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Kommentar 3 Min Lesezeit 16 Kommentare

Bruchlandung: Sagenumwobenes AR-Startup landet in der schnöden Realität

Magic Leap hat im stillen Kämmerlein eine AR-Brille entwickelt, die alles bisher dagewesene in den Schatten stellen soll. Nun gibt es eine erste öffentliche Tech-Demo und das Internet ist außer sich: Das einst gefeierte Startup mit der geheimnisvollen Lichtfeld-Technologie wirkt plötzlich auf Lebensgröße geschrumpft. Dabei offenbart der Fall (von) Magic Leap, wie schwer es Highend-Technologien heute haben, ihre eigene Wirkung zu erklären.

Was eine AR-Brille kann, ist leicht beschrieben: Sie setzt digitale Objekte in unsere Realität ein. Zum Beispiel auf die Straße einen Pfeil in die Richtung, in die wir gehen sollen. Billig. Wie wäre es denn, wenn wir die Umgebung des Users gleich in ein Actionspiel à la Doom verwandeln? Gute Idee, lasst uns ein Video machen. Und so entstand die Legende Magic Leap. Ein Startup, das eine revolutionäre AR-Brille auf den Markt bringen würde. 

Wow, das sieht spektakulär aus. Und Magic Leap betrieb akribisch eine Marketing-Strategie, die von Apple stammen könnte: Nach außen geheimnisvoll erscheinen, manchmal mit einem irren Teaser-Video auffallen. Kernaussage: Wir arbeiten gerade an der Zukunft und unsere AR-Brille wird alles dagewesene in den Schatten stellen.

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Magic Leap One: Die sagenumwobene AR-Brille / © Magic Leap

Kernpunkt aller Gerüchte war stets, dass Magic Leap eine revolutionäre Technik entwickelt habe, digitale Objekte in die Welt einzupflanzen. Magic Leap spricht von einer Lichtfeld-Technologie, die digitale Objekte perfekt in das Sichtfeld einblenden kann.

Magic Leap muss Karten auf den Tisch legen

Kurz vor dem Marktstart hebt Magic Leap langsam aber sicher den Vorhang und lässt Infos nach draußen. Jüngst zeigte Magic Leap eine Tech-Demo mit echtem Material einer Magic Leap One. Man ahnt es bereits: Ganz so spektakulär ist das Ganze dann doch nicht. Schaut einmal hier in Minute 33 hinein.

Die zum Teil harte Kritik an der Demonstration ist verständlich. Immerhin hat Magic Leap nichts präsentiert, was die HoloLens von Microsoft nicht auch könnte. Vielleicht ließe sich so ein Monster-Wurf-Spiel auch mit ARKit oder ARCore realisieren.

Immersive Technologien brauchen Euch

Magic-Leap-Gründer Rony Abovitz lässt das natürlich nicht kalt. Er schießt mit einem interessanten Argument zurück, das das ganze Dilemma von Technologien wie VR oder AR charakterisiert:

Denn es stimmt ja: Das Erlebnis mit einer VR-Brille kann man zwar beschreiben, das In-Game-Material aufnehmen und alles. Aber all das spiegelt eben nicht wieder, was User erleben. Und für Magic Leap kann prinzipiell das gleiche gelten: Einerseits ist das kleine Monsterchen nur ein Demo-Projekt. Andererseits kann eine Kamera möglicherweise tatsächlich nicht aufschnappen, was die Lichtfeld-Technologie zu leisten im Stande ist.

Ist Magic Leap also nun tatsächlich so tief gefallen, wie es zuweilen zu lesen ist? Für Todesmeldungen dürfte es zu früh sein. Klar: Magic Leap muss ein großartiges Erlebnis liefern, sonst ist die AR-Brille nicht mehr als eine HoloLens. Aber eben auch nicht weniger. Noch diesen Sommer soll die Magic Leap One erscheinen. Und Magic Leap will Hands-on-Erfahrungen möglichst weitflächig ermöglichen. Dafür hat man in den USA sogar AT&T als Partner gewonnen.

Spätestens dann werden wir sehen, ob Magic Leap jetzt auf dem Boden der Tatsachen gelandet ist oder ob der Höhenflug weitergeht. Dass die Erwartungen jetzt ein wenig gestutzt wurden, kann sogar helfen. Vielleicht gibt es am Ende doch noch ein Happy End: 

Würdet Ihr eine AR-Brille wie die Magic Leap One überhaupt aufsetzen?

