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LG G6: Das Univisium-Display im Detailcheck

Rund um das LG G6 gibt es einige interessante Features. Von besonderem Interesse ist natürlich das ungewöhnliche Display. Das 2:1-Seitenverhältnis hebt sich von anderen Smartphones deutlich ab. Wir haben jetzt das LG G6 seit einer guten Woche im Alltagseinsatz und möchten Euch das Display und vor allem den ungewöhnlichen Formfaktor vorstellen - mit all seinen Vor- und Nachteilen.

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Das LG G6 hat eine Besonderheit, die im Alltag eine große Rolle spielt: Das Display hat ein Seitenverhältnis von 2:1, wobei LG gerne von 18:9 spricht und es gibt natürlich auch einen Marketingnamen: Univisium. Warum auch nicht?

LG verwendet die Angabe 18:9 wohl deswegen, weil damit sehr anschaulich der Unterschied zu klassischen 16:9-Displays dargelegt wird. Aus den beiden Werten lässt sich schnell herauslesen, dass das Display vom G6 etwas höher ist als bei klassischen Smartphones. Die Angabe 2:1 - die mathematisch korrekt wäre - gibt diese Information nicht so griffig preis. Die Auflösung beträgt übrigens 1.440 x 2.880 Pixel.

Bevor ich aber zu dem Seitenverhältnis komme, sei noch erwähnt, dass das Display wirklich toll ist. Farbdarstellung, Helligkeit und auch die Blickwinkel: All diese Eigenschaften sind sehr gut umgesetzt. LG sagt, es handele sich um ein HDR-Display und sei Dolby-Vision-kompatibel. 

AndroidPIT LG G6 9313
Dreimal LG G6: Die Front ist fast komplett vom Display eingenommen / © AndroidPIT

Im Alltag fällt das höhere Display durchaus angenehm auf: Auf Webseiten ist mehr Inhalt zu sehen, auch bei Messengern fällt das Chatten leichter. Manche Funktionen, die LG seinen integrierten Apps spendiert hat, sind aber von anderen Apps schon bekannt - zum Beispiel die parallele Darstellung von Monats- und Tagesansicht im Kalender, die außerdem nur im Quermodus zu sehen ist. Das können alternative Kalender-Apps schon lange (und besser).

Beim Handling gibt es beim LG G6 kaum Unterschiede zu anderen Smartphones. Allerdings sind Knöpfe links oben schwer zu erreichen - was aber auch bei größeren 5,5-Zoll-Smartphones problematisch ist. Insgesamt wirkt das LG G6 in diesem Zusammenhang nicht besser oder schlechter als die Konkurrenz. Die runden Display-Ecken stören mich persönlich nicht.

Mathematik hat beim LG G6 auch ein Wörtchen mitzureden. Denn unterschiedliche Seitenverhältnisse sorgen dafür, dass die Diagonalen nicht mehr vergleichbar sind. Gegenüber einem klassischen 5,7-Zoll-Smartphone mit 16:9-Display ist das LG G6 höher - und vor allem: schmaler. Das aber heißt auch, dass real weniger Displayplatz vorhanden ist. Kurzum: Wer mehr übereinander stehende Inhalte sehen will (zum Beispiel im WhatsApp-Chat) profitiert vom Univisium-Display des LG G6. Sind hingegen nebeneinander stehende Inhalte gefragt, dann hat das klassische 16:9-Format Vorteile.

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Die runden Ecken des Displays vom LG G6. / © AndroidPIT

Das Display hat also bei den meisten Apps keine großen Auswirkungen, außer, dass mehr Platz auf dem Screen für Inhalte ist. Wie sieht es aber bei Video-Apps oder Spielen aus? Hier wird die Sache kompliziert.

Für Spiele und Videos: Rettungsanker App-Skalierung

Besonders kritisch ist das ungewöhnliche Seitenverhältnis für Videos und Spiele. Kaum ein Spiel ist aktuell für 2:1-Auflösungen optimiert und so hat sich LG die App-Skalierung ausgedacht. Diese ist in den Systemeinstellungen oder während der Laufzeit einer App erreichbar.

Es stehen drei Modi (Kompatibilität bzw. 16:9, Standard bzw. 16,7:9, Vollbild 18:9) zur Wahl, jeder mit seinen eigenen Problemen, wie sich in den folgenden zusammengeschnittenen Screenshots zeigt: Entweder gibt es schwarze Balken an den Rändern zu bestaunen oder das Spiel wird hochskaliert, was aber oben und unten für abgeschnittene Inhalte sorgt. Auf den Screenshots vor allem an den abgeschnittenen Buttons am unteren Rand zu sehen.

