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Amazon und ich: Mein liebster Feind

Jetzt also auch noch Amazon Prime Music! Mannomann, ich bin von Kopf bis Fuß auf Amazon eingestellt, denn das ist meine Welt und sonst gar nichts. Hier werde ich umsorgt, betüttelt und es tut einem ja jeder Leid, der nicht zu dieser wunderbaren Welt gehört. Diesem Glück steht nur leider dieses schlechte Gewissen im Weg. Dieser ausgestreckte Zeigefinger, der mir immer wieder sagt, dass Amazon nicht mein netter Freund ist. Und das ist er wohl auch nicht.

Diese SMS nervt wie keine zweite: "Datenvolumen ist bis Monatsende gedrosselt"!
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Schöne neue Amazon-Welt

Amazon und ich. Ich und Amazon. Erst habe ich lange überlegt, wie ich das Verhältnis von Amazon zu seinen Kunden beschreiben soll. Aber warum lange nachdenken, ich muss doch einfach nur das wiedergeben, was ich an einem regnerischen Sonntag getan habe.

Mein erster Kontakt mit Amazon, beziehungsweise Amazon Prime, war der Video-Streaming-Dienst. Mit meiner Freundin schaute ich mir die letzten beiden Episoden der Amazon-exklusiven Hit-Serie Red Oaks (Hammer, ansehen!) an. Danach wurde ein wenig mit der PlayStation 4 gezockt und dort sah ich ein Angebot, das es für PlayStation Plus-Kunden gibt. Natürlich bin ich PS-Plus-Abonnent - alles andere wäre ja auch lächerlich!

Metal Gear Solid V: Ground Zeroes für knapp sechs Euro! Super, aber ist das auch wirklich billig, immerhin handelt es sich nur um einen Download? Also schnell bei Amazon.de vorbeigeschaut und in der Tat ist das PS-Plus-Angebot top. Denn 10-Euro-Gutschein für den PlayStation Store habe ich selbstverständlich bei Amazon.de gekauft, weil mir der Download-Code dort sofort angezeigt wird. Praktisch und schnell, so ist mein Amazon.

RedOaksAmazon
Top-Serien für wenig Geld - Prime macht's möglich! / © Amazon

Nach diesen anstrengenden Betätigungen war es mir dann nach etwas Musik. Weil bei Red Oaks der schön peinliche Schmachtfetzen “Kiss You All Over” von Exile kam und er mir nicht mehr aus dem Kopf ging, wollte ich ihn unbedingt hören. Bei Spotify gab es ihn nicht (Frechheit!) und bei YouTube war mir die Qualität zu schlecht. Zum Glück gab es die Fremdschäm-Hymne bei Amazon Prime Music.

Ach, alles ist einfach, so schön in der Amazon-Welt! Oder doch nicht? War da nicht was, so mit Gewerkschaften, einem eher unsympathischen Chef, dem Kampf mit Buchhändlern und…

Mitgehangen und mitgefangen

Gewinnorientierte Unternehmen sollte man meiner Meinung nach nicht in "gut" und "böse" einteilen. Das greift zu kurz. Einfach gesprochen: Ein Unternehmen wie Amazon will Gewinn machen, die Konkurrenz ausschalten und schlicht besser dastehen als noch vor einem Jahr.

Das ist völlig ok und wer glaubt, dass Apple, Airbnb oder Uber nur das Wohl der gesamten Menschheit im Sinne hat, sollte mal seine rosarote Brille absetzen und vom Einhorn steigen. Ich bin kein zynischer Kapitalist und habe auch kein Poster mit Gordon Gekko über dem Bett hängen, die Augen vor der Wirklichkeit verschließe ich aber auch nicht.

Es ist für mich auch völlig ok, sich an eine bestimmtes Unternehmen zu “hängen”. Mal hatte ich ein Smartphone, TV und sogar Wäschetrockner von Samsung, jetzt dominiert plötzlich Sony wieder meinen Haushalt. Warum das so ist, hängt mit den Vorteilen zusammen, die mir diese Unternehmen, diese Produkte bringen. Genau deswegen bin ich auch bei Amazon, beziehungsweise Amazon Prime gelandet.

