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Mobility Map – CarSharing für alle

Ein eigenes Auto kostet. Nicht nur in der Anschaffung, auch im Unterhalt. Und das nicht nur während der Fahrt, sondern auch wenn es nur „herumsteht“. Wäre es nicht toll, nur für's Fahren zu zahlen? Und sich sonst um nichts kümmern zu müssen? Das ist die Idee hinter CarSharing: Viele Fahrer teilen sich viele Autos. Und da gibt es viele Firmen, die so etwas anbieten: Car2Go, Flinkster, DriveNow, MultiCity... Für das Finden eines verfügbaren Fahrzeugs sowie dessen Reservierung bieten die meisten von ihnen auch eine Android-App an, die mehr oder weniger gut ist (siehe Übersicht). Gekniffen sind Fahrer, die auf mehrere Angebote zurückgreifen wollen (etwa in Düsseldorf Flinkster, DriveNow, und Car2Go): Das Jonglieren mit drei verschiedenen Apps, die alle auch noch anders bedient werden wollen, ist nicht wirklich praktisch.

Was das Ganze mit Mobility Map zu tun hat, und ob diese App eine Lösung darstellt? Ich habe sie mir einmal für Euch näher angeschaut.

Bewertung

Getestete Version Aktuelle Version
6.00 9.7

Funktionen & Nutzen

Testgerät: LG Optimus 4X
Android Version: 4.0.3
App benötigt mindestens: 2.2
Berechtigungen: sauber (nur Standort und Netzwerk), laut Lookout auch keine Werbe-Module
root: nicht benötigt

Berechtigungen

  • Internet: Kartenmaterial, Fahrzeug-Standorte, Buchung
  • Ungefährer/Genauer Standort: Wo bin ich, und wie komme ich zum nächsten Fahrzeug?

Was ist eigentlich Mobility Map?

Die Einleitung lässt es richtig vermuten: Eine App für CarSharer. Ach was, DIE App für CarSharer! Nämlich die App, die mit dem o. g. Jonglieren aufräumt: Denn Mobility Map vereint mehrere CarSharing-Anbieter unter einer einheitlichen Oberfläche. Kein Umdenken mehr, wenn einmal bei einem anderen Anbieter gebucht werden soll. Und kein umständliches Gewechsel zum Herausfinden, welches Fahrzeug von welchem Anbieter gerade wo und möglichst günstig erreichbar ist. Unterstützt werden derzeit u. a.:

  • Car2Go
  • DriveNow
  • MultiCity
  • Flinkster

Und für all diejenigen, die es besonders umweltfreundlich lieben, gibt es auch unmotorisierte Zweiräder von:

  • Call a Bike
  • PotsdamRad
  • Leihradl

Wobei dies nur eine Auswahl der bekanntesten darstellt. Sicher fehlen noch einige (Münchener wünschen sich sicher Unterstützung für ZebraMobil) – aber es ist auch noch lange nicht das Ende der Fahnenstange erreicht. Die Entwicklung ist noch in vollstem Gange, weitere Anbieter sollen integriert werden. Mehr darf ich allerdings nicht verraten...

Erster Start

Einmalig den eigenen Standort (Stadt) festlegen, und schon wird die Karte geladen. Warum das nicht einfach per aktuellem Standort ermittelt wird? Das hängt mit der Schnittstelle zu einigen Anbietern zusammen, soll aber in einer zukünftigen Version entsprechend angepasst werden.

Anpassung an die eigenen Bedürfnisse

Welche Dienstleister mit welchen Details angezeigt werden sollen, lässt sich in den Einstellungen (Menü-Taste → Einstellungen) festlegen:

  • Car2Go: Autos, Tankstellen, Parkplätze
  • DriveNow: Autos
  • nextbike: Stationen
  • MultiCity: Autos
  • Flinkster, Cambio: Stationen

Wem diese Kriterien nicht genügen, der tippt in der Karten-Ansicht einfach einmal auf das Tag-Symbol (die beiden Etiketten). Dahinter verbirgt sich eine Filter-Funktion, über die sich Folgendes festlegen lässt:

  • maximale Distanz
  • Fahrzeug-Modelle
  • minimaler Tank-Füllstand
  • Schaltung (manuell, Automatik, beides)
  • minimum Sauberkeit (1-4 Sterne)

Damit sollte sich die App sehr gut an die eigenen Bedürfnisse anpassen lassen. Interessant wäre nun jedoch zu wissen:

Wie schlägt sich Mobility Map in der Praxis?

