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2 Min Lesezeit 8 Kommentare

Lieferanten verraten Samsung: Falt-Display-Technologie weiterverkauft

Dieser Fall sorgte Ende letzter Woche für Schlagzeilen: Die Falt-Display-Technologie von Samsung wurde an die Konkurrenz verkauft. Es ist zwar nichts Neues, dass sich Hersteller von der Konkurrenz "inspirieren" lassen, hierbei handelt es sich allerdings um einen weitaus schwerwiegenderen Fall, geht es letztlich nicht einfach nur ums Kopieren.

Selbst die größten Unternehmen benötigen manchmal externe Hilfe und Samsung ist da keine Ausnahme. So arbeitet natürlich auch Samsung mit Lieferanten zusammen. Wichtig ist es, Vertrauensverhältnisse aufzubauen und in einem so wettbewerbsfähigen Umfeld wie dem von Smartphones, birgt das Ganze Risiken. Samsung fand das nun auf die harte Tour heraus: Der CEO eines der Unternehmen, mit denen der Hersteller zusammenarbeitet - und weitere - verkaufte von Samsung entwickelte Technologien.

Die Täter sollen Geld erhalten haben - 15,5 Milliarden Won, also fast 12 Millionen Euro - um die Bildschirmtechnologie von Samsung weiterzureichen. Das Ganze ist eine Katastrophe für Samsung, die 6 Jahre lang daran gearbeitet und satte 130 Millionen US-Dollar investiert haben.

Samsung 03
Es ist ein harter Schlag für Samsung. Arcansel/Shutterstock

Die Namen der beiden Unternehmen, die diese Patente erworben haben, wurden bisher nicht offengelegt. Auf jeden Fall wird dieses Vorgehen den chinesischen Unternehmen nicht helfen, sich im Westen einen guten Ruf zu erarbeiten, vor allem in den USA, wo chinesische Hersteller bereits heute auf dem Markt nicht sehr geschätzt werden. Dennoch ist es notwendig, zu relativieren: In der Zeit des Dieselgates und anderer solcher Skandale sind auch westliche Methoden nicht unbedingt die Referenz schlecht hin.

Die koreanische Justiz hat die Angelegenheit an Interpol weitergeleitet und tut alles in ihrer Macht stehende, um diesen Fall, in dem es noch einige Grauzonen gibt, klarer zu gestalten. Was wir besonders gerne wissen würden, sind die Namen der chinesischen Unternehmen, die hinter diesem Fall stehen.

Quelle: Bloomberg, Reuters

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8 Kommentare

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  • Wäre dies einem anderen Hersteller passiert, wäre die Empörung sicher größer.

    Wer auch immer dahintersteht, wir wissen ja jetzt nur von einem Strohmann der hier für Geld den Kopf hinhalten wird, wir werden es erfahren wenn die entsprechenden Geräte gelauncht werden.

    Ich würde diese Geräte allerdings boykottieren, da ich auf dem Standpunkt stehe das diese Form von Dienstahl aus eigenen Interesse nicht gefördert werden darf. Wenn wir Firmen die Chance nehmen Ihre Entwicklungskosten wieder einzuspielen, berauben wir den Markt und uns selbst um Innovationen in der Zukunft.

    Sicher wird es binnen eines Jahres wie immer Konkurenzprodukte geben und diese sind unter Umständen besser und finden mehr Absatz, sind auch sicher günstiger, aber in diesem Fall Samsung hätte seine Entwicklung in diesem Zeitraum eingespielt und wäre gerüstet für weitere Entwicklungen.

    Stellen wir uns mal vor Samsung und Apple ginge das Geld für Entwicklung und Forschung aus, was glaubt Ihr denn wie sich die Smartphonesparte entwickeln würde ?

    Die Antwort lautet : Gar nicht !

    Und nein da müssen die Huawei Fans nicht aufheulen oder welchem Hersteller man sich sonst verbunden fühlt, denn ohne den Leistungsdruck der Big Player, würde es doch reichen jedes Jahr eine schnellere CPU einzusetzen und vieleicht mal die Farbe des Gehäuses zu ändern.