AmazonPrime
Viele Serien und Filme lassen sich jetzt auch herunterladen. / © Amazon Prime, ANDROIDPIT

Mal ehrlich: Da bekommt man noch was für seine 49 Euro im Jahr! Zum Beispiel schnelleren Amazon-Versand, kostenlose Kindle-Bücher, Amazon Video mit vielen Top-Filmen sowie Serien und jetzt auch noch Amazon Music! Weitere Services wird es in Zukunft sicher auch noch geben und dadurch wird es dann noch schwerer fallen, sich von Amazon zu trennen.

Aber warum sollte ich mich auch trennen? Naja, so richtig wohl ist mir in der schönen Amazon-Welt dann doch nicht. Wie zuvor angesprochen sorgt der Konzern aus Seattle nicht immer für positive Schlagzeilen. Ganz subjektiv betrachtet finde ich die Auseinandersetzung mit dem deutschen Buchhandel sehr bedenklich (um es freundlich auszudrücken), Amazon CEO Jeff Bezos ist mir sehr unsympathisch und dass die Arbeitsbedingungen bei Amazon wohl nicht so top sind, wie es das Unternehmen gerne darstellt, ist auch ein mittelgroßer Dämpfer. Aber lässt sich daran etwas ändern? Wohl eher nicht, es gibt jedoch eine Fluchtmöglichkeit!

Amazon die Stirn bieten

Es ist sicher etwas unlogisch, etwas austauschen zu wollen, was man eigentlich gut findet. Ich mag Amazon, ich mag das tolle und vor allem günstige Angebot und bin sogar sehr gespannt darauf, was da noch kommt. Gleichzeitig macht mir dieses “System-Amazon” aber auch Angst und eigentlich will ich nicht dazugehören.

Ich will nicht, dass mich Amazon so an sich bindet und ich wie ein Zombie sofort zu Amazon renne, wenn ich etwas kaufen, hören oder sehen will. Wer jetzt denkt: “Alter, du hast vielleicht First-World-Probleme!” hat nicht ganz Unrecht. Den goldenen Weg gibt es nicht und ich werde Amazon nicht verändern können. Stichwort: Gutes Unternehmen, schlechtes Unternehmen.

prime music lists 1
Jetzt auch noch Amazon Prime Music - Was kommt als nächstes? / © ANDROIDPIT

Was ich vielmehr will, ist mehr Auswahl, einen echten Konkurrenten. In jedem einzelnen Bereich hat Amazon zwar teils sehr große und starke Konkurrenz - Netflix, Spotify -, etwas Vergleichbares wie Amazon in seiner Gesamtheit gibt es hierzulande aber noch nicht. Genau das sollte sich meiner Meinung nach ändern. Konkurrenz ist wohl das einzige, was etwas bewegen und verändern kann.

Ob es mir bei der Konkurrenz dann besser geht, ist eher unwahrscheinlich, aber zumindest bin ich dann nicht mehr so an ein Unternehmen gebunden und kann mir über andere Dinge Sorgen machen.

Zum Beispiel warum ich immer die gleiche Biermarke trinke, nur mit MeinFernbus fahre, Sneaker von Adidas einfach die Besten sind und...

