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So geht's: MicroSD-Karten als internen Speicher formatieren

Update: Artikel überarbeitet
So geht's: MicroSD-Karten als internen Speicher formatieren

Möchtet Ihr eine MicroSD-Karte als echte Speichererweiterung nutzen und Apps darauf installieren? Dann müsst Ihr sie als internen Speicher formatieren. Das kann ganz einfach sein, doch einige Hersteller bieten diese Option nicht an. Folgt den Tipps am Anfang dieses Artikels. Auch für ältere Android-Versionen haben wir eine Anleitung und beleuchten die Situation unter aktuellen Android-Versionen am Ende dieses Artikels.

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Anleitung: MicroSD als internen Speicher verwenden

Wenn Ihr Glück habt, dann könnt Ihr eine Speicherkarte direkt aus Android heraus als internen Speicher einrichten. Dafür braucht Ihr mindestens Android 7.0. So geht es:

  1. Legt die MicroSD-Karte ein und wartet, bis Euer Smartphone sie erkennt.
  2. Öffnet Einstellungen > Speicher.
  3. Tippt auf den Namen der Speicherkarte.
  4. Tippt auf die drei Punkte oben.
  5. Tippt auf Speicher-Einstellungen
  6. Wählt die Option Als internen Speicher formatieren.
  7. Bestätigt die nächsten Schritte und Android bietet Euch an, Daten zu migrieren.

Klappt das, dann formatiert Android Eure Speicherkarte als internen Speicher und verschlüsselt sie. Das bedeutet auch, dass Ihr sie nicht mehr einfach in ein anderes Smartphone stecken könnt. Das kann die Daten dann nicht lesen.

Leider deaktivieren einige Hersteller, wie Sony und LG, diese Option. Es ist dann trotzdem nicht unmöglich, Adoptable Storage zu verwenden. Doch es wird deutlich komplizierter und wenn Ihr eine neue Android-Version habt, unter Umständen sogar unmöglich. Im Weiteren findet Ihr Schritte, die Ihr ausprobieren könnt.

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Verwendet bitte nur schnelle MicroSD-Karten, sonst wird das Speicher-Upgrade zum Tempo-Downgrade. / © ANDROIDPIT

Android 6.0 Marshmallow: SD-Karte in internen Speicher verwandeln

Wenn Ihr eine Android-Version verwendet, die neuer ist, könnt Ihr diesen Abschnitt direkt überspringen.

Wenn eine MicroSD-Karte als interner Speicher formatiert wird, lassen sich Apps darauf vollständig speichern. Das bedeutet, wenn Ihr Anwendungen mit einer Gesamtgröße von 2 GByte herunterladet, sollte danach auf der SD-Karte 2 GByte zusätzlicher Speicherplatz belegt sein. Falls aber die MicroSD-Karte nur als Wechselspeicher formatiert wird, ist dies nicht der Fall, wie auch PLATYPUS_DIARRHEA auf Reddit schreibt.

Nur weil der Menüpunkt unsichtbar ist, heißt es aber nicht, dass es nicht funktioniert. Mittels Kommandozeile könnt Ihr es dennoch aktivieren. Wir haben die Anleitung mit dem Samsung Galaxy S7, dem Sony Xperia Z5 und dem LG G4 unter Android 6.0 Marshmallow erfolgreich ausprobiert.

Alle drei Smartphones laufen ab Werk oder per Update mit Android 6.0 Marshmallow und besitzen einen Einschub für MicroSD-Karten. Außerdem fehlt den Geräten der Menüeintrag, mit dem sich die SD-Karte als interner Speicher formatieren lässt.

