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3 Min Lesezeit 60 Kommentare

Wohnmieten und Smartphone-Preise: Wettlauf des Wuchers

Es gibt Handys für 30 Euro. Es gibt Laptops für 300 Euro. Doch trotzdem kaufen Millionen von uns jedes Jahr Smartphones für 800 Euro. Das ist so viel wie manche Monatsmiete. Anhand der stark gestiegenen Preise für Googles Nexus- beziehungsweise Pixel-Smartphones und den ebenfalls wuchernden Mieten im Berliner Trendstadtteil Prenzlauer Berg zeigen wir, dass die Entwicklungen ziemlich parallel laufen.

Sophia und ich haben uns neulich am Esstisch über Smartphone-Preise unterhalten. Dabei ist die Behauptung aufgestellt worden, dass Top-Smartphones immer teurer werden, nicht weil sie mehr können oder ihre Produktion teurer wird, sondern weil Käufer der High-End-Geräte immer reicher werden. Ich habe gewettet, dass die Smartphone-Preise sich parallel mit den Mietpreisen im Prenzlauer Berg entwickelt haben.

Besonders dramatisch war der Preisanstieg der Smartphones, die auf Googles Geheiß auf den Markt gebracht wurden. Die ersten von HTC gebauten Modelle kosteten in den Jahren 2010 beziehungsweise 2011 mit 450 respektive 400 Euro für damalige Verhältnisse bereits viel. Doch inzwischen kostet ein Google Pixel das Doppelte.

Während Android und iOS zusammen mit Hunderten verschiedenen Geräten und Millionen iPhones den Markt stürmten, genoss der Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg dank Renovierungen und Umgestaltungen ein großes Wachstum an Beliebtheit. Besonders die vielen neu Zugezogenen waren bereit, für die Wohnungen in den aufgepäppelten Nachbarschaften viel Geld auszugeben. Die Mieten entwickelten sich rasant.

berlin rent vs nexus vs pixel chart
Besonders die großen Modelle der Google-Phones kosten ein Vermögen. / © AndroidPIT

Der Wucher ist nicht für jedermann

Besonders aber im Stadtteil Prenzlauer Berg hat die Mietpreisentwicklung dafür gesorgt, dass alte Bewohner wegziehen und Geschäfte schließen mussten. Die Alternative war der Stadtrand, eine kleinere Wohnung oder eine andre Einschränkung der Lebensqualität. Bei Smartphones wiederum ist die Schieflage nicht so prenzlig brenzlich. Hier hat der Wucher lediglich dafür gesorgt, dass sich eine ziemlich gute Geräte-Mittelklasse entwickelt hat.

Die Auswahl an empfehlenswerter Alternativen im Preisbereich bis 400 Euro wächst weiter. Alte Schwächen wie ausbleibende Updates, knapper Speicher, schlechte Fotos oder schlechte Verarbeitung gehören der Vergangenheit an. Der Umzug in den Stadtrand bleibt uns also erspart, die Einbuße bei der Lebensqualität erträglich. Kollege Hans-Georg ging schon so weit, zu sagen...

Steffen wiederum hat in der Umfrage mit Euch herausgefunden, dass fast jeder zweite sein Smartphone-Budget bei 500 Euro deckelt. Schaut man sich Vertreter wie das OnePlus 5 an, wird schnell klar, dass man zu diesem Preis schon keine nennenswerten Einbußen mehr in Kauf nehmen muss.

AndroidPIT oneplus 5 vs honor 9 8655
OnePlus 5 und Honor 9 bieten etliche High-End-Features zum Preis eines halben Note 8. / © AndroidPIT

Aus Sicht derer, die wegen des Versagens der Mietpreisbremse die Wohnung gewechselt haben, sind bessere Mittelklasse-Smartphones ein schwacher Trost. Um so lauter stellt sich dann die Frage, wer freiwillig 800 Euro oder mehr für ein Smartphone ausgeben möchte. Besitzt Ihr ein teures Smartphone? Wenn ja, was war Euer Beweggrund? Welchen Mehrwert versprecht Ihr Euch von diesem Gerät gegenüber einer der vielen preiswerteren Alternativen?