Dazu habe ich mich bei DriveNow registriert – bei Flinkster gefielen mir die Bedingungen nicht; außerdem fand ich für DriveNow einen schönen Link, der die Anmelde-Kosten drastisch senkte: Statt 29,95 Euro musste ich dafür nur 9,98 Euro berappen, und bekam dafür auch noch 15 Minuten gutgeschrieben! Wer es also selbst einmal probieren möchte: Einfach den beistehenden QR-Code scannen (oder klicken), und schon kann es losgehen.

drive now qr

DriveNow Anmeldung mit Rabatt © Izzy

Mit der U-Bahn ab zum Obi, tatsächlich alles gefunden: Rasenmäher, Blumenerde, und noch ein paar Dinge. Definitiv nicht geeignet, um damit wieder per U-Bahn zurückzufahren. Einsatz für Mobility Map: Smartphone gezückt, die App gestartet, und bereits wenige Sekunden später ist meine Position ermittelt, die Karte aufgerufen, und in Reichweite befindliche Fahrzeuge geladen. Aha: Da steht ein 1er BMW in etwa 500m Entfernung. Wie schaut er denn aus? Tippen wir ihn einmal an, um uns die Details anzeigen zu lassen:

Der Tank ist halbvoll (das reicht locker für die paar Kilometer), sauber ist das Fahrzeug ebenfalls. Die Farbe ist für ein paar Minuten Fahrt vielleicht nicht wichtig – kann aber beim Auffinden recht nützlich sein. Groß genug für unseren Einkauf ist er ebenfalls. Da ich in der App meine Anmelde-Daten hinterlegt habe, betätige ich beherzt die mit „Fahrzeug reservieren“ beschriftete Schaltfläche. Reservieren kostet zwar bei DriveNow nichts (auch bei anderen Anbietern ist das ähnlich: Das Fahrzeug steht dann, je nach Anbieter, für 15–20 Minuten exklusiv für den Reservierer bereit), doch wie sagt der Engländer: „Better safe than sorry“. Und so fragt mich Mobility Map zur Sicherheit noch einmal: „Möchten Sie dieses Fahrzeug reservieren?“ Kurz auf den „Reservieren“-Button getippt, und keine fünf Sekunden später erscheint in der Nachrichtenleiste meines Androiden der Eintrag: „DriveNow: Fahrzeug reserviert“. Hm, wirklich? Oder spielt mir die App etwas vor? Bevor ich diesen Gedanken zu Ende führen kann, kommt da so ein seltsames Geräusch: Eine SMS ist eingetroffen! Tatsächlich, es hat also funktioniert!

Der Standort des Fahrzeugs war ja auf der Karte vermerkt, mein eigener ist auch sichtbar – und so stehe ich gut fünf Minuten später vor dem saphirschwarz-metallenen BMW X1, prüfe ihn auf etwaige Kratzer oder andere Beschädigungen. Alles topp. Also den Führerschein gezückt, die DriveNow-ID auf die Frontscheibe gehalten, und „Sesam öffne Dich“ geflüstert – auch das klappt, sogar ohne App. Der Check-In dauert auch nur wenige Sekunden, und schon geht es ab zum Obi: Einkauf Einpacken, ab nach Hause. Auspacken, und Auto einfach vor der Tür stehen lassen – nachdem es mit der DriveNow-ID wieder verriegelt wurde. Kaum ist die Wohnungstür wieder geschlossen, piepst eine Mail im Posteingang: „Vielen Dank, dass Sie DriveNow genutzt haben“. Der Spaß hat ganze 2,38 Euro gekostet, und meine 15 Freiminuten. Zu dem Preis gibt es kein Taxi – nicht einmal eine Rikscha!

War da noch was?

Obiges Praxis-Beispiel sollte Euch veranschaulichen, wie einfach CarSharing sein kann – und wie toll das mit Mobility Map funktioniert. Natürlich habe ich mit der App noch ein wenig mehr „herumgespielt“, und weitere Tests durchgeführt.