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18:9 und 16:9 - Seitenverhältnisse im Vergleich / © Screenshots: ANDROIDPIT

Bei einem Breitbildfilm ist das unproblematisch, schwerwiegender ist das bei Spielen, die ja mitunter auch am Rand Bedienelemente anzeigen. Als Beispiel hier zwei Screenshots von Sky Dancer, die das Problem verdeutlichen:

Streaming mit Netflix oder Amazon führt zu ganz ähnlichen Problemen, wobei hier zumindest keine Buttons verdeckt bzw. abgeschnitten werden. Für Video-Apps scheint also das 2:1-Format durchaus eine gute Wahl, allerdings sind 4:3-Inhalte bei einer Fullscreen-Skalierung sehr stark abgeschnitten - hier muss man dann doch wieder an die Skalierungseinstellung ran.

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Der Standardmodus ist ein Kompromiss zwischen schwarzen Balken und Platz auf dem Display. / © Screenshots: ANDROIDPIT

Insgesamt erscheint die App-Skalierung eher als eine Notlösung: Sie lässt sich ja auch während der Laufzeit ändern, zum Beispiel bei Spielen, die den Android-Vollbildmodus verwenden. Nur: Wer jetzt etwas verändert, sorgt für einen Neustart der App. Technisch mag das einleuchten, komfortabel ist das aber nicht.

Und was ist mit HDR und Dolby Vision?

Grundsätzlich ist der erweiterte Farbraum (HDR) des Displays ja eine wünschenswerte - und theoretisch tolle - Sache. Die Vorteile von HDR liegen im größeren Farbraum und vor allem darin, dass bei kontrastreichen Szenen mehr Details darstellbar sind. Bei entsprechend ausgerüsteten 4K-Fernsehern ist der Unterschied schon zu bestaunen. Aber wie sieht es in der Smartphone-Realität aus? Denn es braucht ja HDR-Inhalte. LG sagt, Netflix und Amazon Video hätten entsprechende Videos im Angebot. Das stimmt sogar, nur gelang es mir nicht, einen HDR-Stream zu etablieren. Netflix fordert dafür das teuerste Abo (11,99 Euro im Monat) und schreibt in den Hilfe-Dokumenten nichts von Smartphones als unterstütztes Streaming-Ziel. Keine von mir gesuchte Serie mit angeblichem HDR-Bild zeigte ein HDR-Logo in der Information oder während der Wiedergabe an. Auch ein direkter Bildvergleich mit dem Galaxy S7 zeigte kein besseres Bild.

Opinion by Hans-Georg Kluge
HDR ist ein echter Gewinn für Filme.
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So gesehen kann ich derzeit nur festhalten, dass HDR zwar grundsätzlich ein interessantes Feature ist, aber im Streaming-Alltag ist es definitiv noch nicht angekommen. Hoffentlich ändert sich das in den nächsten Monaten, denn der größere Farbraum ist gerade bei dunklen Szenen ein echter Gewinn.

Ist HDR für Euch das Display-Feature im Jahr 2017? Oder eher ein anderer Formfaktor wie 2:1? Verratet es mir in den Kommentaren!

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Top-Kommentare der Community

  • Tim vor 8 Monaten

    mit diesem Format hätte man wenigstens dafür sorgen können, das Onscreen-Tasten nicht jedes mal ausgeblendet werden müssen, sondern immer aktiv sein könnten (zumindest optional..) aber das scheint man völlig zu ignorieren. Man hat also in quasi allen Inhalten, bei denen Onscreen-Tasten ausgeblendet werden, jetzt schwarze Balken angezeigt und die Tasten weiterhin ausgeblendet...

    wirkt auf mich, fast schon LG-typisch, nicht zuendegedacht... passiert im Android-Lager irgendwie oft in letzter Zeit.

36 Kommentare

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  • Ich Frage mich auch ernsthaft ob 2:1 (18:9) eine Eintagsfliege ist oder ob sich das so schnell btw. Überhaupt durchsetzt. Ich habe keine Lust mir ein Gerät in diesem Format zu kaufen sollte das nicht der Fall sein.


  • Takeda vor 8 Monaten Link zum Kommentar

    Halbes jahr abwarten und schauen auf berichte der Nutzer, erst dann kann man sich eine Urteil bilden. Jetzt geht es nur vom Erscheinungsbild her.


  • Es wäre besser gewesen sie hätten statt auf diesen 18:9 Zug aufzuspringen besser an den Lautsprechern gearbeitet. Z.b. Indem sie Dolby Atmos bei Stereo Lautsprechern eingebaut hätten, wie das im Zte axon7 und 7 Mini der Fall ist. Alle modernen Handys haben eigentlich Stereo Lautsprecher:
    Htc One, Sony xz Premium, Huawei p10 plus. Lg hätte gut daran getan den Sound zu verbessern.