Die verwendeten Daten stammen unter anderem von immowelt. Der Preis der 65-m²-Wohnung wurde extrapoliert aus dem mittleren Mietpreis pro Quadratmeter (Mediane der Angebotsmieten, netto kalt bei Neuvermietung). Berechnungsgrundlage waren die in den Jahren 2011 bis 2016 auf immowelt.de in Prenzlauer Berg angebotenen Wohnungen und Häuser zur Miete. Diese Preise bilden den Median der Angebote ab, nicht gebunden an eine bestimmte Größe, Lage, Ausstattung etc., und zeigen den mittleren Preis bei Neuvermietung einer Wohnimmobilie.

Top-Kommentare der Community

  • Michael K. 25.10.2017

    Der Vergleich ist schon eigenartig, und die Schlussfolgerung, die man daraus zieht, kann auch eine ganz andere sein. Wohnen muss man, ein Smartphone muss man nicht unbedingt haben. Wer sich eine Wohnung für 800 € im Monat leisten kann und muss, der zahlt im Jahr 9600 € dafür, entsprechend 19200 € in zwei Jahren. Kauft man sich in diesen zwei Jahren ein Smartphone für 400 € statt für 800 €, gibt man für Wohnung und Smartphone in zwei Jahren zusammen 19600 € statt 20000 € aus, die Ersparnis beträgt gerade mal 2% (!).
    Zieht man dagegen in eine Wohnung um, die nur 600 € statt 800 € im Monat kostet, kostet das mit dem High-End-Gerät in zwei Jahren 15200 € statt 20000 €, die Ersparnis beträgt dann immerhin 24 %.
    Was will ich damit sagen? Sparen kann man am besten da, wo es ohnehin richtig teuer ist: Wohnen, Auto, Energie (bei jährlichem Wechsel des Stromanbieters sind locker 300 € bis 400 € Ersparnis pro Jahr drin, in zwei Jahren also ein High-End-Gerät, Vergleicht man den Ölanbieter auch noch, sind 50 € bis 100 € pro Tankfüllung drin). Nicht knausern sollte man da, wo das Geldausgeben Spaß macht!

  • Sophia Neun
    • Admin
    • Staff
    25.10.2017

    Ich fand den Vergleich und die Unterhaltung mit Eric zu dem Thema sehr unterhaltsam. Also warum nicht eine These aufstellen, die vielleicht etwas überspitzt ist, aber eigentlich alle sich einig sind: Mieten sind zu teuer und Smartphones auch. :D

  • user0815 25.10.2017

    Warum Wohnungen immer teurer werden, ist leicht erklärt und wurde in anderen Beträgen schon erläutert.
    Natürlich kann sich nicht jeder eine 800 Euro Wohnung leisten und prinzipiell können sich auch die Meisten kein 800 Euro Smartphone leisten.
    Da aber der Großteil der Smartphone User die Geräte mit Mobilfinkverträgen finanziert, geht das eben doch. Das sie dabei noch draufzahlen ist egal, es fühlt sich halt an, als hätte man das Gerät seiner Wahl günstig erstanden.
    Tja, und darauf reagieren die Hersteller. Warum sollen sie etwas für 500 Euro anbieten, wenn die Käufer auch 800, 900 oder 1000 Euro zahlen/finanzieren?
    Ändern wird sich erst etwas, wenn der Hochpreiskram nicht mehr gekauft wird. Aber da sehe ich schwarz!

60 Kommentare

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  • Die Lebenserwartung zwischen dem Ende des VORletzten Jahrhunderts und dem Anfang des 21. Jahrhunderts ist parallel zum Amalgamverbrauch in den Zahnarztpraxen gestiegen...


  • Ich habe eigentlich keine Schmerzgrenze, mich interessieren nur die Fähigkeiten die das Gerät bietet und die ich auch brauche.
    Letztes Jahr habe ich mir ein S7 Edge gekauft da das Note 3 nicht mehr wollte... d.h. das nächste wird wohl ein Mate 12a :)


  • Der Vergleich ist ein wenig wie der Vergleich zwischen Äpfeln und Birnen. Sei es drum. Allerdings umgeht der Autor völlig die Frage nach den Gründen. Es liegt alleine an der Politik. Das betrifft direkt die Mieten und indirekt auch alle anderen Märkte.

