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Kommentar 5 Min Lesezeit 7 Kommentare

Ich habe die Kamera des OnePlus 6 schon ausprobiert - auf Umwegen

OnePlus, OPPO und Vivo sind durch die chinesische Holding BBK miteinander verbunden und teilen sich häufig Technologien und Zulieferer. Vor allem OPPO und OnePlus haben eine lange Geschichte von "Zufällen", wenn es um das Design und um Smartphone-Kameras geht. Mit diesem Hintergrund und nach den aktuellen Leaks können wir sagen, dass wir die OnePlus-6-Kamera bereits gründlich getestet haben, bevor das Smartphone auf den Markt kommt.

Zwei Familien, eine gemeinsame Geschichte

Der neue OnePlus-Flaggschiff-Killer kommt und Ihr werdet unter anderem darauf gespannt sein, was die Kameras können. Die neuesten Leaks deuten auf die Verwendung eines 20-Megapixel-Sensors mit Zweifach-Zoom hin, während für die Hauptkamera ein 16-Megapixel-Sensor von Sony namens IMX519 und ein Objektiv mit f/1.7-Blende verwenden dürfte. Könnt Ihr erraten, welches Smartphone genau den gleichen Fotosensor besitzt? Genau, das OPPO R15 Pro!

Wie die Geschichte zeigt, haben die beiden Unternehmen oft die Technologien ihrer Smartphone-Kameras miteinander geteilt. OPPO R9 und OnePlus 3 besitzen auch den gleichen Sensor, einen Sony IMX298. Das OnePlus 3T wurde nicht aktualisiert, während das OPPO R9S einen neueren Sensor namens IMX398 verwendet hat. Letzterer wurde auch von der nächsten Generation von Smartphones - OPPO R11 und OnePlus 5 - genutzt, die sich auch den Sekundärsensor - einen Sony IMX350 - teilen.

Das OnePlus 5T und das OPPO R11S erhielten wieder den gleichen IMX398 als Primärsensor, während ersterer eine neue Sekundärkamera verwendet (nicht relevant für unsere Analyse, den Sony IMX376K). Und damit kommen wir zurück zu den Gerüchten über das OnePlus 6, die auf einen IMX519-Sensor für die Hauptkamera hindeuten, genau wie beim OPPO R15 und R15 Pro.

OnePlus und OPPO: Die Kamerasensoren im Vergleich

Sensore OPPO OnePlus
Sony IMX298 Oppo R9
-
OnePlus 3
OnePlus 3T
Sony IMX398 OPPO R9S
OPPO R11 (Hauptkamera)
OPPO R11S (Hauptkamera)

-
OnePlus 5 (Hauptkamera)
OnePlus 5T (Hauptkamera)

Sony IMX350 OPPO R11 (Zweite Kamera)
OPPO R11S (Zweite Kamera)
OnePlus 5 (Zweite Kamera)
-
Sony IMX519 OPPO R15 / R15 Pro (Hauptkamera) OnePlus 6 (Hauptkamera, rumor)

Zufriedenstellende Ergebnisse

In China bis zu meiner Rückkehr nach Berlin und in den folgenden Wochen setzte ich die Kamera des OPPO R15 Pro ein. Ich konnte viele Bilder unter verschiedenen Bedingungen machen, von vollem Sonnenlicht bis zu den dunklen Räumen einer großen Halle während eines Konzertes. Ich muss sagen, dass mir die Ergebnisse insgesamt gut gefallen.

Die Kombination aus einem 16-Megapixel-Hauptsensor und einem 20-Megapixel-Sekundärsensor mit f/1.7-Blende funktioniert gut. Die Möglichkeit, zweifach mit geringem Qualitätsverlust zoomen zu können, ist nützlich, wie wir bereits bei anderen Smartphones gesehen haben. Auch der Bokeh-Effekt profitiert von dieser Konfiguration.

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Der Bokeh-Effekt ist je nach Tiefe der Szene beeindruckend. / © AndroidPIT / Luca Zaninello

Die Verschlusszeit ist auch im HDR-Modus bemerkenswert. Es gibt keine optische Stabilisierung in diesem Smartphone, so dass Ihr bei schlechten Lichtverhältnissen eine sehr ruhige Hand haben müsst, um Aufnahmen nicht zu verwackeln. Auf den ersten Blick sehen die Fotos des Smartphones perfekt aus, voller Details und mit automatisch eingestellten Farben und Belichtung.

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Es gibt kein auffälliges Rauschen im Bild, aber eine perfekte Aufnahme ist es trotzdem nicht.  / © AndroidPIT / Luca Zaninello

OPPO hat mit Sony zusammengearbeitet, um den neuen IMX519 zu entwickeln, und das Ergebnis sieht bei jeder Gelegenheit wirklich gut aus. Die Fotos sind daher auf dem Smartphone-Bildschirm hübsch anzusehen und enttäuschen Euch sicher nicht, wenn Ihr sie auf Social Media wie Instagram und Facebook veröffentlichen wollt.

