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LG L5 II und L7 II im Videotest: Jelly-Bean-Smartphones für Einsteiger

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© AndroidPIT

Heute habe ich mal zwei Einsteiger-Geräte vor die Kamera geholt. Meistens widmen wir uns in unseren Videos ja der Smartphone-Oberklasse, aber es soll schließlich auch Leute geben, die nicht über 500 Euro für ein Handy ausgeben können oder wollen. Für die ist dann vielleicht die L-Serie von LG etwas. Das L5 II und das L7 II habe ich mir näher angeschaut. Einen Kurzeindruck gibt unser Video, die längere Textfassung findet Ihr dann im Anschluss.  


Link zum Video

Design und Verarbeitung

Beim Design setzt LG auf klare und reduzierte Formen, der Ansatz ist ähnlich wie beim Vorzeigemodell Optimus G. Die Front ist von einem schmalen Chromstreifen eingefasst, allerdings haben die Geräte aus der L-Serie einen physischen Homebutton. Ein Hingucker ist die Benachrichtigungs-LED, die den Homebutton umfasst und in verschiedenen Farben leuchtet.

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Einmal rundherum: Die Benachrichtigungs-LED informiert über verpasste Anrufe, Nachrichten und mehr. / © AndroidPIT

Das Gehäuse fühlt sich beim L7 relativ dick an, obwohl es nur knapp zehn Millimeter misst. Dafür ist unter der abnehmbaren Rückseite aber auch ein relativ starker Akku. Der Kunststoffdeckel schimmert bei beiden blauschwarz mit einer dezenten Textur. Links oben haben beide Geräte einen sogenannten Hot Key für den Direktzugriff auf bestimmte Apps. Welche das sind, kann man selber festlegen.

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Eine Besonderheit: der Hot Key an der linken oberen Gehäuseseite. / © AndroidPIT

Display

Beide Geräte haben ein LCD-Display mit IPS-Technik, wodurch Farbdarstellung und Kontraste auch bei sehr spitzen Betrachtungswinkeln noch gut sind. Die Auflösung ist mit 800 x 480 Pixeln (WVGA) bei beiden Geräten identisch. Aktuelle Top-Geräte liegen mit ihren Full HD-Displays natürlich weit darüber, aber für den alltäglichen Gebrauch reicht das völlig aus. Im direkten Vergleich erscheint das Display des L5 II heller und brillanter als beim L7 II, auch in Schräglage ist die Darstellungsqaulität des L5 II besser. Möglicherweise ist das Display des L7 II nicht richtig kalibriert. 

Software

Beide Geräte kommen, wie die meisten aktuellen Smartphones, mit Android-Version 4.1.2. Darüber hat LG seine Benutzeroberfläche Optimus UI 3.0 gelegt. Die unterscheidet sich optisch deutlich vom reinen Android, wirkt verspielt und farbenfroh, ähnlich wie bei Samsungs TouchWiz. Ich sag mal so: Muss man mögen.

Mit der Optimus UI kommen aber auch einige sinnvolle Software-Extras, zum Beispiel die Funktion QuickMemo, mit der man Screenshots mit schnellen handschriftlichen Notizen versehen kann. Standardmäßig wird QuickMemo mit dem sogenannten Quick Button an der linken Seite gestartet, so dass man mit einem Knopfdruck Screenshots machen kann.

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Mit QuickMemo könnt Ihr auf Screenshots hach Herzenslust herumkritzeln (links). Der Quick Button kann auch mit anderen Apps belegt werden (rechts). / © AndroidPIT

Besonders stolz ist man bei LG auch auf das Schnellsteuerungsmenü im Stock Browser, das man mit dem rechten Daumen aufrufen kann und das den direkten Zugriff auf einige praktische Einstellungen erlaubt, zum Beispiel das Organisieren von Tabs, das Vor- und Zurückspringen zwischen Seiten oder den Wechsel in die Desktop-Ansicht.

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Schnellsteuerung im Stock Browser (links) und Nothilfe mit Safety Care. / © AndroidPIT

Außerdem mit dabei ist die Notruf-App Safety Care, die man so ähnlich auch vom Galaxy S4 kennt und der Quick Translator, eine Übersetzungshilfe. Praktisch: Über den App-Manager kann man unerwünschte Anwendungen mit einem Tipp entfernen. Das funktioniert auch mit vorinstallierten Apps. 

