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Pixel 2: Das Smartphone ist tot. Lang leben unsere Daten.

Okay, Google. Deine Präsentation zum Pixel Phone 2 hatte es in sich. Nein, nicht zwingend inhaltlich. Und auch nicht in der Darbietung. Gerade von Letzterer war ich persönlich zumindest enttäuscht. Vielmehr wurde klar, dass der Abgesang auf das Smartphone nun endgültig eingeläutet zu sein scheint.

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Google verabschiedet sich von „Mobile First“ und verschreibt sich „AI First“

Die Pixel-Show war am Ende gar keine. Vielmehr drehte sich die Veranstaltung um Google’s neue Strategie „Not mobile first. But AI first“. Zukünftig soll sich der ganze Konzern und seine Produkte also vorrangig um das Thema künstliche Intelligenz drehen. Eindrucksvoll präsentiert Sundar Pichai, der CEO, was er unter anderem darunter versteht: ein winzig kleiner, markanter Ausschnitt eines Hauses – so klein, dass er einem Menschen wohl gar nicht aufgefallen wäre – reicht der Maschine aus, um das Gebäude eindeutig zuordnen zu können. Es werden Motorräder gezeigt, die als einzelne Objekte wahrgenommen werden können. Aber im späteren Verlauf Kissenmuster, Bilder und Adressen. All das kann die Google-KI nach Angaben des Konzerns mit Leichtigkeit zuordnen und passende Ergebnisse zurückliefern.

Opinion by Fabien Roehlinger
Die Google-Präsentation zum Pixel 2 hat mich enttäuscht. 
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Es wird schnell klar, um was es eigentlich geht, als Google dann seine neue Produktpalette auspackt. Die neue Google Home-Familie mit den Lautsprechern Google Home Mini und Google Home Max beispielsweise. Oder dem Pixelbook. Aber auch Google Clips – einer Mini-Cam, die vor allem Bilder der Familie schießen soll.

Es geht um unsere Daten.

Google schlägt um sich – und greift alle Großen frontal an

Man kann das Google-Event als Großangriff auf mehrere Konkurrenten werten, allen voran Amazon, die mit Echo und Alexa eine Reihe lauschender Lautsprecher im Angebot haben. Gerade der Erfolg der Google Home-Lautsprecher dürften Mountain View besonders am Herzen liegen. Der große Erfolg, den Amazon mit Alexa in diesem Jahr feiern durfte, kann Google nicht gefallen. Jeder Alexa-Kunde macht deren künstliche Intelligenz ein bisschen schlauer und hilft Amazon dabei seine Kunden besser zu kennen.

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Datensammler der Neuzeit: Google Home will Euren Alltag vereinfachen, aber er spioniert Euch auch aus. / © AndroidPIT

Man darf nicht vergessen: Gerade Google, aber auch Amazon leben davon ihre Kunden – also uns – besser zu kennen, als wir uns selbst. Von daher verwundert es nicht, dass die Google Home-Lautsprecher zu echten Kampfpreisen ins Rennen geschickt werden. Am Ende geht es darum mit unseren Daten – Bilder, Videos, Sprache – uns und die Welt um uns herum automatisiert kennenzulernen und Produkte und -vorschläge an unsere Bedürfnisse anzupassen. Wer dieses Rennen verliert, dem könnte in ein paar Jahren die Luft ausgehen. Mindestens aber dürfte selbige dünn werden.

Smartphones beziehungsweise Displays werden obsolet(er)

Und noch etwas hat uns das gestrige Event gezeigt. Nein, nicht nur, dass man Google durchaus Schwächen in seiner Präsentation vorwerfen und Ideenlosigkeit vorwerfen kann. Vielmehr zeigte man uns auf, dass die Displays unserer Smartphones als Eingabemedium langsam ausgedient hat.

google pixel 2 vs pixel 2 xl
Das Smartphone an sich steht nicht mehr alleine im Fokus. / © AndroidPIT

Die großen Treiber künstlicher Intelligenzen für den Massenmarkt – allen voran Google, Apple, Amazon und Microsoft – verführen uns mit Siris, Cortanas, Alexas & Co.. Wir kaufen uns die Augen (zum Beispiel Google Clips) und Ohren (Alexa, Google Home oder Home Pod) der Maschinen und helfen bei deren Training. Unsere zwischenmenschliche Kommunikation dürfte zukünftig immer stärker über genau solche Wege laufen. Telefonie, Chats, Videokonferenzen eingeschlossen. Das Smartphone – oder vielmehr das Display rückt damit immer weiter in den Hintergrund, gerade weil mit eSIMs zukünftig alle Produkte relativ mühelos „always online“ sein können.

