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Prisma für Android: Beta-Version im AndroidPIT-Test

Prisma gehört zu den erfolgreichsten Foto-Apps der vergangenen Wochen. Allerdings war sie bislang nur für iPhone-User erhältlich. Nun ist aber Licht am Ende des Tunnels zu sehen: Denn Prisma für Android steht in den Startlöchern. Wir haben die Beta-Version der App getestet.

Prisma ist aktuell eine der spannendsten Apps für Smartphone-Fotografen: Ihr nehmt ein Foto auf und die App Prisma erstellt basierend auf dem Motiv ein gemäldeartiges Bild. Bislang ist Prisma nur für iPhones verfügbar - eine Version für Android ist jedoch angekündigt und ich habe bereits Zugang zum Beta-Test von Prisma für Android.

AndroidPIT prisma app 2
Ein Beispiel der Prisma-Effekte (Aufnahmen mit einem iPhone) / © AndroidPIT

So funktioniert Prisma für Android

Prisma ist eine cloudbasierte Anwendung. Das heißt: Ihr nehmt ein Bild auf, die App lädt das Bild auf die Server von Prisma und dort malt ein Algorithmus das Bild mit dem gewünschten Effekt nach. Um den Effekt weiter anzupassen, könnt Ihr bestimmen, wie stark das Originalbild zu sehen sein soll.

Zur Auswahl stehen derzeit mehr als 30 verschiedene Stile, in denen Ihr ein Bild umgestalten könnt. In diesem Google-Fotos-Album könnt Ihr zwei Beispielbilder in allen verschiedenen Stilen ansehen:

ANDROIDPIT prisma for android 2
Eine kleine Auswahl von Beispieleffekten (rechts das Original) / © ANDROIDPIT

Die bearbeiteten Dateien haben stets die Auflösung von 810 x 810 Pixel - auf Wunsch speichert Prisma automatisch, wenn Ihr einen Kunst-Effekt ausprobiert. Die Dateien landen in einem eigenen Ordner im internen Speicher des Smartphones. Eine Option, den Speicherort festzulegen, gibt es derzeit noch nicht. In den Einstellungen könnt Ihr angeben, ob ein kleines Prisma-Wasserzeichen hinzugefügt werden soll und ob Ihr die Originalbilder speichern möchtet. 

Ich habe Prisma für Android auf meinem Samsung Galaxy S7 getestet. Die App funktionierte weitgehend einwandfrei. Einige Male kam es dazu, dass die App das Artwork nicht fertig stellen konnte - einen Crash erlebte ich jedoch nicht. Etwas merkwürdig ist nur, dass Prisma eine leere Benachrichtigung anzeigt, die sich auch nicht entfernen lässt - ein Grund dafür ist nicht ersichtlich.

ANDROIDPIT prisma for android 1
Die Benutzeroberfläche von Prisma für Android ist minimalistisch gehalten. / © Screenshots: ANDROIDPIT

Gegenüber der iPhone-Version gibt es kaum Änderungen bei den Funktionen oder der Benutzeroberfläche. Für Android-User ungewohnt ist, dass zum Beispiel die Änderungen nur auf dem ersten Screen verfügbar sind.

Insgesamt ist die Benutzeroberfläche schlicht gehalten: Auf dem ersten Bildschirm könnt Ihr ein Foto oder Selfie schießen oder ein bestehendes Foto auswählen, auf dem zweiten Screen wählt Ihr den Effekt aus und könnt das Bild teilen. Prisma erlaubt, die Bilder direkt zu Instagram oder Facebook zu teilen. Ein dritter Shortcut schickt das Bild in den klassischen Teilen-Dialog von Android - damit könnt Ihr dann Messenger oder andere Apps mit den Bildern bestücken.

Prisma, das Datenschutz-Desaster?

Ein bisschen in Verruf gekommen ist Prisma, weil die AGB kritikwürdig sind. In den Terms of Use, die es nur auf Englisch zu lesen gibt, steht folgendes:

"Prisma does not claim ownership of any Content that you post on or through the Service. Instead, you hereby grant to Prisma a non-exclusive, fully paid and royalty-free, transferable, sub-licensable, worldwide license to use the Content that you stylize on or through the Service".

Prisma erlangt also keine Urheberrechte an den Fotos, aber indem Ihr die App nutzt, gebt Ihr dem Betreiber ein Recht dazu, die erstellten Fotos zu verbreiten. Mehr noch: Der Betreiber sichert sich das Recht zu, die Bilder zu verwenden - das kann letztlich viel bedeuten. Da Prisma in Russland beheimatet ist, dürfte es vorerst keinen Weg daran vorbei geben.