  • Schund... Müssen wir fairerweise einsehen auch wenn die Fachpresse für derlei Artikel bezahlt wird...


    • Takeda vor 8 Monaten Link zum Kommentar

      Die Presse redet alles schön, z.b Computer Bild, mein Bruder hatte sich ein pc vor 3 Jahren gekauft weil der PC in der Bild als top teil dagestellt wurde, aber Zuhause kam das erwachen😉


  • Andi R. vor 8 Monaten Link zum Kommentar

    das 2:1 Format wird im G7 genauso wieder verschwinden wie die Module des G5 beim G6 wieder schnee von gestern sind. anders machen reicht nicht, besser machen ist der Trick!


  • Für ein wegwerf Handy ohnehin zu teuer.


  • Noch ein weiteres Format neben 2:3 und 16:9? Schon jetzt ist es schwierig, Inhalte korrekt darzustellen. Guter Ansatz, wird sich aber nicht durchsetzen können.

    Tim


  • Peter vor 8 Monaten Link zum Kommentar

    Das Format ist mir ziemlich egal. Hauptsache ordentlich großes Display von mindestens 5,7 Zoll. Wichtig auch noch ob LG es jetzt endlich geschafft hat das sich keine Inhalte (Statusleiste mit Symbolen und On Screentasten) ins Display einbrennen. Das hatte ich beim g4 und beim g5 nach ein paar Tagen schon. Auch beim v10.


    • Ich habe beim G4 bisher nur vom Mainboardproblemen gehört uns selber einen Defekt gehabt.

      Aber einbrennende Elemente auf einem IPS Screen ist mir neu 📱

      Vielleicht überdenkt LG sein G6 Konzept (kein Qi Charging, kein HiFi Sound) für Europa, dann werde ich mir nach einer Preissenkung gerne ein G6 kaufen!


    • C B vor 8 Monaten Link zum Kommentar

      Einbrennende Elemente bei LG? Habe ich weder beim G2 noch beim G4 gehabt.


      • Tim vor 8 Monaten Link zum Kommentar

        das scheint gerade bei den LG-Geräten ein großes Problem zu sein... es gibt sehr sehr viele, die sich über eingebrannte Inhalte beschweren und das teils schon mach wenigen Wochen. Und das, obwohl das bei LCD eig. unmöglich sein sollte, keine Ahnung, was LG da verbockt ^^


      • Peter vor 8 Monaten Link zum Kommentar

        Das Einbrennen bei LG ist ja eigentlich ein bekanntes Problem. Es fällt nur nicht gleich auf. Einfach mal ein schwarzes Foto machen und dann die Helligkeit hochdrehen und dann den oberen Bereich der Statusleiste anschauen. Der Verkäufer von Saturn der dachte zuerst auch sein g4 hätte das nicht, bis ich ihm das sagte wie man es einfach erkennt. Muss aber irgendwie mit dem Quantum Display zu tun haben, den beim g3 war das noch nicht. Den Mainboard defekt (Bootloop) hatte ich leider auch. Fing auch erst mit dem G4 an bis hin zum v20.


  •   54
    Edda314 vor 8 Monaten Link zum Kommentar

    Es ist sehr schwer einzuschätzen, ob sich diese Displaygröße auf dem Smartphonemarkt durchsetzt...😐

    Tom


    • Tom vor 8 Monaten Link zum Kommentar

      Und mein Vertrauen in LG ist da auch etwas erschüttert. Heute so, morgen wieder so.
      Erstmal abwarten was sonst noch so kommt.


  • Oh man, mich machst traurig so was zu lesen... Spiele haben schwarze Ränder, OH NEIN. Trotzdem ist alles zu sehen und die schmalere Anzeige sorgt trotzdem für ein gutes Displayverhältnis, außerdem sind die dickeren Ränder bei Videos sowie Spielen eh von Vorteil. Absolut schwachsinnige Kritik, da wurde alles richtig gemacht aber mal an den praktischen Nutzen zu denken geht ja mal gar nicht, lieber das ganze als Problem abstempeln...

    Tom


    • Tim vor 8 Monaten Link zum Kommentar

      wieso sollten die Ränder bei Spielen und Videos von Vorteil sein? Die sind trotzdem noch ein aktiver Touchscreen, deshalb kannst du dort nicht den Finger ablegen, um es besser zu halten, wenn du darauf hinaus wolltest.

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