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5 Min Lesezeit 19 Kommentare

Netatmo Wetterstation fürs Handy im Test: Die Smart Machines kommen

Die Wetterstation, das Spielzeug des rüstigen Rentners - so lautete zumindest mein Gedanke bisher. Dass es auch anders geht, beweist Netatmo mit seiner Hightech-Wetterzentrale für Smartphones und Tablets, die sogar noch viel mehr kann als der Name suggeriert. Mehr dazu erfahrt Ihr in meinem Testbericht.

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netatmo teaser
Elegant und hervorragend verarbeitet: Die Netatmo-Messzylinder. / © AndroidPIT

Ersteinrichtung

Die Ersteinrichtung gelingt schnell und unkompliziert. Nach der Registrierung auf der Netatmo-Website lädt man ein Einrichtungsprogramm (Mac OS oder Windows) herunter und schließt das Innenmodul per USB an den Computer an. Danach verknüpft man mit Hilfe der Netatmo-Software Station, WLAN-Netzwerk und den gerade angelegten Netatmo-Account. Erst jetzt lohnt sich der Download der App auf das Android-Smartphone oder -Tablet, hier meldet man sich dann mit seinem Netatmo-Account an. Das Ganze dauert nicht länger als 5-10 Minuten.

Kleine Zylinder mit ganz viel drin

Unscheinbar sehen sie aus, die kleinen Zylinder aus gebürstetem Aluminium, die somit schon mal eine ganz wichtige Voraussetzung erfüllen: Sie lassen sich überall in und vor der Wohnung (auf dem Balkon) dezent platzieren. Das Netatmo-Basispaket besteht aus zwei Zylindern: einem Innenmodul, das einen Netzanschluss benötigt, und einem batteriebetriebenen Außenmodul (vier AAA-Batterien, Ladestand nach 10 Wochen Nutzung: ca. 80 Prozent). Sie erfassen Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftdruck sowie CO2-Gehalt und Lautstärke (nur Innenmodul). Eine sonst bei Wetterstationen übliche Steuerzentrale gibt es nicht, diese Rolle übernimmt der Smartphone- oder Tablet-Bildschirm.

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Moderne Optik: Links das App-Interface, rechts die Widgets. / © AndroidPIT

Die Cloud ist alles

Die Stationen werden in das heimische WLAN-Netz eingebunden und funken Ihre Daten alle fünf Minuten an einen Netatmo-Server, auf den man per App zugreifen kann. Damit werden gleich zwei Dinge klar: 

  • Eine stabile Internetverbindung inklusive WLAN ist zwingende Vorraussetzung für den Betrieb, genauso wie ein gutes Smartphone mit einem hochauflösenden Display oder ein Tablet.
  • Wer gesteigerten Wert auf die Kontrolle seiner persönlichen Daten legt, sollte die Finger von Netatmo lassen, denn die digitalen Messergebnisse aus dem privaten Wohnumfeld landen auf Servern, die zwar laut Anbieter gesichert und verschlüsselt sind, aber eben trotzdem die eigenen vier Wände verlassen und sich der Kontrolle entziehen.

"Braucht man das?" ist die falsche Frage

Ich möchte den Datenschutz an dieser Stelle nicht thematisieren, das habe ich bereits an anderer Stelle getan (zum Artikel: Smart Machines und Datensammelwut: Du bist der Sammler), sondern an dieser Stelle auf die positiven Aspekte eingehen, die mit dieser Datensammelei verbunden sind. 

Die Verlagerung der Daten in die Cloud und die Aufbereitung auf einem hochauflösenden Bildschirm stellt jede andere Wetterstation mit ihrem monochromen LCD-Bildschirm und ihrem bescheidenen Rechenkern in den Schatten. Ermöglicht wird außerdem der Zugriff von überall auf der Welt. Auch wenn ich im Urlaub in der Karibik bin, kann ich täglich schauen, wie viel Grad bei mir zu Hause in der Wohnung herrschen. Daran schließt sich natürlich die Frage an: Brauche ich das? Die Antwort lautet ganz klar: nein. Aber die Frage muss auch erlaubt sein: Was braucht der Mensch heutzutage schon wirklich?

