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OnePlus One speichert jetzt RAW-Fotos: Killer-Feature für Fotografen?

Das OnePlus One speichert seit einem Update auch RAW-Fotos. Das gibt ambitionierten Smartphone-Fotografen deutlich mehr Spielraum bei der nachträglichen Bearbeitung ihrer Bilder. Doch ist die Speicherung der Rohdaten wirklich so ein Killerfeature, oder eine überflüssige Zusatzfunktion mit wenig Nutzen? Wir haben eine Antwort. 

oneplus one sandstone back teaser
Das OnePlus One speichert jetzt auch RAW-Bilder. / © ANDROIDPIT

Die Nachricht vom Update für das OnePlus One, dass die Speicherung von RAW-Daten mit sich brachte, dürfte viele Fotofreunde hellhörig gemacht haben, waren RAW-Fotos bislang doch fast ausschließlich digitalen Spiegelreflexkameras vorbehalten. Jetzt ist das Update da, und mittels eines simplen Schiebereglers lässt sich die RAW-Speicherung aktivieren. In unserem kurzen Test zeigte sich schnell, wo die Vorteile dieser Funktion liegen - und wo ihre Grenzen sind. 

JPG und DNG - zwei Bilder gleichzeitig

Ist die Funktion aktiviert, werden immer zwei Bilder gespeichert, ein JPG und ein DNG - die RAW-Dateien sind dabei 16,3 Megabyte groß, die JPGs zwischen 1 und 2 Megabyte. Das ist besonders von Vorteil, wenn man zum Beispiel Fotos mit einem der zahlreichen Farbfilter aufnimmt, zum Beispiel HDR, Aquarell oder Sepia - so wird gleichzeitig ein "Original" gespeichert. Die Möglichkeit, ausschließlich RAW zu speichern, gibt es aber nicht. Andersherum werden auf dem Smartphone nur die JPG-Dateien angezeigt. Eine Möglichkeit, RAW-Bilder auf dem Smartphone zu bearbeiten und dann als JPG abzuspeichern und zum Beispiel zu verschicken, gibt es nicht.

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Ein Vorteil von RAW-Dateien ist es, dass man flexibel mit dem Weißabgleich sein kann und so im Nachhinein noch die Farbtöne des Fotos beliebig anpassen kann - so wie auf dieser Aufnahme zu sehen. / © ANDROIDPIT

RAW-Bearbeitung: Nicht auf dem Smartphone

Zur Bildbearbeitung ist man also auf den PC und passende Programme wie Adobe Lightroom angewiesen. Hier liegt der erste Haken: Der Otto-Normal-Smartphone-Nutzer wird weder Lightroom noch Photoshop oder andere Programme auf seinem PC haben, geschweige denn sich mit Bildbearbeitung auskennen. Das braucht es aber, denn RAW-Dateien sind Rohdaten, die erst mit speziellen Programmen "entwickelt" werden wollen, ähnlich den Negativen eines analogen Films. Ein weiteres Problem ergibt sich aus der Dateigröße: Ein RAW-Foto nimmt 16,3 Megabyte Platz ein - damit ist der interne Speicher des OnePlus One, der sich nicht per microSD erweitern lässt, schnell voll. 

Unterschiede zwischen JPG und DNG

Öffnet man die Testaufnahmen im Bildbearbeitungsprogramm Lightroom, werden die Unterschiede zwischen JPG und unkomprimierten RAW deutlich: Die JPG-Bilder sind von vornherein etwas kontrastreicher und "knackiger", die RAW-Aufnahmen haben flachere, neutralere Farben. Wendet man die gleichen Einstellungen auf beide Bilder an, sind die Ergebnisse teils sehr unterschiedlich - das zeigt, dass sich die Änderung von verschiedenen Parametern (Belichtung, Spitzlichter/Schatten, Weißabgleich etc.) teils deutlich stärker auf die bereits zuvor komprimierten und "entwickelten" JPG-Bilder auswirkt. Bei RAW-Dateien ist also eine behutsamere Bildbearbeitung möglich. Das zeigen unsere Vergleichsbilder deutlich. Die Vorteile von RAW zeigen sich vor allem bei Aufnahmen mit großen Kontrasten, hier kann man deutlich mehr aus den sehr dunklen und sehr hellen Bildbereichen herausholen - auch hier ist aber der Bildsensor mitentscheidend.

