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WeDo 2.0: Lego schickt Roboter in die Grundschulen

Lego will Grundschülern die Grundzüge des Programmierens beibringen. Dabei soll ein neuer Robotikbaukasten namens WeDo 2.0 helfen, den wir uns bereits anschauen konnten und der unter anderem mit Android-Geräten sowie mit Chromebooks zusammen arbeitet.

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Auf der CES 2016 präsentiert die Bildungssparte des dänischen Spielzeugherstellers Lego einen putzig aussehenden Roboter. Der kleine Kerl mit Motor, Neigungs- und Infrarotsensor heißt Milo und lässt sich etwa mit einem Tablet mittels App einfach programmieren. Und er ist nur eines der möglichen Projekte, die sich mit dem neuen Grundschul-Baukasten WeDo 2.0 von Lego Education bauen und erkunden lassen.

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Die WeDo-2.0-Einführungsaufgabe ist der Bau von Roboter bzw. Forschungsdrohne Milo  / © Lego Education

An die Komplexität der großen Mindstorm-Roboterbaukästen von Lego kommt WeDo 2.0 zwar nicht heran. Er soll es jedoch Grundschülern ermöglichen durch Anfassen und Ausprobieren technische, physikalische und biologische Grundlagen sowie die elementare Logik des Programmierens zu lernen. Auch kritisches Denken, das Lösen von Problemen sowie Team-, Kommunikations- und Präsentationsfähigkeiten sollen gefördert werden.

Idealerweise arbeiten zwei Schüler mit einem Baukasten, die Lehrer haben – sofern die Schule dafür bezahlt - Zugriff auf zusätzliche Projektbeschreibungen inklusive Anleitungen und Lehrvideos. AndroidPIT konnte mit Kollegen anderer Redaktionen bereits im Dezember 2015 bei einer Lego-Veranstaltung die Schulbank drücken und den oben genannten Roboter bauen. Schnell stellte sich heraus, wo die Möglichkeiten und Grenzen von WeDo 2.0 liegen.

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Lego WeDo 2.0 - die Drag-and-Drop-Programmierung kann mit Tablet, PC und Mac erfolgen / © Lego Education

Die Programmierung per Tablet erfolgt mittels Drag & Drop und grafischen Symbolen. Mit denen lassen sich einfache Kommandos wie Vorwärts- und Rückwärtsfahren, Geschwindigkeit, Sensorabfrage und Geräuschwiedergabe aneinander ketten und auch in Schleifen legen. Die Software könnte noch intuitiver sein, erfüllt aber ihren Zweck – sie führt von Bauanleitung zur Programmierung bis hin zum Testen und Ausführen.

Komplexe Roboter mit mehreren Motoren oder gar einer Lenkung lassen sich mit WeDo-2.0-Bordmitteln leider nicht, oder nur über Tricks bauen: Zwei Baukästen, zwei damit verbundene Roboter, zwei Tablets und aufeinander abgestimmte Befehlsfolgen, die beispielsweise einen Roboterteil vor- und den anderen rückwärts fahren lassen.

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Milo im Presseworkshop im Dezember 2015 / © Christian Klaß, AndroidPIT

Die Lego-Mitarbeiter wiesen auf ihrem Presseworkshop darauf hin, dass es bei den Grundschülern im Alter ab 7 Jahren vor allem darum geht, wissenschaftliche Verfahren und technische Denkweisen zu fördern. Komplexere Robotik-Aufgaben könnten späteren Jahrgängen mit Mindstorm und Co. beigebracht werden. WeDo 2.0 arbeitet bereits darauf hin. Aber es geht vor allem darum, den Schülern ein lösungsorientiertes Denken beizubringen – und mit verschiedenen Herangehensweisen und Entwürfe zum Ziel zu kommen.

