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Mellow Drive im Test: E-Skateboard selber bauen leicht gemacht

Mellow Drive im Test: E-Skateboard selber bauen leicht gemacht

Alles wird elektrisch, nicht nur Roller, sondern auch Skateboard. Wir zeigen Euch, wie einfach Ihr Euch ein E-Skateboard oder Longboard selber bauen könnt.

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Was ist der Mellow Drive?

Der Mellow Drive ist ein E-Skateboard-Kit, mit dem Ihr Euer Skateboard mit einem Motor und einer Fernbedienung ausstatten könnt - ein E-Skateboard oder -Longboard zum Selberbauen also. Der Anbieter mit Sitz in Hamburg bietet auch komplette Boards an. Zu dem System gehört auch eine App, die es für Android und iOS gibt und mit der Ihr Euer Smartphone mit dem Board koppeln könnt.

Das ganze ist alles andere als ein günstiger Spaß. Der Mellow Drive S, der in der Geschwindigkeit auf 25 km/h begrenzt ist, kostet 699 Euro und beinhaltet keine Vorderachse. Der Mellow Drive mit schnellerer Höchstgeschwindigkeit kostet 999 Euro. Der komplette Bausatz inklusive passender Vorderachse schlägt sogar mit 1.089 Euro zu Buche. Fertige E-Skateboards bietet der Anbieter zu Preisen ab 899 Euro an.

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Das alles steckt im Mellow Drive Kit. / © AndroidPI

Wie baue ich das E-Skateboard?

Das ist extrem einfach. Ihr braucht nur die acht Schrauben samt Muttern, die dem Mellow Drive Kit beiliegen. Ihr schraubt die normale Achse vorne ans Board, die mit Motor hinten, fertig. Es ist wirklich kinderleicht, zumal Mellow Euch sogar das passende Werkzeug mitliefert. Die Rollen haben einen ziemlich großen Durchmesser, deshalb würde ich empfehlen, beide Achsen samt Rollen von Mellow zu kaufen, sonst fährt sich das unter Umständen etwas seltsam.

Ihr könnt die Achsen im Prinzip an jedes Board schrauben. Die Aufnahmen - ergo: die jeweils vier Löcher im Deck - sind überall gleich. Ihr könnt auch ein Board von Mellow kaufen, mir hat das allerdings vom Design her nicht so sehr zugesagt. Es gibt hier eine große Auswahl unterschiedlichster Hersteller, aus der Ihr wählen könnt. Oder Ihr macht es anders ...

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Die Räder des Mellow Drive sind ziemlich groß. / © AndroidPIT

Das Board selber bauen

Wenn Ihr es ganz individuell haben wollt, könnt Ihr aber auch das Board selbst in Eigenregie bauen. Ich habe mich daran versucht und mittlerweile zwei Decks gebaut, das zweite klappte deutlich besser als das erste. Im Prinzip habe ich mich dabei an diese recht einfache Anleitung gehalten, die insgesamt gut funktioniert und leicht umsetzbar ist. Dabei sind mir allerdings ein paar Dinge aufgefallen, die ich anders machen würde. Wenn Ihr Euch auch so ein Longboard bauen möchtet, würde ich folgende Dinge anders machen:

  • Verarbeitet das Epoxi nicht mit einer Rolle - einfach gießen, notfalls mit einem Stäbchen oder ähnlichem verteilen. Die Rolle saugt viel auf und macht es auch nicht gleichmäßiger.
  • Seid nicht zu sparsam mit dem Epoxi, die in der Anleitung genannten Mengen könnt Ihr getrost verdoppeln. Das darf auch seitlich ruhig herunterlaufen, macht die Oberfläche glatter. Epoxi schleifen macht keinen Spaß.
  • Drei Schichten Holz in 4 mm Stärke sind recht dick. Wenn Ihr selbst schlank gebaut seid, dürften auch zwei reichen, sonst ggf. zwei 3 mm und einmal 4 mm. Das macht das Brett auch leichter.
  • Die Glasfasermatten müssen nicht so dick sein wie angegeben, maximal 300 Gramm pro Quadratmeter ist ausreichend, 150 Gramm auch in Ordnung.
  • Tragt Handschuhe. Wirklich.

Wenn Ihr das Board selber macht, wird das vielleicht ein wenig, aber nicht viel günstiger als ein gekauftes Skateboard, und natürlich viel mehr Arbeit. Allerdings ist es auch viel individueller und Ihr könnt ganz sicher sein, dass es dieses Board kein zweites Mal gibt. Noch dazu macht das Basteln ziemlich viel Spaß.