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Eine JPG-Aufnahme im Detail, vor und nach der Anwendung bestimmter Voreinstellungen... / © ANDROIDPIT
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... und das gleiche Bild mit den gleichen Voreinstellungen als DNG - deutlich ist, dass hier Änderungen wesentlich behutsamer umgesetzt werden. / © ANDROIDPIT
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Auch auf dieser Detailansicht aus der gleichen Aufnahme zeigt sich, dass die Anwendung von vorher festgelegten Filtern zur Bearbeitung bei JPGs viel stärker ins Bild eingreift ... / © ANDROIDPIT
opo raw before after 2
...als bei der gleichen Aufnahme im DNG-Format. / © ANDROIDPIT

RAW im Smartphone ergibt nur bedingt Sinn

Letztendlich bleibt aber die Einsicht, dass durch die Bearbeitung von RAW-Dateien nicht der erhoffte Qualitätssprung eintritt. Ein Smartphone-Sensor bleibt eben ein Smartphone-Sensor, und auf der anderen Seite macht das OnePlus One nach dem Update auch schon im JPG-Modus wirklich gute Bilder. Damit lautet das Fazit vorerst: RAW im Smartphone ist ein nettes Zusatzfeature, das in der Praxis jedoch weniger bringt, als man annehmen könnte. Damit ist es für die breite Masse nutzlos und nicht das Killer-Feature, das sich manche erhofft haben.

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Eine Nahaufnahme des Bürokaktus vor und nach der Bearbeitung als JPG... / © ANDROIDPIT
opo raw before after 7
...und die gleiche Aufnahme vor und nach der Bearbeitung als DNG. / © ANDROIDPIT

Was denkt Ihr zu der RAW-Unterstützung? Spricht Euch dieses Feature an und könnte es Euch dazu bewegen, ein OnePlus One zu kaufen? Oder ist es für Euch nutzlos? 

Top-Kommentare der Community

  • vamp_ire 20.10.2014

    Obwohl ich keins habe, das One ist zu dem preis wohl das beste Smartphone am Markt.
    Außerdem sind sie sehr aktiv und es kommen viele Updates

  •   44
    Christoph V. 20.10.2014

    Da das RAW-Format in Android L ebenfalls unterstützt wird, gibt es keinen Grund, das OnePlus One zu kaufen / kaufen zu dürfen...

  • DiDaDo 20.10.2014

    Bei den Popelsensoren bleibt auch rohe Sch*** nur Sch***.
    Für gute Fotos nehm ich die DSLR oder ne Systemkamera (falls es mal nicht so schwer sein soll) mit. Für einfach nur knippsen mit dem Handy ist mir der Weißabgleich egal. Wird eh nochmal ein Filter drüber gejagt.

  • Jannis K. 20.10.2014

    Du bist aber auch selten dämlich oder? Nightlys werden jede Nacht automatisch generiert, deshalb "gibts da auch so viele". Ich starte mein one übrigens nur für kernelupdates neu, dazwischen können schon mal 2-3 Wochen liegen...

  • Fufu2 20.10.2014

    Man sollte über Sachen die man selber nicht kennt nicht nörgeln.
    Ist nicht böse gemeint.

42 Kommentare

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  • Ich habe das 1+1 und habe nach dem Nexus 5 noch kein Smartphone gesehen, das derart einfach zu rooten und Custom roms zu flashen zulässt. Oneplus unterstützt die CR Szene und arbeitet eng mit den Entwicklern zusammen. Besser Raw auf einer guten Smartphone camera als gar nicht die Option zu haben. Wer damit umgehen kann wird auf jeden Fall noch was aus den Bildern rausholen können, da die Smartphone Software es nicht verfälscht.

  •   21

    bei 64Gb gehts auch ohne Speicherkarte (Gemessen am Preis eigentlich das einzige Phone wo das Speicherupgrade weniger kostet als ne vergleichbare SD Karte ... beim Mitbewerber werden für 48 GB mehr gerne mal 150€ und mehr fällig).

    Den RAW Modus werde ich nicht automatisch nutzen (auch wenn ich momentan noch 35GB frei hab), ist aber ne gute Idee um einzigartige Fotos zu schießen, wenn keine richtige Kamera dabei ist.

    d.h. Manche Erinnerungen kann man nur einmal Fotografieren ... unter dem Gesichtspunkt ist es besser "mehr" Daten in einem Foto mit nach hause zu tragen als durch eine JPG Kompression von vornherein "dazulassen"

  • Also ich finde es einen puren Witz das sie die Schweiz bei jedem Ding vernachlässigen, weil ich bin in England und zahle im Fall eines kaufes 50 Fr. = 42 Euro mehr wegen der Währung! Ein bisschen mehr Support für die kleine Schweiz wäre echt nett..

  • Bei einem schlechten Foto nützt auch kein Raw Format.