Top-Kommentare der Community

  • Moe 17.11.2015

    Ich bin ein totaler Amazon Fan.
    Ich kaufe wenn möglich fast alles bei Amazon (möglichst noch über Amazon direkt).
    1. Ist es preislich fast immer top (selten findet man bei Vergleichsportalen etwas günstiger)
    2. Der Versandt ist super schnell. Bis jetzt immer am nächsten Tag gewesen.
    - Viele sagen jetzt, unterstütze doch die Händler vor Ort. Nein, warum sollte ich. Das ist der gang der Zeit. Irgendwann wird alles nur noch über das Netzt bestellt. Klar ist bummeln nett, aber warum sollte ich in einem Geschäft vor Ort mehr zahlen? Beraten kann Google, bzw. können Foren mich deutlich besser. Ich kann direkt preise vergleichen und, das wichtigste für mich, ich habe Bewertungen.
    3. Ich kann ohne Kosten alles umtauschen, noch nach Wochen, Grund ist egal, kein Warten und kein bangen ob es zurück genommen wird. - Der Service ist TOP!
    4. Ich habe für 49€ ein Streamingdienst, der sich mit Netflix und Co. messen kann. Wer jetzt sagt Amazon ist um "WELTEN" schlechter, verteidigt damit nur seinen Grund, warum er noch was anderes Nutzt, mehr nicht. Es gibt zig Serien und Filme, und die Amazon originals sind wirklich mehr als nur Stark (TURN, Hand of God etc.)
    - Dazu kann ich die Filme OFFLINE auf meinem Handy und Tablet sehen, einfach mega.
    5. Musikstream. Okay hier sind die Lizenzen noch nicht so weit, aber was Sie bieten reicht mir. Es sind fats alle Top Titel drin und auch viele unbekanntere. Spotify ist somit gekündigt. Denn unterwegs kann ich offline mit Amazonprime hören, so viele Stunden fahre ich jetzt auch nicht am Stück und für zu Hause und Hörbücher nutzt ich Spotify free. Top Kombi.
    6. Cloud, ich mag meine Cloud und alles bei Amazon. Ja gerne. Lieber alle Daten bei einem riesen, als bei 10 ;)
    7. Es ist alles Homogen, es ist ein gutes Konzept und preislich echt stark. Der Preis von 49€ bricht sich pro dienst ca auf 1€ im Monat runter.


    Zum Thema Bücher"skandal".
    Ich bin da total auf Amazons Seite. Warum sollten die Verläge so viel Geld kassieren? Alleine das ein Ebok so viel kostet wie ein normales fast, ist total sinnfrei. Amazon würde gerne die Kosten senken, aber da stelle nsich die Verlage quer. Natürlich macht Amazon das nicht aus Nächstenliebe, das ist mir bewusst, aber es erschließt sich mir zumindest.
    Bücher sind sogar umweltschädlicher als Ebooks, zumindest wenn man sich das Ebook erst kaufen muss für Vielleser, ansonsten SOFORT /Link kann ich nicht einfügen, einfach googlen.

    Mit dem Streik. Ja gut aber es streikt wirklich jeder und jeder will mehr Geld. Amazon ZAHLTE DIE GANZE ZEIT NACH TARIF. Allerdings nach Logistiktarif und nicht nach Einzelhandeltarifvertrag. Und die Amazonmitarbeiter wollen eben nach Einzelhandel bezahlt werden.
    Ich wünsche natürlich jedem, das er gut verdient und kann die Mitarbeiter voll verstehen. Aber auch Amazon, denn ist Amazon im Einzelhandelssegment, oder Logistik? Das wären natürlich Millionen die an Mehrzahlung anfallen, da würde jeder Betrieb gegen kämpfen. Ansonsten höre ich von einigen Kollegen, das die Arbeit dort ganz cool ist und die Stimmung (schwankt natürlich nach Team und Standort) echt fresh und cool ist. Zu Weihnachten ist natürlich extrem Stress, aber sonst geht der Arbeitgeber sehr auf die Mitarbeiter ein.

    Also wie gesagt. Ich finde Amazon genial und hoffe Sie gehen den Weg weiter und wachsen und gedeihen gut.

    Danke für die tollen Serien und Filme, die schnelle Lieferung und den tollen Service Amazon <3

  • Michael K. 17.11.2015

    "Wettbewerb nützt uns allen..." so hört man immer wieder aus Medien und Politik. Das ist allerdings nur eine Seite der Medaille. Der marktwirtschaftliche Wettbewerb, das häßliche Wort "Kapitalismus" mag ja kaum einer in den Mund nehmen, hat natürlich seine Kehrseite. Menschen können arbeitslos werden und in die Armut abdriften. Die Schere zwischen arm und reich öffnet sich immer mehr.
    Dennoch ist die soziale Marktwirtschaft offenbar für die Gesamtgesellschaft die vorteilhafteste Wirtschaftsform, und sie breitet sich allmählich über den gesamten Planeten aus.
    Soziale Härten gibt es, aber die abzufedern ist eine Aufgabe der Gesamtgesellschaft, also des Staates, nicht die der Unternehmen oder anderer Marktteilnehmer.