    Unterm Strich hat man damit nicht nur Samsung bestohlen sondern jeden Technik Fan da draußen. Immer natürlich unter der Annahme, das der Fall sich so abspielte wie im Artikel beschrieben.


  • Es gibt jedoch auch die Meinung, dass es sich beim Kopieren eines Produktes um eine Art der Verehrung des Originalherstellers handelt.
    Dementsprechend soll Samsung doch einfach froh sein :o)
    Das hat übrigens nichts mit dem Diesel-Skandal oder der deutschen Energiewende zu tun. Auch Bayer fällt gerade mit dem Kauf von Monsanto auf die Schnauze. Das sind alles keine Themen, die irgendwie zusammenpassen. Das Einzige was alles gemeinsam haben, ist die Tatsache, dass Arbeitsplätze und somit die Zukunft der Menschen am seidenen Faden hängt.


  • Es ist schon merkwürdig, dass auf einmal alle Hersteller mit Faltsmartphones daherkommen, deren Entwicklung doch so schwierig und langwierig ist. Vor allem bei kleinen NoName-Anbietern die wohl kaum die erforderlichen Forschungskapazitäten haben, ist das doch sehr verdächtig.


  • Normalerweise patentieren Firmen solche Technologien und ihre Vorstufen. Dann kann aber jedermann die Patente einsehen, und muss niemanden etwas dafür bezahlen. Das Patent schützt das geistige Eigentum, und wer es ohne Lizenz nutzt, muss mit Schadensersatzforderungen und Nachzahlungsforderungen rechnen, und die sind auch einklagbar. Eventuell macht der Nachahmer sich auch noch strafbar.
    Das stört zwar manche Hinterhofklitschen nicht, die sich ggf. auflösen, und unter anderem Namen neu firmieren. Die können aber kaum etwas mit einer hochentwickelten Displaytechnologie anfangen, zu deren Fertigung Reinräume, teure Spezialmaschinen usw. nötig sind.
    Die ganze Geschichte klingt doch sehr eigenartig.


  • > Dennoch ist es notwendig, zu relativieren: In der Zeit des Dieselgates und anderer solcher Skandale sind auch westliche Methoden nicht unbedingt die Referenz schlecht hin.

    Quatsch mit Soße!
    Dass sich auch andere nicht an Gesetze und Geheimhaltungserklärungen halten oder anders Dreck am Stecken haben, relativiert gar nichts. Im Gegenteil, so eine Aufrechnung ist einfach unlauter!

    VW hat betrogen und soll dafür büßen.
    Jemand hat Geschäftgeheimnisse verkauft und soll dafür büßen.


  • Also bitte! Mitarbeiter von TopTec wurden wegen des Verdachtes(!) angeklagt(!) Technologie verkauft zu haben. Die Vorwürfe werden bestritten.
    Noch ist den Quellen nach nichts belegt, es gibt offensichtlich noch keinerlei genauere Informationen in wie weit die Vorwürfe belegt werden können und noch ist gar nichts von alledem gerichtlich festgestellt.
    Da halte ich die Formulierung als Tatsache für mehr als grenzwertig.
    Bloomberg hat es wenigsten geschafft jede Aussage, die hier als Tatsache dargestellt wird, mit den Worten "according to the prosecutors" zu relativieren.


  • Konkurrenz belebt das Geschäft.

    Gelöschter Account


    • Das ist ja wohl Unsinn. Da hat eine Firma Geld in eine Entwicklung gesteckt und bekommt diese dann gestohlen. Das hat mit Konkurenz nichts zu tun, auch nicht mit Heldenverehrung etc.

      Man kann Samsung jetzt mögen oder nicht ( ich oute mich ja selbst immer nicht gerade als Fan von denen ), aber solche Unternehmen ähnlich wie Apple sind Triebfedern der Entwicklung. Wenn man zulässt das deren Technologien schon vor dem Marktstart gestohlen werden und unter dem Strich für den Entwickler ein herber Verlust bleibt, dann kann und wird es keine Entwicklung mehr geben.

      Deshalb sollte man hier bei der Schadenfreude den Ball mal flach halten. Das ist gut für niemanden.

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