Es heißt also: Ihr solltet genau überlegen, welche Bilder Ihr durch Prisma jagt.

Fazit: Prisma bald für Android-User

HK
Hans-Georg Kluge
Endlich steht Prisma für Android vor der Tür.
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Prisma für Android! Ein Traum wird wahr. Die Beta-Version wirkt schon sehr stabil und ein baldiges Release dürfte nicht mehr lange auf sich warten lassen. Noch gibt es aber kein genaues Release-Datum. Hier bei AndroidPIT erfahrt Ihr, wenn die App offiziell für Android erscheint.

Zu guter Letzt eine Warnung: Im Google Play Store gibt es einige Apps, die sich als Prisma ausgeben. Hierbei handelt es sich um Trittbrettfahrer, die nichts mit der echten Prisma-App für Android zu tun haben. Also: Nicht installieren.

Was haltet Ihr von Prisma? Wartet Ihr schon gespannt auf die Veröffentlichung von Prisma für Android? Oder schrecken Euch die Datenschutzbestimmungen ab? Teilt es uns mit in den Kommentaren.

Top-Kommentare der Community

  • Izzy vor 4 Monaten

    Interessanter Artikel, Hans-Georg. Und besonders großen Dank, dass Du nicht einfach eine "geile App" beschreibst und einem Hype beispringst – sondern auch die kritische Seite (hier: AGB) *deutlich hervorhebst*. So kann jeder für sich abwägen, ob ihm/ihr die App und deren Nutzung den Preis wert ist.

    Merke:

    „Wenn man ein Produkt gratis bekommt, ist man nicht der Kunde. Man ist das Produkt. Der Bauer betreibt seine Farm nicht für das Vieh.“

    (Eric Ries; siehe http://seekingalpha.com/article/1167171 im Original – sowie https://ebooks.qumran.org/books/androidenfibel/#privacy_first im Kontext ;)

36 Kommentare

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  • Wer Prisma nutzt, der führt jegliche Bemühungen um Datensicherheit und Datenschutz ad absurdum.

  • Izzy vor 4 Monaten Link zum Kommentar

    Interessanter Artikel, Hans-Georg. Und besonders großen Dank, dass Du nicht einfach eine "geile App" beschreibst und einem Hype beispringst – sondern auch die kritische Seite (hier: AGB) *deutlich hervorhebst*. So kann jeder für sich abwägen, ob ihm/ihr die App und deren Nutzung den Preis wert ist.

    Merke:

    „Wenn man ein Produkt gratis bekommt, ist man nicht der Kunde. Man ist das Produkt. Der Bauer betreibt seine Farm nicht für das Vieh.“

    (Eric Ries; siehe http://seekingalpha.com/article/1167171 im Original – sowie https://ebooks.qumran.org/books/androidenfibel/#privacy_first im Kontext ;)

  • capgeti vor 4 Monaten Link zum Kommentar

    Eins frag ich mich: Was können die mit meinen Daten gegen mich tun? Was wäre ein schlimmer Fall? Das damit irgendwelche kleinen Russischen Firmen FakeProfile mit meinem Gesicht anlegen und meine Freunde versuchen auszunehmen? Dafür brauchen die nicht diese Bilder, das könnten sie auch so in Facebook und co. Ist ja Öffentlich das Profilbild. Also mir fällt grad kein Fall ein, bei dem ich oder meine Freunde/Familie schaden nehmen könnte. Natürlich weiß ich das mit den Daten hintenrum viel Geld gemacht wird, aber einen persönlichen Schaden habe ich bisher noch nie davon getragen.

    Kennt ihr einen Fall, wo man dadurch selbst schaden nimmt, oder das Leben in einer Art und Weise beeinträchtigt wird?

    • 58

      Ich habe weiter unten ansatzweise erläutert, was mit Deinen, via "Big Data" (gerade in der IT das nächste große Ding!) gesammelten Daten in den falschen Händen passieren kann. Einer russischen IT-Firma, die vorher praktisch nicht bekannt war würde ich solch brisante Informationen niemals übergeben.