    Warum sollen wir stetig steigenden Strompreisen damit entgegenwirken, zu günstigeren Anbietern zu wechseln?
    Weil der Wettbewerb tatsächlich eine Möglichkeit ist, der Abzockerei entgegen zu wirken und die Preise damit etwas im Zaum zu halten.

    Wer beim günstigsten Anbieter kauft, handelt also positiv im Sinne der sozialen Marktwirtschaft, und nicht negativ, weil er den Wettbewerb stärkt.

    Klar würde ich gerne bei der netten Buchhändlerin in der Innenstadt kaufen. Wenn ich aber auf dem Weg zur Arbeit bin, hat sie noch nicht offen, komme ich davon zurück, hat sie nicht mehr offen. Ergibt sich dann mal die Gelegenheit dort doch ein Buch zu kaufen, ist es oft nicht vorrätig. Zwar ist es meistens am nächsten Tag lieferbar, aber das Theater mit den Öffnungszeiten hat man dann erneut.
    Einen kleinen Webshop hat der Buchladen natürlich auch nicht, und eine Schmökerecke mit kostenlosem Kaffee wird auch nicht geboten, dabei wären das Möglichkeiten, sich vom Wettbewerb zu differenzieren.

    Mit Amazon dagegen ist die Bestellung in fünf Minuten durch, und die kostenlose Lieferung (bei Büchern auch ohne Prime) erfolgt am nächten oder übernächsten Tag.

    Soviel vorweg: Amazon zahlt seit geraumer Zeit Steuern in Deutschland, obwohl es dazu rechtlich nicht gezwungen wäre (wenn es die Gewinne weiter in Luxemburg verbucht hätte). Das haben auch schon andere gesagt, aber hier der Beleg:

    http://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2015-05/amazon-deutschland-steuer

    Warum haben aber viele über Amazon gezetert, wenn sie auf legale Weise Steuern gespart haben, indem die Verbuchung im benachbarten Luxemburg erfolgte, bei hochbezahlten Sportstars buht aber niemand auf dem Platz, obwohl solche zuweilen ganz genauso Steuern sparen, der Hauptwohnsitz ist dann eben in der Schweiz oder sonstwo.


    Amazon setzt seine Lieferanten unter Druck? Gehört habe ich davon noch nicht, aber viele deutsche Autohersteller machen es offenbar:

    http://www.wiwo.de/unternehmen/auto/krankes-system-die-brutalen-methoden-der-autokonzerne-gegen-zulieferer/11238074.html

    Soll ich deshalb kein deutsches Auto mehr kaufen, obwohl Hundertausende, wenn nicht Millionen direkt oder indirekt durch die Automobilindustrie in Brot und Arbeit kommen?

    In einer Marktwirtschaft fassen sich die Partner eben nicht mit Samthandschuhen an, aber es ist weder Aufgabe von Unternehmen, noch von deren Kunden, das Regulativ bezüglich sozialer Härten, Wettbewerbsverzerrungen oder Marktmonopolen zu spielen, diese Aufgabe fällt dem Gesetzgeber und den Behörden zu, wobei die Kartellbehörden besonders zu nennen wären. Und was die gerechte Entlohnung von Mitarbeitern betrifft, ist dies Aufgabe der Gewerkschaften, die hier mit eindrucksvollen Streiks gezeigt haben, dass sie dieser Aufgabe durchaus gewachsen sind.

