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Kommentar 4 Min Lesezeit 100 Kommentare

Nachgefragt: Telekom, Vodafone und O2 nehmen Stellung zum Tarif-Dilemma

Der jüngste Vergleich in Europa hat es gnadenlos aufgedeckt: Deutschlands Handy-Nutzer zahlen zu viel Geld für zu wenig Leistung in ihren Verträgen. Doch was sagen die Netzbetreiber eigentlich zu diesen Vorwürfen? 

Die Tarife sind zu teuer, die Datenkontingente zu klein, echte Flatrates gibt es nicht – zumindest in Deutschland. In anderen Ländern sieht das anders aus und die Mobilfunklandschaft erscheint deutlich kundenfreundlicher als hierzulande. Das Magazin Stern hat nun nachgefragt, wie die Provider auf die Kritik reagieren. Die Reaktionen sind unterschiedlich und sehr interessant.

Vodafone hat auf die Anfrage zwar geantwortet, dabei aber das Thema mehr oder weniger elegant umschifft und unter dem Strich nichts Brauchbares verlauten lassen. Man decke mit dem Tarifportfolio "weitestgehend alle Nutzungsszenarien" ab und bleibe "für weite Bevölkerungskreise erschwinglich". Ausgezeichnet. Ohnehin würden die Deutschen lieber per WLAN surfen – gleichzeitig sei der mobile Datenverbrauch bei Vodafone-Kunden mit 1 GByte pro Monat aber besonders hoch. Zum Vergleich: In Finnland liegt der Durchschnittsverbrauch bei 16 GByte. Als echte Flatrate preist Vodafone den Tarif Red XXL mit eigentlich 25, derzeit sogar 50 GByte Volumen im Monat an. Der kostet aber auch satte 105 Euro im Monat, und am Ende wird immer noch auf unbrauchbare 32 kB/s gedrosselt – im europäischen Vergleich ist das ein schlechter Witz. Eine Änderung dieser Geschwindigkeit sei nicht geplant. Die echte Vodafone-Flatrate Black Business+ steht nur Geschäftskunden offen und kostet gar 200 Euro im Monat.

LTE für 30 Euro? Nicht bei der Telekom

Bei der Telekom dürfen die Kunden für monatlich 30 Euro noch nicht einmal ins LTE-Netz, es gibt schlicht keine so "günstigen" Angebote bei dem Ex-Monopolisten. Als Begründung für die im Vergleich hohen Tarifkosten in Deutschland teilt das Unternehmen mit: "Unterschiedliche wirtschaftliche und geographische Rahmenbedingungen führen zu unterschiedlichen Tarif- und Preisgestaltungen in den Ländern der europäischen Union." Heißt übersetzt: Die Preise sind so hoch, weil die Menschen in Deutschland genug Geld haben und sie bezahlen. Auch StreamOn als Option für besonders Datenhungrige wird ins Feld geführt. Das Angebot kostet allerdings extra und stellt eine Gefahr für die Netzneutralität dar.

AndroidPIT Data Usage 2
Ihr wollt mobile Daten? Dann holt die Kohle raus! / © ANDROIDPIT

Telefónica bzw. O2 gilt in Deutschland als der Anbieter mit den günstigsten Preisen, aber auch mit dem schlechtesten Netz – Tests bestätigen letzteres regelmäßig, auch wenn Vodafone zuletzt auch nicht viel besser abschnitt. 30 Euro für 10 GByte LTE-Volumen, das ist für Deutschland günstig. O2 sagt gar, dass der Vorwurf, man bekäme in Deutschland weniger Volumen als in vielen anderen europäischen Ländern, gar nicht stimme. In zehn EU-Ländern gibt es für das gleiche Geld eine echte Flatrate, bei den Nachbarn in Frankreich immerhin die zehnfache Datenmenge. Wenigstens bei der Drosselung zeigt man sich mit O2 Free großzügig und lässt die Kunden mit 1 MBit/s weitersurfen.

Die unendliche Geschichte der UMTS-Versteigerung

Das wichtigste Argument, das Telekom und Telefónica ins Feld führen, ist ein alter Bekannter. Die Versteigerung der UMTS-Frequenzen im Jahr 2000 sei in Deutschland so teuer gewesen – umgerechnet über 8 Milliarden Euro zahlte jeder Provider damals –, dass man nach wie vor daran zu knabbern habe. Auch der Netzausbau, vor allem in der Fläche, sei sehr kostspielig.

