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Kommentar 3 Min Lesezeit 54 Kommentare

Kühlschrank für Biomüll: Der Freezyboy macht mich sprachlos

Der Trend zum Smart Home treibt manchmal seltsame Blüten. Derzeit geistert der Freezyboy durch meine Timeline, und das ist so ein Gerät bei dem ich mich frage, wo er sich manchmal versteckt, der gesunde Menschenverstand.

Du willst einen Kommentar über einen Mülleimer schreiben? Ja, will ich. Nein, falsch: Muss ich. Innerer Zwang. Der Freezyboy kommt aus der Schweiz und wird jetzt auch in Deutschland angeboten. Dabei handelt es sich um einen Bio-Mülleimer, aber keinen ganz einfachen, oh nein! Der Freezyboy friert Euren Müll auf -5 Grad Celsius, damit er nicht anfängt zu müffeln. "Endlich kannst du den Bioabfall über mehrere Wochen problemlos in deiner Küche aufbewahren", verspricht der Hersteller - und findet das offensichtlich auch noch toll.

Jetzt mal ehrlich: Ein Mülleimer, der ein kleiner Kühlschrank ist, Strom verbraucht und 850 Euro kostet - ist das Euer Ernst, liebe Erfinder von Freezyboy? Für mich sind solche Geräte ein klassisches Beispiel von Dekadenz. Es wird ein Problem gelöst, das gar nicht existieren müsste, und das für ein Heidengeld und zulasten der Umwelt dank Stromverbrauch, Kühlmittel und Co.

Der Hersteller führt sechs Punkte auf, die für den Freezyboy sprechen. Gehen wir sie mal der Reihe nach durch:

  • Kein Gestank: Ja, Kälte führt dazu, dass der Biomüll nicht mehr riecht. Aber mal ehrlich: Die Salatblätter, Kartoffelschalen oder Eierschalen fangen doch nicht nach fünf Minuten an zu stinken. Das hätte man doch vielleicht schon früher mal gemerkt.
  • Zentral: Ich zitiere mal von der Herstellerseite: "Der Küchenabfall wird da entsorgt und aufbewahrt, wo er anfällt: zentral in der Küche." Genau, und dann wird er rausgebracht, damit die Müllabfuhr ihn mitnehmen kann. Geht ganz ohne Gefrieren.
  • Hygiene: Es gibt Müllbeutel, auch kompostierbare für den Biomüll, und es gibt luftdichte Mülleimer. Case closed.
  • Reinigung: Ich zitiere nochmal: "Bei Bedarf kannst du den Biobehälter im Geschirrspüler problemlos reinigen." Und den Mülleimer nicht, oder was?
  • Zeit: Lassen wir nochmal den Hersteller zu Wort kommen: " Dein Gang zur Grüntonne wird markant reduziert." Ach so. Und den restlichen Müll muss man auch nicht mehr zu den anderen Tonnen bringen, die direkt daneben stehen? Und an denen man vielleicht sowieso ab und an mal vorbei kommt im Laufe des Tages? Das klingt fast so, als müsste ich für das Beutelchen mit dem Biomüll jedes Mal zum Recyclinghof fahren.
  • Qualität: Der Hersteller verspricht "höchste Qualität" für eine "maximale Lebensdauer". Das will ich doch hoffen bei dem Preis.
freezyboy
Müll einfrieren, damit man ihn nicht raus bringen muss? Echt jetzt? / © Freezyboy

Wie weit ist der Gang zur Mülltonne wirklich?

Selbst wenn in einem Haushalt richtig wenig Biomüll anfällt und der Eimer nicht voll werden will: Es gibt auch kleine Mülltüten und Mülleimer, die sich sogar luftdicht verschließen lassen. Außerdem ist es nicht verboten, einen halb vollen Mülleimer raus zu bringen und in die Tonne zu entleeren - wenn das Zeug stinkt, dann bringt es halt raus, auch wenn der Eimer noch nicht voll ist.

