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#Thementag 3 Min Lesezeit 31 Kommentare

Pulsfrust am Handgelenk: Warum optische Herzschlagsensoren nichts taugen

Obwohl sie in unzähligen Smartwatches und auch vielen anspruchsvolleren Fitness-Trackern zum Einsatz kommen, sind optische Pulssensoren frustrierend. Und mit ihrer Ungenauigkeit auch mal regelrecht gemein.

Ich treibe jeden Tag Sport. Und ich liebe Technik. Entsprechend habe ich im Laufe der vergangenen Jahre einen wirklich großen Teil der Fitness-Tracker und Sportuhren ausprobiert; bei den unterschiedlichsten Sportarten und dabei häufig auch mehrere Produkte gleichzeitig. Nichts hat mich dabei so konsistent genervt wie optische Pulssensoren.

Der Grund dafür ist einfach: Ich mag Abwechslung beim Sport. Ich gehe gerne Joggen und Radeln, auf dem Trainingsplan stehen aber auch zum Beispiel Yoga, Hanteltraining, HIIT-Sessions, MMA-Cardio-Workouts, Athletiktraining oder Klettern. Ab „Radeln“ sind das alles Sportarten, bei denen die Handgelenke stark beansprucht werden. Und damit Sportarten, bei denen optische Pulssensoren versagen. Bei abgeknickten und/oder stark angespannten Handgelenken ist nämlich kein ungehinderter Blutfluss mehr gegeben – und damit ergibt auch die Pulsmessung in weiten Teilen nur noch unsinnige Ergebnisse.

AndroidPIT huawei fit fitness tracker 3857
Optischer Pulssensoren liefern in der Regel unzuverlässige Ergebnisse. / © AndroidPIT

Deutlich zu niedriger Puls

Ganz typisches Szenario: Ich bin bei einem Intervall-Training gerade am Rande meiner persönlichen Leistungsgrenze und völlig außer Puste – und vom Gadget am Handgelenk scheint mir geradezu hämisch eine „121“ entgegen. Und am Ende des Workouts steht dann ein Durchschnittspuls von 110 in der App. Wer sich wenig mit Sport auskennt: Das entspricht ungefähr der Herzfrequenz beim gemächlichen Traben. Nachdem der Durchschnittspuls typischerweise auch zur Berechnung des Kalorienverbrauchs verwendet wird, habe ich dann in einer schweißtreibenden Stunde laut App den Gegenwert eines mickrigen Cheeseburgers verbrannt.

Gleichzeitig hatte ich glücklicherweise aber oft genug auch einen Brustgurt an, der meine Herzfrequenz elektrisch misst – also so, wie es das EKG beim Arzt tut. Hier gibt es dann bessere Nachrichten. Auf der verknüpften Sportuhr beziehungsweise in der jeweiligen App bekomme ich dann üblicherweise einen um 40 bis 60 Schläge höheren Durchschnitts- sowie Maximalpuls präsentiert. Und statt des Cheeseburgers habe ich den Gegenwert von eineinhalb Big Macs umgesetzt.

Dieses Problem hatte ich wirklich mit bislang jedem einzelnen Fitness-Tracker, der auf einen optischen Pulssensor setzt – von Basis und Fitbit und Epson und Garmin bis hin zu Samsung und TomTom. Was übrigens dagegen erfreulich gut funktioniert, das sind Headsets mit optischen Pulssensoren im Ohr, beispielsweise die Jabra Sport Pulse Wireless oder die Bose SoundSport Pulse Wireless. Erstere sind bezahlbar, und zweitere klingen auch noch richtig ordentlich.

Trägheit als zweites Problem

Ein weiteres, in der Praxis aber geringeres Problem, ist die Trägheit vieler optischer Pulssensoren. Beim Intervall-Training brauchen sie merklich mehr Zeit, um auf wechselnde Herzfrequenzen zu reagieren. Gerade bei vergleichsweise kurzen Intervallen sorgt das auf das gesamte Training gerechnet für eine gewisse Ungenauigkeit.

Versteht mich nicht falsch: Wenn Ihr „nur“ joggen geht oder Fahrrad fahrt, dann sind optische Pulssensoren am Handgelenk durchaus eine feine Sache. Aber sobald Ihr eine Sportart treibt, die Eure Handgelenke stark involviert, dann ist Schluss mit lustig. Denn dann dürft Ihr Euch darauf gefasst machen, am Rande Eurer Leistungsgrenze von dem Stück Hardware an Eurem Handgelenk mit einem „Puls: 120“ verhöhnt zu werden. 

Wie geht’s Euch mit Euren Pulssensoren: Auf was setzt Ihr? Und sorgt das eher für Lust oder für Frust?