    Aber das ganze würde zu weit führen. Sonst würde hier ein mindestens 20 Seiten langer Text folgen mit offenem Ende.

    Ein erster Ansatz war in HaF am letzten Montag zu sehen. Das Thema Mieten und erneubare Energien fliegt den Politikern langsam um die Ohren. Wenn ich die dummen Aussagen von Özdemir und Göring-Eckhardt heute schon wieder höre muss ich feststellen das die Politik nichts begriffen hat.

    Am ende schreien alle Nazis. Nur das zieht nicht mehr. Das erinnert mich immer mehr an den Film "Die Brücke von Remagen" von 1969 mit Robert Vaughn. Der fragt am ende "Sind das unsere Flugzeuge oder ihre? Es sind feindliche! Ja, aber wer ist der Feind?".

    Jan


  • Irgendwann platzt die blase der steigenden Preise. Wenn das Kapital die steigenden Preise nicht mehr bedienen kann. Sobald der Lohn etwas steigt, steigt auch sofort bei einigen Dingen der Preis, so hat man nichts vom Lohn, also hat sich dann an der Lebensweise nichts verbessert.


    • Steigende Preise sind nicht unbedingt eine Blase, die platzen kann oder wird. Die Reallöhne sind seit den 90ern in Deutschland nicht mehr gestiegen (Quelle: Destatis) - wohl aber die Preise für Smartphones.


  • Alle Preise steigen nur die Gehälter der Arbeitnehmer nicht...

    Ich kaufe keine Smartphones über 300€ und auch eine Mietwohnung in hippen Viertel brauche ich nicht!

    Jeder hat die Wahl was er mit seinem Geld macht! YOLO halt und daher wird es so weitergehen bis endlich ein Umdenken passiert...

    Aber hey, die Wahlen haben gezeigt dass die Überschuldung der privaten Haushalte (3x Legislaturperioden in Folge) voll Hip/Trendy ist und die Mehrheit hat die gleichen Regierungstrools gewählt!


  • So lange wie es Menschen gibt, welche die Preise für die Smartphones bezahlen, so lange werden die Preise auch regelmäßig erhöht, die Hersteller testen quasi die Schmerzgrenze aus.
    Bei den Mieten ist es ähnlich, wer unbedingt in ein hippes Viertel ziehen will, der muß eben auch die hippen Preise bezahlen.


  • Und die meisten kaufen vieles auf ratenzahlung und fallen in die schulden.Die meisten kaufen sich teure Smartphones nicht weil sie reicher geworden sind sondern weil sie immer noch denken das Smartphone hat Angeber Priorität aber dabei vergisst man auch dass man sich damit total verschuldet. Meiner Meinung nach hat das Smartphone kein Vorzeigestatus zum angeben egal welches


  • C. F.
    • Blogger
    25.10.2017 Link zum Kommentar

    Warum wurde der Artikel wieder oben angepinnt?


    • Sophia Neun
      • Admin
      • Staff
      25.10.2017 Link zum Kommentar

      Hm du bist ja nun nicht erst seit gestern hier aktiv und müsstest das eigentlich bemerkt haben. Mittwochs wird immer unser Newsletter versendet und daher geht ein Artikel gleich morgens online und wird um 20Uhr noch einmal nach oben geholt. :)


      • Danke für die Info. Bin zwar auch nicht erst seit gestern hier, aber das hat noch nie jemand erklärt - also woher sollte man es wissen???


      • Danke für die Auflösung des Rätsels :-) Ich wusste das auch nicht. Wäre das nicht mal eine Idee, einen Artikel (oder mehrere) über die "Innereien" von androidpit zu schreiben in dem ihr über Abläufe in der Redaktion berichtet? Wie entstehen die Artikel, gibt es eine Art Redaktionskonferenz, bei dem entschieden wird welcher Artikel veröffentlicht wird, treten die Hersteller direkt an Euch heran um z. B. Mobiltelefone zu testen u. a. m.? Vielleicht bin ich aber auch der Einzige, der sich dafür interressiert.


