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4 Min Lesezeit 36 Kommentare

Pocophone F1 im Kamera-Test: Respekt, Xiaomi!

Das Pocophone F1 von Xiaomi ist extrem knapp kalkuliert und bringt für den Preis von gut 300 Euro echte Spitzen-Hardware mit. Aber gilt das auch für die Kamera? Zweifel sind zumindest erlaubt, denn hier lässt sich aus den reinen Daten kaum auf die tatsächliche Qualität schließen. Grund genug, die Kamera des Pocophone F1 genauer zu betrachten.

Bevor es losgeht, noch einmal kurz die Eckdaten. Das Xiaomi Pocophone F1 hat an der Rückseite eine Dual-Kamera mit 5 und 12 Megapixel und Blende f/2.0 und f/1.9. Die 5-Megapixel-Knipse dient zur Erfassung der Bildtiefe und damit für AR-Anwendungen und Dinge wie den Bokeh-Effekt. Videos kann die Kamera des Pocophone F1 mit 4K aufzeichnen, Zeitlupe mit bis zu 240 fps und Zeitraffer sind natürlich an Bord. Die Frontkamera hat einen 20-Megapixel-Sensor und Blende f/2.0. Sie wird zusammen mit der Infrarot-LED in der Notch auch für die Gesichtsentsperrung benutzt.

Die Hauptkamera macht Spaß

Wer mit der Hauptkamera des Xiaomi Pocophone F1 fotografiert merkt eines direkt: Die Kamera reagiert nicht ganz so schnell wie bei den Top-Smartphones, sie braucht immer einen klitzekleinen Moment, um auszulösen. Das ist aber halb so schlimm, denn die Fotos, die das Pocophone F1 bei guten Lichtbedingungen abliefert, können sich sehen lassen. Sie sind scharf und geben die Farben sehr naturgetreu wieder. Überdrehte Rot- und Grüntöne, wie sie oft bei günstigen Smartphones zu beobachten sind, fallen uns beim Pocophone F1 nahezu nie auf. Die Kamera-App von Xiaomi wirkt aufgeräumt und ist gut zu bedienen.

Insgesamt wirken die Bilder, die das Pocophone F1 abliefert, häufig ein klein wenig blass und nicht ganz so lebhaft, wie sie bei manch anderem - oft teureren - Smartphone werden. Dafür passt in aller Regel die Belichtung gut und die Bilder zeigen auch beim Hereinzoomen viele Details.

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Die Bilder zeigen bei gutem Licht viele Details. / © AndroidPIT
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Die Tiefenschärfe wirkt natürlich. / © AndroidPIT
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Die Farben sind manchmal etwas blass. / © AndroidPIT

Im Protraitmodus erzeugt das Pocophone F1 einen meist passenden Bokeh-Effekt, der nachträglich in der Intensität und der simulierten Ausleuchtung dynamisch angepasst werden kann. Das klappt meistens gut. Den Fokus könnt Ihr nachträglich aber nicht mehr verändern, wenn also das falsche Element im Bild unscharf ist, habt Ihr Pech gehabt.

Nahaufnahmen klappen mit dem Pocophone F1 meist gut, auch hier wirkt die Tiefen(un)schärfe sehr natürlich. Je nach Motiv könnten die Bilder noch ein wenig mehr Kontraste und Farbbrillanz gebrauchen, das ist aber schon Meckern auf recht hohem Niveau.

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Grumpy Shu ist grumpy, ob mit Bokeh oder ohne. / © AndroidPIT
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Knallige Farben und ein schöner Look. / © AndroidPIT

Doch wo Licht ist, ist auch Schatten, und zwar ganz wörtlich genommen. Wie so viele Smartphone-Kameras bekommt auch die Knipse im Xiaomi Pocophone F1 im Test Probleme, wenn das Licht weniger wird. Dann steigt das Bildrauschen relativ schnell, die Gefahr von unscharfen Fotos ebenso. Das ist nichts ungewöhnliches, daran leiden viele Kameras, und vor allem aus der Mittelklasse oft noch deutlich stärker als das Pocophone F1. Aber es gehört zur Wahrheit mit dazu.

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Ist die Sonne weg, schwindet auch der Foto-Spaß. / © AndroidPIT
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Nicht ganz scharf, verrauscht und mit fehlenden Details - und das war der beste Versuch. / © AndroidPIT

Das Pocophone F1 im Selfie-Einsatz

Die Frontkamera des Pocophone F1 macht ziemlich ansehnliche Selfies, die zwar an den Rändern manchmal ein wenig unscharf werden, aber viele Details zeigen. Man sollte aber darauf achten, dass die Belichtung immer passt, denn sonst kommt es ab und an vor, dass das Xiaomi-Smartphone die Selfies zu hell macht. Ganz ersparen solltet Ihr Euch die Beauty-Filter, die zwar vielfältig einstellbar sind, aber eigentlich nur die Ausprägungen "Effekt unsichtbar" oder "Direkt aus der Geisterbahn" haben.

