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So schlägt sich das Nuki Smart Lock 2.0 im (Büro-)Alltag
Nuki Smart Lock Hardware Smart Home 7 Min Lesezeit 13 Kommentare

So schlägt sich das Nuki Smart Lock 2.0 im (Büro-)Alltag

Kurz vor Weihnachten 2018 veröffentlichte Nuki die verbesserte Variante seines Smart Lock. Wie das Gerät Euer bisheriges Schloss smart machen kann, hatten wir schon im Test der ersten Version gezeigt. Nun ließen wir uns das Muster des Nuki 2.0 zukommen und konnten es ausgiebig auf seine Alltagstauglichkeit hin überprüfen. Dabei gefielen uns vor allem die neuen Extras.

Bewertung

Pro

  • Verwaltet 200 Nutzer
  • Lässt sich einfach anbringen
  • Erlaubt Fernsteuerung
  • Integriert sich in Smart-Home-Systeme

Contra

  • Hoher Preis

Nuki Smart Lock: Preis und Verfügbarkeit

Nuki Smart Lock mit Türsensor und Bridge kosten weiterhin im Set 299 Euro; einzeln 229 respektive 99 Euro (Vorteile der Bridge.) Das neue und optional erhältliche Keypad kostet zusätzliche 75 Euro. Die Bluetooth-5-Fernbedienung Nuki Fob kostet einzeln 39, im Quartett 139 Euro.

Nuki positioniert sich gegen Konkurrenten wie das Danalock oder das Abus Smart Lock, die jedoch beide deutlich komplizierter zu installieren sind. Denn nur das Nuki Smart Lock lässt sich ohne großen Montageaufwand einfach über Euren bestehenden Schlüssel stülpen, und schon könnt Ihr loslegen.

 

Nuki Smart Lock: Design und Verarbeitung

Nuki bezeichnet sein Smart Lock als Key-Turner; also Schlüsseldreher. Idealerweise bringt Ihr diesen an einer Tür an, die sich von außen mit einer Türklinke öffnen lässt. Nuki unterstützt Türen mit…:

  • Europrofil Doppelzylinder
  • Schweizer Rundprofilzylinder
  • Schildbeschlag oder Rosettenbeschlag
  • Knauf oder Drücker
  • Vertikaler Schlüsselkanal
  • UK Oval-Zylinder (Neu in Nuki 2.0)
  • Knaufzylinder am Türbeschlag (Neu in Nuki 2.0)

Maßgeblich ist hierbei der Doppelzylinder. Denn da auf der Nuki-Seite der Tür permanent ein Schlüssel in der Tür stecken bleibt, könnt Ihr nur dank des Doppelzylinders auch auf der anderen Seite einen zweiten Schlüssel verwenden. Tabu für Nuki sind auch in der neuen Ausgabe der amerikanische Dead Bolt, Zusatzverriegelungen und Schlösser mit automatischer Verriegelung.

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Nuki legt dem Smart Lock einige Adapter bei, so dass die meisten europäischen Haushalte es nutzen können. / © AndroidPIT

Die Installation übernahm im ersten Test unsere handwerklich begabte Office-Managerin Johanna. Aber auch mit meinen zwei linken Händen gelang die Installation für den zweiten Test. Adapter, eine illustrierte Anleitung und passende Werkzeuge erlauben die Einrichtung Out-of-the-Box. Einen Handwerker werdet Ihr nur in äußersten Ausnahmen konsultieren müssen , wenn Ihr das Nuki Smart Lock einbauen wollt.

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Oft muss der Adapter noch nicht einmal angeschraubt werden. Dann reicht die Klebefolie. / © AndroidPIT

Türmagnet und Keypad des Nuki Smart Lock werden allesamt geklebt. Die Bridge wiederum wird weiterhin direkt auf die Steckdose gedrückt und bedeckt sie hinterher komplett. Verglichen etwa mit der schlanken Bridge der Tado-Smart-Thermostate gestaltet sich die Nuki-Bridge sperrig. Doch die Hoffnung besteht, dass sie für manche Haushalte obsolet werden könnte. Die dafür im Smart Lock 2.0 bereits vorgesehene, native ZigBee-Anbindung ist aber noch nicht aktiviert worden.