  • Es gilt, wenn man diesen Wohungs/Smartphone - Vergleich denn ziehen möchte, auch zu beachten dass die Preise für Highendgeräte innerhalb kürzester Zeit auf ein gewisses Normalniveau fallen,während die Mieten ja wohl eher die Tendenz haben zu steigen.
    Ausserdem besitzen viele ein Highendgerät ja eben nur aus dem Grund, weil sie den besagten Preisverfall abwarten. Versucht die Taktik mal bei der Wohnungssuche ;-)
    Noch interessanter wird es, wenn man bedenkt, daß viele ein Highendgerät in Verbindung mit einem Vertrag erhalten. Während einem in so einem Fall das Gerät nach zwei Jahren gehört, erwerbe ich bei einer Mietwohnung ja niemals Besitzrechte. Habe daher das Gefühl, das dieser Vergleich in vielen Bereichen hinkt.


    • C. F.
      • Blogger
      25.10.2017 Link zum Kommentar

      Autos werden auch immer teurer. Nahrungsmittel auch. Sprit....Klamotten.....sowieso.........so what?


      • Sich hier über zu teure Mieten und die allgemeine soziale Ungerechtigkeit auszulassen und das dann auch noch auf Biegen und Brechen mit dem Smartphonemarkt vergleichen zu wollen hat schon ziemlich Bildniveau. Stammtischniveau allemal.


      • Sophia Neun
        • Admin
        • Staff
        26.10.2017 Link zum Kommentar

        Nicht immer alles so Ernst nehmen im Leben und meinen Kommentar weiter unten lesen. ;)

        Frk


      • Mein Kollege findet in München keine Wohnung oder ein Haus für sich, seine Frau und zwei Kinder. Nichts, absolut nichts was er sich leisten könnte. Dabei verdient er sogar sehr gut. Das nächste, was überhaupt in Frage käme, ist 80 km weit weg und verkehrsmaßig schlecht angebunden. Deswegen kann er seine Frau und seine Kinder aus Münster nicht nachholen. Sie sehen sich nur alle zwei Wochen. Solche Fälle kenne ich einige, teilweise sogar noch schlimmer als der meines Kollegen. Es gibt Leute, die wegen der hohen Mieten sozial absteigen, viele müssen wegziehen und Familie und Freunde verlassen, weil ihr Gehalt nicht für eine Miete reicht. Das Thema ist ernst, für einige sehr ernst und existenzbedrohend. Ihr macht hier das Thema durch diesen dämlichen Vergleich mit Smartphones einfach nur lächerlich.
        Ich finde es halt schade, dass ihr euch auf dieses Niveau begebt, denn das hättet ihr nicht nötig. Eure Inhalte sind in den letzten Monaten kontinuierlich besser geworden, auch eure Standpunkte haben sich verbessert. Und dann wieder sowas wie der Artikel hier. Schade.


      • München ist da am schlimmsten, es kam mal ein Bericht im TV da war ein obdachloser der Arbeit hatte und gut verdient hat, aber sich keine Wohnung davon leisten konnte. Soweit hat uns der Kapitalismus gebracht, die gier einzelner Menschen ist schon abartig. Wenn der Staat da nicht langsam Einlänkt enden wir alle Mieter mal so. Ich hatte mal ein Fall in Berlin, da hat der Vermieter ein Lohnschein verlangt und sich denjenigen mit dem meisten Gehalt rausgesucht. Als Student hat man da schlechte Karten.


      • Sophia Neun
        • Admin
        • Staff
        26.10.2017 Link zum Kommentar

        Es ist ein Thema, welches dich sehr bewegt, deshalb siehst du den Artikel vielleicht etwas zu verbissen. Ich selbst habe auch erst eine Mieterhöhung um 15% erhalten und in meiner Gegend sieht es aktuell sehr traurig aus, was bezahlbaren Wohnraum anbelangt. In solchen Zeiten finde ich es gerade wichtig auf die Mietpreise hinzuweisen und das eben nicht immer nur Bierernst.


      • Sophia Neun
        • Admin
        • Staff
        26.10.2017 Link zum Kommentar

        @Takeda: Suchen sich Vermieter nicht meist sowieso die Leute mit dem meisten Gehalt und den besten Sicherheiten heraus? Ich kenne kein Bewerbungsverfahren bei einer Wohnung, wo man nicht die letzten 3 Gehaltsnachweise vorlegen muss.

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