Smartphones haben vielleicht nicht gänzlich ausgedient. Ihre beste Zeit scheint aber vorbei. Der Kampf aber um die neuen Produktkategorien – allen voran unserer Daten ist voll entbrannt.

Opinion by Fabien Roehlinger
Die Wichtigkeit von Smartphones im täglichen Leben nimmt ab.
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Ist es nicht ironisch, dass das Pixel 2 das zweitteuerste Produkt (nach dem Pixelbook – einem vollwertigen Chrome Book) der Neuvorstellungen war? Nicht wirklich. Der Vorteil der Smartphones erschließt sich uns Kunden und Telefone bleiben ein essentieller Bestandteil des „Mobile First“-Paradigmas und damit auch ein wichtiger Bestandteil des Hardware-Mixes der Hersteller. Im Fokus weiterer Entwicklungen stehen sie aber nicht mehr.

Mobile First war für uns Konsumenten einfach zu verstehen. Was aber heißt AI First für uns?

Künstliche Intelligenzen brauchen Datenfutter für mehr Intelligenz. Google betonte vorgestern, wie komplex dieser Vorgang ist. Nur wenige tausend Entwickler weltweit seien überhaupt theoretisch in der Lage neuronale Netze bauen zu können.

Opinion by Fabien Roehlinger
Künstliche Intelligenzen bergen Gefahren, die ich heute noch nicht überblicken kann.
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Uns Verbrauchern erschließen sich von daher viele Logiken und damit auch potentielle Auswirkungen gar nicht – auch ein Grund, warum wir hier bei AndroidPIT diesem Thema, wie schon vor einigen Monaten beschrieben, mehr Aufmerksamkeit widmen wollen.

Der Übergang von unseren traditionellen Smartphones hin zu anderen Eingabemethoden, dürften viele Menschen gar nicht bewusst wahrnehmen. Es ist von daher wichtig, einen offenen Diskurs darüber zu starten.

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Top-Kommentare der Community

  • Tim vor 1 Monat

    Also meiner Meinung nach hat das Smartphone ganz sicher noch nicht ausgedient. Auch nicht "langsam". Im Gegenteil. Viel mehr ist das Smartphone DAS Tool bzw. Zwischenstück der ganzen AI-, Smart Home-Spielereien.
    Es wird mittlerweile quasi alles mit dem Smartphone bedient (wenn man Deutschland mal nicht als Standard sieht ^^), alle Geräte, die im Internet sind, kommunizieren mit was? Genau, dem Smartphone.
    Das ist quasi so, als sagt man, die CPU in einem PC hat ausgedient, weil es ja mittlerweile so schnellen RAM und gute GPUs gibt. Ohne das Smartphone klappt bei Smart Home und Co. quasi nichts.

    Und Sprachsteuerung ist auch nicht die Zukunft. Die meisten haben nämlich keine Lust, in der Öffentlichkeit das sprechen zu müssen, was sie irgendjemandem Schreiben wollen usw. ;)

    Auch Displays sind nicht obsolet(er). Vor allem nicht in 2017, wo hauptsächlich mit dem Display geworben wird. Und mit das meiste, was es auf der IFA zu sehen gab, waren Fernseher...
    Nur weil Google es verbockt, heißt das ja nicht, dass es nicht mehr wichtig ist...

  • Tenten vor 1 Monat

    "Also ich sag es mal so: Niemand wird jemals mehr über mich selbst wissen, als es mein Herz und Verstand mir jede Sekunde meines Lebens bereits seit Kindheit vorzeigten."

    Ich glaube, hier liegt der große Trugschluss vor. Es geht nicht darum, einzelne Details über jemand zu wissen. Lieblingsfarbe, Adresse, Gewicht, Einkommen, usw., das wird sicher gesammelt, aber als einzelne Daten sind diese irrelevant. Entscheidender ist das Verhalten und das kann man durch das Sammeln und Auswerten sehr großer Datenmengen immer präziser bestimmen und vorhersagen (als ein Beispiel sei hier mal die bereits praktizierte Verbrechensvorhersage erwähnt). Man kann es irgendwann derart genau vorhersagen, dass selbst der Einzelne, dessen Verhalten prognostiziert wird, sich dieses Verhaltens noch gar nicht bewusst ist. Somit weiß die KI schon wesentlich mehr über dich als du selbst. Natürlich nie zu 100 % sicher, aber doch annähernd genau, sodass man sicherlich in 999 von tausend Fällen sich so verhalten wird, wie die Maschine es vorhersieht.