    Ich kaufe gern und viel bei Amazon ein, das gebe ich gerne zu, nicht immer, aber immer öfter. Aber ich binde mich nicht an das Unternehmen.
    Ich vergleiche bei fast jedem Kauf, und wenn ein anderer günstiger ist in Bezug auf Produktpreis, Lieferkosten und Liefergeschwindigkeit, dem Zeitaufwand für die gesamte Transaktion, sowie dem zu erwartendem Service nach dem Kauf, dann kommt der durchaus zum Zuge.
    Gefühle spielen dabei überhaupt keine Rolle, weder Amazon noch deren Chef gegenüber. Amazon ist ein Handelspartner, nicht mehr und nicht weniger. Natürlich versucht das Unternehmen Kunden zu binden, aber das ist in einer Marktwirtschaft legitim. Das Prime-Paket ist allein schon wegen der Versandvergünstigungen und des Video-Streaming-Dienstes attraktiv. Der Videodienst hat wie der Musikdienst vielleicht stärkere Konkurrenz, aber die braucht auch nicht jeder. Wenn das Angebot zum günstigen Preis für den eigenen Bedarf reicht, warum dann zu was Teuererem greifen, das diesen Bedarf überdeckt? Aber nur weil einer den Prime-Dienst bezieht, zwingt ihn das, bei Amazon einzukaufen?
    Mich jedenfalls nicht.

    Es ja gut gemeint, wenn jemand meint, bei bestimmten Händlern nicht mehr kaufen zu wollen, weil die angeblich ihre Mitarbeiter unfair behandeln. Aber gut gemeint ist leider allzu oft nur das Gegenteil von gut.
    Es nutzt der schlecht bezahlten und überarbeiteten Mitarbeiterin eines Lebensmitteldiscounters nichts, wenn ich meine, den deshalb boykottieren zu müssen. Geht dessen Umsatz zurück, entlässt der Leute, und damit helfe ich denen am wenigsten. Im günstigsten Fall bewirkt mein persönlicher Boykott gar nichts, ausser daß ich unnötig teuer einkaufe.

    Ich respektiere den Wunsch mancher Zeitgenossen, Gutes zu tun, und wo sie einkaufen, ist selbstverständlich deren souveräne Entscheidung, auch das ist Marktwirtschaft. Ich muss mir aber nicht von Naivlingen den moralischen Stinkefinger zeigen lassen, weil denen das diffiziele Gefüge globaler Wirtschaft nicht begreiflich ist.

93 Kommentare

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  • Amazon soll von mir aus ruhig den Prime Anteil von 49€ auf 79€ erhöhen, wenn sie dafür den Angestellten etwas mehr Lohn zahlen.

  • NIEMAND wird gezwungen bei Amazon zu kaufen und NIEMAND wird gezwungen, bei Amazon zu arbeiten

    •   44

      NIEMAND wird gezwungen bei Amazon zu kaufen. da stimme ich dir zu.
      ist einer arbeitslos und bietet im amazon einen arbeitsplatz an bin ich nicht so sicher ob in das arbeitsamt nicht zwingt.

  • @Werner hoffe du hast dir den Artikel selber mal durch gelesen und nicht nur den ersten Abschnitt. Wenn du ihn tatsächlich gelesen hast was ich bezweifle wirst du feststellen das die CIA eh auf die Daten zugreifen kann wenn es nötig ist, und ehrlich du schreibst mit einem Android Handy sprich Google bist wahrscheinlich sogar bei Facebook, Twitter etc.und machst hier auf Moral Apostel. Als ob Amazon da die einzigsten wären.
    niemand zwingt hier jemanden Amazon, Facebook, WhatsApp und der gleichen zu nutzen. Jeder gibt sein ok sobald er solche Plattformen nutzt. Also sei nicht so scheinheilig.

    • Und was hat die CIA davon, wenn sie weiß wo ich wohne, und vielleicht noch, welche Artikel ich bei Amazon bestellt habe? Oder welche Filme ich bei Prime-Video gesehen habe?
      Schicken sie mir jetzt Dessous-Werbung oder stellen sie einen James-Bond für Arme vor meine Tür?

  • "Wettbewerb nützt uns allen..." so hört man immer wieder aus Medien und Politik. Das ist allerdings nur eine Seite der Medaille. Der marktwirtschaftliche Wettbewerb, das häßliche Wort "Kapitalismus" mag ja kaum einer in den Mund nehmen, hat natürlich seine Kehrseite. Menschen können arbeitslos werden und in die Armut abdriften. Die Schere zwischen arm und reich öffnet sich immer mehr.
    Dennoch ist die soziale Marktwirtschaft offenbar für die Gesamtgesellschaft die vorteilhafteste Wirtschaftsform, und sie breitet sich allmählich über den gesamten Planeten aus.
    Soziale Härten gibt es, aber die abzufedern ist eine Aufgabe der Gesamtgesellschaft, also des Staates, nicht die der Unternehmen oder anderer Marktteilnehmer.