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31 Kommentare

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  •   2
    Gelöschter Account vor 5 Monaten Link zum Kommentar

    Ich verwende eine Garmin Vivoactive HR und ich bin sehr zufrieden. Die Uhr ein Stück über Handgelenk tragen und es funktioniert einwandfrei. Beim Radfahren (am häufigsten), früher auch im Fiti beim Kraftsport oder was auch immer man da macht. Immer relativ genau. Und noch zu denen die meinen das es für normal Sportler Müll ist, denen muss ich widersprechen, denn man kann damit schon sehr genau seinen Körper kennen lernen um zu wissen wann es übertrieben wird oder man noch bisschen was machen kann. Vielleicht sollte man nicht das billigste Gerät nehmen! Und eine mit integrieren GPS ist Gold wert für die Rad Fans. Und sie ist auch fürs Schwimmen geeignet und zählt die Bahnen korrekt (wenn man vorher einstellt wie lang die Bahnen sind). Und wenn ich recht informiert bin messen die optischen Sensoren den Blutdurchfluss und nicht direkt den puls, also ist es daher schon richtig die Uhr normal zu tragen und nicht wie hier behauptet das würde nicht funktionieren.


  • Hatte zur Prüfung der kleinen China Uhr mit optischem Pulsmesser (angeblich sogar Blutdruck/-sauerstoff-Messung) mal mit dem Brustgurt gegengeprüft und bin ebenfalls auf bis zu 50-60 Schläge Abweichung gekommen, wenn man gerade mit einem Hantelgewicht trainiert, dass man kaum 5 mal heben kann und die Uhr einem was von Puls 100 erzählt, der Brustgurt aber 150-160bpm anzeigt. Mal davon abgesehen, dass die Uhr selbst im nicht getragenen Zustand (nach dem Duschen den Tag über im Bad vergessen) noch einen normalen Puls gemessen haben wollte. Kurzum das war die erste Funktion die ich sehr zur Freude der Akkulaufzeit deaktiviert habe.


  • bei mir ist der puls auch fast immer korrekt, dabei trage ich sie auch vorm handgelenk ( also richtung körper hin ) und eng, wenn ich 40-50 schläge draufrechnen würde währe ich wahrscheinlich tot^^ ich benutze die pro hauptsächlich fürs brustschwimmen, wobei sie dabei in letzter zeit öfter mal aussetzer hat. zb hört sie ohne ersichtlichen grund auf bahnen zu zählen, dann ist eine bahn aufeinmal 6 oder 9 minuten lang, und das während meiner 60 bahnen auch mal 2-3 mal. hab auch schon mit dem support gechatted, die meinten wenn das öfter passiert, soll ich sie in eins von deren technickzentralen schicken :( . hatt sonnst irgendjemand solche probleme? google spuckt nix aus, entweder bin ich alleine mit dem problem, oder sie hatt wirklich nen schaden, wobei wenn se rund läuft ist alles perfekt, aber wenn 4 von 10 trainings verhutzelt sind, ist das schon ärgerlich. ich hab auch schon alles probiert, mehrmals zurückgesetzt, bluetoth und wlan an und aus, gps aus usw.
    leider darf ich keine links posten, sonnst würde ich meine trainings von under armor oder fb verlinken, die poste ich 2 mal die woche.


    • Hallo Moritz,

      vielen Dank für Deinen Kommentar! Was für eine Pulsuhr nutzt Du denn? Ich kann mir gut vorstellen, dass Brustschwimmen auch zuverlässig funktioniert, weil da die Handgelenke selbst ja immer weitgehend durchgestreckt sind, oder? Das mit den Bahnen ist natürlich ärgerlich :/

      Ich hatte immer dann große Probleme, wenn die Handgelenke abgewinkelt waren (Liegestütze, Burpees, Yoga, etc.) oder wenn die Hände selbst stark involviert waren (Klimmzüge, Hanteln, etc.).

      Schöne Grüße,
      Stefan


  •   10
    Gelöschter Account 03.03.2017 Link zum Kommentar

    Deswegen bin ich froh dass Asus bei der Zenwatch 3 auf den Klimbim verzichtet hat. Wer kommt auch auf die Idee einen Puls an der Oberseite des Handgelenks zu messen? Der Puls ist immer noch unten, heisst man müsste die Uhr an der Unterseite des Gelenks tragen um brauchbare Ergebnisse zu erreichen


  • Hallo zusammen, vielen Dank für Eure zahlreichen Kommentare. Nachdem ja einige hier geschrieben haben, dass sie mit optischen Pulssensoren akkurate Messungen erzielen, möchte ich da noch einmal detaillierter nachfragen: Bei was für Sportarten war das denn der Fall? Wie im Artikel oben geschrieben funktionieren optische Pulssensoren ja bei Sportarten weitgehend akkurat, bei denen die Handgelenke nicht stark beeinflusst werden, etwa beim hier vielzitierte Laufen.
    Hat denn jemand schon einmal bei Trainingssessions mit Burpees & Co. mit irgendeinem optischen Handgelenk-Pulssensor präzise Ergebnisse erzielt? Ich nämlich nicht, und ich wüsste gerne das Geheimnis, sollte es eines geben ;-) Fürs Laufen oder Radeln sind optische Pulssensoren wie gesagt prima.