    Das perfide dabei ist, dass man nicht einfach so auf seine Daten achten kann. Natürlich könnte man versuchen, sich der Datensammelei zu entziehen, indem man nicht mit Karte bezahlt, das Internet meidet, WhatsApp verbannt oder was auch immer so als Tipps zu finden ist. Nur wird all das nichts nützen, denn die für die präzise Vorhersage des Verhaltens notwendigen Daten können einem Nutzer so unwichtig und unbedeutend erscheinen, dass man sie völlig sorglos preisgibt. Zum Beispiel Musikgeschmack. Eine Playlist mit 20 Lieblingsstücken kann mehr über dein Verhalten bei Wahlen oder in anderen Situationen aussagen, als zum Beispiel die Kenntnis über dein Einkommen oder deinen Beruf. Es hängt nur davon ab, wie große Datenmengen miteinander verknüpft werden. Man muss dich nicht mehr fragen, ob du für oder gegen eine bestimmte politische Entscheidung bist, denn man weiß es längst aufgrund der Tatsache, welchen Film du letztes Wochenende gestreamt hast, welches Buch du bei Amazon länger angesehen hast, in welchem Urlaubsort du den letzten Sommer verbracht hast und noch einem anderen Dutzend Daten, die, jedes für sich betrachtet, einem völlig unwichtig erscheinen.

  • Tenten vor 1 Monat

    Hier übrigens ein Artikel dazu, wie schnell leichtfertig verteilte Daten gegen einen verwandt werden können:

    https://www.heise.de/newsticker/meldung/Aegypten-Verhaftungswelle-gegen-LGBTQ-Bewegung-dank-Internet-und-Dating-Apps-3850742.html

    Jetzt kann man natürlich einwerfen, wir leben ja in einem anderen politischen System. Aber wie die Türkei, England und die USA zeigen, kann sich sowas auch ganz schnell ändern.

  • Fabien Roehlinger
    • Admin
    • Staff
    vor 1 Monat

    Deine persönlichen Daten, wie Telefonnummer und Adresse, sind gar kein Problem. Die Daten aber, die ich meine, sind vielmehr Metadaten, an die Du vielleicht gar nicht denken würdest. Wohin willst Du eventuell in den Urlaub? Was ist Deine Lieblingsfarbe? Welche Vorlieben hast Du? Je mehr Datenpunkte man bekommt, desto akkurater lässt sich ein Profil – also Deines als Individuum – bauen. Das halte ich schon für ein Problem und nicht zwingend für einen Mehrwert.

  • Tim vor 1 Monat

    Na ob Steve Ballmer wirklich ein Branchenkenner ist ...? :D

    Außerdem glaube ich der Vergleich vom Ablösen der Smartphones mit sowas wie der Wahl von Trump zum Präsidenten hinkt etwas...
    Bei den Wahlen konnten die Amerikaner ja quasi nur zwischen Pest und Cholera wählen, von daher... Smartphones findet man aber weltweit und in enorm hoher Verbreitung. Und allein deswegen bezweifle ich extrem stark, dass Smartphones all zu bald abgelöst werden. Erst recht nicht von sowas wie Sprachsteuerung. Mit einem Smartphone macht man wesentlich mehr, als nur mit Leuten zu schreiben. Man sieht sich Filme/Videos an, hört Musik, liest Artikel, Blogs und vieles mehr. und nichts davon lässt sich mit einem nur auf Sprache basierenden System umsetzen. Dazu dann noch Tools wie Taschenlampen, Taschenrechner und so weiter. Versuch mal eine Unterwegs, also nicht zuhause, mit der Sprache irgendwie Licht zu machen.

    Smart Home wird immer mehr Zuhause Einzug halten, aber kein System wird all zu bald das Smartphone ablösen. Unter Garantie nicht.
    Smartphones sind einfach VIEL zu verbreitet, um "mal eben" von irgendeinem neuen System beerbt zu werden.

51 Kommentare

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  • Takeda vor 3 Wochen Link zum Kommentar

    Mit einem habt ihr recht, das Pixel 2 ist tot 😉


  • Was soll der Quatsch von wegen das Display habe ausgedient. Das hieße keine Videos, keine Spiele und jeder im Zug oder Restaurant labert die ganze Zeit auf sein Telefon ein. Das würde aber extrem nerven. Ich kann mir nicht vorstellen wie das gehen soll. Und nebenbei bemerkt, 'obsolet' hat keine Steigerungsform.