      Schon die ITPC-Tags in Deinen Bildern enthalten neben Belichtungsdaten, Datum und Uhrzeit solch interessante Daten, wie den Standort, das verwendete Device und - je nachdem, was der Smartphone-Hersteller von sich aus noch rein packt - die MAC-Adresse und/oder IMEI Deines Smartphones/Tablets. Mit diesen Daten lässt sich in Kombination mit der Zeitschiene oder den Bildern Anderer sehr viel Informationen über Dich, Deine Interessen, Deine Gewohnheiten, Deinen Tagesablauf, Deine persönlichen Verhältnisse sammeln. Abgehoben vom einzelnen Nutzer lassen sich die selben Daten dazu nutzen, Gebäude oder regelmäßige Abläufe auszuspähen.

      Obwohl "Big Data" aktuell in aller Munde ist, ist vielen nicht klar, was damit möglich ist und was damit in den falschen Händen angerichtet werden kann.

  • Uta vor 4 Monaten Link zum Kommentar

    Nette Filter, die die App hat. Doch leider sind diese für den 0815-User zu "krass". Jemand der bei Instagram viel macht, wird mit der App sicherlich glücklich werden - doch die AGBs sind da leider eine Installierbremse.

    • 58

      Für solche Leute gibt es gute PC-Software, vom einfachen Freeware- oder Donation Ware-Tool bis hin zu Photoshop als Overkill.

  • Als Fotoapp ist Prisma für mich uninteressant. Ich bearbeite meine Bilder bewusst und gezielt. Wenn ich irgendwelche Filter oder Effekte verwende, weiß ich ganz genau was ich gemacht habe.
    Aber ich kann mir vorstellen, viele Menschen können so etwas nicht, haben keine Zeit oder keine Muße dazu. Für sie ist es natürlich toll, was ei. Computer aus einem schlichten Bild machen kann. Noch “begeisterter“ könnten diese Menschen allerdings werden, wenn sie das bearbeitete Foto von ihrer Schwester als Werbung für ein Puff auf Kamtschatka im Internet entdecken. Oder der Ehemann in leicht veränderten Farben für Viagra wirbt 😎
    Prisma? Irgendwie ein bezeichnender Name.

  • Apple kann die App gerne behalten brauche ich nicht.

  • Hört sich im großen und ganzen schon interessant an.

  • MiMo vor 4 Monaten Link zum Kommentar

    Einfach vorher mit der App " Metadata Remover" die Bilder "bereinigen", dann ist es einfach nur ein Bild, das man zu Prisma hochlädt.

  • capgeti vor 4 Monaten Link zum Kommentar

    Für alle Interessenten. Die App gibt's bei ApkMirror.

    Und zwecks Datenschutz. Der Nutzer ist immernoch selbst verantwortlich was er für Bilder hochlädt. Solange es keine privaten Fotos sind, sondern Neutrale, ist es mir wurscht was die damit machen...

    • 58

      Mal im Ernst: Über 90% aller Bilder, die Nutzer zu Prisma hochladen, dürften privat sein. Vielen ist auch wohl kaum bekannt, welche Zusatzinformationen in mit Smartphones aufgenommenen Bildern stecken. Prisma ist ein Super Tool für Big Data.

      • capgeti vor 4 Monaten Link zum Kommentar

        Nunja. Wer damit leben kann vielleicht irgendwo mal sein Gesicht im Internet auf russischen Websites zu sehen, dann ist auch das okay. Letzten Endes ist immer eine Portion gesunder Menschenverstand gefragt.

      • 58

        Genau diese Sichtweise ist die Naivität, die dafür sorgt, dass Big Data ein echt dickes Ding wird. In den falschen Händen kann das richtig gefährlich werden. Einer obskuren russischen Klitsche würde ich niemals meine Bilder und die damit verbundenen Daten zur Verfügung stellen.

    • Hans-Georg Kluge
      • Staff
      vor 4 Monaten Link zum Kommentar

      ja, ich hab das erst später gesehen, dass die APK geleakt ist. Inzwischen ist die APK aber wohl nicht mehr nutzbar, weil es derzeit offenbar keinen öffentlichen Beta-Test gibt.

  • Edda314 vor 4 Monaten Link zum Kommentar

    Die Beispielbilder im Bericht sehen sehr interessant aus.

    Wird Zeit, dass diese App auch für Android richtig erscheint. Würde sie gerne ausprobieren 😐📷🎨

    In Sachen Datenschutz kann man beispielsweise so verfahren, dass man keine Fotos von der eigenen Wohnung oder Haus macht...

    • DiDaDo vor 4 Monaten Link zum Kommentar

      Und wenn schon. Dann haben sie halt ein Foto von einem Haus. Und dann? Kann man auch bei Street View angucken.

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