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  • Unterschied wie Tag und Nacht!

    Finde die Downgrade Problematik geht immer in die Hose, wenn man zuerst die Interessenten mit Versprechen/Werbung ködert und dann nicht annähernd abliefert in der Qualität 🤔

    Vor AR wird zuerst VR breiteres Interesse erreichen 😎


  • "Vielleicht ließe sich so ein Monster-Wurf-Spiel auch mit ARKit oder ARCore realisieren."
    Solche Spielchen hat Apple doch längst rausgehauen oder gibt es zumindest als Demo, die DEUTLICH besser funktioniert...

    Das hier ist wirlich traurig...
    Es heißt zwar jede Werbung ist gute Werbung, aber den Mund so voll nehmen und dann nciht einmal ansatzweise liefern können sollte man trotzdem nicht...


  • Ich frag mich immernoch was AR bezwecken soll. Ist ja cool aber irgendwie kommts mir immernoch wie ne Spielerei vor.


    • Solang man dafür ein "klobiges" Smartphone braucht, ist es das auch. Aber irgendwo / irgendwie muss man ja anfangen.
      Wenn sowas in ein paar Jahren (/Jahrzehnten) mit einer ("normalen") Brille möglich ist, kann sowas hingegen schon praktisch sein. Zwar jetzt nicht unbedingt solche Spielchen, aber hätte doch was, wenn man sich einfach so an jeder beliebigen Wand das Wetter, den aktuellen Serien-Marathon usw. anzeigen kann und ich denke dahin wird sich AR mit der Zeit entwickeln.


    • Also im professionellen Umfeld fallen mir ungefähr eine Millionen Anwendungsfelder ein. Im Alltag ist und bleibt AR wohl eher eine Spielerei.


    • AR ist eigentlich gedacht um z.B. während der Arbeit "wichtige Informationen" zu liefern. Z.B. früher bei Kampfpiloten, bei denen im Helmvisier Informationen bereitgestellt wurden. Ob man das moderne erweiterte AR wirklich benötigt darf aber hinterfragt werden.


  • Das Leben ist real genug. Weshalb noch eine Brille? Muss wirklich alle digital werden? Mal davon abgesehen ist das nichts für Brillenträger. AR-Brillen in Sehstärke wird es so schnell nicht geben.


    • Dann nimmt man halt Kontaktlinsen, wenn man die Brille nutzen will. Kontaktlinsen kosten heute doch fast nichts mehr.


      • Es gibt nicht für jeden Sehfehler Kontaktlinsen. Für mich gibt es keine. Wenn man Brillengläser mit Prismen benötigt fallen Kontaktlinsen aus.


      • Ok, du hast recht. Weil es dich nicht interessiert und wegen deiner Fischaugen werden ab sofort jegliche Technologien eingestellt, die mit AR, VR und Brillen zu tun haben.
        Kann ja nicht sein, dass es Leute auf der Welt gibt, die deine Meinung nicht teilen!


        Ich hab übrigens für meine Rift extra Linsen (für 70euro) anfertigen lassen und bin sehr zufrieden damit.
        Schade, dass ich die jetzt wegen dir wegwerfen muss, ich hatte so viel Spaß damit :/


      • Niemand hat gesagt dass Du verzichten sollst. Ich finde es nur schlecht, dass es nur Standardmodelle gibt und auf Brillenträger nicht geachtet wird. Für die Wirtschaft wäre es besser wenn es für Brillenträger passende Adapter gäbe, am besten zu den Seiten abgedunkelt damit Licht nur von vorn eintrifft.

        gafu


      • Das kam in deinem Post nicht wirklich rüber ;)

        Ansonsten hast du recht, Headsets mit Brille nutzen ist unangenehm bis unmöglich.
        Und meine Brille ist relativ klein.


      • Ich denke, das kommt schon noch, falls die Technik sich je durchsetzt und die breite Masse erreicht. Brillenträger werden ja immer mehr.


      • Ja, wegen der ganzen VR-Brillen ;)


      • Ein VR-Aufsatz wäre doch mal etwas. Sonnengläser gibt es schließlich auch als Aufsatz. Die Materialen werden ja immer leichter, da sollte ein leichter AR-Aufsatz möglich sein. Aber die Industrie wird m.E. wieder sagen "Das wollen die Kunden nicht", so wie sie es immer sagt.


    • immer dieses rumgeheule... sei doch einfach froh das die technik fortschritte macht... und wenns dir nicht gefällt kaufs einfach nicht rené