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Ihr könnt Euch auch das Board selber bauen. / © AndroidPIT

Wie fährt sich der Mellow Drive?

Ihr könnt Euch nicht einfach auf das Board stellen, die Fernbedienung betätigen und losfahren. Ähnlich wie bei den meisten E-Scootern müsst Ihr zunächst mit dem Fuß Anschwung geben. Rollt das Board, könnt Ihr die Fernbedienung hochschieben und los geht's. Im Rookie-Modus fährt das E-Skateboard mit dem Mellow Drive bis maximal 10 km/h, das ist gut zum Üben. Die zweite Stufe, Eco, geht bereits bis 25 km/h, und das ist schon ziemlich schnell. Den Pro-Modus solltet Ihr wirklich Profis überlassen, denn dann schafft der Mellow Drive satte 40 km/h - das kann schnell richtig gefährlich werden. Im Endless-Mode unterstützt der Motor einfach das Tempo, dass Ihr mit dem Anschieben mit den Füßen vorgebt.

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In der schnellsten Einstellung ist der Mellow Drive zu flott für mich. / © AndroidPIT

Ich bin jetzt nicht der beste Skater. Mir ist der Eco-Modus bei Vollgas schon zu schnell, vor allem dann, wenn der Boden ein wenig uneben wird. Leichtest Kopfsteinpflaster schafft des Skateboard mit dem Mello Drive zwar, aber trotz der großen Rollen kann es immer passieren, dass das Board auf unebener Strecke stehen bleibt. Dann liegt Ihr vermutlich auf der Nase. Auf frischem Asphalt oder generell glattem Untergrund macht das E-Skateboard allerdings einen Heidenspaß.

Immer wieder müsst Ihr allerdings das Board tragen, wenn der Weg uneben ist oder Ihr Euch auf öffentlichen Straßen befindet, wo das Fahren mit dem E-Skateboard verboten ist. Dann bleibt Euch nur übrig, das Skateboard zu tragen, da wiegen Motor und Akku ziemlich schwer. Geschwitzt habe ich im Test des Mellow Drive deshalb nur entweder beim Tragen oder aus Angst - vor einem Sturz oder den Gesetzeshütern.

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Das Board zu tragen ist mühsam. / © AndroidPIT

Die Beschleunigung des Motors ist ausreichend sanft, daran gewöhnt man sich recht schnell. Beim Bremsen ist allerdings Fingerspitzengefühl erforderlich, sonst zieht es Euch im wahrsten Sinne des Wortes den Boden unter den Füßen weg.

Der Akku des Mellow Drive ist austauschbar. Er schafft laut Hersteller mit einer Ladung 12 bis 15 Kilometer. Da ist sogar mehr drin, wenn Ihr nicht allzu schnell unterwegs seid. Mit dem Standardladegerät ist der Akku in 3,5 Stunden wieder voll, das Schnellladegerät schafft es sogar in 45 Minuten.

Die Fernbedienung ist insgesamt gut zu bedienen, der Schiebemechanismus arbeitet einwandfrei. Den Modus könnt Ihr während der Fahrt über den einzigen Knopf wechseln. Die Verbindung zwischen Skateboard in Fernbedienung steht nach dem Einschalten in wenigen Sekunden, Ihr seid also direkt startklar. Die App habe ich ausschließlich zum ersten Koppeln verwendet, danach ist die in meinen Augen überflüssig.

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Die App von Mellow ist im Alltag nicht nötig. / © AndroidPIT

Wo darf ich mit einem E-Skateboard fahren?

Die Antwort ist eindeutig: Auf Privatgelände, also nicht im Bereich der STVO. Das ist verboten und kann Euch in arge Schwierigkeiten bringen, nämlich dann, wenn Ihr einen Unfall baut. Ihr seid dann nicht versichert und es können schnell horrende Summen auf Euch zukommen. Deshalb nehmt das nicht auf die leichte Schulter, sondern verzichtet auf so ein E-Skateboard, wenn Ihr keine Möglichkeit habt, es legal auf abgesperrtem Gelände zu fahren. Im Straßenverkehr habt Ihr damit nichts verloren. Solange die angestrebte Regelung zusammen mit E-Scootern noch nicht in Kraft ist - und das ist sie bis dato nicht.

