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Kommentar 3 Min Lesezeit 92 Kommentare

Lieber ohne Geld und ohne Freunde als ohne Smartphone - warum nur?

Eine Umfrage unter Menschen zwischen 25 und 54 Jahren bringt Dinge zu Tage, die ich kaum glauben kann. Anstatt einen Tag auf Ihr Smartphone zu verzichten, wollen viele Menschen lieber ihren Freund oder ihre Freundin nicht sehen, ohne Gehalt arbeiten oder im Winter ohne Heizung da stehen. Harter Tobak.

Durchgeführt hat die Umfrage die kanadische Firme BC Hydro, ein Stromanbieter, der damit eigentlich auf den erhöhten Stromverbrauch der privaten Haushalte hinweisen wollte. Fast ein Drittel der 400 Teilnehmer zwischen 25 und 54 Jahren würden demnach lieber einen Tag auf den Partner verzichten als auf das Smartphone, bei den 55- bis 64-Jährigen sogar 35 Prozent. Die Jüngeren zwischen 18 und 14 Jahren haben zu über einem Drittel lieber bei kaltem Wetter einen Tag keine Heizung als kein Smartphone, über ein Viertel würde eher umsonst arbeiten als auf das Handy zu verzichten. Über alle Altersgruppen sind 65 Prozent eher zum Verzicht auf den morgendlichen Kaffee bereit als auf das Smartphone.

Klar, die Umfrage ist nicht repräsentativ, und sie wurde nur in Kanada durchgeführt, nicht in weiteren Ländern. Trotzdem bedrücken mich die Ergebnisse. Ein Tag ohne Smartphone, ist das denn wirklich so schlimm, dass man lieber auf Freunde, ein warmes Zuhause oder sein Gehalt verzichten möchte? Kaffee, okay, das sehe ich noch ein, aber die anderen Dinge sollten doch höher zu gewichten sein als das Telefon in der Hand.

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Ist das Smartphone wirklich so wichtig? / © AndroidPIT

Ich wäre zumindest ein bisschen weniger überrascht gewesen, wenn die Umfrage in einer jüngeren Teilnehmergruppe solche Ergebnisse erzielt hätte. Aber so? Menschen in einem Alter, indem man die Welt einigermaßen einschätzen und seine persönlichen Werte so langsam definiert haben sollte, antworten in einer Weise, die ich nur schwer begreifen kann.

Es ist nur ein Gebrauchsgegenstand

Ich habe mal einen Satz gehört, der mir im Gedächtnis geblieben ist, auch wenn ich nicht mehr weiß, wer ihn gesagt hat. "Niemand interessiert sich für dein Smartphone. Du hast es gekauft, nicht erfunden. Jeder kann das." Das bringt meine Ansicht gut auf den Punkt: Ein Smartphone ist ein Gebrauchsgegenstand, ein wichtiger noch dazu, aber taugt weder als Statussymbol, noch sollte es künstlich überhöht werden. Genau das scheinen die Teilnehmer dieser Umfrage aber anders zu sehen.

Mal ernsthaft jetzt: Ja, Smartphones sind super, praktisch, und wenn ich meins nicht dabei habe, fühlt sich das tatsächlich komisch an. Aber wenn Menschen lieber einen Tag lang ohne ihren Liebsten oder ihre Liebste auskommen, kein Geld verdienen oder in der Kälte rumsitzen, statt 24 Stunden ohne Smartphone sein zu wollen, finde ich das ziemlich traurig und auch bedenklich. Denkt mal drüber nach.

Könnt Ihr diese Gedanken nachvollziehen?

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Top-Kommentare der Community

  • Klaus Trofob vor 2 Wochen

    Verzicht auf den morgendlichen Kaffee? NEVER!
    Nehmt mir Geld, Smartphone, Freunde (nicht dass ich welche hätte), Partner, Heizung, Ehre und das letzte bisschen Selbstwertgefühl, aber ohne Kaffee? No Way!