Das Problem nur: Das Argument zieht längst nicht mehr. Wie Torsten Gerpott, ausgewiesener Experte auf dem Gebiet der Telekommunikation, gegenüber der Tagesschau erklärt, sind diese Kosten längst abgeschrieben und fallen bei den aktuellen Geschäftsergebnissen nicht mehr ins Gewicht. Für Gerpott ist klar, dass die Provider schlicht und ergreifend höhere Gewinne einfahren wollen, nichts weiter.

Eine Ohrfeige für die Kundschaft

Fassen wir also zusammen: Einer sagt nichts, und die zwei anderen nicht viel mehr. Als Entschuldigung noch immer die UMTS-Frequenzversteigerung aus dem Jahr 2000 heran zu führen, ist nichts anderes als eine Ohrfeige für die  Kundschaft. Aber die ist ja offenbar gewillt, die hohen Preise zu zahlen, wie die Telekom mehr oder weniger deutlich verkündet. Es ist an der Zeit, dass die starre Provider-Landschaft in Deutschland einmal kräftig durchgeschüttelt wird.

Was muss in Euren Augen passieren, damit die Tarife in Deutschland endlich günstiger und besser werden? Diskutiert mit uns in den Kommentaren.

Top-Kommentare der Community

  • C. F.
    • Blogger
    vor 11 Monaten

    "Was muss in Euren Augen passieren, damit die Tarife in Deutschland endlich günstiger und besser werden?"

    Seitens der Verbraucher kann da gar nichts passieren. Es muss nur mal ein Startup-Unternehmen kommen, dass die Tarife bietet, die "wir" wollen. Und da sollten dann alle hin wechseln. Es ist leider immer noch so: Angebot und Nachfrage regeln den Preis. Nur leider nicht in diesem Fall. Die Angebote passen nicht zur Nachfrage. Und die Nachfrage ändert leider nicht die Angebote. Und der Preis wird eh vorgegeben. Also: friss (oder nutze) oder stirb (also nutze nicht). Die Wahl? Keine.

  • Tim vor 11 Monaten

    "gleichzeitig sei der mobile Datenverbrauch bei Vodafone-Kunden mit 1 GByte pro Monat aber besonders hoch"
    Ich lach mich schlapp :D 1GB und "besonders hoch" in einem Satz, ich sterbe. Und ja sicher, ich surfe unterwegs auch am liebsten im WLAN. Habe immer meinen Router dabei.
    Vodafone ist echt ein schlechter Witz. Ich weiß schon, warum ich sehr glücklich damit bin, von denen weggekommen zu sein. Nur Probleme und dann SOLCHE Behauptungen. Ich glaube mein Schwein pfeift.

    O2 hat zwar das schlechteste Netz (angeblich, ich habe bei mir im Umkreis fast nur noch LTE...), aber dafür kosten sie im Vergleich zu Vodafone und Telekom nur einen Bruchteil... Und wenn man in den Netzausbau eben auch mal die Preise mit einrechnet, dann steht O2 mit gigantischem Abstand an der Spitze...

    Und bei O2 habe ich mehr Hoffnung, dass die wirklich am Netz auch was ausbauen. Die Telekom setzt lieber immer wieder sofort auf den neusten Standard und lässt den alten halbtot liegen. Mit "bis zu 204507309 MBit" kann man halt besser werben. Das man diese Werte ausnahmslos niemals erreicht, ist denen egal.
    Erst wurde 3G halbfertig schleifen gelassen, als 4G kam und jetzt macht die Telekom das gleiche mit 5G, während 4G gerade mal erst halb fertig ist. Da muss man sich dann auch nicht wundern, wieso die Kosten stetig steigen, wenn man immer sofort ins neue Pferd investiert, statt das alte zu trainieren.

    Meiner Meinung nach hat das nichts mit "gewillt sein zu bezahlen". Wir haben ja schlicht und ergreifent gar keine andere Wahl!

    Umfrage... 4% sind anderer Meinung. Kann mir nicht vorstellen, dass diejenigen das ernst meinen Oder leben nicht in Deutschland...

