer Chromebox lauffähig ist. Wenn es damals schon auf einer Chromebox demonstriert wurde, dann sollte das Ganze in 2018 oder später auch auf einem Smartphone, Tablet, SmartTV kein Problem mehr sein. Dank 5G und selbstfahrenden Autos sollten wir uns früher oder später auch eine lange Autobahnfahrt mit einer gestreamten Partie von FIFA 22 oder ähnlichem versüßen können, oder? Ich für meinen Teil würde es sehr begrüßen.

Quelle: Project Stream

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28 Kommentare

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  • Ich bleibe bei der Konsole und fertig. Bin ein Fan von Google aber so? Danke Google für die gaming Möglichkeit aber ich passe. Sony hat exklusiv Titel, wo Microsoft abgesackt hat. Bei Google fehlt der Anschluss zu solchen Titel. Man braucht Entwickler die mit spielen und das ist auch geld macherei, besser gesagt schmeisst man das geld aus dem Fenster. Aber ich hoffe dass das bald möglich ist. Ich werde des weiteren die Playstation bevorzugen und nich streaming. Playstation now ist gut, hat potential, aber ich bleib bei den CD und Software Spiele.


  • Ein weiterer Dienst mit viel Geld im Hintergrund ? Naja, warum nicht ?

    Aber ich gebe wie immer gerne zu bedenken, das unsere geliebten Smartphones für so etwas nicht gemacht sind ( Punkt Steuerung per Touchscreen / Displaygröße und ermüdungsfreies Spielen ) und unsere mobildatentechnische Infrastruktur gleich 2x nicht. Es ist ja in einigen Gegenden schon schwer ein Youtube Video in HD flüssig zu schauen, wie soll ich da ohne Lags in solcher Qualität spielen können ?
    Dazu kommen die in Deutschland üblichen Datenverträge mit welchen sich "Zocken Mobil" auf dauer sehr teuer gestallten wird.

    Deshalb teile ich den Traum des Verfassers leider nicht so ganz.

    Das Google aber sicher in der Lage wäre für Zuhause eine Streamingbox zu etablieren halte ich gut für möglich und würde dieses wirklich begrüßen, sofern man bereit ist in Europa so zu investieren das störungsfreies Spielen auch umsetzbar ist.


  • Wer sagt eigentlich dass Spielen überall und jederzeit möglich und verfügbar sein muss ?
    Das wird einem doch nur von Konzernen (wie jetzt Google eingeredet), und es gibt offensichtlich genug dumme die das glauben. Warum sollte man seine sowieso schon stark limitierte Freizeit nur mit Spielen verdaddeln ? Muss ich auch die 15 Minuten in der S-Bahn noch spielend verbringen, anstatt einfach mal - nichts zu tun ?

    Ausserdem, das ganze ist doch völlig unausgegoren. Was ist mit Spielen wie City Skylines, wo es 100000 Mods gibt ? Wie integriere ich die für mich wichtigen Mods in einen Stream ? Kannst du doch vergessen. Gerade Single-Player-Spiele, wo man gerne für sich selbst etwas modifiziert, fallen doch so völlig raus. Aber auch andere Multiplayer-Spiele wie GTA V wo es zig Mods gibt. Und eine Serverfarm für zig tausend Spielerstreams wird nie das leisten was der heimische PC vor Ort leistet.


  • Meine Güte... hat den Text mal jemand gegen gelesen bezüglich Satzbau und Grammatik bevor er gepostet wurde?


    • Bastian Siewers
      • Admin
      • Staff
      vor 1 Woche Link zum Kommentar

      Durchaus, natürlich, aber auch uns geht mal der ein oder andere Tippfehler durch die Lappen. Ich habe sie natürlich bereinigt.


  • Werde mal google und microsoft xcloud ausprobieren was mir besser gefällt da bleibe ich auch für sony und co werden glaub ich meiner meinung nach keinen platz mehr finden da sie zu spät starten da hat google und microsoft wieder mal die nase vorne da sie zuerst beginnen


    • ? Davon abgesehen, dass PlayStation Now murks ist, gibt es das doch schon relativ lange - ebenso Geforce Now von Nvidia. Eher sind Google und MS spät dran.


    • Hat dir schon mal irgendjemand erklärt, dass man Sätze mit Punkt und Komma strukturiert ? So bleibt dein Gestammel leider völlig unverständlich, und es macht sich auch niemand die Mühe dieses zu ordnen.


    •   25
      Gelöschter Account vor 1 Woche Link zum Kommentar

      @Benjamin
      Gerade MS hat in den letzten Jahren doch mehrfach gezeigt das es nicht wichtig ist der Erste zu sein, sondern man muss der Beste sein. MS war leider meisten der Erste, aber leider nie der Beste.
      Deswegen halte ich die Behauptung das Sony und Co. keinen Platz mehr finden als sehr gewagt.


  • Du hast mich ja fast schon gehabt aber dann kam „zunehmend schelleres internet „ 😂


  • Wie passend das Microsoft heute erste Info-Häppchen zur xCloud gezeigt hat. So sehr ich Google auch mag und mich über ein Erfolg freuen würde... So rechne ich damit das Microsoft der einzige Big Player ist, der Streaming mit viel Engagement stemmen wird. Sony ist jetzt nicht unbedingt für sein tolles Netzwerk bekannt... Und Nintendo... Naja... Sparen wir uns das ^^

    Die 3 aktuellen Konsolen Profis werden sich weiter Speziallisieren. Nintendo macht sein eigenes, innovatives und besonderes Ding um sich abzuheben. Sony wird weiterhin mit starken Singleplayer und Story basierten Geschichten auftrumpfen. Und Microsoft wird weiterhin Energie darin investieren, Konsole und PC zu verschmelzen um ihren Gedanken von Games as a Service zu perfektionieren.