    Und Handy Fotos sind nun mal qualitativ so schlecht- egal welches Smartphone ihr hier anführen wollt- , dass die vorgebrachte Idee einfach nur abstrus ist. Ich denke, dass eine 95 % Mehrheit von Smartphoneknipsern nicht meiner Meinung sein wird und seine Handyfotos, die meist wohl auch im Handy bleiben und/oder auf andere Handys verschickt werden, gut findet. Und genau diese Mehrheit wird einen Deubel tun, sich Lightroom, Photoshop, Gimp, DxO Optics Pro oder oder oder reinzuziehen.

    Facit: was man sich dabei gedacht hat bei OnePlus One wird ständig meiner Logik verborgen bleiben.

  • Ich glaube kaum, dass das viel Sinn macht. Leute die sich in der Materie auskennen und die Vorteile des RAW Formates kennen, werden kaum ihre Bilder mit dem Smartphone knipsen.

  • Smartphones können allein schon von den Abmessungen her keine guten Photos generieren. Es werden immer nur durchschnittliche Photos geschissen, die dann mit Software nachbearbeitet werden müssen. Selbst bei idealen Lichtverhältnissen.

  • konnte Oppo schon vorher, und wenn man Ahnung hat ist es ein super Feature

  •   32

    Bei vorhandener Optik und Sensorgröße auf einem Smartphone ist das völliger Unsinn!
    Aber gute PR und clevere Werbung kann ja schließlich alle physikalischen Gesetzte außer Kraft setzen...

  • Man kann Raw Fotos (bislang?) nicht auf dem Android Phone bearbeiten jedoch mit Rawdroid betrachten und als jpg speichern. Auch die von Exoten Dslr wie Sigma werden einwandfrei dargestellt.

    Das Killer Feature bei einem Aufnahme Chip von dieser Größe der mit der Pixel Zahl eh schon überladen ist. Dazu einen nicht erweiterbaren Speicher! (Grüße aus Cupertino) LOL :-) Ein optisches Zoom wäre ein Killer Feature.
    Wenn man bedenkt, dass gefühlte 98 % der Selfie, WhatsApp und Schnappschuss Aufnahmen auf Malle, nie den Weg auf den PC oder gar ins Raw Programm finden werden. Wer sich stundenlang ans Raw Programm setzt, verarbeitet Aufnahmen die es wert sind und mit entsprechender Kamera aufgenommen wurden.

  • Mein One musste ich noch nicht rebooten( 1 Monat )

  • Kamera beim Smartphone relativ unwichtig

  • Fotografieren wirklich viel mit DSLR und selbst da, wo ja viele meinen, dass RAW Sinn macht, nutze ich es wirklich nur, wenn dir Bilder gut werden MÜSSEN. Wer auf Analog mal wirklich fotografiert hat, überlegt sich vorher, mit welchen Einstellungen er fotografiert. Digitale Fotografie hat da irgendwie viel kaputt gemacht. Also...machen wir auch RAW Bilder auf dem Handy. Damit auch der letzte Mode-Blog-Hipster gefühlt hoch professionell Instagram Filter über seine 20 MB großen Bilder werfen kann ;)

    • Mit meiner 70D fotografiere ich eigentlich immer RAW. Wieso soll ich Bilder in Jpeg schießen, wenn ich zur Not in RAW nachbessern kann?

      Das bearbeiten geht schnell und ich überlasse nicht gerne der Kamera wie meine Bilder aussehen.

      • Im Prinzip hast du ja voll Recht. Deswegen sag ich ja: wenns gut werden MUSS, immer RAW. Zum Nachbearbeiten ein Traum. Mich ärgert viel mehr, dass inzwischen jeder Handynutzer zumindest rein technisch mittlerweile Ergebnisse erzielen kann, die vor ein paar Jahren noch viel Wissen und Erfahrung oder zumindest hunderte Versuche gebraucht hätten. Also eigentlich ein Hoch auf die Technik...ist eher so ein persönliches Ding ;)

      • Spätestens bei der Bildgestaltung trennt sich die Spreu vom Weizen ;) Nicht jeder, der eine Kamera bedienen kann (sei die Technik noch so gut) ist auch ein guter Fotograf.
        Fotograf sein heißt mehr als nur die Technik beherrschen - das sollte Grundlage sein.

    • Hmmm, knipst man auch Bilder die nicht gut werden müssen?. Sinnlos. Warum soll ich JPG nehmen, wenn RAW mir zu verfügung steht, sinnlos.JPG ist out und sinnlos geworden durch RAW.

  • Bin noch am überlegen ob ich mir mein HTC One M8 behalten soll oder aufs OPO wechseln soll...

    • Behalts und flash Dir, wenns sein muss, CM drauf.

    • Bin umgestiegen vom m8 auf das Oppo. Habe es nicht bereut.
      Das vollausgenutzte (Hardwaretasten dauerhaft) 5.5 Display ist im Gegensatz zu den 5" vom M8 natürlich der Hammer ;)

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