  • Klaus M. vor 11 Monaten

    In Frankreich zahle ich für unlimitiert LTE und 25 GB in Europa 16.99. Da ist der Bericht falsch. In der Schweiz liege ich bei unlimitiert LTE bei 17.50.
    Dabei haben es die Schweiz mit den Bergen und Frankreich mit der Ausdehnung schwerer. Die dt.. Preise sind unverschämt

  • König Frank I. vor 11 Monaten

    Denk mal eine Idee weiter. Wie kommt der Mast auf den Berg? Wie kommen die notwendigen Leitungen (Strom, Daten, usw.) zum Mast? Wie sieht die Wartung der Mast-Infrastruktur aus? Hinweis: dafür braucht man alles schweres Gerät und erfahrene Monteure im alpinen Gebiet. Man kann viele Videos über Seilbahn-Monteure sehen und sich vorstellen, wie aufwändig solche Sachen im Gebirge sind. Außerdem hat die Schweiz nicht nur einen Berg, zu dem alle Aufsehen, ergo sind sehr viele mehr Masten als in der Ebene nötig.
    Ich verstehe die Jubelperser nicht, die jedewede fadenscheinige Begründung für hohe Kommunikationskosten in Deutschland gut heißen.

  • Klaus M. vor 11 Monaten

    Zugefrorene Richtfunkantennen, Lawinen, fehlende Glasfaserinfrastruktur auf den Bergen, geringe Einwohnerzahl in den Tälern. Außerdem reicht eine Antenne auf dem Berg nicht, da Täler nicht einem Vulkankrater ähneln, sondern meist unregelmäßig und zerklüftet sind.
    Ich kann die Ausreden deutscher Anbieter nicht mehr hören. In Basel bekomme ich meistens Glasfaseranschluss mit 1 000 Mbit/s. In anderen Städten ist das auch so. Wo ist das deutsche Highspeed Netz? 100 Meter hinter Basel in Weil am Rhein muss man oft mit 2-7 MBit/s leben oder hat teilweise noch nicht einmal UMTS. Von Glasfaser träumen die noch lange.
    Man erbringt schlechte Leistungen zu überhöhten Preisen, da der Kunde es bezahlt und der Markt nicht funktioniert. Man hat die Wahl zwischen dem miserablen O2 Netz oder den überteuerten Netzen von Telekom und Vodafone. Früher hatte EPlus Bewegung in die Preise gebracht. Vorbei. Das ist wie mit der Lufthansa und Air Berlin. Fällt der Billig-Konkurrent weg, explodieren die Preise.

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  • Merkwürdig was hier steht. Angeblich kann man für 30 EUR nicht einmal ins LTE Netz bei der Telekom. Das ist doch einfach nur falsch! Ich zahle 10 EUR mit 1 GB LTE im Telekom Netz direkt bei der Telekom und das sogar ohne Vertragsbindung. Nennt sich Magenta Mobil Start M


  • In China erhalte ich bei China Unicom im Moment 1GByte pro Monat fuer 66RMB. Das sind umgerechnet 8,50EUR/Monat. Verbrauche ich mehr, zahle ich einen erschwinglichen Betrag pro MByte ohne Geschwindigkeitseinbussen.
    Uebrigens kann sich Deutschland was den (LTE) Netzausbau und die Verfuegbarkeit angeht eine ganz dicke Scheibe von China abschneiden. Das Thema Zensur und "Great Firewall" ist eine andere Geschichte.


  • Wie bitte?:
    "Bei der Telekom dürfen die Kunden für monatlich 30 Euro noch nicht einmal ins LTE-Netz, es gibt schlicht keine so "günstigen" Angebote bei dem Ex-Monopolisten. ".
    MagentaMobil gibt es für 10 Euro!
    Was soll also der Schmarrn?


    • Na endlich einer mit Durchblick😭 Könnte man DEN link zu dem Angebot nicht mal posten......ICH finde den nämlich nirgendwo,


      • Den Tarif gibt´s hier:
        www.telekom.de/unterwegs/tarife-und-optionen/prepaid-tarife
        1GB für 9,95€.
        Hab allerdings auch den Eindruck, dass die den Tarif absichtlich verstecken... ;-)


    • Da ist mir jemand zuvorgekommen wie ich gerade lese. Egal, doppelt hält besser. Was Androidpit hier macht, ist völlig daneben, absolute Falschaussagen im Artikel. Würde mich nicht wundern, wenn das Ärger gibt.