    Google, Amazon und Co. fehlt es einfach an Verständnis und Leidenschaft in der Gaming Kultur.


    • "Google, Amazon und Co. fehlt es einfach an Verständnis und Leidenschaft in der Gaming Kultur."

      Genau das hatte man seinerzeit auch gesagt, als Sony verkündet hatte, in den Konsolenmarkt einsteigen zu wollen. Der gesamte Markt hat schallend gelacht, als Sony damit um die Ecke kam. Wo sie heute stehen ist ja bekannt. Und auch, wo damalige Marktgrößen abgeblieben sind.


      • Hat man das? Sony hat bereits Videospiele hergestellt, lange bevor die PS1 erschienen ist. Ich habe hier sogar ein Sony Spiel für meinen NES rumliegen. Auch für den Super Nintendo hat Sony noch Spiele veröffentlicht.

        Unabhängig davon würde ich den Erfinder der PS1 (Ken Kutagari) als genau solch einen leidenschaftlichen Menschen bezeichnen, der die Szene kennt, schätzt und versteht. Es freut mich auch immer wenn er in seinen Interviews erwähnt, dass er selbst mit seiner Familie auch auf Nintendo Konsolen spielt. Das ist ein schönes Zeichen auch über den Tellerrand zu schauen. Der Konsolenkrieg und der Hass in den Lagern nervt einfach gewaltig.

        Er hat eng mit Nintendo zusammen gearbeitet und bei der Entwicklung des Projekts Playstation X war er später die treibende Kraft, die dann für die Fertigstellung des Produkt verantwortlich war.


  • Spiele die ich gekauft habe, kann ich jetzt immer noch spielen. Egal ob NES, super Nintendo oder auch für den PC. Und jetzt leihe ich mir die Spiele, zahle monatlich einen Obolus, und am Ende, wenn ich nicht mehr zahle, bleibt mir was? Richtig, nichts. Auch wenn ich das Konzept für manche Bereiche interessant finde, kommt das für viele Spielesammler und Fans guter Games mit hohem Wiederspielwert nicht in Frage. Für Dinge wie Viva 20XX wäre das denke ich egal...


    • Wohl war...ich finde Onlinespielen ja soweit gut.Schön das alte C64 Games im Netz erhalten bleiben um auch heut noch zu spielen aber ich will mir lieber ein Spiel kaufen.


  •   25
    Gelöschter Account vor 1 Woche Link zum Kommentar

    Zumindest auf die BRD bezogen sehe ich für den Dienst hier keine rosigen Aussichten.
    Gerade Mal ca. 12% aller Haushalte bekommt an der Dose zu Hause auch tatsächlich das was sie bezahlen. Für den Rest gilt der nichtssagende Zusatz "Bis zu....".
    Es gibt jetzt schon viele Haushalte die eine schlechte Datenleitung haben, wenn jetzt noch viele Games streamen geht das Netz noch weiter in die Knie. Für solche Dienste ist die BRD noch viel zu sehr Entwicklungsland.


    • In den USA ist es auch nicht viel besser. Dort haben zwar viele deutlich schnelleres Internet mit gern mal 200+ MBit, aber auch dort gibt es EXTREM viele Haushalte mit extrem langsamem Internet und die hätten dann auch keinen Zugriff auf sowas.

      Von den ganzen "Peaks", wenn man bspw. jeden Abend einen deutlichen Geschw.-Einbruch hat, mal ganz abgesehen. Gibt viele Haushalte, die bspw. zwischen 19 udn 22 Uhr deutlich langsameres Internet haben, als am Rest des Tages.


  • Sony hatte mit der PSP GO auch kein Erfolg, wollten die doch ihre Kunden dazu zwingen spiele online zu kaufen. Das hat sich leider auch nicht durchgesetzt obwohl die Konsole echt gut wahr. Wie oft gab es schon so welche Projekte die im Nachhinein wieder im Boden versunken sind aus Mangel an Geldern oder weil man eingesehen hat dass die Konkurrenz einfach zu groß ist. Ich warte lieber ab bis die Sache marktreif ist.Und wenn ich spiel spielen möchte dann will ich auch dieses Spiel mein Eigen nennen und nicht streamen. Erstens ist man ständig gezwungen eine Internetverbindung zu haben die schnell genug ist und solange es Mobilfunk Tarife gibt wo nach Ablauf des Datenvolumens auf Steinzeit Niveau gedrosselt wird lohnt sich so ein Streaming Dienst überhaupt nicht um Spiele zu spielen online. Mag sein dass es auch ein Vorteil gibt das man auf so einer Konsole nicht unbedingt starke Hardware verbauen muss. Die Hardware um die Grafikleistung zu berechnen liegt ja dem Fall bei den Server der Anbieter Aber trotzdem finde ich sowas bisher totalen Mist.


  • Ich bin auch noch skeptisch. Momentan gibt es ja noch einige Probleme wie die Verzögerung zwischen Eingabe und dem Ausführen der Aktion sowie Videoartefakte beim Streaming (jedenfalls bei Shadow ist das der Fall). Das zu kompensieren dürfte eine teure Investition darstellen. Zukunftsträchtig ist das ganze trotzdem.


    • Das kommt aber manchmal auf das Spiel an. Also ich nutze Playstation Now auf meinem PC und habe eine 25MBit Verbindung. Egoshotter wie Borderlands 2 war furchtbar, the Darkness auch, aber The Last of Us oder Until Dawn funktionierten so, dass ich das Gefühl hatte ich würde an der Konsole spielen.

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