Darth Vader micro SD ANDROIDPIT
Komm auf die dunkle Seite der Speichererweiterung. / © ANDROIDPIT

Tippt in die ADB-Tools die Kommandozeilen-Befehle ein, die Paul O'Brien in seinem Blog-Post beschrieben hat. Sobald Ihr also das Kommandozeilenfenster offen und das Smartphone angeschlossen habt, könnt Ihr den ersten Befehl eintippen:

adb shell

Jetzt öffnet sich eine Kommandozeile in der Kommandozeile, in der Ihr Eurem Smartphone Systembefehle erteilen könnt. Wir wollen in diesem Fall die SD-Karte oder einen Teil ihres Speicherplatzes als internen Speicher formatieren. Zunächst brauchen wir die Kennung der SD-Karte:

sm list-disks

In meinem Fall heißt die "Disk" 179,64. Notiert Euch die exakte Kennung. Im kommenden Befehl werden wir die MicroSD-Karte formatieren und partitionieren. Dabei wird Ihr Inhalt gelöscht. Falls wichtige Dateien auf der Karte sind, solltet Ihr sie jetzt auf einen anderen Datenträger kopieren. Wenn Ihr die MicroSD-Karte dauerhaft im Smartphone belassen wollt, könnt Ihr jetzt ihren gesamten Speicher partitionieren:

sm partition disk:179,64 private

Der Vorgang dauert je nach Kapazität der Speicherkarte einige Sekunden oder Minuten. Wollt Ihr einen bestimmten Prozentsatz so nutzen, dass er von anderen Geräten ausgelesen werden kann, müsst Ihr ihn aus der privaten Partition ausschließen. Der Befehl für eine 50:50-Partitionierung sieht so aus:

sm partition disk:179,64 mixed 50

Dies ist das Ende von Paul O'Brien's Anleitung, aber noch nicht das Ende der Arbeit. Wenn Ihr jetzt den adoptierten Speicher als solchen verwenden wollt, müsst Ihr zusätzlich die Apps und Daten migrieren. Dies macht Ihr über den Speicher-Eintrag in den Android-Einstellungen. Tippt auf die Micro-SD-Karte, dort oben rechts auf das Menü und darin auf Daten migrieren. Diesen Menüpunkt konntet Ihr vor der Partitionierung nicht auswählen.

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Migriert nach der Partitionierung der SD-Karte die Daten. / © ANDROIDPIT

Jetzt und künftig werden heruntergeladene Apps vollständig auf die MicroSD-Karte geschrieben. Nur noch System-Apps und -Updates verwenden den internen Speicher. Das heißt, Ihr solltet nie wieder Fehlermeldungen wegen Platzmangels bekommen, wenn ein App-Update ansteht.

internal sd move data 2
Beim Sony Xperia Z5 wird der Gesamtspeicher merkwürdig angezeigt. Der Speicher der SD-Karte ist der, den Ihr künftig im Auge behalten müsst. / © ANDROIDPIT

Android-Update auf Android 7 Nougat macht Probleme

Einige Leser berichten von Schwierigkeiten bei der Installation von System-Updates. Insbesondere das Update auf Android 7.0 Nougat scheint mit den manuell partitionierten MicroSD-Karten nicht möglich. Unsere Testgerätemit Android 7.0 Nougat, sprechen gar nicht mehr auf die Konsolenbefehle an.

Ihr solltet Euch vor einem Systemupdate also von der Speicherkarte verabschieden und die Daten in den internen Speicher kopieren.

Neue Android-Versionen: Vorsicht

Android 8: ADB-Kommandos funktionieren nicht mehr

Unter Android 8 funktioniert die obige Anleitung nicht mehr. Zuverlässige Alternativen gibt es auch nicht. Daher können wir aktuell nur empfehlen, bei neueren Versionen auf Adoptable Storage zu verzichten, sollte es nicht im Menü angezeigt werden.

Android 9 Pie: Kein Adoptable Storage

Auch mit Android 9 Pie gibt es immer noch keine Möglichkeit, mit Hilfe der obigen Anleitung die microSD-Karte als internen Speicher einzubinden. Einige Smartphones bieten die integrierte Option aber dennoch an. Ist dies nicht der Fall, müsst Ihr auch hier auf die Speichererweiterung verzichten.

Android 10: Abwarten

Die Situation sollte sich mit Android 10 nicht verändert haben. Die obige Anleitung ist hinfällig. Ob einige Hersteller die in den Einstellungen zu findende Option weiter anbieten, bleibt noch abzuwarten - bisher ist Android 10 nur auf wenigen Smartphones verfügbar. Die haben in der Regel aber ohnehin keinen Speicherkarten-Slot.