    Warum sollen wir stetig steigenden Strompreisen damit entgegenwirken, zu günstigeren Anbietern zu wechseln?
    Weil der Wettbewerb tatsächlich eine Möglichkeit ist, der Abzockerei entgegen zu wirken und die Preise damit etwas im Zaum zu halten.

    Wer beim günstigsten Anbieter kauft, handelt also positiv im Sinne der sozialen Marktwirtschaft, und nicht negativ, weil er den Wettbewerb stärkt.

    Klar würde ich gerne bei der netten Buchhändlerin in der Innenstadt kaufen. Wenn ich aber auf dem Weg zur Arbeit bin, hat sie noch nicht offen, komme ich davon zurück, hat sie nicht mehr offen. Ergibt sich dann mal die Gelegenheit dort doch ein Buch zu kaufen, ist es oft nicht vorrätig. Zwar ist es meistens am nächsten Tag lieferbar, aber das Theater mit den Öffnungszeiten hat man dann erneut.
    Einen kleinen Webshop hat der Buchladen natürlich auch nicht, und eine Schmökerecke mit kostenlosem Kaffee wird auch nicht geboten, dabei wären das Möglichkeiten, sich vom Wettbewerb zu differenzieren.

    Mit Amazon dagegen ist die Bestellung in fünf Minuten durch, und die kostenlose Lieferung (bei Büchern auch ohne Prime) erfolgt am nächten oder übernächsten Tag.

    Soviel vorweg: Amazon zahlt seit geraumer Zeit Steuern in Deutschland, obwohl es dazu rechtlich nicht gezwungen wäre (wenn es die Gewinne weiter in Luxemburg verbucht hätte). Das haben auch schon andere gesagt, aber hier der Beleg:

    http://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2015-05/amazon-deutschland-steuer

    Warum haben aber viele über Amazon gezetert, wenn sie auf legale Weise Steuern gespart haben, indem die Verbuchung im benachbarten Luxemburg erfolgte, bei hochbezahlten Sportstars buht aber niemand auf dem Platz, obwohl solche zuweilen ganz genauso Steuern sparen, der Hauptwohnsitz ist dann eben in der Schweiz oder sonstwo.


    Amazon setzt seine Lieferanten unter Druck? Gehört habe ich davon noch nicht, aber viele deutsche Autohersteller machen es offenbar:

    http://www.wiwo.de/unternehmen/auto/krankes-system-die-brutalen-methoden-der-autokonzerne-gegen-zulieferer/11238074.html

    Soll ich deshalb kein deutsches Auto mehr kaufen, obwohl Hundertausende, wenn nicht Millionen direkt oder indirekt durch die Automobilindustrie in Brot und Arbeit kommen?

    In einer Marktwirtschaft fassen sich die Partner eben nicht mit Samthandschuhen an, aber es ist weder Aufgabe von Unternehmen, noch von deren Kunden, das Regulativ bezüglich sozialer Härten, Wettbewerbsverzerrungen oder Marktmonopolen zu spielen, diese Aufgabe fällt dem Gesetzgeber und den Behörden zu, wobei die Kartellbehörden besonders zu nennen wären. Und was die gerechte Entlohnung von Mitarbeitern betrifft, ist dies Aufgabe der Gewerkschaften, die hier mit eindrucksvollen Streiks gezeigt haben, dass sie dieser Aufgabe durchaus gewachsen sind.

