Im Rahmen unserer Websites setzen wir Cookies ein. Informationen zu den Cookies und wie Ihr der Verwendung von Cookies jederzeit widersprechen bzw. deren Nutzung beenden könnt, findet Ihr in unserer Datenschutzerklärung.

2 Min Lesezeit 15 Kommentare

Lime-Scooter werfen Fahrer über Lenker und fliegen von der Straße

Schon mal mit dem Fahrrad gegen einen zu hohen Bordstein gefahren und über den Lenker geflogen? Genau das ist nun Lime-Roller-Fahrern in der Schweiz passiert. Das kalifornische Unternehmen war gezwungen, seine E-Scooter von den Straßen in Zürich zu entfernen, nachdem eine technische Fehlfunktion während der Fahrt zu einem abrupten Bremsen führte.

Das plötzliche Bremsen führte dazu, dass die Fahrer vom Roller flogen, was in einigen Fällen zu schweren Verletzungen führte. Laut Berichten in Schweizer Medien gehören zu den Verletzungen als Folge der Störung eine ausgekugelte Schulter und einige Schürfwunden. Lime-Scooter erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 25 km/h.

Die Roller wurden auch von den Straßen Basels entfernt, wo ein Arzt mit einem gebrochenen Ellenbogen auf dem Hosenboden landete, als die Vorderradbremse einfach zupackte und ihn über den Lenker schickte. Er musste operiert werden, lag mehrere Tage im Krankenhaus und ist wegen seiner Verletzung in physiotherapeutischer Behandlung.

Lime S Gen 3 Rider2 electrek
Die Bremsen werden automatisch blockiert, wenn die Roller nicht gefahren werden. / © Electrek

Lime sagt, dass es sich um einen Softwarefehler handelt. Das Unternehmen versprach außerdem 15 Minuten Freifahrtzeit als Ausgleich für alle Kunden über einen Code, der in der Lime-App eingelöst werden kann.

In einer E-Mail an die Kunden schreibt Lime: "Nach ersten Hinweisen prüfen wir derzeit, ob ein Software-Update während der Fahrt einen Neustart verursachen könnte, der den Diebstahlschutz auslöst. Wir haben bereits Maßnahmen ergriffen, um sicherzustellen, dass sich dies nicht wiederholt. Dennoch testen wir jedes Gerät gründlich, um sicherzustellen, dass keine Soft- oder Hardwareprobleme mehr auftreten."

ARCHOS Citee Power Lifestyle 44 1
Mehrere Scooter-Anbieter kämpfen um Marktanteile in Europa. / © Archos

Der Zeitpunkt könnte für Lime nicht schlechter sein, gerade jetzt, wo man sich im europäischen Markt ausbreiten will. Im vergangenen Jahr startete der Dienst in mehreren Städten, darunter Paris, Prag, Wien, Brüssel, Berlin, Stockholm und Warschau. Lime hatte ursprünglich geplant, bis Ende 2018 in 25 europäischen Städten den Betrieb aufzunehmen, schaffte es aber nur in 18 davon.

Manche europäische Länder erschweren den Start der Lime-Scooter zusätzlich. In Großbritannien z.B. müssen E-Scooter wie jedes andere Fahrzeug einen Test des Verkehrsministeriums (MOT) bestehen - welchen E-Scooter aber nach heutigem Stand der Dinge gar nicht bestehen können.

Lime behauptet, 100 Millionen Fahrer in mehr als 130 Märkten zu bedienen. Der Ride-sharing-Riese Uber ist ein bedeutender Investor in das Technologie-Startup.

Quelle: TechCrunch

Dank ist diese Seite frei von Werbebannern

Top-Kommentare der Community

  • Lefty vor 1 Woche

    Bin als Kind, gefühlt, ca. 1387mal übern Lenker vom Rad abgestiegen. Da war doch bestimmt was am Rad nicht in Ordnung. An eine Entschuldigung seitens des Herstellers oder ein Gratisangebot kann ich mich allerdings nicht erinnern.
    Dafür gab es Gratisfreizeit auf m Zimmer, weil ich mal wieder zu blöd zum Radfahren war😂
    Die Welt ist halt ungerecht!

15 Kommentare

Neuen Kommentar schreiben:
Alle Änderungen werden gespeichert. Änderungen werden nicht gespeichert!

  • Man bekommt 15 Gratis-Minuten, wenn man über den Lenker fliegt und sich was bricht? Das find ich fair...

    Sorry, aber wer sowas auf die Straßen bringt, muss für die nötige SIcherheit garantieren. Ich würde jeden Betroffenen raten die 15 Minuten nicht anzunehmen und sich stattdessen rechtlich beraten zu lassen.


    • Was bringt die Beratung? Nicht viel zumindest in Deutschland.