Beim Betrachten der Bilder auf dem großen Bildschirm des Fernsehers im Wohnzimmer oder auf dem PC bemerkt man aber kleinere Probleme. Bei genauerem Hinsehen sieht man eine seltsame Mischung aus feinen Details und gleichzeitig anderen Dingen im Bild, die durch zu viel Nachbearbeitung völlig zerstört werden.

Im Gespräch mit unserem Fotografen Stefan kamen wir zu dem Schluss: Der Sensor scheint seine Arbeit wirklich gut zu machen, das Problem scheint in der Softwareverarbeitung zu liegen, die OPPO vornimmt.

Die Software macht den Unterschied

Die Kamera-Anwendung ist sehr sauber und gut ausgestattet, sie hat wirklich viele Aufnahmemodi. Es gibt Beauty-Features und AR-Aufkleber, die in China sehr beliebt sind, sowie den klassischen Bokeh-Modus, Panorama-Modus und einen manuellen Modus, der jedoch keine Fotos im RAW-Format speichert - mit anderen Kamera-Apps geht das aber. Das Smartphone kann das Motiv und die Szene automatisch erkennen, so dass insgesamt 120 verschiedene Aufnahmeeinstellungen möglich sind.

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Manchmal verursacht der HDR-Modus ein ziemliches Chaos. / © AndroidPIT / Luca Zaninello

Gerade die Software scheint also die Ursache für die Fehler zu sein, die sowohl der Kollege als auch ich bei den Aufnahmen bemerkt haben. Der HDR-Modus scheint im Allgemeinen gute Arbeit zu leisten, aber er kann sehr unangenehme Artefakte hervorrufen und Eure Fotos so tatsächlich unbrauchbar machen.

Es scheint auch, dass die OPPO-Software dazu neigt, die Details entweder zu stark zu vergrößern und nach zu schärfen oder sie ganz zu eliminieren, da sie glaubt, dass es sich um Unvollkommenheiten handelt. Das lässt viele der fotografierten Bereiche abflachen und die durch Schatten verursachten Farbnuancen verlieren. Durch das Fotografieren mit der App Camera FV-5 haben wir deutlich bessere Ergebnisse erzielt, welche die Qualität des Sensors bestätigen.

Wenn OnePlus 6 wirklich den Fotosensor des OPPO R15 Pro verwendet, werdet Ihr sicher zufrieden sein, solange die OnePlus-Software in die Richtung geht, die sie in den letzten Jahren eingeschlagen hat. OPPO hat mit der Nachbearbeitung von Aufnahmen sicherlich übertrieben. Die Einführung von Features wie AR-Aufkleber und Beauty-Filter sind in unserem Markt sicherlich nicht unerlässlich. OnePlus hat bisher einfachere und effektivere Software verwendet, die im OnePlus 6 hoffentlich das Beste aus Sonys IMX519-Sensor herausholen kann.

Was haltet Ihr von den Ergebnissen dieser Kamera? Glaubt Ihr, dass OnePlus mit diesem Sensor mehr erreichen kann?

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7 Kommentare

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  • Mein OP5 macht zum Teil schreckliche Bilder. Kein Vergleich zu den Bildern die damals hier auf AP die Runde machten. Das extreme Bildrauschen tritt auch bei relativ guten Lichtverhältnissen auf und mit Zoom kann man die Bilder getrost vergessen. Mein Nexus 5x machte offen gesagt bessere Fotos. Ohne LG's infinite Loop, hätte ich das Teil heute noch. Für mich wars das jedenfalls mit OnePlus.


  • Wegen dem hohen Preis ist das OnePlus 6 kein Kracher und die Software der Kamera kann ja bis zum Release noch verbessert werden.

    Ich bleibe weiter bei meinem High-End Device aus 2017 dem Z2 Force und versuche es nochmals mit dem LG V30 wenn es mal 299€ kostet 😝😉


  • Protipp: Umfrage von spanisch auf deutsch übersetzen.


  • FV-5 Kamera macht einfach wunderschöne Bilder!


    • Leider ist der Vergleich nicht ganz so toll, da die Bilder mit ziehmlich zeitlicher Verzögerung aufgenommen wurden. Die Schatten sind beim FV-5 Bild deutlich länger soll heißen das Foto wurde vermutlich (viel) später aufgenommen. Da sich dadurch die ganze Beleuchtung der Szene ändert ist der Vergleich hier u.U. irreführend.


      • Sophia Neun
        • Admin
        • Staff
        vor 5 Monaten Link zum Kommentar

        Nein, die Bilder sind zur gleichen zeit gemacht worden. Luca hat nur einen Augenblick benötigt um die App zu wechseln. :)

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