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Laut gedacht: Google Play Music ist eine Diktatur

Wenn man sich die ganzen Google-Dienste so ansieht, könnte man denken, dass sie die absolute Weltherrschaft anstreben, in der alles und jeder mit diesen Diensten vernetzt ist. Jeder, der Android ohne Custom-ROM benutzt, bekommt schon einmal einen Vorgeschmack, wie eine solche Welt einmal sein könnte. Das Schlimmste ist: Hat man einmal seine Daten in den Fangarmen von Google, bekommt man diese dort so schnell nicht mehr raus. Das ist vor allem im Bezug auf Google Play Music wirklich ärgerlich. Eine Redakteurin denkt laut.

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Google macht es einem unnötig schwer, eigene Musik herunterzuladen. Wieso? / © ANDROIDPIT

Ich muss mich an dieser Stelle einmal outen. Ich bin 26 Jahre alt und immer noch großer Fan des Hörspiel-Klassikers “Die Drei Fragezeichen”, welches jetzt seit 50 Jahren zu fast jeder deutschen Kindheit dazugehört. Ich habe alle Folgen gehört, früher als Kassette, jetzt als MP3. Letzte kaufe ich gerne im App-Store von Google. Denn so sind die Folgen alle in meiner Cloud und lassen sich überall abrufen, egal ob in der U-Bahn, im ICE oder abends vor dem Einschlafen. So schön und heimelig das auch ist, Google macht es seinen Nutzern nicht gerade leicht, frei über die gekauften Multimedia-Dateien zu verfügen oder sie gar aus dem Google-Universium herauszuholen. 

Möchte man seine MP3s aus der Cloud auf den Computer laden, gibt es dafür zwei Möglichkeiten: Die einfachste Variante ist wohl, Google Play Music auf dem Computer aufzurufen, dort mit der Maus über das entsprechende Lied oder Album zu fahren und im letzten Schritt auf das Menüsymbol Herunterladen zu klicken. Klingt unkompliziert, oder? Tja, wäre es auch, wenn Google nicht beschlossen hätte, die Anzahl der Downloads zu beschränken. Jeder Titel darf maximal zweimal heruntergeladen werden. Das ist eine ausgemachte Frechheit, ich habe schließlich für diese Musik bezahlt und damit die Besitzrechte erworben. Ob ich meine Musik zwei-, zweihundert- oder zweitausendmal lade, sollte nicht Googles Belangen sein. Wieso beschränkt es also meine Benutzerrechte? Aus Angst, dass ich mein Konto auf hundert Smartphones installiere und so meine Freunde mit meinen Multimedia-Inhalten füttere?

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So sieht der Music Manager aus. Die Auswahlmöglichkeiten sind begrenzt. / © ANDROIDPIT

Gnädigerweise hat Google einen zweiten Weg eröffnet, der jedoch nicht weniger steinig ist. Für alle, die ihre Musik mehr als zweimal herunterladen möchten, wird der Music Manager empfohlen. Leider ist dieser an eine Kredit- beziehungsweise Debit-Karte gekoppelt. Alle, die bei Google Play mit Geschenkkarten bezahlen, gucken also in die Röhre. Hat man diese Hürde erst einmal überwunden, kommt schon der nächste Aufreger. Wählt man im Music Manager das Tab Herunterladen aus, hat man lediglich die Wahl zwischen Meine Bibliothek herunterladen (lädt die gesamte Bibliothek auf den Computer, inklusive eigens hochgeladener Titel) und Kostenlose und gekaufte Titel herunterladen (betrifft nur bei Google Play gekaufte Musik). Das Problem ist, dass man nicht individuell auswählen kann, welche Titel man aus der Cloud auf den heimischen Computer laden möchte. Wieso legt uns Google hier wieder so massive Steine in den Weg? Angenommen, ich habe alle 169 Folgen der Drei Fragezeichen in meiner Cloud und kaufe eine weitere; möchte ich dann nur die neuste Folge auf meinen Computer herunterladen, muss ich die restlichen 169 Titel mit herunterladen. Das kostet nicht nur Zeit, sondern verbraucht auch unnötig Ressourcen und führt dazu, dass ich hundert Mal die gleichen Multimedia-Inhalte auf meinem Computer habe. Wieso dieser Umweg? Wieso kann der Music Manager keine individuelle Titelauswahl haben? 

