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Knastgeschichten: Gesichtserkennung im Kampf gegen Drogenschmuggel
AI 2 Min Lesezeit 4 Kommentare

Knastgeschichten: Gesichtserkennung im Kampf gegen Drogenschmuggel

Das britische Justizministerium hat bestätigt, dass es die Gesichtserkennung und das Scannen der Iris in Gefängnissen einsetzt, um gegen den Drogenschmuggel vorzugehen. Die biometrischen Scans werden bei den Besuchern eingesetzt, um diejenigen zu identifizieren, die versuchen könnten, Medikamente und andere Schmuggelware in die Einrichtung zu bringen.

Mit drei verschiedenen Prozessen will man in drei verschiedenen britischen Gefängnissen dem Drogenschmuggel besser Herr werden. Im HMP Humber wurde die Gesichtserkennung eingesetzt, im HMP Lindholme ein Iris-Scanner und bei HMP Hull mussten die Besucher ihre Ausweispapiere verifizieren, bevor sie das Gefängnis betreten durften.

Die Studie wurde als Erfolg gewertet. In einem Gefängnis stieg die Zahl der "No Shows" - Menschen, die einen Besuch organisiert hatten, aber nicht erschienen sind - an, nachdem sie erfuhren, dass die genannten Scans eingeführt werden. Die Sorge einiger Aktivisten ist jedoch, dass die Technologie legitime Familienmitglieder davon abhalten könnte, Insassen zu besuchen, was die Gesichtserkennungs und Iris-Scanner-Methode "kontraproduktiv" macht.

AndroidPIT eye sensor scanner
Ein Iris-Scanner kann Personen nur mit den Augen erkennen. / © AndroidPIT

Warum wird die Technik benötigt?

Laut einem BBC-Innenministeriumsbericht wurden mehr als 23.000 Pakete mit Drogen oder Handys von Mitarbeitern in Gefängnissen in ganz England und Wales beschlagnahmt. Gefängnisbesuche wurden dabei von den Geheimdiensten als eine der größten Möglichkeiten identifiziert, wie Schmuggelware eingeschleust werden kann.

Im HMP Humber, wo die Gesichtserkennung sechs Wochen lang getestet wurden, scannten die Kameras die Gesichter von 770 Besuchern des Gefängnisses. Die Idee ist, zu überprüfen, ob Besucher gefälschte Identitäten verwenden oder mehrere Reisen unternehmen, um verschiedene Gefangene "zu beliefern". 

Face ID iPhone X
Die Gesichtserkennung von Apple funktioniert ähnlich, wie die im Gefängnis eingesetzte. / © Apple

Justizminister David Gauke sagte der BBC: "Neue Technologien sind entscheidend für unseren Kampf gegen die Banden, die versuchen, Chaos in Gefängnissen zu verursachen. Und die biometrischen Geräte haben das Potenzial, unsere Bemühungen erheblich zu unterstützen".

In Bezug auf die Technologie, die möglicherweise auch abschreckend auf legitime Besucher wirken kann, sagte Frances Crook, Hauptgeschäftsführerin der Howard League for Penal Reform: "Wenn Familien und Kinder vom Besuch abgehalten werden, wäre das kontraproduktiv. Wir müssen daher mehr Beweise für die scheinbar abschreckende Wirkung sehen."

Was haltet Ihr von dem Einsatz solcher Technologien? Glaubt Ihr auch, dass es eine zu abschreckend auf "legitime" Besucher wirkt oder überwiegt der positive Nutzen?

Quelle: BBC

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4 Kommentare

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  • Kinder haben in Gefängnissen nichts verloren


  • Das wirkt sehr Fadenscheinig, Tenten hat vollkommen recht, die echten Gründe sind andere.


  • Ich finde es unmöglich, Besucher unter Generalverdacht zu stellen und diese dann datentechnisch zu erfassen. Nach dem Motto, die Freunde des Verbrechers sind bestimmt auch alles Verbrecher. Ich hab vor Jahrzehnten mal einen Kumpel im Knast besucht und musste mich dazu ausweisen und abtasten lassen, was ich als Besucher schon ziemlich unangenehm fand, aber die Leute auch noch zu erfassen, zu speichern und ihre Identitäten abzugleichen, geht zu weit. Mir scheint das Problem mit den Drogen nur vorgeschoben, denn das ist uralt und hat vorher auch niemanden interessiert. Viel eher denke ich, man will hier eine Datenbank aufbauen mit potentiellen Kriminellen.

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