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Dieses Bild wurde mit der Selfie-Kamera des Pocophone F1 geknipst. / © AndroidPIT

Wenn Ihr noch mehr Fotos sehen wollt, die wir mit dem Pocophone F1 im Test geschossen haben, schaut Euch die Galerie auf Google Drive an.

Unter dem Strich geht die Leistung des Xiaomi Pocophone F1 im Kamera-Test absolut in Ordnung. In der 300-Euro-Klasse wird es schwer werden, eine merklich bessere Smartphone-Kamera zu finden. Mit den teuren Flaggschiffen der Luxusklasse, etwa den iPhones, dem Huawei P20 Pro oder den aktuellen Galaxy-S- und -Note-Smartphones von Samsung kann das Pocophone F1 zwar nicht ganz mithalten, vor allem bei wenig Licht, viel fehlt aber insgesamt betrachtet auch nicht. Respekt, Xiaomi, ich hätte hier mehr Schwierigkeiten erwartet!

Was haltet Ihr von den Bildern des Pocophone F1?

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Top-Kommentare der Community

  • Olaf vor 1 Monat

    Wie immer liest man im Forum viel Mimimi und Fününü, wenn irgendein Gerät in den Fokus gerückt wird, das nicht ins eigene Smartphone-Weltbild passt. Da wierden dann wie hier bei der Kamera schnell die aktuell üblichen Verdächtigen (derzeit noch iPhone X, Samsungs S9 und Huawei P-Reihe) herangezogen, und schon hat man den vermeintlichen Beweis: Taugt nix.
    Kann man so sehen, muss man aber nicht. Ich habe z. B. zugunsten des Pocophone F1 mein Huawei P20 Pro verhökert. Alleine schon deswegen, weil der Preis der P-Reihe in Kürze wegen des erscheinenden Mate 20 Pro ins Bodenlose fallen wird (Samsung-Fans kennen das ja). Und schon hat man erfolgreich die rund 300,00 EUR versenkt, die das Pocophone alleine kostet. Das Spielchen wiederholt sich dann in rund sechs Monaten mit dem Mate 20 Pro, wenn die Nachfolger der P20-Reihe erscheinen. Aus diesem für den Nutzer extrem kostenintensiven Produktzyklus mit fragwürdigem Preis-Leistungs-Verhältnis habe ich mich also freiwillig verabschiedet.
    Und ja, die Kamera ist absolut in Ordnung. Natürlich hatte das P20 Pro in Lowlight mehr drauf, aber dann doch deutlich weniger als meine DSLR-Ausrüstung mit f1.4 Objektiv - und dann kommt erschwerend hinzu, dass ich seltenst nachts aus dem Bett springe und wild mit dem Smartphone fotografiere. Aber das Marketing jedes Herstellers tut so, als sei genau das der Fall. Ist es aber nicht. Das mag jetzt für den einen oder anderen echt überraschend kommen, aber wenn man nicht gerade Nachtwärter im örtlichen Parkhaus oder Influencer für die Dorfdisco ist, dann fotografiert man tatsächlich tagsüber. Verrückt. Und tagsüber leistet das Pocophone F1 derart gute Dienste, dass es ein P20 Pro oder andere 800,00+ EUR-Boliden um der Kamera willen einfach nicht braucht. Die Unterschiede beim Pixel-Peeping am heimischen 27-Zöller muss man auf einem Smartphone-Display nämlich wörtlich mit der Lupe suchen.
    Für "echte" Fotografie bin ich tatsächlich nach wie vor mit einigen Kilo Ausrüstung unterwegs. Smartphone-Bilder werde ich eher nicht als Airbrush auf das Garagentor übertragen wollen. Das mag vielleicht irgendwann einmal so weit sein, derzeit, also im Hier und Jetzt, sind jedoch auch die besten Smartphone-Kameras noch auf einer Ebene mit normalen Digi-Knipsen unterwegs. Freilich ohne deren mittlerweile bis zu 125-fach optischem Zoom. Und schon ab den Premium-Kompakten mit eigentlich noch mickrigem 1-Zoll-Sensor im Stile von Sony RX100 und Co. geht auch dem tollsten Smarti jenseits von 1000,00 EUR sehr schnell im wahrsten Wortsinne das Licht aus. Ist halt aktuell noch physikalisch bedingt, kleines Phone,kleiner Sensor, wenig Licht. Sorry. Können einem die Werbefuzzis und auch DXOMark noch so schönquatschen wollen.
    Von daher stimmt der Artikel: Die Kamera des Pocophone F1 macht Spaß, das Gesamtpaket inklusive Preis noch viel mehr.
    Ach ja, nach u.a. LG G6, Huawei Mate 10 und P20 Pro hatte ich schon völlig vergessen, wie geil eine simple Kunstoffrückseite sein kann, ohne permanentes Putzen. Handy-Rückseiten aus Glas, die Hersteller lachen sich doch heute noch darüber schlapp. Zumal man das Pocophone mit simpler Schraube öffnen kann und den Akku wohl sogar mittels Lasche abziehen. Das Flaggschiff aus Glas ist mit plattem Akku hingegen nur noch teurer Sondermüll...

