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MyFC JAQ ist die Powerbank für Umweltbewusste

Smartphones, Tablets und zahlreiche Gadgets wie Bluetooth-Kopfhörer und Fotokameras haben eines gemeinsam: sie benötigen Energie. Diese liefert ein festverbauter oder im besten Fall ein austauschbarer Akku. Was aber, wenn die Energiezellen unserer technischen Geräte unterwegs leer werden und keine Steckdose in der Nähe ist? Hier hilft nur ein Akkupack, um zum Beispiel das Smartphone wieder aufladen zu können. Das schwedische Unternehmen MyFC zeigt mit dem JAQ auf dem MWC 2016 in Barcelona den wohl kleinsten externen Akku mit Brennstoffzellen-Technologie. 

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Ich gebe zu, dass ich ein Smartphone-Junkie bin. In meiner Jackentasche befinden sich immer zwei Smartphones: eines für geschäftliche E-Mails und Apps und eines für meine privaten Anrufe und Angelegenheiten. Da ich beide Smartphones intensiv nutze, ist die Gefahr, dass mir unterwegs der Strom ausgeht, ziemlich groß. Die meisten würden jetzt sagen: "Hol dir ein Akkupack und dann kannst Du unterwegs deine Geräte laden." Ich benutze Akkupacks, aber auch diese müssen irgendwann mal geladen werden. Wenn ich das in der Nacht vergesse, habe ich ein Problem. 

Auf dem Mobile World Congress 2016 in Barcelona habe ich eine neue Art von Akkupack/Powerbank entdeckt, der mein Akku-Problem lösen könnte. Das JAQ von MyFC, einem kleinen Hersteller aus Schweden, sieht aus wie eine Smartphone-Tasche. Statt aber in den schmalen Slot ein Smartphone einzuschieben, wird eine Plastikkarte hineingesteckt, in der sich Wasser und Salz befinden. Wasser und Salz? Genau, denn das JAQ von MyFC ist die kleinste Brennstoffzelle der Welt, mit der Smartphones, Tablets oder andere Geräte aufgeladen werden können.

Im Hauptteil des JAQ befindet sich die Technik, um aus Wasser und Salz Wasserstoff zu gewinnen. Durch eine chemische Reaktion mit Sauerstoff erzeugt dieses kleine Kraftwerk Energie, die man dann zum Aufladen für sein Smartphone verwenden kann. Aber keine Angst, Wasserstoff wird nur in sehr geringem Umfang produziert und es besteht zu keiner Zeit Explosionsgefahr.

myFC jaq insert
Die Steckkarte mit Salz und Wasser muss eingesteckt werden, damit das JAQ Strom produziert. / © AndroidPIT

Das Konzept hört sich in der Theorie sehr gut an und der Hersteller demonstrierte mir auf dem Messestand, wie das JAQ Strom produziert. Nach dem Einstecken der Karte muss der Nutzer etwa 10 bis 20 Sekunden warten, bis die Stromproduktion im JAQ startet. Das wird durch eine kleine LED angezeigt. Sobald die Brennstoffzelle Wasserstoff produziert, hört die LED auf zu blinken und leuchtet stattdessen Grün. Jetzt erst wird das zu ladende Gerät per USB Typ A angeschlossen.  

myFC jaq battery airvent
Sobald die LED nicht mehr blinkt, kann das Smartphone oder Tablet an das MyFC JAQ angeschlossen werden. / © AndroidPIT

Man sollte bei der Nutzung nur noch einige Punkte beachten: Die Oberseite und auch die Öffnungen an der Unterseite dürfen nicht blockiert werden, denn durch diese Öffnungen wird der notwendige Sauerstoff eingezogen. Außerdem wird MyFC die Steckkarten vorerst mit Kapazitäten von 900, 1.800 und 2.400 mAh anbieten. Einigen Nutzern könnte das nicht ausreichen. Schnellladen unterstützt MyFC übrigens nicht. Das ist aus meiner Sicht kein Problem, denn solange die Energiezufuhr nicht abbricht, würde ich diesen Kompromiss eingehen.