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Beim Music Manager kann man nur den Speicherort auswählen, nicht die einzelnen Titel. / © ANDROIDPIT
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Großes Ärgernis: Die gesamte Bibliothek wird auf einmal heruntergeladen. / © ANDROIDPIT

Mich nervt dieser Mangel wirklich sehr und dieser Zorn ist mit einer gehörigen Portion Unverständnis angereichert. Es ist doch in Googles Interesse, dass die User über ihren Marktplatz auch Musik kaufen. Wieso dann so kompliziert? Hörspiele kann ich mir auch woanders kaufen. Wir als Kunden tun Google ja einen Gefallen, wieso werden wir also so schlecht behandelt? Oder kennt jemand von Euch eine ernsthafte technische Lösung im Sinne des Artikels?

Top-Kommentare der Community

  • Malte 24.08.2014

    Gibt ne einfache Erklärung dafür, dass man nur 2 mal runterladen kann. Sonst wäre es viel zu einfach sich im Freundeskreis einen Account zuzulegen und jeder kann sich gemütlich die Musik über den Browser herunterladen.. Bzw. man will verhindern, dass man sich woanders einlogged und jemandem schnell die Musik über den Account herunterläd und weiter gibt.

    P. S. Das ist auch in den Konkurrenzuniversen so. Ich war eher überrascht dass man die Möglichkeit hat seine komplette Musik offline als mp3 zu speichern

  • Marc R. 24.08.2014

    @Charlotte Noir
    Interessant, dass ich bei meinem PC aus Chrome heraus jedes Lied so oft herunterladen kann wie ich möchte. Und das auf JEDEM PC, den ich bisher verwendete. Die "max. 2-mal"-Hürde habe ich nur noch bei FF oder IE, aber diese beiden Browser verwende ich schon lange nicht mehr

  • Jo L. 24.08.2014

    Charlotte, schon mal dran gedacht, dass das gar nicht an Google liegt, sondern an der Musikindustrie?

    Google lässt uns hier noch relativ viele Möglichkeiten, das wird auf anderen Musikportalen teilweise viel restriktiver gehandhabt. Das liegt wohl vor allem an der Musikindustrie, die solche Bedingungen bei den Verhandlungen mit den Streaming-Anbietern und Musikportalen durchdrückt.

  • Ralph Wiggum 24.08.2014

    Eigentlich wurde das "2mal runterladen" anfang diesen Jahres deaktiviert.
    Ich kann jedenfalls auch so oft herunterladen wie ich will.

    "Der Download von Tracks aus Google Play Music heraus war zwar schon vorher möglich, wird nun aber mit der installierten App etwas verbessert. So kann man nun einen Standardordner zum Download festlegen, der Download-Fortschritt wird nun direkt in Play Music angezeigt; ganze Alben oder Playlists kommen nun auch in Form mehrerer Einzelfiles an, nicht mehr als gezippte Ordner. Auch das frühere Limit von maximal zwei möglichen Downloads pro Track scheint nun aufgehoben zu sein." Quelle: androidnext.de

  •   25
    Tim C. 24.08.2014

    Das mit der Kreditkarte stimmt nicht. Ich nutze seit es sie gibt diese Codes weil ich keine Kreditkarte habe. Und den Music Manager kann ich auch so benutzen.