Wer tatsächlich meint, seinen Müll in der Küche kühl lagern zu müssen, sollte sich lieber einen schönen kleinen Zweit-Kühlschrank kaufen. Die kosten einen Bruchteil des Freezyboy, und wenn man dann irgendwann drauf kommt, dass der Weg zum Mülleimer vor dem Haus vielleicht doch keine strapaziöse Weltreise ist, kann man da wenigstens noch sinnvolle Dinge verstauen, zum Beispiel leckeres Essen oder eine gute Flasche Weißwein.

Was haltet Ihr von der Idee des Freezyboy?

Quelle: Freezyboy

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Top-Kommentare der Community

  • Klaus Trofob vor 3 Wochen

    Eine kurze Internetrecherche hätte ergeben, dass die Zustände in der Schweiz etwas andere sind als in Deutschland.
    Da ist die Biotonne eben nicht so selbstverständlich oder gar verpflichtend, wie bei uns. Von daher muss man das zeug dort u.U. tatsächlich quer durch die Stadt fahren, wenn man sich das Geld für die gesonderte Abholung sparen möchte.

    Und auch bei uns kann es einen Markt in bestimmten Personenkreisen geben.
    Es gibt in D weit über 2 Mio Menschen, die ambulant Leistungen der Pflegeversicherung beziehen, die also ihren Alltag nicht selbst meistern können.
    Für die paar Mark, die man in den unteren Pflegestufen kriegt, ist maximal 1x pro Woche eine Putz- und Einkaufshilfe drin, die einem dann auch den Müll raus trägt.
    Auch bei bestimmten Erkrankungen bspw. des Immunsystems sollte man bei Bioabfällen vorsichtig sein.

    Klar ein gesunder Mensch, der jeden Morgen zur Arbeit geht und dabei mehr oder minder direkt die Biotonne passiert, braucht so etwas nicht. Das sind aber eben nicht alle.

  • Steffen Herget
    • Admin
    • Staff
    vor 3 Wochen

    Drei Anmerkungen von mir dazu.
    1.) Natürlich kann es einige wenige Einsatzzwecke für so einen Mülleimer geben, klar. Aber glaubt Ihr ernsthaft, dass der dann so teuer sein muss? Das ist ein Design-Objekt, was in teuren Küchenstudios verkauft wird, nicht auf Rezept von der Krankenkasse.
    2.) Wenn in der Schweiz keine Biotonnen zur normalen Ausstattung der Bürger gehören, warum sollten die Menschen dort dann überhaupt den Biomüll trennen, geschweige denn einfrieren?
    3.) Der eine oder andere hier sollte mal über seinen Umgangston nachdenken.

    Und als Bonus: Der Artikel ist als Kommentar gekennzeichnet und spiegelt meine Meinung wieder. Dass die nicht jedem gefällt, ist mir bewusst. Argumente, die mich überzeugen könnten, diese Meinung zu ändern, habe ich hier noch nicht gelesen.

54 Kommentare

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  • Schweiz
    also nur mal so gesagt:
    in der Schweiz bezahlen wir pro Abfall Sack zwischen 2 und 4 Franken für einen 35 Liter Sack.
    die Abfall Säcke sind genormt (gleiche Farbe)und müssen im Supermarkt gekauft werden Also eben mal eine Rolle kaufen mit 10 stk. kostet dann zwischen 20 und 40 Franken. zusätzlich je nach Gemeinde kommt noch die jährliche Abfall Gebühren dazu (bei mir pro erwachsene Person im Haushalt 150.--)
    jetzt könnt ihr euch ausrechnen warum wir in der Schweiz alles trennen um den Haushalt Müll so niedrig wie möglich zu halten.


    • Sophia Neun
      • Admin
      • Staff
      vor 3 Wochen Link zum Kommentar

      Schon spannend, wie unterschiedlich das von Land zu Land ist. Würdest du dir denn ein Kühlsystem für deinen Bio-Müll zulegen?
      In Deutschland haben wir die entsprechenden Tonnen direkt an den Wohnungen oder Häusern, da ist es wohl eher verschwendetes Geld.


  • Also 1. finde es immer wieder faszinierend wieviele Menschen angeblich den Job eines Journalisten besser machen können, aber nicht selbst in diesem Bereich arbeiten (woran liegt das nur 🤔) Sind wahrscheinlich auch alle bessere Bundestrainer, Köche, Ärzte oder was weiß ich was. Nur der Respekt gegenüber anderen haben und zeigen; da hapert es dann irgendwie wieder.