Gegenüber konventionellen Akkupacks hat das MyFC JAQ einen unschlagbaren Vorteil: Es ist umweltschonend. Im Inneren der aus recyceltem Plastik bestehenden Karten, befindet sich nur normales Wasser und Salz. Ist eine Karte aufgebraucht, dann kann diese wie eine Plastikflasche im Wertstoffcontainer entsorgt werden. Auch das JAQ selbst wird aus umweltbewussten Materialien hergestellt.  

myFC jaq battery charge
MyFC JAQ: Ein Stromerzeuger für unterwegs mit grünem Daumen. / © AndroidPIT

Fazit: 

Eine Brennstoffzelle ist kein Energiespeicher wie ein konventioneller Akkupack. Sie ist ein Wandler, der aus Wasser und Salz erst Wasserstoff erzeugt, der wiederum mit Sauerstoff reagiert und so Strom erzeugen kann. Es ist definitiv eine interessante Lösung, welche keine giftigen Stoffe enthält und wiederverwertbar ist. Die Karten will MyFC für einen Preis zwischen einem und zwei US-Dollar anbieten, wobei der Hersteller die Kooperation mit Netzanbietern anstrebt. In Schweden wird MyFC JAQ in wenigen Wochen beim Netzbetreiber 3 angeboten. Dort gibt es das JAQ für eine monatliche Gebühr von knapp 5 US-Dollar mit 5 Karten. Jeden Monat bekommt man dann weitere fünf Karten. Die aufgebrauchten Karten können dann auch wieder zurückgeschickt werden, so dass der Hersteller aus den gebrauchten wieder neue Karten herstellen kann. 

Trotz geringer Kapazität und der sekundenlangen Wartezeit, bis das System tatsächlich Strom produziert, gehört den Brennstoffzellen die Zukunft. Wasser und Salz stehen uns in Unmengen zur Verfügung, anders sieht es bei den Materialen für einen konventionellen Akku aus. 

Was haltet Ihr von der Brennstoffzelle von MyFC? Ist das ein Produkt, das Zukunft hat? 

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35 Kommentare

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  •   44

    ach wenn die umweltfetisisten nicht wären könnte man eine plutoniumtablette in das smartphone schieben und man hätte ein lebenlang keine akkuprobleme mehr.

  • schön und gut. trotzem. Ob ich jetzt vergesse mein akkupack zu laden oder vergesse eine neue karte einzuschieben. Beides ist nicht die perfekte lösung. Habe z.B ein akkupack mit solarzelle. bietet zwar im absoluten lehrzustand nur 0,3 ampere ladestrom bei Sonneneinstrahlung. Jedoch ist es besser als garnix.

  • Tja, mit der "Karte" ist man wieder als Kunde im Zubehörkreislauf gefangen. Da warte ich lieber das Erscheinen der eZelleron "Kraftwerk Powerbank" ab.

  • Was daran umweltbewusst ist, möchte ich gerne mal wissen. Diese Patronen müssen entsorgt werden, egal ob umweltfreundlich oder nicht. Eine normale Powerbank, kann man zigmal aufladen bevor sie den Geist aufgibt. Mag ja sein, dass dann die Entsorgung umweltfeindlicher ist. Aber man muss sich nicht zig Patronen schicken lassen, was ja auch nicht umweltfreundlich ist...

  • Da gefällt mir das Konzept der Kraftwerk Powerbank besser. Hier wird die Brennstoffzelle mit Feuerzeug Gas "gefüttert". Das ist überall zu bekommen und die Kosten scheinen mir auch geringer zu sein.

  • für den Notfall habe ich ein Solar Akkupack von Move Power mit 2 USB Anschlüssen und Taschenlampe funktioniert zuverlässig: 30 000mAh - günstige China Ware

  •   33

    Ich bin sehr skeptisch.
    a) Wieviel Strom wird bei der Herstellung und beim Recycling der Kartuschen verbraucht?
    b) Lässt sich die verwendete Proton Ausstausch Membran ebenfalls aus recycletem Kunststoff herstellen?
    c) Welcher Katalysator wird verwendet und wo ist er verbaut, sprich wird er mit gewechselt?

    Die Infos, die man findet, sind sehr dürftig, was mich eher an der tatsächlichen Umweltfreundlichkeit zweifeln lässt.

    • Leider wird es so kommen wie es schon immer war. Es wird genügend Deppen geben die das kaufen, egal ob es der Umwelt eher schadet als nützt. Ist wie mit den Energiesparlampen. Die Brennstoffzellentechnik ist doch nun wirklich ein alter Hut. Aber "MyFC" ist die erste Firma die den Brennstoff kapselt um die Zellen sehr teuer verkaufen zu können. "MyFC" interessiert sich anscheinend nicht für Umweltschutz. Sonst würde sie nicht solche Techniken auf den Markt bringen sondern die Brennstoffzellen so gestalten dass sie leicht austauschbar und wiederverwertbar sind ohne bei Herstellung und Recycling viel Energie verbraten zu müssen.