85 Kommentare

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  • My1 18.03.2015 Link zum Kommentar

    ich bin mal ehrlich. ich bin Apple hasser von Hobby aber Muss iTunes was es als Musikladen angeht echt loben, was das angeht, man hat zwar n gerätelimit, aber, die kan man wieder deauthorisieren, und der merkt sich nur die hardware das heißt selbst nach OS reinstall is die authorisierung ne weg.

    es ist zwar doof dass man extra software beötigt klar, aber ich kann die titelweise ziehen, aus der cloud spielen etc.

    das WAS aber bei itunes stört ist der fakt, dass man in iTunes konvertierte dateien im Selben ordner bekommt und diese auch in der bibliothek landen, und sich diese scheinbar net gut genig synct weil spätestes wenn die die mp3 oder die m4a version lösche habe ich alles doppelt, aber die häfte geht ne -> nervt

  • Der Gedanke bei Google im Allgemeinen ist natürlich, dass man alles überall über die Cloud macht und daher ist eigentlich gar kein Download in dem Sinne mehr vorgesehen.
    Ich habe aber gerade erst vor ein paar Tagen ein komplettes Album heruntergeladen - mir fiel erst im Nachhinein auf, dass die 2x Runterladen Grenze scheinbar aufgehoben wurde, denn Ich wurde nicht darauf hingewiesen (wie sonst immer!).

  • So haben wieder die leute einen vorteil welche sich die lieder illegal herunterladen. So kurbelt man keine verkäufe an.

  •   2

    Gerade wenn man iTunes nutzt, kann ich doubleTwist empfehlen. Synchronisation ist über USB und WLAN vom PC aus möglich. Speichern und Abspielen ist trotz Kitkat auch von der externen Speicherkarte möglich. Vorübergehend ging das nicht, aber der doubleTwist support half zeitnah und die Entwickler haben Lösungen gefunden. Große Vorteile sind, die Musik muss nicht in die Cloud und man kann Playlists, Alben, Interpreten oder einzelne Titel übertragen.

  •   26

    Ich als Neuling in dieser Welt der Musikdienste muss sagen, dass ich nach dem Artikel genauso schlau bin wie vorher.

    Würde mir wünschen, dass vielleicht mal Alternativen mit Pros und Contras aufgezeigt würden. Ich meine irgendwas muss ja gut sein, wenn du es dennoch benutzt?!

  • Naja im Play store kann man sich seine gekauften spiele so oft man will herunterladen. Aber das ist eine andere Geschichte

  • Wurden Nutzungs- oder Besitzrechte erworben?!?

  • Selbst ohne Pc könnt ihr die Dateien ganz normal aufs Tablet/Smartphone laden. Im Browser auf Play gehen und auf ein Musiktitelbild drücken, dann erscheint rechts ein Symbol und man kommt wie mit dem Pc zum Download.
    Bei manchen Browsern muss man auf Desktop Ansicht klicken damit die Pc Website angezeigt wird.
    Dann habt ihr auch Sofort die Dateien und braucht Play Musik nicht.

    Wie hier geschrieben wurde kann man die Dateien mit Root auch aus dem Geschützen Ordner holen, was aber den Nachteil hat das man dann keine Track Namen und Bilder mehr hat.

    Ich halte Play Musik jedenfalls für einen ziemlich miesen Mp3 Player. Das er für mich etwas sortiert oder ähnliches ist nicht nötig.
    Bei meinen über 300Gig Musik weiss ich glücklicherweise noch selber wo was ist.

    Fakt ist mal, das Google die Downloadfunktion besonders auf Smartphones ziemlich versteckt und man sehr in die richtung ,,benutz Play Musik getrieben wird."

    • 300 Gig Musik geht ja noch. Mittlerweile sind es bei mir 2 TB.

    • @Olaf Gutrun:
      Die Idee mit dem Klugfon-"Desktopbrowser" auf play.google.com zu gehen hatte ich auch schon. Hat nur seinerzeit nicht geholfen. Wenn es zwischenzeitlich geht ist das ja schön und gut, aber bei mir hat Google seine Chance vertan. Andere Anbieter machen es mir einfacher.

