Diese Website verwendet Cookies, um Ihnen ein besseres Nutzungserlebnis bieten zu können. OK
5 Min Lesezeit 6 mal geteilt 13 Kommentare

Periscope und Meerkat sind eine Gefahr für unsere Privatsphäre

Unsere Privatsphäre ist kostbar und eine zarte Pflanze, die wir schützen müssen. Leider ist dieses zarte Pflänzchen wieder einmal in Gefahr! Und die Gefahr kommt in Form von Livestreaming-Apps wie Meerkat und Periscope. ​Leider sind deren Nutzer nicht so schnell zu identifizieren wie Google-Glass-Träger. Hier muss doch eigentlich gehandelt werden, oder nicht? 

Ich suche gerade nach einer neuen beruflichen Herausforderung.
...
50
50
19410 Teilnehmer

Vor nunmehr drei Jahren stellte Google mit der Datenbrille Google Glass eine Innovation vor, mit deren Hilfe wichtige Informationen auf einen Blick vor das eigene Auge projiziert werden. Die anfängliche Freude und Begeisterung für ein Heads-Up-Display für den Fußgänger wich aber schnell der Angst, dass Google-Glass-Träger eine Gefahr für die Privatsphäre der Allgemeinheit werden. Warum? Ganz einfach: Die Datenbrille verfügt über eine kleine Kamera und kann damit Fotos und Videos aufzeichnen, ohne dass man es bemerkt. Schnell gerieten also die ersten Träger in Verruf, auch wenn diese die Kamera nicht für verwerfliche Zwecke genutzt haben. 

Als Folge des Aufschreis hat Google die Kamera in der Datenbrille limitiert. Zum einen wurde die Aktivierung der Kamera mit einem Piepsen quittiert und die Kamera konnte standardmäßig nur noch wenige Sekunden Videos aufzeichnen. Es war sogar über einen zusätzliche App möglich, direkt den Livefeed aus Google Glass und dem gekoppelten Smartphone ins World Wide Web zu streamen.

Während der Aufschrei von Datenschützern damals bei Google Glass sehr laut war, schert sich keiner um Apps wie Meerkat oder Persicope von Twitter. Beide Livestreaming-Apps sind aktuell in aller Munde und werden auch rege benutzt. Zwar ist mir selbst noch kein Fall bekannt, in dem ein Nutzer einer der Apps moralisch verwerfliche Streams angeboten hat, aber technisch ist es sehr einfach, mit diesen beiden Apps überall einen Livestream zu generieren, ohne dass die Masse der Menschheit überhaupt es mitbekommt. 

Warum schreien die Datenschützer nicht auf? 

Sehr wahrscheinlich weil das Smartphone mittlerweile zu unserem Alltag gehört, und es ist nicht mehr ungewöhnlich, dass in der Öffentlichkeit mehrere Menschen mit ihren Smartphones in der Hand durch die Gegend laufen und dabei Fotos und ggf. auch Videos machen. Es ist also heutzutage nicht mehr herauszufinden, was der Gegenüber eigentlich gerade mit seinem Smartphone macht. Liest er gerade nur einen spannenden Artikel auf AndroidPIT oder schaut er sich gerade nur ein Video auf YouTube an? Oder filmt der Gegenüber einen eigentlich und nutzt dabei Meerkat oder Periscope dafür, das Bild von seiner Kamera direkt ins Internet zu streamen?

periscope livestreaming hero
Mit Periscope kann jeder sein Smartphone als Livestream-Videokamera nutzen. / © Periscope

Ein Google-Glass-Nutzer der seine Kamera aktiviert ist leichter zu erkennen. Zum einen hat er diese in Verruf geratene Datenbrille auf dem Kopf und zum anderen muss er um die Kamera zu starten entweder laut “Okay Glass, record a Video” sagen oder seitlich an der Brille herumfummeln, um die Kamerafunktion zu starten. Einen Smartphone-Filmer kann man nicht so leicht in der Menge ausfindig machen. 

Zum Schutz der eigenen Privatsphäre wäre es wünschenswert, wenn diese Livestreaming-Apps wie Meerkat und Periscope mit einem akustischen oder visuellen Signal ausgestattet werden, so dass man merkt, dass man gefilmt wird. Aber wir können es mit der Privatsphäre wie Mark Zuckerberg sehen. Der Facebook-Gründer hat vor fünf Jahren schon das Ende der Privatsphäre vorausgesehen. Und irgendwie hat er damit auch Recht behalten. 

6 mal geteilt

Top-Kommentare der Community

13 Kommentare

Neuen Kommentar schreiben:

Diese Website verwendet Cookies, um Ihnen ein besseres Nutzungserlebnis bieten zu können. Mehr dazu

Alles klar!