    • Fabien Roehlinger
      • Admin
      • Staff
      vor 1 Monat Link zum Kommentar

      Ich behaupte nicht, dass Displays im Allgemeinen obsolet sind. Die Hardware verändert sich nur. In der vergangenen Woche war ich zu Gast bei Qualcomm in den USA, die eine ganz ähnliche These vertreten. Gerade in den entwickelten Ländern werden Smartphones anderen Geräten weichen – zum Beispiel dem Thema AI und VR (weil Du auch Spiele genannt hast). Man entwickelt dort schon an einer Reihe neuer Produkte, die allesamt neue Visualisierungsformen haben und Aufgaben der Smartphones übernehmen. Bitte vergesse nicht: ein Tag hat nur 24 Stunden und jede Minute, die wir in unserem Alltag anders aufwenden als bisher, ändert unweigerlich unser Nutzungsverhalten.

      Vor 10 Jahren hätten die allerwenigsten Branchenkenner eine Wette darauf abgeschlossen, dass Digitalkameras im privaten Bereich nahezu gänzlich verschwinden würden. Oder Navigationssysteme im Auto. Oder die SMS. Nur um mal drei Beispiele zu nennen...

      Ich bin ziemlich fest davon überzeugt, dass neue Geräteklassen gegebene Märkte in kurzer Zeit sehr radikal umkrempeln können. Beispiele dafür gibt es wirklich zuhauf.


  • Da ich sicher keinen Lautsprecher mit Alexa unterwegs mit herumschleppen werde, bleibt das Smartphone so wichtig wie immer. Und so ein Alexa oder Siri Dings kommt mir bestimmt nicht in die Wohnung, auch wenn man sich der Datensammelwut sicher kaum erfolgreich erwehren kann, muss ich nicht noch unnötiges Equipment anschaffen, das es den Lauschern noch bequemer macht. Ich sehe mich nicht in der Lage, zu kontrollieren, was so ein Ding wohin nach außen gibt und werde mich nicht selbst verwanzen. Das Smartphone an sich ist schon gefährlich genug. Missen kann und will ich es aber auch nicht.
    Es ist nur naiv, zu gleuben, dass das alles nur unserer Bequemlichkeit dient, es dient in erster Linie dem Kommerz, schlimmstenfalls den Diensten die uns möglicherweise irgendwann einmal übles wollen. Ein wenig Privatsphäre im Rahmen des möglichen hat schon noch immer etwas für sich.


  • Leider bestimmt das Smartphone immer mehr unseren Alltag und das nervt. Egal wo du Hinguckst... Jeder muss sein Handy in der Hand haben und facebooken damit man auch ja nix verpasst.... Und noch schlimmer... Viele machen das auch beim Kinderwagen schieben. (Was auch mit einem Bußgeld bestraft werden müsste)... Und wenn was passiert ist das Geschreie groß... Genauso im Auto oder auf dem Fahrrad... Generation Kopf unten... Ich mach meines ab 20 Uhr aus dann will ich meine Ruhe haben und schlafen.
    Mal ehrlich... Wenn man unterwegs ist kann das Handy auch in der Tasche bleiben und wenn was ist kann man kurz stehen bleiben aber nicht mit dem Ding in der Handy rumlaufen. Handy ist kein statusangebersymbol. Ich hatte es neulich gesehen wie eine mit Kinderwagen und Blick aufs Handy fast bei Rot über die Straße wollte und wäre mir einer Straßenbahn kollidiert....


    • Fast das Gleiche ist uns vor ein paar Tagen auch passiert. Ein Typ latscht den Blick fest auf Smartphone geklebt und an einem Kuchen kauend bei Rot über die Straße. Vollbremsung, trotzdem hätte nicht viel gefehlt und wir hätten ihn erwischt. Aber der Typ hat es nicht mal mitbekommen, ist einfach weiter. Mit Smartphone und Essen waren seine geistigen Kapazitäten offenbar zu 100% ausgelastet. :/


      • Muss erst was passieren... Heut auch wieder in Leipzig...da schiebt ne jüngere ihren Kinderwagen mit der linken Hand... Rechts das Handy mit Blick drauf und kollidiert fast auch mit einem Radfahrer selber sein Klingelfon in der Hand hatte


    • nimm doch beim laufen mit kinderwagen den Führerscheinweg...lächerlich wir nie zuvor


  • Also die Aussage "Das Smartphone hat ausgedient" halte ich für falsch. Nur weil es derzeit kaum neue Innovationen gibt, wird in den nächsten (vielen) Jahren, u.a. auch wegen der Mobilität, niemand auf ein Smartphone verzichten wollen oder können. Auch das Display als Eingabemethode wird nicht sterben. Wer spricht/telefoniert denn heute noch viel oder gern?


