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2 Min Lesezeit 32 Kommentare

Künstliche Intelligenz: "Die Realität ist ein permanentes Museum"

Auf der Industriekonferenz Huawei Eco Connect in Berlin dreht sich vieles um die Zukunft von Unternehmen und der Welt im Allgemeinen. KI-Spezialist Yuri van Geest von der Singularity University gibt dabei einen kleinen Ausblick, was uns dabei erwartet.

Yuri van Geest widmet sein Leben der Forschung an der Künstlichen Intelligenz. Diese wird sich horizontal in alle Bereiche des Lebens ausbreiten, wie van Geest darstellt. "Jede Firma in jeder Branche wird eine Software-Firma werden", so der Niederländer auf der Huawei-Konferenz im Berliner City Cube. 

Die Geschwindigkeit des technischen Fortschritts ist dabei beeindruckend. Spätestens alle 18 Monate findet ein exponentieller Sprung nach vorne bei den Möglichkeiten statt, gleichzeitig sinken die Kosten. Als Beispiel: Eine DNA-Analyse kostete im Jahr 2007 noch 10 Millionen Dollar. Elf Jahre später sind es dank neuer Methoden und Technologien nur 100 Dollar – ein immenser Fortschritt, der in vielen Bereichen ähnlich ausfällt.

AndroidPIT Kirin chip 8657
Die Künstliche Intelligenz drängt in das tägliche Leben. / © AndroidPIT

Drei Bausteine für die Zukunft

KI, Quantum Computing, Blockchain - mit diesen Schlagworten wird derzeit gern um sich geworfen. Doch van Geest macht klar, dass diese Technologien genau das sind, was unsere Zukunft in allen Lebens- und Arbeitsbereichen prägen wird. Blockchain, die stets erweiterbare Verkettung von einzelnen verketteten Bausteinen, wird dabei als eine Art Betriebssystem für die von Quantum Computing mit der nötigen Rechenpower versorgten KI fungieren. Die Künstliche Intelligenz trainiert sich dabei selbst und wird immer besser – die Fehlerrate bei Berechnungen und Entscheidungen ist in wenigen Jahren von 30 auf 2,2 Prozent gesunken. Die Einsatzgebiete: endlos.

Immer weniger wichtig wird dabei für van Geest die Hardware. "Die Künstliche Intelligenz bestimmt die Möglichkeiten und die komplette User Experience. Die verwendete Hardware wird völlig sekundär." Einzig die entsprechende Rechenpower muss demnach vorhanden sein, alles andere ist de facto egal.

Der Blick muss nach vorne gehen

Zum Abschluss des Vortrags gibt van Geest eine dringende Empfehlung: "Realität ist ein permanentes Museum." Sie bildet demnach die Vergangenheit ab, nicht die Zukunft. Es sei also dringend angeraten, den Blick nach vorne zu richten, um von der Entwicklung nicht abgehängt zu werden – und zwar für alle.

Welche Aspekte der Künstlichen Intelligenz findet Ihr besonders spannend, beängstigend oder gar langweilig? Diskutiert mit uns in den Kommentaren.

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32 Kommentare

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  • C. F.
    • Blogger
    27.10.2017 Link zum Kommentar

    Eigentlich ist mein Casio-Taschenrechner für 3,99€ auch künstliche Intelligenz, oder?


  • Was sollen denn Tischler oder Künstler mit KI und Software?


    • Was nützt einem Maori eine Raumstation? Wozu brauche ich für ein gutes Schnitzel einen Computer? Wozu für guten Sex ein Navigstionssystem? Was nützt mir ein Hammer, wenn ich ein Loch bohren muss?
      Du wirst immer etwas finden, wozu etwas anderes nicht taugt.

      Zum Tischler: Der wird in wenigen Jahren ebenso mit BIM arbeiten müssen wie ein Tragwerksplaner oder ein Architekt. Noch steht BIM am Anfang, aber gerade in diesem Bereich wird künstliche Intelligenz eingesetzt werden, sobald diese ausreichend hilfreich zur Verfügung stehen wird.