Neue Extras

Knapp zwei Jahre nach unserem ersten Test des "schlauen Upgrades für Euer Türschloss" machen wir wieder den Büro-Selbstversuch. Die verbesserte Ausgabe Nuki Smart Lock 2.0 verändert nichts am äußerlichen Design des Originals, kommt jedoch mit durchdachten Verbesserungen daher. Die erste befestigt Ihr sichtbar neben dem Hauptgerät am Türrahmen.

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Der kleine Magnet gibt dem Nuki Smart Lock zu verstehen, ob die Tür auch wirklich geschlossen oder nur angelehnt wurde. / © AndroidPIT

Der noch immer in der Beta befindliche Türsensor soll verhindern, dass Nuki angelehnte Türen abschließt. Zunächst kalibriert Ihr den Abstand zwischen Magnet und Hauptgerät in der Nuki-Companion-App. Ab dann solltet Ihr eine Benachrichtigung erhalten, wenn die Tür offen steht und nicht verriegelt werden kann.

Soweit die Theorie. In der Praxis konnten wir dennoch feststellen, dass Nuki munter die angelehnte Tür abschließt. Dem Beta-Feature solltet Ihr also noch nicht vertrauen und stattdessen lieber selbst noch einmal kontrollieren, ob die Tür richtig zu ist.

Die nächste Verbesserung ist das Keypad. Das 79 Euro teure Extra verbindet sich über die ebenfalls neue, energiesparende Bluetooth-5-Verbindung direkt mit dem Smart Lock. Mit ihm tippt Ihr einen sechsstelligen Code aus Ziffern von 1 bis 9 (keine Null) ein, um das Schloss auf- oder zuzuschließen.

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Mit dem Keypad könnt Ihr das Nuki Smart Lock auch ohne Smartphone oder Fob öffnen. / © AndroidPIT

Spannenderweise könnt Ihr bis zu 99 unterschiedliche Codes konfigurieren, die gleichzeitig gültig sind. Diese könnt Ihr bestimmten Nutzern zuweisen, nur zu bestimmten Zeiträumen aktivieren und einzeln ändern oder löschen.

Besonders AirBnB-Gastgeber will Nuki mit diesem Feature erreichen, die ihren Gästen somit anstelle des teuer zu ersetzenden, physischen Schlüssels einfach Wegwerf-Codes zur Ferienwohnung geben können. Vor dem Keypad ging das lediglich über die Nuki-App.

Auch praktisch: Die Webdienste von Nuki und AirBnB sprechen dafür selbsttätig miteinander, wenn Ihr sie entsprechend verknüpft. So erhalten AirBnB-Gäste per Benachrichtigung automatisch einen Code für die Zeit ihres Aufenthaltes.

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Das Nuki Keypad vernetzt sich per Bluetooth direkt mit dem Smart Lock. / © AndroidPIT

Nuki Smart Lock: Software

Das Nuki Smart Lock wird über die Android- oder iOS-App konfiguriert. Dort könnt Ihr …

  • Das Schloss und den Türmagneten kalibrieren
  • Zubehör wie Bridge, Fob oder Keypad verbinden
  • Nutzer einrichten und verwalten (im Smart Lock 2 maximal 200 statt 100)
  • Die Tür auf- oder zuschließen
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Nach dem Anbringen richtet Ihr das Nuki Smart Lock in der App ein. / © AndroidPIT

Das Smart Lock 2.0 erlaubt die unmittelbare Integration in Apple HomeKit; heißt ohne weiteres Zubehör. Neben der Sprachsteuerng per Siri erfolgt so die Anbindung an Eure Heim-Automatisierung. In vielen Fällen könnt Ihr Euch auf diesem Wege den Kauf der Nuki Bridge ersparen, da Euer Smart Lock auch über HomePod, iPad oder AppleTV aus der Ferne gesteuert werden kann. Euer heimisches HomeKit-Gerät kommuniziert dann direkt via Bluetooth 5.0 mit dem Smart Lock.