  • webbybln vor 2 Wochen

    ich verzichte hin und wieder auf beides. Auf Menschen und Smartphone

  • René H. vor 2 Wochen

    Ich verzichte lieber auf Smartphone, Internet und TV wenn ich ein paar schöne Stunden mit anderen netten Menschen (die ebenfalls verzichten) verbringen kann.

  • Tenten vor 2 Wochen

    Das Smartphone ist kein Statussymbol. Wie auch, kann sich doch absolut jeder leisten mit Vertrag.

  • Maximilian HE vor 2 Wochen

    Jaja alle sind Smartphone süchtig. Die Jugend heutzutage ist schrecklich und nur die Poster selber nutzen natürlich kaum ihr Smartphone, haben es als Kinder gehasst Nintendo zu spielen blablabla.

    Ich bin 26 Jahre alt und habe in meiner Kindheit einen N64 gehabt, später Game Cube und mein Bruder und ich haben es geliebt. Wir durften halt täglich nur ne Stunde. Vielleicht auch mal anderthalb.

    Es sind die Eltern (also so ca. die Generation die sich darüber beschwert) die den Kindern erlaubt zu spielen. Hätte ich das damals gedurft wäre ich vielleicht auch nicht immer raus. Wer weiß.
    Aber na klar, Hauptsache die böse Jugend :D.
    Wir leben in einer Welt, in der das Smartphone und Technik an sich zum täglichen Begleiter geworden ist. Aber klar, hier interessiert das niemanden, deshalb postet ihr auch alle in so einem Forum täglich zu neuen Techniktrends und haut euch fast die Köpfe ein wenn jemand euer Smartphone nicht gut findet, sondern einen anderen Hersteller bevorzugt.

    Kommt mal n bisschen auf den Teppich und schaut dass ihr s bei Euren Kindern besser macht. Heutzutage müssen sie mit Technik konfrontiert werden, auch mit Smartphones aber dann kann das Ding auch mal abgeschaltet werden.
    Alles in Maßen.

    Liebe Grüße :)

92 Kommentare

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  • Moritz Deussl
    • Mod
    • Blogger
    vor 2 Wochen Link zum Kommentar

    Für mich wäre es kein Problem mal auf mein Smartphone zu verichten - aber selbstverständlich nicht zu lange. :-)


    • 2 Wochen no Problem....war 2 Wochen an der Ostsee Zelten und mein Smartphone war zu Hause.War das schön.Mit war mein polaroid sofortbildkamera aus den 90er.Die funktioniert heut noch.


  • Sekündchen bitte...
    Also, ich würde definitiv das Smartphone hergeben. Sehr geil,dann habe ich doch bestimmt auch in diesem besagten Zeitraum kinderfrei und darf mich all meinen Verantwortungen entziehen,oder?

    Supidupi, ich glaube ich gebe die Gerätschaft gleich für ne ganze Woche ab und fahre ne Runde ans Meer 🤗 suspendiert wurde ich nämlich auch,da Cheffe mich wärend meiner Arbeitszeit nicht erreichen konnte ☺


    • Dir ist aber klar, dass sich die gesetzeslage zur Erreichbarkeit von Arbeitnehmern durch das Smartphone nicht geändert hat. Mein Chef soll mich mal auf dem privaten Handy anrufen. Egal wann. Nummer ist auf der Blacklist. Wenn er will dass ich in meiner Arbeitszeit erreichbar bin, darf er mir gerne ein Firmenhandy besorgen welches dann genau zu Arbeitsbeginn an und zu arbeitsende wieder aus ist. Klar, bilden da entsprechendes Arbeitsvertragsklauseln die Ausnahmen, aber eben vertraglich festgelegt. Die Unterschrift unter eben diesem kommt von mir und ist nicht erzwungen