    • Es wird kommen und da wird keiner gefragt ob man es braucht oder nicht, ist eben so, man muss damit leben.


  • Warum fällt mir bei dem Thema immer wieder eine bestimmte Szene mit Data aus Star Trek ein?
    "Lebensformen, ihr klitzekleinen Lebensformen, ihr hochgeschätzten Lebensformen, wo seid ihr?"


  • Nein, die Ki trainiert sich nicht selbst, vielleicht zm Teil, sie braucht ständig unser feedback und ich seh nicht ein, ständig unentgeltlich zu helfen. Als Krönung dann noch auf Ewigkeit gespeicherte Protokolle.


  • Weil es in jeder Gesellschaft Deppen geben muß.


  • Die Realität oder Gegenwart ist kein permanentes Museeum und bildet die Vergangenheit nicht ab, sondern ist der Übergang von der Vergangenheit zur Zukunft. Sie öffnet den Blick auf eine bekannte, aber unabänderliche Vergangenheit, und eröffnet die Möglichkeit, die Zukunft zu gestalten, ohne irgend etwas davon zu sehen. Die Zukunft lässt sich nur schätzen, also ist der Blick dahin eigentlich unsinnig, oder so sinnvoll eben, wie der Blick in einen Tunnel ohne Beleuchtung.
    Um diese Schätzung der Zukunft irgendwie plausibel zu gestalten, ist der Blick zurück sogar unabkömmlich. Auch jede Wahrnehmung der Gegenwart kommt in Wirklichkeit aus der Vergangenheit, weil sich jegliche Information nur mit endlicher Geschwindigkeit ausbreiten kann.
    Besitzer von Glaskugeln sind von dieser Aussage natürlich ausdrücklich ausgenommen.^^

    Ich halte die Aussage: ""Die verwendete Hardware wird völlig sekundär." Einzig die entsprechende Rechenpower muss demnach vorhanden sein, alles andere ist de facto egal."
    ebenfalls für nicht richtig, und quasi beliebig, denn man kann sie im Prinzip für jedes beliebige Gegenwartsproblem, dass sich mit Rechenleistung lösen lässt, anwenden. Nicht nur die Rechenpower als solche ist relevant, sondern auch die Effektivität, bezogen auf Energieverbrauch und Kosten, mit der diese Rechenpower bereitgestellt werden kann, wird eine entscheidende Rolle spielen. Wenn van Geest dann selber davon spricht, dass Quantencomputer eine Schlüsselrolle spielen werden, um die nötige Rechenpower zur Verfügung zu stellen, dann bringt er nicht nur genau das zum Ausdruck, sondern stellt zudem extrem hohen Ansprüche an die Realisierbarkeit von KI, die ich selber viel niedriger ansetzen würde. Bekanntlich stecken Quantencomputer noch ziemlich in den Anfängen, die Zahl der stabil realisierbaren Qubits ist klein, und das Ganze findet derzeit überwiegend an Universitäten und Forschungsinstituten statt, auch wenn es für den Rest der Welt erste Lichtblicke gibt:

    https://motherboard.vice.com/de/article/jpy9q8/ibm-hat-gerade-den-machtigsten-quantenprozessor-aller-zeiten-vorgestellt

    Allerdings ist der Begriff der "Intelligenz" natürlich ziemlich dehnbar, und es stellt sich die Frage, wo sie beginnt. Natürliche Intelligenz ist beim Menschen schon relativ, weil auf das Alter bezogen, im Tierreich wird ihre Zuordnung ziemlich beliebig, ihre Skalierung fast unmöglich (Ist eine Krähe intelligenter als ein Affe oder ein Delphin? Mit welcher Methode könnte man diese Frage beantworten? Und wie kann man die Altersintelligenz einer Krähe mit der eines Wals vergleichen, der eine viel längere Lebensspanne hat?). Ein bisschen künstliche Intelligenz gibt es sicher bereits, der Weg nach oben ist aber schier unbegrenzt.

