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Play Store: Zehntausende laden falsche BlackBerry-Messenger-App runter

Ein Entwickler hat mehr als 100.000 Android-Nutzer reingelegt und BlackBerry mächtig düpiert. Bevor Google die falsche App entfernen konnte, wurde sie zahlreich heruntergeladen. Für den Smartphone-Hersteller ist das besonders ärgerlich, denn der steht tatsächlich vor der Veröffentlichung einer eben solchen Android-App. Bei aller Liebe: In Apples App-Store wäre sowas nicht passiert.

Akkupower von morgens bis abends ist für Heavy User leider immer noch keine Selbstverständlichkeit.
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blackberry messenger
© BlackBerry

Die Offenheit von Android wird oft als großes Plus gelobt, gerade im Vergleich zu Apples Betriebssystem. Gleiches gilt für den Google Play Store, der keiner Kontrolle oder teils gar Zensur unterworfen ist wie das Apple-Pendant. Dadurch kann sich jeder ungehindert auf dem freien App-Markt versuchen, was dem Ökosystem und somit auch dem Nutzer gut tut. Dass das aber auch Nachteile hat, wurde an dem gegebenen Beispiel wieder klar.

Denn: Freiheit kommt mit Verantwortung, das wusste schon Jean-Paul Sartre. Jetzt wissen es auch mindestens 100.000 Android-Nutzer. Denn sie luden fleißig die App namens “'blackberry messenger bbm” runter, die von einem Entwickler mit dem Namen “RIM” veröffentlicht wurde. RIM ist abgeleitet von dem ehemaligen Namen des BlackBerry-Konzerns, “Research In Motion”, den die Firma im Januar 2013 abgelegt und gegen BlackBerry eingetauscht hatte. Wer die App installierte, fand eine Ankündigung, sie werde ab dem 27. Juni ihren Dienst aufnehmen. Bis dahin bat sie aber schon mal ganz unschuldig um die Erlaubnis, unter anderem Icons und Bookmarks des Werbenetzwerks StartApp zu installieren.

App Store klein
Wie leicht es ist, im Play Store gefälschte Apps zu platzieren, zeigte der Fall eines Anbieters namens BauDeineApp.de vor zwei Monaten. In seinem Store fand man zahlreiche offiziell aussehende Apps. / © Google Play Store

Von BlackBerry gibt es noch kein offizielles Statement zu dem Vorfall. Aber gefreut hat man sich im Hauptquartier bestimmt nicht, denn das ist schlechte Presse. Außerdem sind 100.000+ Downloads kein Pappenstiel. Das erinnert an einen Fall, von dem ich vor zwei Monaten berichtete. Ein deutscher Entwickler bot im Play Store einen App-Baukasten an. Um diesen zu bewerben, baute er auf billigste Art und Weise Apps namhafter Unternehmen nach, so auch von Zalando. Blöd nur, dass Zalando noch keine offizielle App hatte, aber kurz vor der Veröffentlichung einer solchen stand und selbstverständlich Spannung aufbauen wollte. Durch das vorzeitige Auftauchen einer gefälschten App wurde der gewünschte Hype allerdings potentiell gedämpft. 

Und die Moral von der Geschichte? Offenheit und Freiheit haben ihren Preis. Wer in einem solchen App-Ökosystem herunterlädt, ist selbst für die eigene Sicherheit verantwortlich beziehungsweise für die Qualität dessen, was er sich aufs Smartphone holt. Und die Anbieter? Es ist nicht bekannt, was aus “RIM” wurde. Aber ich bin sicher, die Anwälte von BlackBerry werden demnächst mal anklopfen und demonstrieren, dass mit ihnen nicht gut Kirschen essen ist - beziehungsweise Brombeeren.

Via: CNET UK

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