    • @Unwissender Leporidae (bzw. Hase, der nichts weiß bzw. vorgibt nichts zu wissen bzw.... ach, das führt jetzt zu weit!)
      Du hast einen verhängnisvollen Automatismus angesprochen: mit "Verzicht" verbinden wir erst einmal Einschränkung und Verlust. Wir verlieren im Grunde nur die unmittelbare telefonische Erreichbarkeit. Alles andere (Messenger, Netzwerke, Apps und Tools) kann schlicht kompensiert werden und erfordert nur menschliche Initiative!
      Den "Gewinn" sieht keiner: Freiheit durch Nicht-Verfügbarkeit, Zwanglosigkeit durch Wegfall von Erwartungshaltungen ("Wieso hast du nicht auf meine Nachricht geantwortet- gelesen hast du sie ja! Bla bla bla"). Mal nach dem Weg fragen und den netten Menschen ansprechen anstelle Google-Maps zu bemühen. Mal auf Verdacht in das nette Cafe gehen anstelle nach Bewertungen zur Speisekarte im Internet zu suchen. Mal telefonieren, anstelle zu schreiben oder sogar festzustellen, dass etwas weder des Schreibens noch der Telefonie wert ist. Mal die Zugverspätung als schlichte Verspätung hinnehmen und nicht die Anzahl der Minuten (aus Kontrollsucht) im Navigator ermitteln und mit dem Leidensgefährten am Bahnsteig lästern und lachen. Und die Umgebung (die dich nicht erreicht) mal zur Gelassenheit und Selbstständigkeit animieren.... Man gewönne soviel!
      :-)


      • So,nun mal Butter bei die Fische...ich glaube in meinem Fall wäre es ab und an wirklich von Nöten, gewisse Apps wie zum Beispiel Maps zu nutzen. Liebend gerne komme ich des öfteren auf die glorreiche Idee,eine Abkürzung zu nehmen (die mit Sicherheit auch eine ist, sofern man sich an den richtigen Weg halten würde),um dann im Endeffekt einen riesen Umweg gegangen zu sein , bei dem ich mich auch noch teilweise so verlaufe, daß ich tatsächlich nicht mehr weiß wo ich mich überhaupt befinde.
        Mein Mobilfunktarif ist allerdings so bescheiden, daß der Ritt durch die Prärie immer noch schneller geht,als das Laden irgendwelcher wegweisenden Apps 😉


      • @Hase mit Butter an die Fische.... Hmmm- du sprichst ein eigentlich "männliches" Problem an. Bekanntlich sind ja Männer diejenigen, die klischeehafterweise 1.) tolle Abkürzungen kennen und 2.) nicht nach dem Weg fragen und wenn alles schiefläuft 3.) die Schuld auf die Technik schieben... :-)
        Im Zuge meines laaangen Lebens habe ich gelernt, dass der ständige Zwang nach Schnelligkeit und Effizienz keinen wirklichen Mehrwert oder Gewinn bringt. Das Leben ist wie eine Ampelschaltung: eben noch ambitioniert bei kirschgelb über die Kreuzung gerauscht und gefühlt 10 Minuten gewonnen, bremst dich die Rotphase 200 Meter weiter aus und bringt wieder in die normale Taktung. Manchmal ist es einfach einfacher ein Hindernis oder eine Verzögerung des Lebens hinzunehmen und nicht krampfhaft nach Alternativen und Auswegen zu suchen. Die gewonnene Entspannung und der Gleichmut ist ein echter Gewinn gegenüber dem unter Stress abgerungenen mööööglichen Zeitgewinn von 9,45 Sekunden oder was auch immer....
        Geradezu beschämend finde ich die Tatsache, dass wir in Deutschland nach wie vor (im Vergleich zu anderen Industrienationen) ein grausam lückenhaftes LTE-Netz haben und jenes LTE-Volumen überdurchschnittlich teuer kaufen müssen. So manche nutzbringende App schlummert daher ungenutzt im Smartphone, weil das Netz nicht ooooder nuuuuuuuur seeeeehr laaaaaaa.....laaaaa....laaaaaaangsamsamsam mit deeeeeinem Teeelefooooohoooohoooon sprecheeeeen wiiiiiiii....iiiiiiill!


  • Ich kann schon ohne Smartphone, nur ich muss ja nicht 😀 ich kann in Reihenfolge nur auf die Dinge nicht verzichten, 1. Rennrad 2. Garmin810 zur Datenaufzeichnung des Rennrades 3. Strava und genau dort kommt das Smartphone ins Spiel.
    Allein durch das Biken, man fährt ja auch öfters zusammen Touren, ist man draußen in der Natur zusammen abseits von Autos und Häusern. Ich fahre auch Mountainbike, habe insgesamt 3 Rennräder und 2 Mtb, da ist man der Natur noch näher.


