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NSA plant(e), Millionen Rechner mit Spionage-Malware zu infizieren

Neue Enthüllungen aus Edward Snowdens Geheimdokumenten zeigen, wie die NSA bereits vor Jahren ihre Spionageaktivitäten massiv ausgeweitet hat. Was einst auf Hunderte legitime Ziele zugeschnitten war, wurde auf Millionen angewandt oder sollte es werden. Dafür wurde teils sogar Facebook unwissentlich zum Komplizen gemacht.

nsa facebook
Facebook wurde selbst zum Opfer der NSA. / © NSA, Facebook, AndroidPIT

Wenn man ausschließlich an die Terrorismusbekämpfung denkt, ist die Fähigkeit, Spionage-Malware auf “feindlichen” Computern zu platzieren, um diese auszulesen, ein praktikables und grundsätzlich begrüßenswertes Werkzeug. Doch wo wird die Grenze gezogen? Bei der National Security Agency offenbar nirgends.

Wie Edward Snowdens Enthüllungen zeigen, plante die NSA bereits 2009 ein großangelegtes Spionagemanöver namens “Turbine”. Dessen Ziel war es, klassische Abhörmethoden, die menschliche Arbeit involvierten, durch automatisierte, breit angelegte Malware-Attacken zu ersetzen oder zumindest zu ergänzen. Jene Malware sollte an Millionen Nutzer verteilt werden und dann deren Computer auslesen. 

Kreative Codenamen für kreative Methoden

Malware-Tools mit Namen wie UNITEDRAKE, CAPTIVATEDAUDIENCE, FOGGYBOTTOM, GROK und SALVAGERABBIT sollten Mikrofone, Webcams und so ziemlich alle erdenklichen Funktionen von Computern und anderen an Netzwerke angeschlossenen Geräte wie Telefonen übernehmen. In mindestens einem Fall tarnte sich die NSA als Facebook-Server. Wenn Nutzer sich über diesen eingeloggt hatten, begann das Virus, Daten vom Computer an die NSA-Server zu transferieren.

Wie weit Project Turbine bereits umgesetzt wurde, ist nicht klar. Aber aus früheren Dokumenten geht hervor, dass weltweit an die 100.000 Spionageviren bereits platziert wurden, Tendenz steigend. Gängige Verschlüsselungsmethoden der Nutzer sind den Dokumenten nach für die NSA kein Problem, schon alleine, weil sie die Daten abgreift, bevor diese überhaupt verschlüsselt werden. 

Für einen sehr ausführlichen Blick auf diese jüngsten Enthüllungen und Methoden sei Euch Glenn Greenwalds Intercept-Artikel “How the NSA Plans to Infect ‘Millions’ of Computers with Malware” ans Herz gelegt. Für eine andere, auch von Greenwald inspirierte, Perspektive, schaut bei unserem Artikel “Der Datenschutzwahn kann nach hinten losgehen” vorbei und diskutiert mit.

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17 Kommentare

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  • Deswegen hab ich meine eigene Verschlüsselung: 94205900245024509690 656094201350 21205900

  • Aber meldet mal besser eure Handys ab, verkauft eure Computer, stellt euch aufs Dach und gebt in Zukunft nur noch Rauchzeichen.
    [zyn off]

  • Spionage gibt es immer und überall, nicht nur bei der NSA. Traurig aber wahr.

  • Was ich mich jedes mal wundere... Wen ich bei jemandem spionage malware drauf mache ist es illegal. Aber wenn der staat das macht, darf man das.

    • MrM 13.03.2014 Link zum Kommentar

      Das ist nicht ganz richtig. Nur die USA darf das! Die amis haben nunmal die deppenfreiheit, und der Rest der Welt schaut zu.

  • Moderne Spionagemethoden versagen bei Techniken die Terroristen der alten Schule snwenden, als da wären
    Tote Briefkästen
    Persönlicher Kontakt zu Leuten die man kennt usw.
    Und da glaubt die NSA jemand zu erwischen mit vollautomatischen Algorithmen, sehr naiv gedacht

    • Klar, steht doch im facebook-Profil unter Beruf. Und ansonsten schaut man im Terroristen-Forum.
      Das ist doch typisch USA: Immer den Trerrorismus als Alibi für alle möglichen Aktionen vorschieben. Aber wer gibt schon gerne zu, dass er über alles und jeden einfach nur Macht ausüben will...