  • Deutschland hat wesentlich mehr "Billig-Provider/Anbieter" als der Rest Europas. Das sind die, welche absolut nichts in die Infrastruktur investieren, sondern nur warten, bis die "Großen" ausbauen, um dann billig anzumieten. Mehr als 50% aller User nutzen diese Billiganbieter und maulen auf die Konzerne, welche versuchen, diesen Ausbau zu finanzieren. Sieht man hier in vielen Kommentaren. Kein Wunder, dass der Rest Europas über die mauligen Deutschen lacht.


  • Es würde nur etwas passieren, wenn einer der 3 Monopolisten seine Tarifangebote den anderen Europäischen Anbietern anpassen würde. Da könnte ich mir vorstellen das die meisten Kunden den Anbieter wechseln würden und es kommt Bewegung in den Telefonmarkt. Leider wird das nur ein Wunsch bleiben!


  • Für Teledingens, Vodafon und O2 gibt´s nur ein Wort: Abzocker. Und das zu einer Vetragsdauer von 2 Jahren. Frechheit


  • Ich denke hier ist mal die Regierung gefragt, von denen kommen doch so viele Versprechen, WLAN in Grossstädten, Internet für alle...etc. Hier sieht man wieder unsere gute Zweiklassen Gesellschaft, das Land der Erzähler und Dichter...
    Kurz oder lang es bleibt so. Aldi Netz für die Armen und Telekom für den Vorstand.


  • und am Ende wird immer noch auf unbrauchbare 32 kB/s gedrosselt bei vodafone trotz Vertrag?😲👎.... das ist ja auch bei vielen prepaidanbietern so... das gehört abgeschafft mittlerweile. Da Lob ich mir o2 free da geht es auf 1Mbit zwar runter aber das reicht trotzdem noch.
    Mit 32 oder 64 kb/s kann man heutzutage garnix mehr machen


  • s Samsung Galaxy S8 für umsonnst LTE und Co bei da müssen die Deutschen für sowas tief tiefer in die Geldbeutel halten.Scheiß Deutschland halt


  • Also die mussen nur Roaming komplett abschaffen in der eu ohne ausnahmen. Dann kann man sich einfach einen vetrag im eu ausland buchen und fertig. Und ganz erlich 1GB und viel schon klar vieleicht 2003.


  • C. F.
    • Blogger
    vor 11 Monaten Link zum Kommentar

    So, es ist vollbracht: als Bestandskunde bei O2 habe ich gerade in den Free M Tarif gewechselt - 10GB Datenvolumen. Das passt erst mal.

    https://www.o2online.de/e-shop/tarif/o2-free-m?intcmp=epo2p_stage-teaser_nk-freiheit-bestseller-tarif-10gb_-ONIXHKBVGU


  • Das Problem in Deutschland ist wei bei Vodafone das die Ihren hals nicht voll genug bekommen die Red Tariefe sind mega Teuer und ja moment Nutzt die meisten 1 GB Internet weils Kaum einer mehr Leisten möchte.Wir stehen im Steinzeit alter mit den Tariefen in den Nachbarschaftsländern ist es viel Günstiger.Es wird nichts gemacht das es güsntiger wird.Telekom ist einfach scheiße mit Ihrer Aussage es gibt mehr als die Hälfte die sich Telekom net Leisten können ich selbst Träume lange schon vom Fehrnsehen über das Internet ist zu Teuer nimm ich Lieber Satelit.O2 ist nicht der Günstigeste Anbieter der Günstigste Anbieter ist EWE und noch ein Anbieter der für 25€ eine 100000 Leitung Anbietet ohne 2 Jahres Vertrag und nur 5€ mehr verlangt für Fahrnsehen Telefon ectr...
    Wenn es sich nicht bald in Deutschland nicht was tut gibt es irgend wann ein Problem die Mensche werden moment immer Armer die Tareife werden immer Teuerer somit fehlen irgend wann die Benutzer.


    • Vodafone hat mich schon mal beschissen💩👎 vor Jahren... ich kündige meine vertrag fristgerecht das erkennen die aber nicht an und behaupten da ist noch ne Rechnung offen...drohen mit Gerichtsvollzieher und so...hauen mir Schufa rein...Rechtsanwalt von mir konnte aber zeigen darf ich recht hatte und nix mehr an Rechnung offen war. Die sehen mich als kunde nie wieder

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