    Ich kaufe gern und viel bei Amazon ein, das gebe ich gerne zu, nicht immer, aber immer öfter. Aber ich binde mich nicht an das Unternehmen.
    Ich vergleiche bei fast jedem Kauf, und wenn ein anderer günstiger ist in Bezug auf Produktpreis, Lieferkosten und Liefergeschwindigkeit, dem Zeitaufwand für die gesamte Transaktion, sowie dem zu erwartendem Service nach dem Kauf, dann kommt der durchaus zum Zuge.
    Gefühle spielen dabei überhaupt keine Rolle, weder Amazon noch deren Chef gegenüber. Amazon ist ein Handelspartner, nicht mehr und nicht weniger. Natürlich versucht das Unternehmen Kunden zu binden, aber das ist in einer Marktwirtschaft legitim. Das Prime-Paket ist allein schon wegen der Versandvergünstigungen und des Video-Streaming-Dienstes attraktiv. Der Videodienst hat wie der Musikdienst vielleicht stärkere Konkurrenz, aber die braucht auch nicht jeder. Wenn das Angebot zum günstigen Preis für den eigenen Bedarf reicht, warum dann zu was Teuererem greifen, das diesen Bedarf überdeckt? Aber nur weil einer den Prime-Dienst bezieht, zwingt ihn das, bei Amazon einzukaufen?
    Mich jedenfalls nicht.

    Es ja gut gemeint, wenn jemand meint, bei bestimmten Händlern nicht mehr kaufen zu wollen, weil die angeblich ihre Mitarbeiter unfair behandeln. Aber gut gemeint ist leider allzu oft nur das Gegenteil von gut.
    Es nutzt der schlecht bezahlten und überarbeiteten Mitarbeiterin eines Lebensmitteldiscounters nichts, wenn ich meine, den deshalb boykottieren zu müssen. Geht dessen Umsatz zurück, entlässt der Leute, und damit helfe ich denen am wenigsten. Im günstigsten Fall bewirkt mein persönlicher Boykott gar nichts, ausser daß ich unnötig teuer einkaufe.

    Ich respektiere den Wunsch mancher Zeitgenossen, Gutes zu tun, und wo sie einkaufen, ist selbstverständlich deren souveräne Entscheidung, auch das ist Marktwirtschaft. Ich muss mir aber nicht von Naivlingen den moralischen Stinkefinger zeigen lassen, weil denen das diffiziele Gefüge globaler Wirtschaft nicht begreiflich ist.

  • i❤my Amazon.
    Amazon macht das schon sehr geschickt Kunden zu binden, das muss man schon zugeben. Besonders als Prime Kunde tun die wirklich viel damit man glücklich bleibt und weiter bei Ihnen einkauft.

  • Ich mag Amazon als Kunde auch ganz gern, aber Prime ist für mich leider nicht sehr reizvoll, mal abgesehen von dem Versandvorteil, aber das ist mir für 49 € zu teuer. Die Musikauswahl ist mir zu klein udn Streaming nutze ich eh so gut wie nie. Die Videoauswahl ist auch nicht so mein Ding, finde Netflix da wesentlich besser. Kindle hab ich keinen und die Bücher per App auf dem Handy zu lesen fidne ich eher anstrengend. Daher bin ich zwar zufriedener Amazon Kunde aber eben kein Prime Kunde. Mal schauen, was sich Amazon in Zukunft noch einfallen lässt. Vielleicht Vorteile bei Audible? Dann könnte ich es mir nochmal überlegen :-)

  • Moe 17.11.2015 Link zum Kommentar

    Ich bin ein totaler Amazon Fan.
    Ich kaufe wenn möglich fast alles bei Amazon (möglichst noch über Amazon direkt).
    1. Ist es preislich fast immer top (selten findet man bei Vergleichsportalen etwas günstiger)
    2. Der Versandt ist super schnell. Bis jetzt immer am nächsten Tag gewesen.
    - Viele sagen jetzt, unterstütze doch die Händler vor Ort. Nein, warum sollte ich. Das ist der gang der Zeit. Irgendwann wird alles nur noch über das Netzt bestellt. Klar ist bummeln nett, aber warum sollte ich in einem Geschäft vor Ort mehr zahlen? Beraten kann Google, bzw. können Foren mich deutlich besser. Ich kann direkt preise vergleichen und, das wichtigste für mich, ich habe Bewertungen.
    3. Ich kann ohne Kosten alles umtauschen, noch nach Wochen, Grund ist egal, kein Warten und kein bangen ob es zurück genommen wird. - Der Service ist TOP!
    4. Ich habe für 49€ ein Streamingdienst, der sich mit Netflix und Co. messen kann. Wer jetzt sagt Amazon ist um "WELTEN" schlechter, verteidigt damit nur seinen Grund, warum er noch was anderes Nutzt, mehr nicht. Es gibt zig Serien und Filme, und die Amazon originals sind wirklich mehr als nur Stark (TURN, Hand of God etc.)
    - Dazu kann ich die Filme OFFLINE auf meinem Handy und Tablet sehen, einfach mega.
    5. Musikstream. Okay hier sind die Lizenzen noch nicht so weit, aber was Sie bieten reicht mir. Es sind fats alle Top Titel drin und auch viele unbekanntere. Spotify ist somit gekündigt. Denn unterwegs kann ich offline mit Amazonprime hören, so viele Stunden fahre ich jetzt auch nicht am Stück und für zu Hause und Hörbücher nutzt ich Spotify free. Top Kombi.
    6. Cloud, ich mag meine Cloud und alles bei Amazon. Ja gerne. Lieber alle Daten bei einem riesen, als bei 10 ;)
    7. Es ist alles Homogen, es ist ein gutes Konzept und preislich echt stark. Der Preis von 49€ bricht sich pro dienst ca auf 1€ im Monat runter.