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Die Kameras der beiden Smartphones machen ordentliche Fotos, mehr aber auch nicht. / © AndroidPIT

Kamera

In Sachen Kamera sind beide Smartphones keine Helden, machen ihre Sache aber dennoch gut. Das L5 hat eine 5-Megapixel-Linse und schießt anständige Fotos, das L7 hat 8 Megapixel und liefert ebenfalls vernünftige Ergebnisse, zumindest bei guten Lichtbedingungen. Bei der Kamerasoftware hat LG sich nicht lumpen lassen: Beide Geräte können Panorama- und Serienbilder schießen und durch Sprachbefehl ausgelöst werden.

Fotoserien werden allerdings nur in einer Größe von 640x480 Megapixeln aufgenommen. Für beide Geräte gilt: Für Schnappschüsse bei Tageslicht sind sie geeignet, nicht aber für ambitionierte Smartphone-Knipser. Das L7 II hat zudem noch eine Frontkamera, die aber lediglich mickrige 0,3 Megapixel Auflösung bietet. Zum Videochatten reicht’s, für mehr aber auch nicht. 

Leistung

L5 II und L7 II sind keine Leistungswunder und kommen beim flotten Navigieren durch’s Menü schonmal ins Stocken, Webseiten mit vielen Bildern bauen sich nur nach und nach auf. Ich war aber überrascht, wie flüssig und verhältnismäßig fix beide im Alltag trotzdem sind. Klar, für ambitionierte Gamer sind die Geräte sowieso nichts, doch wer mit seinem Smartphone hauptsächlich anspruchslose Apps nutzt, sollte mit den Geräten auskommen.

Die unterschiedlichen Prozessoren machen sich im Alltag kaum bemerkbar, im Benchmark AnTuTu sieht man dann aber doch leichte Unterschiede zwischen dem Single-Core-Chipsatz (Mediatek MT6575) des L5 II und dem Dual-Core-Prozessor (Qualcomm MSM8225) des L7 II.

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Deutliche Unterschiede zwischen dem Mediatek-Chipsatz des L5 II (links) und dem Qualcomm-Prozessor des L7 II. / © AndroidPIT

Akku

Auf eine gute Akkuleistung legt LG bei seinen aktuellen Geräten besonderes Gewicht. Tatsächlich ist der Akku des L7 II mit 2.460 Milliamperestunden (mAh) ziemlich stark. Das L5 II hat immerhin 1.700 mAh. Christof Fromm, Produktmanager von LG, verspricht für die Geräte eine Lebensdauer von rund zwei Tagen. Wie sich die Akkus in der Praxis schlagen, wird sich aber erst noch zeigen. 

Technische Daten und Preis

Die Spezifikationen des L5 II und L7 II werden bei kaum einem Technik-Spezi für Begeisterung sorgen. Auf den ersten Blick scheinen die technischen Daten der beiden Geräte nahezu veraltet und auf dem Mittelklasse-Niveau von 2012. Man darf aber nicht vergessen: Es sind Einsteigergeräte, die mit einem Preis von 179 Euro (L5 II) und 249 Euro (L7 II) günstiger sind als die High-End-Konkurrenz. (Amazon, Stand 15.05.2013)

Die wichtigsten technischen Daten im Überblick

L5 II: 

  • Betriebssystem: Android 4.1.2 mit Optimus UI 3.0
  • Display: 4 Zoll, IPS, 800 x 480 Pixel (233 ppi)
  • Prozessor: 1 Gigahertz, Mediatek MT6575
  • Arbeitsspeicher: 512 Megabyte 
  • Kamera: 5 Megapixel
  • Akku: 1.700 Milliamperestunden
  • Speicher: 4 Gigabyte, davon ca. 1,9 GB frei, microSD-Steckplatz bis zu 32 GB
  • Bluetooth 3.0
  • NFC
  • Abmessungen: 117,5 x 62,2 x 9,3 Millimeter
  • Gewicht: 103,3 Gramm

L7 II: 

  • Betriebssystem: Android 4.1.2 mit Optimus UI 3.0
  • Display: 4,3 Zoll, IPS, 800 x 480 Pixel (217 ppi)
  • Prozessor: 1 Gigahertz Dual Core, Qualcomm MSM8225
  • Arbeitsspeicher: 768 Megabyte 
  • Kamera: 8 Megapixel hinten, 0,3 Megapixel vorne (VGA)
  • Akku: 2.460 Milliamperestunden
  • Speicher: 4 Gigabyte, davon ca. 1,6 GB frei, microSD-Steckplatz bis zu 32 GB
  • Bluetooth 3.0
  • NFC
  • Abmessungen: 121,5 x 66,6 x 9,8 Millimeter
  • Gewicht: 118 Gramm