Stiller Alarm

Weil Netatmo auf der Infrastruktur des Smartphones aufsetzt, ergeben sich einige ganz praktische Anwendungsszenarien. Die Push-Funktion erlaubt es, beim Überschreiten bestimmter Grenzwerte automatisch benachrichtigt zu werden. Und wenn man diese Alarmfunktion auf die Lautstärke anwendet, also den Geräuschpegel, hat man eine ganz passable Alarmanlage, die bei einem Einbruch (der ja Krach macht) einen stillen Alarm an den Besitzer sendet. 

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Screenshot von der Netatmo-Website: Mit dem Fokus auf Umweltthemen befreit der Anbieter die Wetterstation vom angestaubten Rentner-Image. / © Netatmo

Der Lifestyle-Faktor

Auch im Alltag leistet Netatmo gute Dienste. Die App funktionert reibungslos, vor allem die modern gestalteten Widgets haben mir gut gefallen, die Temperatur, Wetterlage und Luftqualität auf dem Homescreen einblenden. Die Luftqualität ist ein starkes Feature. Maßgeblich wird hier die CO2-Konzentration der Luft herangezogen und dann nach dem Ampelprinzip (rot, gelb, grün) signalisiert, ob alles im grünen Bereich ist. Wenn es draußen kälter wird, ist das eine nicht zu unterschätzende Information, weil ich so immer einen Orientierungswert habe, der mir sagt, wann der Sauerstoffgehalt auf ein niedriges Niveau sinkt und der richtige Zeitpunkt zum Lüften gekommen ist. Natürlich kann ich mich auch hier wieder warnen lassen, wenn ein bestimmter CO2-Grenzwert erreicht wird. 

Die Luftqualität markiert die zentrale Stoßrichtung von Netatmo: Das Unternehmen befreit die Wetterstation von ihrem angestaubten Image, indem es sie mit zeitgemäßen Themen anreichert. Wer die gut gemachte Website besucht, stößt immer wieder auf Begriffe wie "Lärmbelastung", "Lebensqualität", "Umwelt verstehen", die einen Bereich umschreiben, auf den der moderne (Stadt-)Mensch besonderen Wert legt.

Netatmo macht hier große Versprechen und hält sie auch.

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Umfangreiches Archiv: Wenn man die App ins Querformat dreht, kann man alle Daten genau analysieren. / © AndroidPIT

Die Aufbereitung der Daten ist der Clou

Eine Überraschung erlebt, wer das Smartphone kippt, wenn die App geöffnet ist: Dann wechselt die Ansicht und ein Diagramm wird eingeblendet, das sich schnell als umfangreiches Archiv aller gesammelten Umweltdaten entpuppt, man kann hier Temperatur- oder CO2-Kurven aufrufen, die Monate zurückreichen. Per Zwei-Finger-Zoom kann man den Zeitrahmen einfach Vergrößern oder Verkleinern. Die intuitive Bedienung ist übrigens ein Kennzeichen der gesamten App: Netatmo hat die Gestensteuerung perfekt umgesetzt und immer lief sie sehr flüssig. 

Einzig die Modifizierung der Push-Benachrichtigungen nervt, weil man dafür in ein Einstellungsmenü wechseln muss, das mit seiner antiquierten Oberfläche überhaupt nicht zum Rest der App passt und das außerdem sehr träge auf Eingaben reagiert. Aber das ist im Prinzip der einzige Kritikpunkt, den ich habe.

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Aus der Zeit gefallen: Das Einstellungsmenü von Netatmo.  © AndroidPIT

Fazit: Teures Gadget mit großer Zukunft

Achso, fast hätte ich den Preis vergessen, den kann man natürlich auch kritisieren. 170 Euro kostet das Netatmo-Paket und ist damit alles andere als billig. Aber dafür bekommt der Nutzer auch einiges geboten. Ob man das braucht, ist ja bekanntlich die falsche Frage. Nach mehreren Wochen Nutzung habe ich mich aber daran gewöhnt, jederzeit meine Wohnung kontrollieren zu können, und ich denke, dass Netatmo einen guten Vorgeschmack gibt auf unsere datengetriebene Zukunft, die von Smart Machines bevölkert sein wird, die unser Handeln digitalisieren, ob wir nun wollen oder nicht.

19 Kommentare

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  • Für max. 50€ hätte ich es mir gekauft, ABER 170;
    kann mir das Teil dann auch die Lottozahlen voraussagen ...


  • Die Blogs über Gadgets mag ich besonders!