    • Brauchst du denn trotz des garmin dein Smartphone?
      Kenne mich mit den garmin nicht so aus, fahre mtb und nutze Polar. Ich zeichne mit er Uhr auf und lade die Daten vom Laptop auf strava hoch. Brauche zum radfahren das Smartphone nicht dabei haben. Zumal es, nicht genauso akkurat aufzeichnet wie die Polar rc3 GPS


  • Smartphone gut und schön aber erst ab 14 Jahren und nicht vorher !!!!!!
    Wenn ich das immer im Bus früh sehe die grundschulknirpse mit ihren Smartphones und 2 gucken sich heimlich pornos an.Was sind das nur für Eltern die das nicht kontrollieren....🙄


    • Tim vor 2 Wochen Link zum Kommentar

      Naja, wie sollen Eltern das denn auch kontrollieren, wenn sich die Kinder sowas "heimlich" im (Schul)bus ansehen? ^^
      Ob man den Kindern erst mit 14 ein Smartphone in die Hand drückt, ist halt Auslegungssache. Ich finde wichtiger den Kindern einen richtigen Umgang mit den Geräten und speziell dem Internet beizubringen.
      Wenn du deinen Kindern diesen Umgang nicht beibringst, bringt es auch nichts, wenn du denen erst mit 14 ein Smartphone an die Backe wirfst...

      Außerdem wird sich heute auch schon in der Schule sehr viel bspw. über WhatsApp ausgetauscht usw. und das fängt nicht erst mit 14 (in der 8. Klasse) an.

      Peter


  • Wenn man mir die Wahl geben
    würde, ein Tag ohne meinen Hund (meine Hunde im allgemeinen) oder ohne Handy, würde ich ohne zu zögern sagen, lieber kein Handy.
    Aber Freunde? Schon Voltaire hatte keine gute Meinung von den Freunden.


  • Jaja alle sind Smartphone süchtig. Die Jugend heutzutage ist schrecklich und nur die Poster selber nutzen natürlich kaum ihr Smartphone, haben es als Kinder gehasst Nintendo zu spielen blablabla.

    Ich bin 26 Jahre alt und habe in meiner Kindheit einen N64 gehabt, später Game Cube und mein Bruder und ich haben es geliebt. Wir durften halt täglich nur ne Stunde. Vielleicht auch mal anderthalb.

    Es sind die Eltern (also so ca. die Generation die sich darüber beschwert) die den Kindern erlaubt zu spielen. Hätte ich das damals gedurft wäre ich vielleicht auch nicht immer raus. Wer weiß.
    Aber na klar, Hauptsache die böse Jugend :D.
    Wir leben in einer Welt, in der das Smartphone und Technik an sich zum täglichen Begleiter geworden ist. Aber klar, hier interessiert das niemanden, deshalb postet ihr auch alle in so einem Forum täglich zu neuen Techniktrends und haut euch fast die Köpfe ein wenn jemand euer Smartphone nicht gut findet, sondern einen anderen Hersteller bevorzugt.

    Kommt mal n bisschen auf den Teppich und schaut dass ihr s bei Euren Kindern besser macht. Heutzutage müssen sie mit Technik konfrontiert werden, auch mit Smartphones aber dann kann das Ding auch mal abgeschaltet werden.
    Alles in Maßen.

    Liebe Grüße :)


    • Die Jugend ist doch immer vollkommen unvernünftig, respektlos, weiß nicht, was sich gehört und worauf es ankommt und kennt natürlich auch kein Maß. Da kannst du jede Generation herausgreifen, sogar quer über alle Jahrhunderte und du wirst sehen, so war es immer schon. Früher hat man ihnen halt den Struwwelpeter als "erzieherische Maßnahme" vorgelesen, heute beklagt man sich über die "verkommene" Jugend im Internet.

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