Außerhalb des Apple-Ökosystems empfiehlt sich die Anschaffung der Nuki Bridge. Die vernetzt das Smart Lock mit Eurem WLAN und so auch mit dem Internet. Die Vorteile sind also vielfältig:

  • Ihr könnt die Nuki-App in vollem Umfang auch in der Ferne nutzen.
  • Das Smart Lock verknüpft sich per Nuki Web auch mit anderen Web-Diensten.

Habt Ihr Euch etwa mit jemandem verabredet, kommt zu spät zuhause an und könnt ihm nicht aufschließen, wird die Fernsteuerung zum großen Vorteil. Und durch Integrationen in Systeme wie IFTTT, Athom Homey, Conrad Connect und anderen erweitern. Auch bei Amazon Alexa und Google Assistant dürft Ihr das Smart Lock in Euren Automatisierungsrezepten einbinden.

Beispielsweise ließe sich das Smart Lock auch mit smarten Haustür-Öffnern wie Nello und mit Sicherheitskameras von Nest verknüpfen, um Handwerkern und Postboten zu öffnen und ihnen bei der Arbeit oder Lieferung zuzugucken. Oder Ihr könnt per IFTTT ein Google-Sheet erstellen, das die Arbeitszeiten erfasst.

Insgesamt ist die Integration von Nuki ins weitere Smart-Home-Ökosystem als erfreulich umfangreich zu bewerten. Die üblichen Sicherheitsstandards werden offenbar beachtet. Zumindest scheint sich der Hersteller beim Authentifizieren von Fremd-Diensten an die übliche Good Practice zu halten, bei der niemals Passwörter im Klartext ausgetauscht werden.

Nuki Web hat den weiteren Vorteil, dass Ihr Euer Smart Lock damit auch ohne Euer Smartphone steuern könnt. Da Displayschäden, leere Akkus, Diebstahl und Verlust bei Smartphones zur Tagesordnung gehören, sollte man die Absicherung durch eine Alternative also durchaus erwägen. (Als letzter Ausweg bleibt natürlich immer die Option, die Tür von außen mit dem Schlüssel zu öffnen.)

Etliche Grundfunktionen des Nuki-Schlosses und der App wie vorübergehende Lock-Codes, Lock-and-Go, Benutzerkonten-Verwaltung, Verschlüsselung wurden seit dem ersten Test nicht verändert. Einzig die Smartwatch-Integration sei verbessert worden, so dass neben Wear-OS-Uhren auch Apple Watches nun ohne Smartphone das Nuki Smart Lock öffnen können sollen; dies war jedoch nicht Teil des Tests.

Nuki Smart Lock: Akku

Die vier mitgelieferten AA-Batterien überstanden die ersten 50 Tagen unseres Tests. Der Hersteller verspricht bei einer Nutzung mit 8-10 Sperrvorgängen pro Tag 6 Monate Lebensdauer für Alkaline-Batterien. Ob das stimmt, überprüfen wir weiter. In Verbindung mit Mignon-Akkus dürfte die Laufzeit geringer ausfallen, gestaltet sich aber deutlich umweltfreundlicher.

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Das Nuki Smart Lock arbeitet mit vier AA-Batterien. / © AndroidPIT

Sind die Batterien oder Akkus im Nuki Smart Lock einmal leer, lässt sich die Tür weiterhin mühelos auch mit dem Schlüssel von außen öffnen.

Abschließendes Urteil

Nuki ist zu Recht eines der erfolgreichsten Smart-Home-Start-ups im DACH-Raum. Das Produkt hat unsere Kollegen aus dem Chefbüro vollends überzeugt; besonders dank der neuen Kombinationsmöglichkeit mit dem Keypad.

Der Preis von zusammen über 229 Euro; mit Bridge sogar 299 Euro sorgt jedoch dafür, dass man sich die Anschaffung zweimal überlegt. Das Smart Lock rechnet sich für all jene, die nicht freigiebig mit ihren Schlüsseln hantieren können oder wollen und Zugriffskontrolle brauchen.

Da Ihr bis zu 200 Nutzer pro Schloss konfigurieren könnt, wird ein Smart Lock irgendwann preiswerter als eine entsprechende Zahl an Schlüssel-Kopien. Hinzu kommt das Sicherheitsargument: Ihr könnt einen Nutzer einfacher löschen als ihm einen physischen Schlüssel wegzunehmen.

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