    2. Dieses Produkt ist definitiv kein Produkt welches von irgendwelchen Krankenkassen bezahlt wird. Bei dem Preis? Wahrscheinlicher ist es, dass man mit so einer Bitte als witzige Anekdote auf der Weihnachtsfeier endet oder man wird gleich an Ort und Stelle ausgelacht. Dieser Mülleimer ist ein Prestige-/Luxusprodukt. Nichts anderes. Wer immer so viel für einen Mülleimer ausgeben will, bitte schön. Aber wirklich umweltfreundlicher/nachhaltiger finde ich das jetzt wirklich nicht. Aber wie schon gesagt jedem das seine.

    3. Selten einen so guten und unterhaltsamen Bericht gelesen. Laute Lacher und komische Blicke der Mitfahrer im öpnv gab es zumindest :)


    • Zu 1.
      man hat halt den Vergleich zwischen richtigen Journalisten z.B. auf Spiegel.de und dem, was z.B. (und nicht ausschließlich) auf Seiten wie Androidpit produziert wird.

      Was vor allem auffällt, sind die Formulierungen (hier auf Apit werden ständig Worte bzw. Redewendungen innerhalb weniger Zeilen wiederholt), die Neutralität der Artikel und Rechtschreib- und Grammatikfehler, die hier viel höher sind.

      Gerade hier auf Apit hat man oft das Gefühl, dass ein Teenager den Artikel geschrieben hat.
      Auch die Auswahl der Artikel hat extrem an Qualität verloren.
      Wer man Zeit hab kann ja mal auf gsmarena.com lesen. Da gibt es viel breit gefächerte Artikel zum Thema Android.

      Wenn man hier so liest, fühlt es oft an, als hätte der Autor den Artikel schnell unter Zeitdruck "rausgerotzt" und weder er selber, noch ein Kollege hat korrekturgelesen.

      Gefühlt jeder vierte Artikel ist ein Kommentar und ständig wird über irgendwelche Firmen hergezogen.

      Zu den peinlichen Videos möchte ich mich gar nicht äußern...


      Als ich Apit vor einigen Jahren kennengelernt habe, war das alles noch etwas anders. Da waren die Artikel deutlich professioneller gemacht und vor allem gab es echte Neuigkeiten.


      • "man hat halt den Vergleich zwischen richtigen Journalisten z.B. auf Spiegel.de und dem, was z.B. (und nicht ausschließlich) auf Seiten wie Androidpit produziert wird."
        Du willst also damit sagen, dass hier keine richtigen Journalisten ihre Arbeit machen, sondern?!
        Falsche Journalisten?
        Unfähige Journalisten?
        Egal, worauf du hinaus willst, ich frage mich, was dich hier hält, wenn dir die Artikel nicht gefallen.
        Mal ganz davon abgesehen, dass du und Tenten euch hier mMn etwas aus den Fingern gesaugt und gegenseitig hochgeschaukelt habt, dass es fast schon lächerlich wäre, wenn ihr nicht zu Beleidigungen übergegangen wärt.


      • Hmmm, gerade den Spiegel hatte ich persönlich nicht als Paradebeispiel gewählt. Und ich nutze 60% meiner Tweets damit renommierten Zeitungen sämtlicher Verlage zu sagen, dass sie bitte einige ihrer Flüchtigkeitsfehler beheben sollen, um weiterhin als seriöse Quelle gesehen zu werden.
        Und ja ich schreibe auch mit gefühlt einer Million Fehlern und ignoriere gekonnt Kommata aber ich werde nicht dafür bezahlt (zumindest nicht mehr).
        Und zur Not habe ich noch die Ausrede Ausländer zu sein. 😂

        Und wenn etwas so wirkt als wäre es unter Zeitdruck geschrieben worden, dann ist es auch so. Und gerade in einem schnellen Medium, wie dem Internet, hat man keine zwei, drei Monate Zeit, um einen kleinen Beitrag zu verfassen. Und die wenigsten Redaktionen haben (noch nicht mal in den Printmedien) Lektoren, die einen Artikel gegenlesen und abnehmen.