Zu den praktisch orientierten Projektaufgaben zählen etwa eine Rettungsaktion mit einem dafür zu bauenden Gerät oder ein Statiktest mit kleiner Rüttelmaschine zur Erdbebensimulation. Die Schüler sollen etwa das höchste Bauwerk bauen, das einem Lego-Erdbeben der Stärke 8 trotzt – ähnlich wie etwa auch in den Lego-Discovery-Centern, nur im kleineren Maßstab. Für Schüler und Lehrer bietet der Baukasten auch Hilfestellung bei der Dokumentation und soll so auch die Leistungsbeurteilung erleichtern.

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Lego WeDo 2.0 bietet Grundschülern viele Aufgaben - sofern das Unterrichtsmaterial zugekauft wird / © Lego Education

Ein WeDo 2.0-Baukasten besteht aus einem Lego Education Baukasten mit einem Einführungsprojekt und 280 Lego-Teilen. Darunter ein Bluetooth-Smarthub-Element, ein Motor, ein Neigungs- und ein Bewegungssensor. Die Software gibt es für iPad, Android, Windows und MacOS X. Chromebooks werden ab der zweiten Hälfte 2016 unterstützt. WeDo 2.0 ist kompatibel zu den Lego Power Functions (LPF), eine Scratch-Schnittstelle für MacOS X soll im Februar, eine für Windows im Juni 2016 verfügbar sein.

Lego verkauft WeDo 2.0 ab Anfang Januar 2016 für 154,69 Euro über den Lego-Education-Shop, aber bei Amazon ist das Set ebenfalls erhältlich. Der Verkauf erfolgt nicht nur an Lehrer oder Schulen, sondern auch an Eltern und andere Privatkunden. Unterrichtsmaterialien für den Lehrplan der 2. bis 4. Jahrgangsstufe kosten zusätzlich 297,49 Euro und enthalten 17 Projekte und Stoff für rund 40 Unterrichtseinheiten.

15 Kommentare

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  • Es fehlt eine "One-cnob" Lösung für 200,-Euro für die ganz kleinen.

  • An meiner schule habe ich das mit lego nxt als unterrichtsfach für 1 jahr in klasse 13

  • Und für wie viele Schüler reicht das Kit? Sind das 150€ pro Schüler? (dann viel Spaß beim finanzieren …)

  • Vom Grundgedanken her eine sehr lässige Sache. Bin gespannt, wie sich das noch entwickeln wird.

  • LEGO muss aber eine iPhone App machen, damit die Grundschüler ihre neuste Generation Smartphone auch gut nutzen und zeigen können.

  • Edda, ich liebe Deine Kommentare.

  •   54

    Der Roboter auf dem ersten Foto erinnert im allerentferntesten Sinn an Wall-E, dem Haupthelden des gleichnamigen Animationsfilmes.

  • Obwohl ich Programmieren nicht für eine wirklich essentielle Fähigkeit halte, finde ich die Idee sehr gut. Spielend lernen macht Spaß und man bringt sich viel mehr dabei ein. Allerdings glaube ich, dass bei unserem doch sehr angestaubten Bildungssystem da nicht viel draus wird.

  • Das ist doch keine Programmierung wenn man aus einem Baukasten per Drag&Drop zusammensetzen kann. Bringt den Kindern vernünftig Englisch bei, logisches denken und ausreichend Mathe und dann sollte man gleich richtiges Programmieren beibringen. Ich denke if, while, for, foreach und was diese Dinge tun, sollten sich unsere Kinder merken können oder gleich mit Lego Mindstorm bitte.

  • Cool wäre ein Modell wie der Unimog U400 (Bausatz 8110) oder der Arocs (Bausatz 42043) mit Fernsteuerung aller Funktionen über Tablet!

    • Hoi. Es gibt ein Gerät (keines von Lego direkt) welches genau das machen kann. Sprich die Fernsteuerung der Lego Technic Aktoren via Smartphone. Mir fällt der Name gerade nicht ein, aber im Legoforum habe ich darüber gelesen.

  • Mit Lego Mindstorms hatte ich auch schon viel Spaß und einige Erfolge :). Als Kind hätte ich mir WeDo 2.0 sicher auch gewünscht.

  • die Roboter die lego früher hatte sahen besser aus

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