  • Danke für deinen Erfahrungsbericht. Ich habe auch so einiges an Hörbüchern und werde diese wohl auch weiterhin von Audible beziehen. Dort kann ich was ich will, wann ich will und so oft ich will downloaden. Zum Abspielen ist man zwar an Audible-Player oder App gebunden aber das geht für mich in Ordnung. Nutze meist die App und der Klang ist gut, die App übersichtlich und die Titel können auch auf dem Gerät gespeichert werden.

  • Versuche es mal mit chrome .Dort wird dann ein play music addon heruntergeladen. Da kann man die Musik unbeschränkt downloaden ohne extra Programm.

  • also ganz ehrlich benutze ich Google play music seid über einen Jahr seid Googles Musik streaming dazu kam das auch
    und ich bin mega zufrieden
    habe nicht ständig meine 10gb Musik auf dem Handy aber kann alles abrufen und wenn ich ein album lange höre bleibt es auf dem Handy bis ich es nicht mehr höre
    für mich ein riesen Vorteil
    seid dem ich Google play music nutze brauche ich keine Speicherkarte mehr....

  • Diese Einschränkungen sind mir auch aufgefallen, als ich mich mit der Lösung des Play Music Services auseinander gesetzt habe. Gross geärgert habe ich mich nicht. Aber eine Kredit- bzw. Debit-Karte wird dafür nicht benötigt.
    Bis jetzt lade ich mir immer noch meine Musik über iTunes runter, nur selten wenn überhaupt über Google. Die Sync aufs Google Konto macht dann der Manager im Hintergrund. So kann ich auf meinem Smartphone wichtigen int. Speicher frei halten. Das ist auch der einzige Grund, weshalb ich den Play Music Dienst brauche. Und mit dem Player von Google kann ich leben.

    Um ganz klar zu sagen, Google ist an dieser Stelle selber schuld. Wenn sie einen vergleichbaren Dienst anbieten und damit Geld verdienen wollen, ist die momentane Lösung keinen Pfifferling Wert. Als Kunde hat man bessere Möglichkeiten. Auch wenn man etwas mehr an Arbeit und Einrichtung aufwenden muss. Schade in dieser Hinsicht finde ich nur, dass man als früherer iPhone Besitzer immer noch darauf verzichten muss, die Musik per Smartphone zu kaufen und gleich zu hören. Ich hoffe mal stark, dass da noch nachgebessert wird...

    Das Downloadlimit per Browser ist aus meiner Sicht kein grosses Ärgernis. Sobald ich die Musik auf dem Rechner habe, wird diese gleich mit dem heimischen NAS abgeglichen. Mit der Datei-Sicherung von Windows wird diese zusätzlich auf die ext. Festplatte gesichert. Ausserdem wird der USB Stick fürs Auto zwischen durch mal mit der aktuellen Bibliothek gefüttert. Dass mir die Musik abhanden kommt, wird kaum möglich sein. Backups gehören heute einfach zum Standard, den jeder Pflegen sollte. Und nur auf Cloudlösungen zu setzen, sollte man vermeiden.

    PS: Vielleicht will Google ja nur ein Streaming Dienst sein? Würde so manches erklären.

    Edit:
    Eine Kredit-/Debit-Karte wird nur fällig, sofern man den All Inclusive Service nutzen will. Kann mir das nur erklären, da All Inclusive ein fortlaufendes Abo ist und nur durch den Kunden kündbar ist. Ein Selbstschutz für Google.

  • Seit wann ? Ich habe meine Musik schon ca. 15 mal heruntergeladen

  • So tragisch mit der Speichermethode von Google find ich das garnicht mal, insbesondere weil man sich die Audiodateien auch ganz einfach aus der data-Partition kopieren/verschieben kann, wenn auch eine kleine Hürde mit daherkommt - Root.

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