    • Also ich trag meine Uhr beim Sport immer ziemlich eng ein gutes Stück HINTER dem Handgelenk. Somit hab ich gewährleistet das immer ausreichend Kontakt zu Haut besteht und die Uhr nicht verrutscht. Im Vergleich mit einem Brustgurt hab ich dann Unterschiede von +-5 Schlägen oder so. In allen anderen Situationen trage ich die Uhr direkt auf dem Handgelenk, da kommen oft gar keine Messungen zustande, da einfach der Kontakt zur Haut fehlt.


      • Hallo Andreas, vielen Dank für Deinen Kommentar! Bei welchen Sportarten funktioniert das denn und welche Uhr benutzt Du?
        Schöne Grüße,
        Stefan


      • Laufen und Mountainbiken hauptsächlich. Da ich die Uhr aber wirklich sehr weit hinten trage beim Sport, ca. 3cm hinter dem Knochen, denke ich dass dann auch ein abgeknicktes Handgelenk nichts macht. Ich verwende eine Huawei Watch 2.


  • Hat früher auch keiner gebraucht beim Sport. Dieses ganzen Quatsch braucht kein Mensch außer Spitzensportler.
    Und genau das ist das Problem man schaut auf die Anzeige von solchen Geräten und wundert sich über die angezeigten Daten und denkt da stimmt was nicht .


  • Ich treibe keinen Sport. Wenn ich in Zukunft eine Smartwatch mit Pulssensor haben werde (meine LG G Watch hat noch keinen), dann will ich ihn zur Überwachung im Schlaf und in Stresssituationen nutzen. Schade, dass man andere interessante Werte wie den Blutdruck oder den Blutzuckerspiegel nicht so einfach mit einer Smartwatch am Handgelenk messen kann.


    • Hallo. Für Blutzucker gibt es bereits viele smarte Geräte die die Werte an das Handy übertragen. Aber stechen muss man von Hand.


  •   23
    Gelöschter Account 02.03.2017 Link zum Kommentar

    ich finde den artikel sinnbefreit, den grossteil der kommentare ebenfalls ! wir laufen jetzt seit über 30 Jahren , marathon und crosslauf und kommen so auf 50-120 km die woche , aber was ich hier lese lässt mich nur den kopf schütteln !


  • Ich nutze auf dem Elipsentrainer einen Brustgurt, der während des Trainings den Puls aufnimmt und am Gerät die Frequenz anzeigt. Und das ist +-3 Schläge auch das was mir am Mi Band 2 angezeigt wird. Von daher kann ich das nicht bestätigen.


  •   54
    Gelöschter Account 01.03.2017 Link zum Kommentar

    Habe den Eindruck, dass diese Herzschlagsensoren nur der Geschäftemacherei dienen, zur Gesundung der Betriebsbilanzen der Wearablehersteller beitragen. 😨

    Man wird ja sehr kreativ, wenn man sehr viel Mäuse aka Geld machen kann 💰


    • Unfug...😨
      Herzfrequenzorientiertes
      Herz- Kreislauftraining oder pulsorientiertes Joggen sind für dich nicht wichtig aber es gibt Menschen die Sport treiben...
      Bewegung könnte dir auch nicht schaden.😉


      • Unfug...😨
        die Wenigsten glauben bei der Ausübung ihres Sportes ein Lifestyle-Trend-Konsumprodukt irgendwelcher Selbstvermesser oder Datensammler zu benötigen.


      • Wer ernsthaft Sport treibt, der hat ein Interesse daran seine Körperaktivitäten dabei zu beobachten. Gerade um zu prüfen, ob man sich jetzt im Bereich Cardio, Muskelaufbau oder Fettabau bewegt, ist die Analyse des Puls wichtig.


      • A. K.
        • Mod
        01.03.2017 Link zum Kommentar

        Definiert mal ernsthaft.

        Ich habe schon tausende Kilometer Wettbewerbsvorbereitung hinter mir. Mein Puls wird zwar immer aufgezeichnet, Lust auf eine Analyse habe ich nie. Dennoch bin ich sportlich. Und das ernsthaft.

        Und das trifft so nicht nur auf mich zu. Wer ernsthaft Sport macht, der tut es einfach. Wer das letzte Quäntchen rausholen möchte oder einfach nur Motivation darin findet, der analysiert Puls und X andere Größen.

        Aber nur anhand dessen zwischen ernst und nicht zu unterscheiden... Das würde ich nicht so stehen lassen.

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