Fazit

Solange es nicht legal ist, mit so einem E-Skateboard oder -Longboard auf der Straße zu fahren, kann ich den Kauf des Mellow Drive nicht empfehlen. Es macht zwar Spaß, damit zu cruisen, auch wenn es bei hoher Geschwindigkeit zumindest mit meinem Fahrkönnen schnell gefährlich wird. Aber wenn man nur auf abgesperrtem Gelände fahren kann, ist das wenig sinnvoll. Das liegt auch am Preis, der gerade angesichts des in Deutschland arg eingeschränkten Nutzwertes viel zu hoch ist. Sollte sich die gesetzliche Regelung ändern, können passionierte Skater schon einmal die Sparbüchse knacken, denn dann sieht die ganze Sache anders aus. Ihr müsst dann zwar immer noch höllisch aufpassen, bekommt mit dem Mellow Drive aber einen gut funktionierenden und schnellen Antrieb für Euer Skateboard.

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14 Kommentare

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  • A. K.
    • Mod
    vor 2 Wochen Link zum Kommentar

    Wow cooler Test. Hab so ein Teil selbst, finde es elektrisch mit den kleinen Rollen auch Sau gefährlich, vA auf unebenen Wegen. Meins schafft aber nur 15 km/h und wird zu 99% getreten. Mit 40 km/h muss es wirklich ein Höllenritt sein, zumindest aus meiner hobbymäßigen Sicht.

    Allerdings sind die Teile in Kalifornien erlaubt (bis 15 mph) und ich habe jetzt nicht von einer hohen Unfallrate gelesen. Deutschland ist halt von der Mentalität ganz anders, hier muss es erstmal (wertfrei) reguliert sein und Strafen müssen definiert sein, bevor es in der Öffentlichkeit ankommt.


  • Uli vor 2 Wochen Link zum Kommentar

    Geiles System es gibt natürlich auch noch Konkurrenz (Onan landwheel revel) aber für alle anderen untalentierten fahrt lieber scooter am besten ohne e weil damit seid ihr auch überfordert


  • Hurra Selbstmörder haben ein neues Werkzeug. Aber im Ernst, wer nicht gerade Stunt(wo)man von Beruf ist, der sollte die Finger von sowas lassen. Und, wenn ich mir jetzt vorstelle, dass ich von hinten von so einem 25 km/h schnellen Skateboard angefahren werde.... ne, ich glaube und hoffe dass sowas niemals eine Verkehrszulassung bekommt. Und es ist gut, dass es so teuer ist, das reduziert die Chancen solche Geräte auf der Straße zu finden.


    • Es gibt deutlich günstigere Alternativen. Das hier gezeigte Produkt ist reine Abzocke.
      Wer auf Suizid steht bekommt bereits für 300-500€ ein gutes E-Board.


    • Uli vor 2 Wochen Link zum Kommentar

      Diejenigen die sich sowas kaufen sind bestimmt leidenschaftliche Skateboardfahrer und nicht irgendwelche die sich ne App runterladen und meinen sie könnten E-Scooter fahren also wirst du bestimmt dir keine Sorgen machen müssen dass die von denen einer in die Hacken fährt er würde ich auf die e scooter schauen die angetrunken taxisparend durch die Gegend fahren.... sk8 ist und soll eine verantwortungsvolle Leidenschaft sein und bleiben


    • Für Cold Seavers wäre das Board kein Problem. 😎


  • wieder etwas was man nicht braucht .... Organspender sind unterwegs ....


  • Wer so etwas kauft, ist nicht ganz bei Trost 😉


  • Muss ich nicht haben, ich bin noch zu jung zum Sterben ;-)


  • Bereits getestet und für mich einfach zu gefährlich.
    Bereits bei 20kmh fühlt man sich nicht mehr sicher, während mir die 45 auf meinem E-Scooter mittlerweile zu langsam vorkommen.


  • Sehr cool das.


  • Mal echt 😎👍 geile Bilder vorm Wochenende vom Steffen auf dem Skateboard. Weiter so...
    Warst schon mit dem Skateboard auf einer Anlage mit Rampen und dergleichen? Wenn ja, wie macht sich da so das Board?
    Ich träume immer noch von Hoverboard wie im Film Back to The Future ✌️.

    699 Euro bzw 999 Euro sind schon eine menge Geld für solch ein Bausatz. Sehr schön der Hinweis, dass dies einem in arge Schwierigkeiten bringen wird, wenn man das Skateboard im öffentlichen Bereich verwendet und es zum Unfall kommt. Dies dürfte aber die meisten nicht abschrecken. Ist doch mit den E-Roller das gleiche. Hab in Leipzig heut auch so einen Stöpsel auf einen nicht zugelassenen E-Roller entdeckt der auch noch eine Einkaufspassage runter rollt obwohl da Fußgängerzone ist.

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