    Zum Thema Bücher"skandal".
    Ich bin da total auf Amazons Seite. Warum sollten die Verläge so viel Geld kassieren? Alleine das ein Ebok so viel kostet wie ein normales fast, ist total sinnfrei. Amazon würde gerne die Kosten senken, aber da stelle nsich die Verlage quer. Natürlich macht Amazon das nicht aus Nächstenliebe, das ist mir bewusst, aber es erschließt sich mir zumindest.
    Bücher sind sogar umweltschädlicher als Ebooks, zumindest wenn man sich das Ebook erst kaufen muss für Vielleser, ansonsten SOFORT /Link kann ich nicht einfügen, einfach googlen.

    Mit dem Streik. Ja gut aber es streikt wirklich jeder und jeder will mehr Geld. Amazon ZAHLTE DIE GANZE ZEIT NACH TARIF. Allerdings nach Logistiktarif und nicht nach Einzelhandeltarifvertrag. Und die Amazonmitarbeiter wollen eben nach Einzelhandel bezahlt werden.
    Ich wünsche natürlich jedem, das er gut verdient und kann die Mitarbeiter voll verstehen. Aber auch Amazon, denn ist Amazon im Einzelhandelssegment, oder Logistik? Das wären natürlich Millionen die an Mehrzahlung anfallen, da würde jeder Betrieb gegen kämpfen. Ansonsten höre ich von einigen Kollegen, das die Arbeit dort ganz cool ist und die Stimmung (schwankt natürlich nach Team und Standort) echt fresh und cool ist. Zu Weihnachten ist natürlich extrem Stress, aber sonst geht der Arbeitgeber sehr auf die Mitarbeiter ein.

    Also wie gesagt. Ich finde Amazon genial und hoffe Sie gehen den Weg weiter und wachsen und gedeihen gut.

    Danke für die tollen Serien und Filme, die schnelle Lieferung und den tollen Service Amazon <3

    • OHA....da hat der Kapitalismus bei dir ja voll zugeschlagen. Zum Glück denkt nicht jeder so, sonst hätten wir ein Problem.

      •   32

        @Brikz83: Ja, ja, Du kannst ja im Aldi die Internationale anstimmen...

      •   44

        user0815 ich weiss ein dislike button wäre bei androidpit falsch ,aber hier vermisse ich in

      •   32

        Wir leben im Kapitalismus, weil alle anderen Experimente nicht funktioniert haben bzw. nicht funktionieren.

        Wer sich besser fühlt, wenn er die gleiche Ware, die unter den gleichen teils menschenunwürdigen Bedingen hergestellt wurde, in einem anderen Laden kauft, der soll das tun. Die Welt rettet er damit aber auch nicht!

      • Darum geht es mir auch nicht (primär) aber das physische Geschäfte verschwinden, kann ja wohl niemand ernsthaft wollen.

      • richtig, geht ja nur um Arbeitsplätze...

      •   32

        Wer sich nicht anpasst, der geht halt unter! Das ist nicht das Problem des Kunden...

        Moe

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