Intern partitionierte SD-Karte sicher entfernen

Um die SD-Karte fehlerfrei aus dem Smartphone zu entfernen, müsst Ihr die obigen Prozesse umkehren. Da dann vermutlich Euer Speicherplatz des internen Speichers nicht ausreicht, müsst Ihr zunächst Bilder auf einen anderen Datenträger auslagern und Apps deinstallieren. Anschließend geht Ihr wieder in die Einstellungen für Speicher & USB, um beim Internen Speicher im Menü auf Daten migrieren zu tippen. Dann wechselt Ihr auf die SD-Karte und formatiert diese als mobilen Speicher. So können Eure Daten nicht verloren gehen und Ihr könnt die SD-Karte mit anderen Geräten verwenden.

Der Haken

MicroSD-Karten sind nicht so schnell wie der interne Speicher des Smartphones. Spart also nicht am falschen Ende, sondern holt Euch Speicherkarten mit einem vernünftigen Schreibdurchsatz. Kauft also lieber teure und schnelle SD-Karten, damit Euer Smartphone weiterhin rennen kann. Auch hatten wir auf einigen Smartphones Probleme, den verfügbaren Speicher korrekt auszulesen. Sony zeigte sogar einen negativen Wert an.

Ganz klar muss man aber auch sagen, dass die Bedeutung von Speicherkarten abnimmt. Nicht jedes aktuelle Smartphone bietet noch eine Möglichkeit, den Speicherplatz per MicroSD zu erweitern. Vor allem aber gibt es mittlerweile Smartphones, die bis zu 1 TByte internem Speicher anbieten. Da dieser natürlich viel schneller ist, ist er auch eindeutig die bessere Wahl, als Adoptable Storage.

 


Wir aktualisieren den Artikel in regelmäßigen Abständen. Kommentare können sich daher auf eine ältere Fassung beziehen und aus dem Zusammenhang gerissen erscheinen.

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340 Kommentare

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  • Wenn ich richtig lese, benutzt eure Anleitung einen PC? Bei meinem Mate mit Marshmellow funzt das direkt im Gerät. Einstellungen>erweiterte Einstellungen >Speicher>Sd Karte punkt auswerfen oder punkt formatieren, dann Standartpfad wählen SD Karte oder interner Speicher, bei SD Karte ist Neustart erforderlich und das wars. Kann die Karte problemlos in meinem Samsung Tab nutzen. Schade das die Handhabung nicht überall genauso leicht ist, bei den neuen Geräten. Manche Apps werden direkt auf der Karte gespeichert, andere nur im internen lassen sich auch nicht verschieben. Welche der aktuellen 2019/20 Geräte lassen sich so nutzen? Ich find das so super, so brauch ich das nämlich. Schade wird wohl nicht funzen. Danke für den Artikel. Muss mir jetzt, leider doch ein neues Gerät kaufen, so weiß ich wenigstens was mich in dem Punkt erwartet.


    • SO wie von Dir beschrieben ist das Standardvorgehen bei Android. Da jedoch eine Koppelung von internem Speicher und SD-Speicher zu einem gemeinsamen großen mit erhöhten Risiken wie komplettem Datenverlust verbunden ist, haben einige Hersteller diesen Weg deaktiviert. Dann musst man am PC mit der Konsole nachhelfen.


  • Das ist heutzutage sowieso Sinnlos, da die meisten internen Speicher sowieso schneller sind als die SD Karren.
    Also, wieso sollte ich dann mein Gerät langsamer machen?
    Machte früher noch Sinn als es noch keine UFS Speicher gab...


  • Felix vor 8 Monaten Link zum Kommentar

    Die Anleitung ist nicht richtig und nicht komplett.
    Unter Android 9 ist es sogar ziemlich simpel:
    Öffnet die Einstellungen - Speicher, tippt auf die SD-Karte, geht oben auf die 3 Punkte - Speichereinstellungen und dann auf "als intern formatieren". Das wars.