Fazit

Wer sich täglich mit den besten Smartphones beschäftigt (so wie wir), für den ist die L-Serie von LG zuerst wenig ansprechend. Es ist nun mal Fakt, dass viele Smartphone-Käufer einfach ein günstiges, funktionierendes Gerät wollen. Für diese Zielgruppe sind die beiden Androiden durchaus eine Option: Beide sind softwareseitig auf dem aktuellen Stand, laufen bei moderatem Gebrauch angemessen flüssig und erfüllen die wichtigsten Ansprüche an ein Telefon. Wenn die Akkulaufzeit dann noch hält, was LG verspricht, sind beides sehr alltagstaugliche Smartphones. Technikfreaks werden mit diesen Geräten sicher nicht glücklich, aber das ist ja auch keine Überraschung.   

17 Kommentare

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  • Ich bin auf das LG G Flex gespannt...hab schon viel gehört und werde wohl dazu greifen. http://www.ventengo.de/blog/index.php/allgemein/das-neue-smartphone-aus-dem-hause-lg-das-g-flex/

    LG


  • @Petershow

    Komisch. Bei meinem Macbook ist nicht alles verklebt :/


  • ich sehe es ein wenig wie "thorsten", finde aber schon, dass Einsteigergeräte (obwohl das L7 schon Mittelklasse erreichen kann) exsitieren sollen. NIcht jeder spielt Modern Combat auf seinem Handset oder surft auf aufgeblasenen Internetseiten und nutzt den garnicht mal so geilen Beats Equalizer. Viele möchten einfach nur mal ein Bild schießen und hin und wieder Jewellust spielen.
    Notizen, Fotos, Internet, Musik, das ist mit Einsteigergeräten möglich, dafür sind sie gemacht. Schade finde ich, und da gebe ich Thorsten recht, dass viele Käufer davon ausgehen, dass ein <300€ Gerät ALLES können soll, was >300€ Geräte können und sie dann einfach direkt auf Iphone und konsorten umsatteln und sagen "LG ist und bleibt scheiße", nur weil sie sich nicht direkt ein Optimus G, Nexus4 oder G Pro gekauft haben. Mit denen ist dann nämlich ALLES möglich. Ich wünschte mir Käufer würden sich informieren, bzw richtig informiert werden.


  • LG ist und bleibt scheiße


  •   19

    Halte von den Einsteiger Geräten nichts. Wenn die Leute sich das erste mal ein Smartphone kaufen und dann nur probleme damit haben holen sie sich ein iPhone weil ja alles besser läuft. Obwohl wenn sie direkt ein richtiges Android Smartphone gekauft hätten auch kein Theater hätten.


  • Naja ein Laptop hält in der Regel schon länger. Abschreibung hin oder her. Man kann vieles Austauschen und reparieren etc. Beim Smartphone lohnt sich eine Reparatur oft nicht. Und das Display ist nicht auf viele Jahre ausgelegt...

    Gebrauchte Laptops von guten Marken (z.B. Thinkpad) verkaufen sich auch nach 2 Jahren noch sehr gut, während das Phone eher kein mehr will. bzw. man nur noch wenig dafür bekommt... Beispiel S3: Neupreis 550 Euro (als Beispiel); Verkaufspreis nach 2 Jahren neu = 250 Euro.. Gebraucht kauft dir das vielleicht einer für 150 Euro ab.. Für ein gutes Laptop bekommt man noch mehr...

    Markenlaptops (mal von Apple wo alles verklebt ist abgesehen) wie etwa Dell oder Lenova Thinkpad werden bestimmt im Schnitt mindestens 6 Jahre genutzt bevor sie im Schrott landen. Ein TOP-Smartphone landet wohl im Schnitt nach 3 Jahren in der Tonne...Mein alter PC war gut und gerne 10 Jahre im Dienst...


  • @peter: ein Laptop hat eine abschreibungsdauer von 3 Jahren. somit ist die vorgesehene Haltbarkeit nicht höher als beim Smartphone mit 3-4 jahren (wie du schreibst). ein Smartphone kann genauso wie ein Laptop länger durchhalten, wenn es nur konsequent gewartet bzw. geupdatet wird.


  • Ein Laptop hält in der Regel länger als ein Smartphone. Ich denke nach 3-4 Jahren ist ein Smartphone wohl nicht mehr am Leben. Ein Laptop kann schon länger halten. Ich persönlich zahle nicht mehr als 300 Euro für ein Smartphone. Mein SII hat mich etwas über 300 Euro gekostet. Und der Nachfolger wird das S3 oder das S4 wenn es mal bei 300 Euro angelangt ist. Das S3 ist ja schon nahe dran. Amazon in der 16 GB-Version= 358 Euro...