  • 1984 George Orwell, Big Brother is watching you.


  • Hier übrigens ein Artikel dazu, wie schnell leichtfertig verteilte Daten gegen einen verwandt werden können:

    https://www.heise.de/newsticker/meldung/Aegypten-Verhaftungswelle-gegen-LGBTQ-Bewegung-dank-Internet-und-Dating-Apps-3850742.html

    Jetzt kann man natürlich einwerfen, wir leben ja in einem anderen politischen System. Aber wie die Türkei, England und die USA zeigen, kann sich sowas auch ganz schnell ändern.


  • Sven vor 1 Monat Link zum Kommentar

    Ein bunter Kaiserschmarrn-Artikel der seinesgleichen sucht.

    Bester Kommentar dazu:
    "Man darf nicht vergessen: Gerade Google, aber auch Amazon leben davon ihre Kunden – also uns – besser zu kennen, als wir uns selbst".

    Also ich sag es mal so: Niemand wird jemals mehr über mich selbst wissen, als es mein Herz und Verstand mir jede Sekunde meines Lebens bereits seit Kindheit vorzeigten. Nicht einmal der beste Psychologe auf dieser Welt kann mir zu 100% genau versichern, wer ich bin, wie ich bin und was ich gerade denke. Auch keine KI mit übertriebenen 1000 IQ Punkten könnte das.

    Und das Google Daten sammelt, wie jedes andere Unternehmen auch, ist schon seit einiger Zeit bekannt, deswegen erschließt mich der Inhalt und auf was der Artikel genau hinaus will, nicht so ganz.

    Ich finde das Design und die Präsentation von Google einfach einzigartig und nein ich bin kein Fanboy oder etwaiges!

    Und ja ich werde Google schön weiter mit Daten füttern, damit die KI die dort dahinter steckt, mal alles über uns weiß und unserer Menschheit hoffentlich endlich mal aufzeigt, wie dumm wir eigentlich sind und wo überall unsere Fehler liegen, die wir zu 100% gewissenhaft jeden Tag verüben.
    Ich sehe keine Gefahr in einer künstlichen Intelligenz ala Google, Siri ect. aber wie immer wird der große Teufel an die Wand gemalt und der Schuldige ist dann plötzlich der wo es eigentlich nur gut meinte.

    Google will unseren Alltag vereinfachen, nicht mehr und auch nicht weniger. Denn die Macht, Daten zu besitzen ist hier zweitrangig, da andere Spionage Dienste weltweit mehr Daten und vernetzte Server besitzen, als Google sich es sich jemals zu erträumen wünscht.

    Damit wäre der Artikel an den Nagel gehängt ...


    • Fabien Roehlinger
      • Admin
      • Staff
      vor 1 Monat Link zum Kommentar

      Vielen Dank für Deinen Kommentar. Er ist ein Teil des Diskurses, den ich mir wünsche. Denn es ist gibt aktuell keine absolute Wahrheit. Vielmehr brauchen wir Thesen – aber eben auch Recherche unsererseits – die uns schlauer machen. Beides ist selbstverständlich richtig: Die Services sind grandios und helfen uns. Und gleichzeitig gibt es die Gefahr des Missbrauchs. Als AndroidPIT startete war es einfach: Wir mussten über neue Hardware und Apps diskutieren. Über deren Vor- und Nachteile. Beide waren selbst für Laien schnell ersichtlich. Heute ist das anders. Etwas so Abstraktes, wie eine AI und die potentiellen Gefahren zu beschreiben, ist außerordentlich herausfordernd. Es aber nicht zu tun, wäre aus meiner Sicht grob fahrlässig.


    • "Also ich sag es mal so: Niemand wird jemals mehr über mich selbst wissen, als es mein Herz und Verstand mir jede Sekunde meines Lebens bereits seit Kindheit vorzeigten."