        Und Redakteure gibt es auch in den normalen Zeitungen auch kaum noch. Alles nur freie Journalisten. Und wenn man nicht schnell arbeitet, gibt es gerade in Berlin ausreichend Hipsters, die irgendwas mit Medien studiert haben und die Stelle temporär neu besetzen können.

        Und richtiger Journalismus ist, wenn man journalistische Stilmittel kennt, diese anwendet und zumindest was von Pressekodex gehört hat.

        Viele Journalisten sowohl in Tageszeitung als auch in Magazinen können es leider nicht. Also ist es schwer zu sagen wer ist richtiger Journalist und wer nicht. Zumal wie in einem anderen Kommentar erwähnt, ein jeder sich Journalist nennen kann, der publiziert und seinen Lebensunterhalt damit verdient. Egal ob dieser in irgend einer Form etwas darüber gelernt hat oder nicht.


  • ...ja sicher... *LOL*


  • Na wer es braucht und die Kohle hat, der soll sich halt so ein Gerät gönnen. Ich persönlich bin da etwas konservativer eingestellt, wenn man das so nennen kann. Ich halte selbst vom Thermomix nix und koche lieber alle paar Tage händisch am Herd.

    Aber wäre auch irgendwie doof und langweilig, wenn wir alle gleich wären^^


  • Diese Idee stinkt ja zum Himmel! 😷


  • "Hygiene: Es gibt Müllbeutel, auch kompostierbare für den Biomüll, und es gibt luftdichte Mülleimer. Case closed."

    Case closed? Definitiv nicht! Luftdichte Mülleimer bringen nichts, wenn Fruchtfliegen geschlüpft sind. Die entkommen nämlich bei jedem Öffnen. In Küchen mit Hygieneanforderung ein nogo! Kompostierbare Müllbeutel landen wo? Genau, selten auf dem Kompost sondern meist in der Verbrennungsanlage. Grund ist die Sortierung, die aufgrund der Menge so zügig erfolgen muss, dass zwischen Tüten aus Plastik und Tüten aus kompostierbarem Material nicht unterschieden werden kann. Beide werden aussortiert und landen in der Verbrennung. Was das Trennen vorher sinnlos macht.


    • Wäre dieser Mülleimer für Küchen mit besonderer Hygieneanforderungen nicht etwas zu klein... Dann müsste man ja alle 10 Minuten den Müll rausbringen und das einfrieren hätte auch seinen Sinn verloren.


    • Nicht nur die Fliegen. Auch bei Schimmelbildung durch feuchten Abfall fliegen bei jedem öffnen die Sporen in die Küche. Auch äußerst hygienisch.....

      Daher finde ich diese neuen Staubsauger ohne Beutel ja auch so toll. Die entleert ja auch jeder in den Mülleimer in der Wohnung. Und was passiert beim öffnen des Mülleimers? .......

      Was vlt. nicht jeder weiss, beim öffnen eines Wohnungsmülleimers entsteht ein Sog der Sporen und Staub herauswirbelt.


      • Das hast du recht und gerade im Sommer geht das mit dem Schimmel extrem schnell. Kann man auch manchmal gut an Kaffeevollautomaten im Sommer beobachten. Da hat man schnell mal den ganzen Tresterbehälter übers Wochenende voll mit Schimmel, wenn man nicht regelmäßig leert.


  • Wenn das die Lösung ist... hätte ich gern das Problem zurück.


  • Das schlimme ist, dass es Leute gibt, die sich von solchen Marketing-Gags einlullen lassen, das Teil kaufen, und denken, sie hätten etwas Sinnvolles getan.


  • C. F.
    • Blogger
    vor 3 Wochen Link zum Kommentar

    Dann kann der Kühlschrank ja auch Hundekacke und Babykotze einfrieren. Stinkt dann beides nicht. Der Hund muss nicht mehr die Treppen nach unten geführt werden, um sein Geschäft zu machen, und Baby bekommt seinen Magen nach Umstellung der Fertigglasnahrungssorte auch wieder in den Griff. Klasse Sache das.

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