  • @Alain: man kann es verstehen wie man will. Aber schliesslich gibt es ja auch Leute die mehr als 500 Euro für ein Handy ausgeben wollen.

    Allerdings finde ich, dass sich das zu wenig anhört. ich glaube, das die Mehrheit weniger als 500 euronen für ein Handy ausgeben wollen. man bedenke, für das Geld bekomme ich bereits ein Laptop. Und die Smartphones altern gefühlt schneller als laptops, aufgrund der fehlenden Updates der Hersteller. Also, warum soviel Geld ausgeben.


  • @Marcel

    Der wird auf seinem Nokia-Slider auch das Internet nicht dauernd aktiviert haben... und das zieht am meisten...


  • Das L7 II wäre mal ein Phone für mein Dad, denn wenn es wirklich solang hält und der Preis dann auch noch etwas fallen wird, hat er endlich das (für sich) perfekte Phone gefunden.
    Denn wenn er immer sieht, wie ich mein Handy jede Nacht laden muss bzw. wenn ich von der Schule komm und erstmal das Handy an die Dose muss, freut er sich immer dass sein Nokia Slider locker 5 oder 6 Tage bei seiner Nutzung hält.
    Und 1,6GB freier Speicher reichen ihm auch locker, Musik Bilder und co hat er ja eh auf der SD und da er nur telefoniert, schreibt, und gelegentlich dann mal kurz Fußballergebnisse oder co im Netz nachließt wird er die 1,6 Gb eh nie voll bekommen.

    Bei mir und vielen anderen Intensivnutzern, die sich mit der Materie Smartphone auseinander setzen und hier auch die Hauptnutzer der Plattform AndroidPit sind, wird das natürlich nie ausreichen, doch es gibt mehr als genug Leute, die mit so einem Gerät vollstens bedient sind und zum Teil wegen der hohen Preise noch kein Smartphone haben.

    Der Markt ist folglich größer als man denkt, nur wird er eben von vielen gar nicht wahrgenommen und ich persönlich finde es gut, dass es hier bei Androidpit auch Leute gibt, die auf solche Geräte eingehen, die trotz des geringen Preises (für den Normalnutzer wie oben beschrieben) sehr gute Arbeit leisten.
    Solche Blogs dürfen ruhig öfter kommen

    MFG
    Marcel


  • Ich verstehe nicht warum die Geräte "Einsteiger-Geräte" sein sollen. Wegen dem Preis? Oder was ist an denen einfach für einen Einsteiger?? Man kann genauso gut mit meinem S4 oder sonst was einsteigen. Von mir aus Budget-Geräte oder MIttelklasse bzw. Unterklasse oder so...

    Die Geräte würde ich so niemanden empfehlen. Auflösung ist okay, hab ich beim SII auch aber.. 1,9 GB freier Speicher?? Vogel??

    249 Euro ist dann auch nicht so wenig. Das SII ist bei Amazon zur Zeit bei 299 Euro.. und sicherlich noch etwas billiger zu haben.. Selbe Aufllösung, auch JB und 16 (!!) GB freier Speicher...

    Oder wenn es etwas günstiger sein soll das SII Plus mit 8 GB interner Speicher frei, und hat sogar NFC, bei Amazon bei 256 Euro...

    Das man eine andere Speichergröße angibt als verfübar ist scheint die neuste Mode zu sein..


  • Na ja mit 1.6 GB freiem Speicher und nicht verschiebbaren apps sieht es aber schlecht aus


  • Für das Geld gutes Design, man kann mehr für hässlichere Smartphones ausgeben. Jenseits von Nerds und Fashion Victims gibt es für solche Geräte definitiv einen Markt.


  • Gibt es eigentlich eine Statistik, wie viele Leute so ein Gerät letztendlich kaufen? Oder wäre das invstierte Geld besser eingesetzt um ein besseres Modell billiger zu machen. Denn für den Preis ....?


  • Wenn jetzt das L7 || mit Jelly Bean läuft, wieso gibt es dann kein Jelly Bean Update für das erste L7; zwar muss jede Softwareversion extra an das Gerät angepasst werden, aber so groß müssten die Unterschiede zwischen den beiden Geräten ja eigentlich nicht sein, oder?


  • Es soll ja Leute geben die nicht 500€ für ein Smartphone ausgeben können oder wollen?!



    Abfälliger geht ja wohl nicht mehr!

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