  • son Terrorist ist ja auch ganz schön doof, die betreiben sicherlich Gruppen bei FB um sich zur Gewaltausübung zu verabreden...

    na, hat immer noch niemand etwas zu verbergen und denkt die Stasionase geschieht zum wohle der Allgemeinheit?

  •   25

    Beim Moto X ist das schon eingebaut. Nennt sich "AlwayOn". Das Mikro ist nie ausgeschaltet und funkt pausenlos alles zur NSA..

    • @Michael Schneider: Richtig, deswegen hält der Akku des Moto X auch nur eine halbe Stunde, weil es 24 Stunden aufnimmt und Audio-Dateien versendet...

      •   51
        XXL 13.03.2014 Link zum Kommentar

        Lächerlich, da kommt er wieder, der MotoX-Reflex, das MotoX ist schliesslich das Mass aller Dinge^^ So werden dann halt einfach die Bedenken von Michael Schneider auf die ganz billige Art und Weise ins Lächerliche gezogen, ganz schwach. Die Kernaussage von ihm ist absolut gerechtfertigt und die hast auch du verstanden! Dass keine Nonstop-Datenübermittlung mit Audio-Dateien stattfindet ist ja wohl jedem klar, das ist auch gar nicht nötig. Aber vielleicht hat er ja auch nur eine Paranoia oder ist im Datenschutzwahn...

      • Ausgesprochen dumme Antwort :-(
        Aber das ist nicht wirklich neu hier...

        Mal etwas Aufklärung für die "Anfänger":
        I.d.R. werden Audiodaten heute schon autom. in Text transkriptiert. Das wird erst dann und in massiv gepresster Form (ZIP) verschickt.

        Da die Geräte heute mit Android auch Gesichtserkennung können, müssen auch keine Bilddaten übertragen werden, sondern nur die biometrischen Hashes.

        Also: Mit diesen Daten ist der Akku eben nicht nach 30 Minuten leer!!
        Überlegt doch mal, wie Shazam , Siri und Co funktionieren, ohne dass sofort der Akku leer ist!

        Wir sollten viele der Features kritisch hinterfragen und den Sinn und Unsinn davon abchecken.
        Wenn wir uns mal diese neuen NSA Infos zu Herzen nehmen, fällt doch auch ein völlig neues Licht auf die Fingerabdruck-Features der aktuellen Geräte. Auch da wird der NSA viel Arbeit abgenommen, ganz autom. und freiwillig und ist es für das Gerät "nur" notwendig, die biometrischen Keyfacts zu übertragen. Das reicht völlig und bietet aber einen unfassbaren Wert...

      •   25

        Ist doch Quatsch. Wer sagt dass es pausenlos übertragen werden muss? Es wird gespeichert und dann übertragen wenn du es nicht merkst. Zudem kann es ja nach Sprache gefiltert werden, dann wird nicht so viel übertragen. Vielleicht noch dann wenn du im W-LAN bist und/oder wenn es am Stecker ist und komprimiert. Alles kein Problem.

        PS:
        Die Idee von Andreas 70, dass nur der Text übertragen wird hat was. Letztlich muss die Funktion ja sowieso immer den Text erkennen um Stichworte für die Sprachsteuerung zu erkennen.

  • Kleine Fehler bei "geht vor" und "Artilel". ;)
    Wie wäre es übrigens mit einer Fehler-einsenden-Funktion?

    • @Dalvik A.: Besten Dank! Die Fehler hast du doch quasi über deinen Kommentar eingesendet :)

      • Gern geschehen. Und klar, geht so auch. Aber irgendwie wäre es schöner, wenn man das nicht öffentlich rausposaunen müsste. :)

      • @Dalvik A. Ach so, ja, das ist natürlich nett von Dir gedacht. Manche Nutzer machen das über eine private Nachricht an den Autor direkt. Das hätte dann ja im Prinzip die "einsenden"-Funktion.

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