      Ich glaube, hier liegt der große Trugschluss vor. Es geht nicht darum, einzelne Details über jemand zu wissen. Lieblingsfarbe, Adresse, Gewicht, Einkommen, usw., das wird sicher gesammelt, aber als einzelne Daten sind diese irrelevant. Entscheidender ist das Verhalten und das kann man durch das Sammeln und Auswerten sehr großer Datenmengen immer präziser bestimmen und vorhersagen (als ein Beispiel sei hier mal die bereits praktizierte Verbrechensvorhersage erwähnt). Man kann es irgendwann derart genau vorhersagen, dass selbst der Einzelne, dessen Verhalten prognostiziert wird, sich dieses Verhaltens noch gar nicht bewusst ist. Somit weiß die KI schon wesentlich mehr über dich als du selbst. Natürlich nie zu 100 % sicher, aber doch annähernd genau, sodass man sicherlich in 999 von tausend Fällen sich so verhalten wird, wie die Maschine es vorhersieht.

      Das perfide dabei ist, dass man nicht einfach so auf seine Daten achten kann. Natürlich könnte man versuchen, sich der Datensammelei zu entziehen, indem man nicht mit Karte bezahlt, das Internet meidet, WhatsApp verbannt oder was auch immer so als Tipps zu finden ist. Nur wird all das nichts nützen, denn die für die präzise Vorhersage des Verhaltens notwendigen Daten können einem Nutzer so unwichtig und unbedeutend erscheinen, dass man sie völlig sorglos preisgibt. Zum Beispiel Musikgeschmack. Eine Playlist mit 20 Lieblingsstücken kann mehr über dein Verhalten bei Wahlen oder in anderen Situationen aussagen, als zum Beispiel die Kenntnis über dein Einkommen oder deinen Beruf. Es hängt nur davon ab, wie große Datenmengen miteinander verknüpft werden. Man muss dich nicht mehr fragen, ob du für oder gegen eine bestimmte politische Entscheidung bist, denn man weiß es längst aufgrund der Tatsache, welchen Film du letztes Wochenende gestreamt hast, welches Buch du bei Amazon länger angesehen hast, in welchem Urlaubsort du den letzten Sommer verbracht hast und noch einem anderen Dutzend Daten, die, jedes für sich betrachtet, einem völlig unwichtig erscheinen.


    • Du glaubst nur dich zu kennen, aber in Wirklichkeit bist du auch nur ein Produkt, dass aus Verkettungen zufälliger Ereignisse entstanden ist. Vielleicht ist dein jetziger Beruf gar nicht deine Berufung, vielleicht haben dich die falschen Leute geprägt wo du aufgehört hast du selbst zu sein, vielleicht vielleicht ... Also wer bist du, möglicherweise jemand ganz anderer als du glaubst zu sein...Vielleicht bist du auch der, der du schon immer sein wolltest, nur hast du dir selbst nie die Chance dazu gegeben.


    • Jan vor 1 Monat Link zum Kommentar

      Vielleicht ist dein Nagel einfach zu kurz Tommy...
      Du schreibst:

      "Google will unseren Alltag vereinfachen, nicht mehr und auch nicht weniger. Denn die Macht, Daten zu besitzen ist hier zweitrangig, da andere Spionage Dienste weltweit mehr Daten und vernetzte Server besitzen, als Google sich es sich jemals zu erträumen wünscht."

      Wer spricht hier von Spionage?
      Google möchte im Endeffekt doch nur eins. Geld verdienen. Und als Nummer 1 bekommt man davon nun mal am meisten.

      Also schenkt man den Leuten was, so mal zum Anbeißen, eben ein schönes Betriebssystem, die Endgeräte oder auch Kommunikationsmaschinen kaufen sie ja selbst... Wie dumm nur von den Leuten. Und schon geht die jedes Jahr perfekter gemacht Sammelleidenschaft los.
      Ach ja. Die Telefone werden immer teurer und anspruchsvoller... Das merkt hier niemand, oder? Mein erstes Nexus 4 war noch ein richtiger Schnapper, so günstig, dass bei Google nach dem ersten Verkaufsstart alle Server zusammen gebrochen sind...
      Jetzt verdienen sie halt in jeder Sparte...

      Aber am gewaltigsten ist die Daten Macht Kralle. Nur darum geht es!
      Wer das nicht kapiert...
      Der macht sich selbst das Leben zu bequem! Das verödet den Rest vom Hirn und hinter her heißt es, konnte man das und nicht vorher sagen!
      Das Leben ist heute schon zu bequem, da muss man niemand mit Daten füttern.
      Android Pit war nur mal etwas ehrlich...
      Danke dafür

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