  • Arian das ist glaub ich an die App Tests bezogen :D


  • Super Teil! was die Leute hier immer mit der cloud rum trollen, ich bekomm das nicht in mein Schädel! Leute es ist sowieso schon zu spät! eure daten hopsen eh schon durchs Netz! hört auf zu jammern.
    für mich ist das super ich kann meine aussen jalousien und meine Heizung und Fenster vom Androiden aus übers Netz steuern und die Stationen geben mir jetzt noch super daten zum steuern!


  • @zeronix: da ist Hardware im Spiel ;-)


  • Testet Ihr jetzt jede Wetterapp durch?


  • @carolinhoefener
    Ich will ehrlich sein; eigentlich steh ich auf so'n Zeug. Aber die Linie zwischen "Geek" und "Freak" ist doch recht dünn.


  • Hey Lefty,
    ein Kollege hat sich ein Haus mit IPad/IPhone Steuerung gebaut.
    Er kann aus der Ferne zb aus dem Urlaub die Fenster öffnen und schliessen.
    Er kann sehen ob die Haustür abgeschlossen ist oder nicht, ob die Markise eingefahren ist, er bekommt Meldung wann der Kühkschrank aufgefüllt werden muss, er kann quasi sein Haus fernsteuern und per Kamera auch einsehen.
    Er kann die Garage öffnen oder schliessen, lüften, Einbrecher ertappen......ect....

    Das ist schon sehr interessant einzusehen. Er hat mir mal die Steuerung auf dem IPad gezeigt.
    Man benötigt auch keinen Haustürschlüssel, alles per Fingerdruck elektronisch.
    Er sagte bei Stromausfall lässt sich alles per Hand bedienen.

    Krass oder?!


  • Na es gibt's schon sehr eigenartige Wetterlagen die örtlich begrenzt sind und mit dem Rest wenig gemeinsame Werte aufweisen. Da hilft denn auch kein Wetter Dienst sondern externe Wetterstadionen einem mehr. In der Nähe von Paderborn gibt es so ein Loch wo ich es selbst oft genug erlebt habe das vorher und nachher, Durchmesser ca. 20 km, ein ganz anderes Wetter vorzufinden war. Auch in oder über Städten soll das ja auch öfters der Fall sein. Mir selbst reicht meine Wetter App, Tagesschau und Morgenmagazin aber vollkommen aus.


  •   25

    First world problems


  • Echt jetzt? Nun also ne App die einem sagt wann man lüften muss? ;-) Natürlich unbedingt Cloud unterstützt, damit n ganzes Forum darüber diskutieren kann wann die Luft bei mir zu dick wird. Eventuell kommt dann ja bald ne Fernsteuerung für die Fenster damit per Web dafür gesorgt wird, dass ich nicht im eigenen Mief umkomme. Dazu dann noch der Appgesteuerte Toilettensitz über den letztens berichtet wurde und n bisschen Evolution und irgendwann sehe ich dann armtechnisch aus wie n abgemagerter T-Rex.
    Ich wünsche euch n schönes Wochenende.


  • hallo,
    das Lüften eines mit Leuten besetzen Raumes dient nicht dazu, Sauerstoff hineinzulassen, sondern das CO2 auszutauschen. Der O2-Anteil bleibt auch bei vielen Leuten relativ konstant. Der CO2-Anteil vervielfacht sich und das macht die schlechte Luft aus. Je schlechter die Luft, desto mehr CO2.


  • Ich vermute stark, dass Netamo langfristig ein Wetternetzwerk aufbauen wird, mit den Daten der Nutzer und diese kommerziell nutzen wird. Es müsste auch Software beispielsweise für die eigene Webseite geben. Was ist, wenn die Firma pleite ist? Dann kann ich 170 Eur wegwerfen. Prinzipiell finde ich das Teil nicht schlecht, der Preis ist aber auf jeden Fall zu hoch.


  • Soweit ich das gelesen habe dürfte die Genauigkeit der Messwerte nicht berauschend sein, sondern eher in die Kategorie "Indikation" gehent.


  • die widgets sehen sehr nach ios7 aus


  •   23

    Uninteressant da zu teuer cloud macht die Sache noch uninteressanter!


  • Sehe ich das richtig? Kein Windmesser? Das ist bei einer guten Wetterstation ein NoGo. Die Cloud ist mir relativ egal.


  • Schade, zu teuer und noch die Wolke bedeuten das Aus.


  • an sich gute Idee. würde mich dafür Interessen, wenn, abgesehen vom zu hohen preis, nicht diese blöde cloud dabei wäre. die cloud ist wohl eher das k. o. Kriterium.

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