  • Statt einfach loszulaufen (wenn man den Weg ohnehin kennt), kann die App den Anwender auch zum Fahrzeug navigieren, wozu auf Google Maps Funktionalität zurückgegriffen wird.
  • Die Fahrzeuge auf der Karte haben verschiedene Farben, damit der zugehörige Anbieter erkannt werden kann (DriveNow Grün, Flinkster sowie Call-a-Bike rot, usw.)
  • Die jeweiligen Geschäftsgebiete lassen sich auf der Karte farblich hervorheben – damit man weiß, wo man das Fahrzeug wieder abstellen kann.
  • Ein Punkt markiert den eigenen Standort. Ließ sich dieser nur grob ermitteln (weil [noch] kein GPS-Signal verfügbar war), umgibt diesen ein größerer Kreis: irgendwo da drin befindet man sich.
  • Je nach Anbieter sind unterschiedliche Fahrzeug-Details verfügbar. Bei DriveNow sind es recht viele, bei Flinkster weniger.
  • Anrufe bei der Hotline habe ich aus der App heraus nicht getestet (hatte ja kein Problem, was sollte ich da sagen?). Zumindest bei DriveNow kann man dies ohnehin kostenlos über das im Fahrzeug integrierte System erledigen. Wenn das reservierte Fahrzeug jedoch nicht auffindbar oder nicht aufschließbar ist, kann das sicher nützlich sein!
  • Die Filter-Funktion ist wirklich praktisch: Abgewählte Fahrzeugtypen „verschwinden“ nicht etwa einfach von der Karte – sondern werden semi-transparent dargestellt. Sollte also der nächste Wunsch-Kandidat zu weit entfernt stehen, sieht man problemlos noch mögliche Kompromisse.
  • Die App verbraucht keine unnötigen Daten – geladen wird ausschließlich „on Demand“, also auf ausdrücklichen Wunsch des Anwenders. Diesen signalisiert er entweder durch Start der App – oder später durch Betätigen des „Recycling-Knopfes“ am oberen Kartenrand.
  • Praktisch auch der „GPS-Knopf“ gleich daneben: Hat man sich beim Scrollen in der Karte einmal „verfranst“, bringt dieser die Ansicht zum aktuellen Standpunkt zurück.
  • Buchung aus dem Status-Bereich gewischt, und die SMS ist noch nicht da? Kein Thema: Aktive Buchungen lassen sich über Menü-Taste → Buchungen anzeigen.

Zukunftsaussichten

Rosig, würde ich sagen. Die App flutscht zwar wie Gleitgel (oops) – aber es gibt nichts, was sich nicht verbessern lässt. Der Entwickler hat jedenfalls versprochen, gerade fleißig an Neuerungen zu arbeiten. Leider darf ich Euch nicht verraten, welche das im Detail sein werden. Nur soviel: Weitere Anbieter, und tolle neue Features. Ich freu mich schon drauf!

Wer es nicht app-warten kann, und immer auf dem aktuellen Stand sein möchte, kann sich über den Twitter-Kanal sowie die Facebook-Seite des Entwicklers auf dem Laufenden halten lassen.

Fazit

Mobility Map hat mich wirklich begeistert – und ich sehe keinerlei Grund, eine andere CarSharing-App überhaupt auszuprobieren. Zwar wird mein zweiter Wunsch-Anbieter derzeit noch nicht unterstützt (steht jedoch bereits auf der Todo-Liste) – doch selbst nur für DriveNow ist die App unschlagbar. Für jemanden, der mehrere unterstützte CarSharer nutzt, ist sie ein absolutes muss: Schnell, sauber, zuverlässig. Intuitiv bedienbar, und einfach zu handhaben – was will man mehr?

Bildschirm & Bedienung

Wie das Fazit beschreibt: Mobility Map ist intuitiv bedienbar, die Lernkurve ist steil: Alles Wesentliche ist offensichtlich, das eine oder andere Gimmick entdeckt man beim Spielen (oder beim Lesen dieses Testberichts). Aufgeräumt, klar strukturiert, und optisch toll gemacht. Alle Anbieter über eine einheitliche Schnittstelle bedienbar. Ich wüsste nicht, wo ich hier einen Punkt abziehen könnte – im Gegenteil: Zum ersten Mal sehe ich mich gezwungen, auch hier „sternhagelvoll“ zu vergeben. Und das bei einer Car-Sharing App – vielleicht doch besser ein Leihrad nehmen? Wird ja auch unterstützt...

Speed & Stabilität

Alles läuft rund, reagiert flüssig, und – so sehr ich mich bemüht habe, auf alles sich bewegende oder stillstehende zu tippen: Kein einziger Absturz. Nicht einmal Hakler. Ist meine Quad-Core CPU zu schnell? Da Kommentare im Playstore sich ähnlich lobend äußern, hat sich mit Fug und Recht Mobility Map auch in diesem Bereich sämtliche Sterne vom Himmel geholt.

Preis / Leistung

Was soll ich da abziehen? Unmöglich! Mobility Map ist gratis im Playstore erhältlich, belästigt den Anwender nicht mit Werbe-Einblendungen und, a propos blenden, hat offensichtlich blendenden Support: Auch bevor ich mich „outete“, kamen Antworten immer pronto binnen weniger Stunden. Also mit Werner gesprochen: „Volles Roar“ auch hier!