36 Kommentare

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  •   40
    Gelöschter Account vor 1 Monat Link zum Kommentar

    Wer auf Apple Keynotes steht, kann sich ja mal diese Pocofone Keynote ansehen.
    Mal was anderes, aber auch irgendwie ähnlich: https://www.youtube.com/watch?time_continue=1312&v=sMWCyRijEkg


  • @nsk: Wieso vom Blogger? Siehe erster (sic!) Satz. Wie gesagt: Mimimi und Fününü. Quod erat demonstrandum. Danke dafür.


  • welche Kamera hast du denn? bestimmt Canon oder Nikon ......
    wolltest du hier Lebensfrust loswerden...?
    schreibe lieber keine Romane.
    verlangt Objektivität vom blogger.....was ist dein Text hier.....?


  • Wie immer liest man im Forum viel Mimimi und Fününü, wenn irgendein Gerät in den Fokus gerückt wird, das nicht ins eigene Smartphone-Weltbild passt. Da wierden dann wie hier bei der Kamera schnell die aktuell üblichen Verdächtigen (derzeit noch iPhone X, Samsungs S9 und Huawei P-Reihe) herangezogen, und schon hat man den vermeintlichen Beweis: Taugt nix.
    Kann man so sehen, muss man aber nicht. Ich habe z. B. zugunsten des Pocophone F1 mein Huawei P20 Pro verhökert. Alleine schon deswegen, weil der Preis der P-Reihe in Kürze wegen des erscheinenden Mate 20 Pro ins Bodenlose fallen wird (Samsung-Fans kennen das ja). Und schon hat man erfolgreich die rund 300,00 EUR versenkt, die das Pocophone alleine kostet. Das Spielchen wiederholt sich dann in rund sechs Monaten mit dem Mate 20 Pro, wenn die Nachfolger der P20-Reihe erscheinen. Aus diesem für den Nutzer extrem kostenintensiven Produktzyklus mit fragwürdigem Preis-Leistungs-Verhältnis habe ich mich also freiwillig verabschiedet.
    Und ja, die Kamera ist absolut in Ordnung. Natürlich hatte das P20 Pro in Lowlight mehr drauf, aber dann doch deutlich weniger als meine DSLR-Ausrüstung mit f1.4 Objektiv - und dann kommt erschwerend hinzu, dass ich seltenst nachts aus dem Bett springe und wild mit dem Smartphone fotografiere. Aber das Marketing jedes Herstellers tut so, als sei genau das der Fall. Ist es aber nicht. Das mag jetzt für den einen oder anderen echt überraschend kommen, aber wenn man nicht gerade Nachtwärter im örtlichen Parkhaus oder Influencer für die Dorfdisco ist, dann fotografiert man tatsächlich tagsüber. Verrückt. Und tagsüber leistet das Pocophone F1 derart gute Dienste, dass es ein P20 Pro oder andere 800,00+ EUR-Boliden um der Kamera willen einfach nicht braucht. Die Unterschiede beim Pixel-Peeping am heimischen 27-Zöller muss man auf einem Smartphone-Display nämlich wörtlich mit der Lupe suchen.
    Für "echte" Fotografie bin ich tatsächlich nach wie vor mit einigen Kilo Ausrüstung unterwegs. Smartphone-Bilder werde ich eher nicht als Airbrush auf das Garagentor übertragen wollen. Das mag vielleicht irgendwann einmal so weit sein, derzeit, also im Hier und Jetzt, sind jedoch auch die besten Smartphone-Kameras noch auf einer Ebene mit normalen Digi-Knipsen unterwegs. Freilich ohne deren mittlerweile bis zu 125-fach optischem Zoom. Und schon ab den Premium-Kompakten mit eigentlich noch mickrigem 1-Zoll-Sensor im Stile von Sony RX100 und Co. geht auch dem tollsten Smarti jenseits von 1000,00 EUR sehr schnell im wahrsten Wortsinne das Licht aus. Ist halt aktuell noch physikalisch bedingt, kleines Phone,kleiner Sensor, wenig Licht. Sorry. Können einem die Werbefuzzis und auch DXOMark noch so schönquatschen wollen.
    Von daher stimmt der Artikel: Die Kamera des Pocophone F1 macht Spaß, das Gesamtpaket inklusive Preis noch viel mehr.
    Ach ja, nach u.a. LG G6, Huawei Mate 10 und P20 Pro hatte ich schon völlig vergessen, wie geil eine simple Kunstoffrückseite sein kann, ohne permanentes Putzen. Handy-Rückseiten aus Glas, die Hersteller lachen sich doch heute noch darüber schlapp. Zumal man das Pocophone mit simpler Schraube öffnen kann und den Akku wohl sogar mittels Lasche abziehen. Das Flaggschiff aus Glas ist mit plattem Akku hingegen nur noch teurer Sondermüll...