    • Wie eine Brennstoffzelle aus Wasserstoff oder Propangas elektrische Energie erzeugt, kann man bei Wikipedia nachlesen. Viel spannender ist die Frage, wie aus Salzwasser Wasserstoff abgespalten wird, ohne eine Elektrolyse durchzuführen, was wenig zielführen wäre (man will ja el. Energie gewinnen, und nicht aufwenden müssen). Zwar wird beim Lösungsvorgang von NaCl in Wasser Energie freigesetzt, das reicht aber normalerweise nicht, um Wasserstoff abzuspalten.
      Beim Vorgänger "Powertrekk" hat das Salz NaSi Wasser zu Wasserstoff reduziert und sich selbst zu NaSiO oxidiert. Wie das mit Kochsalz funktioniert, ist allerdings schon sehr rätselhaft.

      Quelle: Amazon-Rezension zum PowerTrekk, Nutzer "KatzeImSack"

      •   33

        "Wie das mit Kochsalz funktioniert, ist allerdings schon sehr rätselhaft."

        Stichwort: Magnesium-Luft-Batterie

      • Danke für den Hinweis! Den Batterietyp kannte ich noch nicht. Und so könnte es tatsächlich funktionieren:
        In den Einsteckkarten sind Magnesim-Luft-Batterien, die direkt elektrische Energie erzeugen, und quasi als Abfallprodukt Wasserstoff. Der Wasserstoff wird anschließend in einer Brennstoffzelle mit Luftsauerstoff zur Reaktion gebracht, wobei weitere elektrische Energie entsteht.
        Mit 1 bis 2 € für 12 Wh ist das aber dennoch ein recht teures Verfahren, vergleichbar mit den Kosten für herkömmliche Alkali-Batterien. Da scheint mir das Kick-Starter-Projekt, das Feuerzeuggas (Propangas ?) direkt per Brennstoffzelle verwenden will, viel versprechender.

  • Also wirklich Umweltfreundlich ist das ja nun wirklich nicht.

  • Gibts da ne aus Dresden da ein besseres Konzept??? Also das ließ sich jedenfalls wieder einfach aufüllen, da die Karten hier bestimmt schön teuer sein werden^^

  • Und was ist daran umweltschonend? Es wird Wasser und Salz verschwendet. Etwas was die Menschen notwenig zum Leben brauchen. Es gibt Länder die froh wären wenn sie genügend Salz und Wasser hätten. Und wir in den westlichen Ländern verschwenden es. Da wäre es doch angebrachter die Solarenergie deutlich zu verbessern. Solarenergie könnte einen kleinen Motor antreiben der wiederum einen effizienten Dynamo antreibt (oder einen anderen Stromlieferanten mit hohem Wirkungsgrad). Sony hat es doch in den 1990er Jahren mal vorgemacht wir wirkungsvoll Energieträger sparsam eingesetzt werden können.

    •   44

      dann giebt es stau auf dem trotoir weil jeder in einer hand das smartphone hat und mit der anderen den leiterwagen mit dem generator hinter sich herzieht.

      • @ markus riedberger

        Ist Dir kein dümmerer Spruch eingefallen?

        Solarzellen für Taschenrechner können z.B. können auch bei Kunstlicht genügend Energie erzeugen (natürlich reicht eine Zelle zum Laden nicht aus).

        Vernünftige Dünnfilm-Solarzellen (da kann man mehrere Schichten übereinanderlegen), "Micro"-Dynamos, effiziente Elkos usw. entwickeln. Und schon hat man ein kleines handliches Energiebündel in der Tasche.

        Sogar in die Displays könnte man Dünnfilm-Solarzellen integrieren.

        Man sieht das man nur guten Willen benötigt um viel zu erreichen.

      •   44

        die zahl der humorrlosen nimmt auch ständig zu

      • Mit Humor hat Dein Spruch aber nichts zu tun. Wir sind hier nicht beim Komödienstadl. Wir sollten hier ernsthaft diskutieren. Aber Deine Sprüche zeigen mir das Du kein würdiger Diskussionspartner für mich bist. ;-)

      •   44

        das berut auf gegenseitigkeit. die meere sind voller salz und wasser .vor allem salz hat es im überfluss.

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