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14 Kommentare

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  • @Patrick
    Komisch, mir wurde kein Chip aufgeklebt. Ich habe eine Chipkarte von denen bekommen - und auch mein Sohn hat keinen Chip auf dem Führerschein sondern eine Chipkarte.
    Überleg mal, wenn man Kunde bei verschiedenen Anbietern ist, wieviel Chips sollen da auf dem Führerschein kleben?
    Interessant wäre eine Lösung bei der der Führerschein selber mit einem Chip versehen ist und diese Daten von den Carsharing Unternehmen genutzt werden.
    Vorteil: Man hat weniger Karten in der Tasche und es könnte weltweit funktionieren.

  • @andreas, bei Car2Go wird dir auch ein Chip auf den Führerschein geklebt. Müsstest du als 2Go Fahrer wissen ;-)

  •   4

    Du hast das Konzept nicht verstanden @Daniel. Niemand verleiht hier sein Privatauto, alle Fahrzeuge gehören den jeweiligen Unternehmen und sind entsprechend versichert. Aber wär ja kacke wenns nix zu meckern gäbe, eh? :-D

  • @Daniel

    Es geht auch gar nicht darum Dein Auto zu verleihen, jedenfalls nicht bei den Anbietern die in der App zu finden sind, sondern darum ein Auto von den Anbietern zu nutzen.
    Obwohl ich ein Frimenfahrzeug habe nutze ich zusätzlich spontan Car2Go und es funktioniert prima.
    Bei DriveNow habe ich Bauchschmerzen wegen des Chips der auf den Führerschein geklebt wird. Auch wenn DriveNow eine Unbedenklichkeitsbeschienigung deswegen hat gilt diese doch nur in Deutschland. Und da ich öfter mal im Ausland unterwegs bin möchte ich nicht unbedingt in einer anderen Sprache oder in Englisch bei einer Polizeikontrolle im Ausland dem Beamten erklären müssen was diese Veränderung einer Urkunde soll. (Urkundenfälschung, wozu auch Veränderungen gehören, sind eigentlich überall in der Welt eine Straftat.)
    Und wenn man den Chip vor der Aulandsfahrt entfernt darf man dann einen Ersatzchip bezahlen.
    Dann lieber ein System welches mit einer seperaten Chipkarte arbeitet.

  • Ich habe nichts gegen 5 Sterne, besonders du Nima sind schon strenge Prüfer, gut so. Das Konzept des Carsharings ist mir jedoch zu modern, alles schön solange alles glatt läuft. Mein Auto würde ich nicht verleihen.

  • Ich habe noch von der App CarJump gelesen die das gleiche Ziel verfolgt. Getestet habe ich sie bisher nicht.

    VG

  • Anonymous
    • Mod
    11.05.2013 Link zum Kommentar

    Daniel:

    Ich sehe in den letzten Tests genau 3 5 Sterne Bewertungen. Davon ist eine von Izzy und eine von mir. Und uns beiden wird regelmäßig in den Kommentaren vorgeworfen, dass wir zu streng bewerten. Was nun?

  • 10Sterne TEST besten Dank dafür.

  • Izzy
    • Blogger
    10.05.2013 Link zum Kommentar

    @Daniel Ich picke mir halt immer die Rosinen raus -- schließlich wollt Ihr ja gute Apps empfohlen haben. Kann gern einmal nach einer 1* App Ausschau halten, falls Du so etwas bevorzugst -- da wird mein Testbericht allerdings auch kürzer ausfallen :D Hinweis: Dies war kein "gesponsorter Test". Ich habe den Bericht tatsächlich deswegen geschrieben, weil ich mich intensiv mit der App befasst habe, und begeistert von ihr war. Da so etwas nicht all zu oft vorkommt, schreibe ich auch nicht all zu oft Testberichte #D

    @©h®is Schreibstil passend zu meinen Büchern, nehme ich an? :D Kennst mich ja: wenn's beim Lesen staubt, war's wohl nicht so interessant :D

  • klasse test!
    informativ und unterhaltsam.. :)

    thx ***** :)

  • Mal gucken, wie lange es dauert, bis osteuropäische Gäste den Service für sich entdecken. Sterneinflation letzte Zeit verwunderlich.

  • Izzy
    • Blogger
    10.05.2013 Link zum Kommentar

    Freut mich, dass der Test so gut ankommt! Ich bin ja nicht unbedingt so freigiebig mit den Sternen (zumindest nicht mit dem jeweils fünften) -- aber hier konnte ich wirklich nicht anders :)

  • 5Star Deluxe Test !
    Vielen Dank.

  • Mehr von dir Izzy! Ist ein super Test :)

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