  • Wenn man das Glück hat das das geliebte neue Smartphone auch Speicherkarten zulässt, ist das ein guter Bericht. Nur leider kommt der Trend das man keine Speicherkarten mehr installieren kann.


  • Das klingt alles sehr kompliziert und auch eingeschränkt. Vielleicht doch besser ein Handy mit ordentlichem internen Speicher und die Speicherkarte nur für Mediadateien und Dokumente. Dann kann man die Karte noch als Rettung nutzen, wenn das Handy plötzlich dunkel bleibt.


  • Mein Handy hat 64 GB internen Speicher. Was reicht und ich hab das Gefummel mit der SD-Card nicht.


  • Das hätte ich ja so kompliziert wohl nie hinbekommen, trotzdem hat mein Moto auch schon seit längerer Zeit nun 288GB internen Speicher angezeigt. Das aber nur Dank der Nachfrage vom Handy damals, ob ich die neue Speicherkarte als internen Speicher formatieren will 😘🤩 Und bei meinem Moto hier, wo vorher auch nur eine 64GB Karte als externer Speicher drin war, läuft die 256GB Karte allerdings unter Android 8 als interner Speicher mit, habe leider keine Ahnung, warum das wohl angeblich nicht funktionieren soll 😘


  • Da das unter Android 8 nicht mehr funktioniert brauche ich mir auch keine Hoffnung bei meinen Mate 9 machen?


  • Hallo, mein Handy hat ab Werk nur 32 GB internen Speicher davon sind nach einem Jahr immer noch 5GB frei und ich habe noch nicht mal aufgeräumt. ( was ich durchaus mal müsste )
    Alles was sich auf der SD speichern lässt wandert sofort dahin. Fotos Standartspeicher SD, Musik und Filme auch. Downloads von Dokumenten, dito.
    Wenn nur das absolut unumgängliche intern gespeichert wird kommt man ganz schön weit mit 32 GB.


  • Zum Thema Speicherkarten möchte ich mal eine Sache loswerden für die PS Vita… Warum hat Sony für seine hauseigenen Speicherkarte für die PS Vita so viel Geld abverlangt und damit eine super Konsole in den Tod geschickt ? hätten die auf das normale Micro SD Format gesetzt würde die PS Vita genauso erfolgreich noch sein wie Nintendos Handheld.


    • Das die PS Vita keinen Erfolg hatte, hatte eher auch noch andere Gründe. Ich habe eine Vita und auch eine recht große Speicherkarte. Dennoch wurde sie kaum benutzt, weil Sony es einfach verschlafen hat Spiele für die Konsole zu veröffentlichen und auch andere Publisher kaum Spiele für die Vita gebracht haben. Eine Konsole ohne Spiele kann nicht erfolgreich werden. ^^


      • Schon klar ich hatte auch eine aber Preise für Sd-Karten waren ja voll übertrieben


      • Deswegen muss man die Vita hacken und man kann die alten psp spiele spielen. Anders hat es Sony nicht gewollt. Es ist schon erbärmlich was Sony mit der Vita gemacht hat, zumindest laufen die alten psp spiele drauf.


      • Was nützt das hacken wenn die Vita hauseigene überteuerte Speicherkarten braucht anstatt günstige aus dem Laden?


      • Man kann ein Adapter nutzen für den Spielkartenslot und Enzo nutzen als Firmware, damit hast du sehr viel Speicher. Du kannst mit den Adapter normal Micro sd Karten nutzen.


  • Sehr guter Artikel, war mir bisher unbekannt. Ein Glück ist auf meinem Motorola Stock Android drauf. Bin kein Freund von Beschränkungen oder Eingriffen. So schön und praktisch manches Hersteller UI sein mag, aber diese bringen oft Nachteile mit. Falls mir irgendwann mein Stock Android zu langweilig wird kommt halt ein Launcher drauf


  • Fazit: Kauft Euch ein Handy mit mindestens 128Gb Speicher und das Leben wird einfacher und sicherer =D

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