  • Okay, ein aktuell leistungsstarker SoC, großen Speicher in beiden Bereichen (RAM und ROM), große Akkukapazität. Aber das Pocophone F1 nur weil auch der Kaufpreis von 330 € - 400 € (je nach Speicher) günstig ist, nun als Flaggschiff-Killer o.ä. zu bezeichnen, halte ich doch für sehr gewagt und völlig überzogen. Dafür schwächelt es doch sehr in anderen Bereichen, wie es dieser Kamera-Test auch ergeben hat, der verbaute Displaytyp und die Displayauflösung.
    Mittelklasse kann man hier allerhöchsten sagen, mehr aber auch nicht.


  • Ich finde die Bilder super,ausser die mit den krummen Bäumen. Warum sind die Bäume krumm?


  • Na mit den Nachtaufnahmen stimmt so wie berichtet nicht:einfach Schrott, habe selbst ein Pocophone F1 gehabt und schleunigst wieder zurueck gegeben.


  • Ich hab hier ein. Xiaomi Redmi Note 5, was soviel ich weiß den selben Sensor wie das Pocophone hat. Auch Blende ist identisch. Finde die Kamera wirklich nicht schlecht, obwohl ich hier sehr kritisch bin. Da hab ich schon deutlich schlechtere Kameras gesehen bei anderen Herstellern im 300-400€ Bereich.
    Für mich ist das Pocophone der neue Flaggschiff killer-König.


    • Ja genau zu dem Note 5 habe ich vorhin mir erst noch Testbilder und einen Vergleich zum OnePlus 5T angeschaut. Besonders in Situationen mit viel Licht sieht man immer wieder diese Überbelichtung beim Xiaomi. In normal hellen Situationen bei schönem Wetter im Park ohne direktes Sonnenlicht oderso sind die Bilder aber wirklich gut. Und bei Lowlight ists natürlich auch nochmal ne Ecke schlechter, man sieht schon gewisse Differenzen.


  • Die Xiaomi Kameras haben immer nen Hang zum Überbelichten und andere Wettbewerber sind oftmals etwas schärfer bei den Details. Aber für den Preis auf jeden Fall OK. Die Displayqualität, Notch und verwendete Gehäusematerial würden mich vom Kauf abhalten.


  • Respekt ! Sehr gelungene Fotos, gute Kamera und das in einem Mittelklasse Smartphone. 👍🏻


  • Das Pocophone soll laut youtube mit der Gcam gerade im Dunkeln deutlich bessere Bilder schiessen. Ich habe das Video von gizzmodict geschaut. Der verlinkt auch eine Version, die halbwegs fehlerfrei läuft. Es gibt sicher noch mehr solche Videos.


  • Ich würde das Gerät mal gerne real in der Hand haben, gerade um die Qualität und die Helligkeit des Display einschätzen zu können. Dann könnte ich auch besser entscheiden, kaufen oder nicht.


  • Man muss sich wohl selber belügen, wenn man ein 3-fach so teures "Marken"-Smartphone für wirklich viel(!) besser halten will. Mal ganz abgesehen von den wirklich guten Ausstattung.
    Mittlerweile sind "iPhone" und "Samsung" der Inbegriff für die Markenhysterie der 90er. Damals war man auch ein Verlierer, wenn man keine Levis getragen hat.

    p.s.: Bitte weniger Bilder von kleinen Kindern. Auch wenn es (wahrscheinlich) die eigenen sind und die Eltern das für in Ordnung halten.

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