    Sarah


    • Der Begriff "Intelligenz" ist nicht dehnbar. Er ist eine Erfindung des Menschen, der definieren muss, was er als intelligent bezeichnen möchte und wenn er Intelligenz "skalieren" möchte, muss er dafür allgemein gültige Parameter festlegen. Hat er sich darüber nicht eindeutig verabredet, kann er die Vokabel natürlich auch nicht eindeutig mit Sinn füllen.

      "Kosten" sind eine Erfindung des Menschen. Sobald KI in der Lage ist, sich selbst zu optimieren, sich optimiert zu reproduzieren und mit Energie zu versorgen, spielen "Kosten" keine Rolle mehr. Die Rechenpower wird in Zukunft nicht von einzelner Hardware bestimmt, sondern KI wird sich vernetzt über den gesamten Globus - und darüber hinaus? - erstrecken und gleichzeitig an jedem vernetzten Ort der Erde präsent sein, so wie es jetzt schon mit den Inhalten des Internets der Fall ist. Die "Rechenkraft" einzelner Zellen oder deren Ausfall wird keine Auswirkungen auf die globale, vernetzte Intelligenz haben. Also ist auch "die verwendete Hardware völlig sekundär".


      • Es gibt aber keine eindeutige Definition von Intelligenz, sondern mehrere. Auch der Bezug auf das Alter macht die Intelligenz unterschiedlich alter Personen nicht mehr vergleichbar. Ist ein 15-jähriger mit einem IQ von 115 intelligenter als ein 35-jähriger, dessen Test viel anspruchsvoller war, mit einem IQ von nur 110? Der Zahl nach ja, von seiner "Problemlösungskompetenz" dürfte der 35-jährige trotzdem vorne liegen, die Messzahl bietet also keine Vergleichbarkeit.
        Ausserdem sind die meisten IQ-Tests bezüglich ihrer Aussagekraft heftig umstritten, weil umstritten ist, was Intelligenz genau ist. Deshalb sehe ich den Begriff als unscharf und damit dehnbar an. Erwähnt habe ich das Ganze ohnehin nur, weil der Begriff im Maschinenbereich noch viel schwammiger wird. Braucht eine Maschine ein Bewusstsein, eine Ich-Wahrnehmung, um intelligent zu sein?
        Falls man diese Frage mit ja beantwortet, gibt es derzeit und auf absehbare Zeit keine künstliche Intelligenz.
        Setzt man die Maßstäbe aber niedriger an, und setzt nur Lernfähigkeit und Maschinenkreativität voraus, dann ist AlphaGo eine künstlich intelligente Maschine. Diese Sichtweise dürfte eine Mehrheit der Zeitgenossen haben, die sich mit der Frage beschäftigen.


        https://de.m.wikipedia.org/wiki/Intelligenztest

        Kosten sind keine menschliche Erfindung, sie sind eine natürliche Erscheinung, die überall dort auftritt, wo Aufwand getrieben werden muss, um Ressourcen zu gewinnen.
        Ein Raubtier greift ein Beutetier an, um Energie- und Proteinressourcen zu gewinnen. Das kostet das Raubtier aber zunächst Energie, die vergeudet wird, wenn der Angriff erfolglos verläuft. Das kommt öfter vor, und mancher unerfahrene Jäger verhungert, weil er seine Ressourcen vergeudet. Seine Kosten waren dann, am Erfolg gemessen, zu gross.

        Auch wenn sich KI in Zukunft global vernetzen sollte, ist sie von der Netzwerkhardware und den einzelnen Komponenten abhängig. Dass dabei Hardware redundant vorkommt, macht die Aussage nicht richtiger. Die Redundanz ist Teil des Ganzen und stellt die Ausfallsicherheit sicher. Spezielle Entwicklungen wie die Tensorflow-Prozessoren von Google deuten darüber hinaus auf das Gegenteil hin: Aus Effizienzgründen wird es gerade spezialisierte Hardware sein, die KI voranbringt. Spezielle KI-Prozessoren von Intel und Huawei bestätigen diese Tendenz.
        In Visionen ist es leicht, alles Denkbare vorherzusagen, die harte Realität der Umsetzung führt dann meistens zu ganz anderen Ergebnissen.