    • Bastian Siewers
      • Admin
      • Staff
      vor 1 Woche Link zum Kommentar

      Wer nicht betroffen ist, hat rechtlich auch nichts anzumelden.
      Ich gehe mal stark davon aus, dass die 15 Minuten für alle Nutzer gedacht sind, nicht nur für die Geschädigten. Ich würde mal wetten, dass Lime damit auch rechtlich nicht durchkommen würde ;)


      • Es geht aus dem Artikel nicht klar hervor, aber wahrscheinlicher ist, dass diese Gratisminuten als Entschädigung für den "pausierten" Dienst gedacht sind, solange die Roller in der Revision sind.


  • Die sollten möglichst schnell die Dinger überprüfen . Wenn das ein paar Leuten in den USA passiert werden die Ruck zuck verklagt und können dann bald den Laden dicht machen ( bei den Summen die, die dann zahlen müßen ).


  • Tja sowas passiert wenn alles smart sein soll


  • Bin als Kind, gefühlt, ca. 1387mal übern Lenker vom Rad abgestiegen. Da war doch bestimmt was am Rad nicht in Ordnung. An eine Entschuldigung seitens des Herstellers oder ein Gratisangebot kann ich mich allerdings nicht erinnern.
    Dafür gab es Gratisfreizeit auf m Zimmer, weil ich mal wieder zu blöd zum Radfahren war😂
    Die Welt ist halt ungerecht!


  • 15 Min Freifahrtzeit für jeden: Da ist Lime ja richtig spendabel...nicht.


    • Bastian Siewers
      • Admin
      • Staff
      vor 1 Woche Link zum Kommentar

      War auch mein erster Gedanke. Gehen wir mal davon aus, dass die wirklich Geschädigten vollkommen andere Entschädigungen erhalten, finde ich den Move gar nicht mal so blöd. Andere Unternehmen hätten sowas nicht gemacht, in ähnlichen Situationen. Wer nicht geschädigt ist, bekommt da selten etwas.


      • Richtig.
        Der Zeitpunkt für die Fehlfunktion ist natürlich denkbar schlecht,jedoch passiert sowas eben. Keine Software ist perfekt. Jeder der glaubt dass man alle Eventualitäten beseitigen kann hat wohl noch nie selber programmiert.

        Finde den Move okay, die Geschädigten werden sicher anders entschädigt.

        Weiter so.


      • Bastian Siewers
        • Admin
        • Staff
        vor 1 Woche Link zum Kommentar

        Das würde ich auch nie behaupten. Allerdings sollte man zumindest darüber nachgedacht haben, was passiert, wenn die Software während der Fahrt ausfällt. Dass dann das passiert, was hier geschildert wird, wirkt auf mich so, als hätte man sich nicht wirklich Gedanken dazu gemacht. Dass sich eine Bremse durch eine Fehlfunktion aktiviert, kann durchaus passieren, aber hier ist scheinbar schlicht weg die Software abgestürzt.


      • Das man auf die Gusche fliegt liegt allein am Scooter? Auch eher an den Fahrer der denkt der coolste zu sein mit dem Gerät und will voll die Moves präsentieren.


      • Das sind Mutmaßungen Karsten.
        Im Artikel steht ja dass eine Fehlfunktion weshalb auch immer zu einem unerwarteten Bremsvorgang führt.

        @Bastian Siewers:
        Das ist aber im Endeffekt gar nicht so einfach. Mir fallen spontan 10 Möglichkeiten ein, wieso so eine Fehlfunktion eintreten kann.
        Neben dem einfachen Absturz der Software kann auch eine Notabschaltung wegen Diebstahlschutz, Schutz vor Tiefenentladung, Hitzeschutz fehlerhafterweise aktiviert worden sein.

        Das ist so was mir dazu einfällt.:)
        Ist n schweres Thema und ein Desaströser Zeitpunkt für das Unternehmen.


      • Bastian Siewers
        • Admin
        • Staff
        vor 1 Woche Link zum Kommentar

        Grundsätzlich gebe ich dir da Recht, hier scheint aber einfach nur ein Absturz der Software zu dem Problem geführt haben.
        Und ich kenne die Geschichten nur zu gut, wenn bei einem Auto mal das Gaspedal ausfällt. Und das ist nichts gegen die Geschichte hier. Was wäre, wenn ein Auto jeglichen Herstellers einfach so eine Vollbremsung machen würde? Da würde auch keiner sagen, naja, Software, kann passieren. Nene, kann nicht passieren ;)


      • Und das ist das Problem, wenn es emotional wird.
        Es kann eben doch passieren.
        Da es dem Programm herzlich egal ist ob dort ein Steinklotz oder ein Lebewesen sitzt.
        Dann müssen wir uns jetzt über die Sinnhaftigkeit von Software in technischen Geräten unterhalten von denen menschliches Leben abhängen kann.
        Weil es, und das ist leider Gottes Fakt, eben doch passieren kann.

        Besser formuliert wäre, und vielleicht meintest Du ja auch: Es dürfte bzw. darf (eigentlich) nicht passieren.

        Allerdings wären wir da wieder bei der berühmten Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis.

Dank ist diese Seite frei von Werbebannern