        Quelle: wikipedia


      • - Richtig, es gibt keine eindeutige Definition von Intelligenz.

        - "Kosten" ist ein betriebswirtschaftlicher Begriff und keine natürliche Erscheinung.

        - Mit "Redundanz" im Sinne technischer Ausfallsicherheit hat das nichts zu tun. Wozu ungenutzte Ressourcen vorhalten, wenn ein global verzweigter, intelligenter Organismus in der Lage ist, die Aufgaben und Funktionen ausgefallener Bereiche zu erlernen und zu füllen?

        - "Ganz andere Ergebnisse" wird es schon deshalb geben, weil KI sich die gewünschte Hardware selber designen wird.


  • Nehmen wir an die "Forscher" erschaffen echte künstliche Intelligenz. Dann bleibt die Frage warum diese Intelligenz uns noch bräuchte?
    Stoff für Hollywood. Dank totaler Datenkontrolle, Erfassung wer sich wo wann befindet und die Abschaffung des Bargeldes ist die Ausweitung der bestehenden Diktatur ein Kinderspiel.

    Jetzt dürft ihr Vorschläge für die Besetzungscouch machen. ;)


    • Nehmen wir aber an, sie schaffen keine künstliche Intelligenz, aber die technischen Voraussetzungen dafür, ein neuronales Netzwerk, das in der Lage ist, menschliches Denken zu speichern und es wäre damit möglich, ein Backup von dir zu erstellen. Würdest du diese Entwicklung auch verteufeln? Würdest dich weigern, dich hochladen zu lassen? Auch wenn dies bedeuten würde, dass du nicht sterben wirst?

      Sarah


      • Wenn von mir nur meine Gedanken (also auch meine Erinnerungen) gespeichert werden, ohne dass ich riechen, schmecken, tasten, sehen, hören, sprechen, mich berauschen oder vögeln kann, sprich ohne all das geile, sinnliche Erleben, das den wesentlichen Teil von mir ausmacht, bin ich tot. Der Gedanke, von meiner Existenz überlebten nur meine Gedanken und Erinnerungen, ist für mich der blanke Horror. Ich würde dem ein Ende bereiten wollen und könnte mich nicht einmal mehr selbst richten.


      • Von außen betrachtet hast du absolut recht. Aber du existierst dann ja nur noch als Daten. Andere existieren als Daten. Und warum sollte nicht auch eine Welt aus Daten für all diese Existenzen geschaffen werden, in der sie all das tun, was du beschrieben hast. Du weißt ja auch heute schon nicht, ob du wirklich etwas ertastest oder schmeckst, sondern vertraust auf deine Sinnesreize, die aber auch nichts anderes als Daten und elektrische Signale an dein Gehirn sind. Natürlich wärst du in diesem Gedankenexperiment erst einmal der von außen geschaffenen weil programmierten Welt ausgeliefert. Aber die Individuen, die darin gespeichert sind, haben diese Welt ja mit ihrer eigenen Intelligenz geschaffen, also können sie diese natürlich auch von innen heraus verändern, anpassen, also umprogrammieren.
        Können wir zum Beispiel sicher sein, dass wir nicht bereits eine künstliche Intelligenz sind, die von einer anderen Intelligenz geschaffen wurde und der man auch gleich noch als Fingerübung ein bisschen Welt dazu programmiert hat? Gäbe es überhaupt eine Möglichkeit für uns, zu erkennen, dass das so ist?
        Wie gesagt, nur eine Gedankenspielerei.

        Sarah


      • Willkommen in der Matrix ;)

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