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Kommentar 4 Min Lesezeit 23 Kommentare

Klein, kleiner, am schnellsten: Wer braucht das kleinste LTE-Smartphone?

Auf Kickstarter feiern die Macher des angeblich kleinsten LTE-fähigen Smartphones Jelly einen Erfolg: Ihr Projekt ist finanziert und so wird das Smartphone mit dem 2,4-Zoll-Touchscreen wohl produziert. Fragt sich nur: Warum?

Zugegeben: Vor vielen, vielen Jahren hatte ich beim Kauf eines neuen Handys (!) vor allem im Sinn, dass es möglichst klein sein sollte. Ein besonders interessantes Handy war das Panasonic A102. Es war geradezu unpraktisch klein - das war im Jahr 2004. Letztlich erschien dies aber außerhalb meines Handykaufzyklus - somit habe ich es nie gekauft.

Auf Kickstarter hat nun das Projekt Jelly das Finanzierungsziel von 30.000 US-Dollar locker erreicht: Kern des Produkts ist es, das kleinste LTE-fähige Smartphone der Welt herzustellen. Displaydiagonale: 2,45 Zoll (alle Informationen auf Kickstarter).

Handy klein, Smartphone groß

Das kommt aber etwas zu spät: 2004 wäre das vielleicht interessant gewesen, denn was hätte ich mit einem damaligen Handy auch machen können? Telefonieren und SMS schreiben. Das waren 2004 die wichtigsten, ja einzigen, Anwendungen - vielleicht noch die Kalenderfunktion. Dafür riesige Handys mitschleppen? Klar, dass bei dieser überschaubaren Nützlichkeit üppige Dimensionen eher out waren.

Heute sieht die Welt ganz anders aus: Das Smartphone ist zur Zentrale unseres digitalen Lebens geworden. E-Mails, Messenger-Nachrichten, SMS, Informationsbeschaffung, Unterhaltung, Fotos, Shopping, soziale Netzwerke, usw. So vielfältig wie wir Menschen sind, so vielfältig ist heute der Job unserer mobilen Begleiter.

Vortrefflich lässt sich darüber streiten, welche Größe ein Smartphone haben sollte. Manchen kann es nicht groß genug sein, andere lehnen Smartphones über 5,5 Zoll Display rigoros ab. Aber wie klein darf ein Smartphone sein? Auch hier gibt es natürlich unterschiedliche Meinungen. Von Einhandbedienung über Hosentaschenkompatibilität bis hin zur Frage des Gewichts gibt es einige gute Argumente. Eines bleibt aber Fakt: Je mehr Funktionen in den kleinen Dingern stecken, umso größer müssen sie auch sein. Deswegen wurden Smartphones stets größer und heute versuchen die Hersteller, mehr Display in die kleinen Gehäuse einzubaun.

An der Entwicklung des iPhone lässt sich das studieren: Das erste iPhone hatte ein Display mit der Diagonale von 3,5 Zoll. Erst nach einigen Generationen vergrößerte Apple auf 4 Zoll (beim iPhone 5), dann aber schon zwei Jahre später auf 4,7 und 5,5 Zoll. Sogar die Rolle rückwärts mit dem iPhone SE ging nur auf 4 Zoll zurück. Warum Apple als Beispiel für die Entwicklung von Smartphone-Größen hernehmen? Zwei Gründe: Einerseits ist die Produktlinie der iPhones sehr überschaubar. Vor allem aber ist Apple sehr gut darin, bestehende Trends zu registrieren und mit einer leichten Verzögerung in seine iPhones einzuarbeiten.

AndroidPIT iphone se eric 9925
iPhone SE: Schon fast zu klein / © AndroidPIT

Offenbar sind wir Smartphone-Kunden inzwischen auf zwei Größenordnungen eingeschossen: Die einen greifen bei rund 5 Zoll zu, die anderen bei rund 5,5 Zoll und (etwas) mehr. Diese Stufen kommen so bei Apple zum Einsatz, auch Google entschied sich für diese Abstufung. Bei Samsung ist dies ebenfalls schon seit einigen Jahren Tradition. Angesichts der kleiner werdenden Ränder sind Smartphones mit 5-Zoll-Display heute noch immer ziemlich kompakt.

Jelly-Phone: Kleiner geht nicht!

Warum also ein Smartphone mit einem Display von 2,4 Zoll wie das Jelly konstruieren? Es soll das kleinste LTE-fähige Smartphone sein. Kostenpunkt? Rund 70 US-Dollar (später 109 US-Dollar). Die Spec-Liste deutet denn auf ein Einsteiger-Smartphone mit beschränkten Specs hin: Quadcore-Prozessor mit 1,1 GHz. 1 GByte RAM und 8 GByte interner Speicher in der Standardausführung.

jelly smartphone overview
Jelly: Klein, aber nur wenig nützlich / © Jelly

Gedacht ist das Jelly-Phone als Ersatz für das Hauptsmartphone, wenn ein wirklich nur portables Smartphone gewünscht ist: Beim Sport zum Beispiel oder für die Party am Abend. Mir würde vielleicht noch der Einsatz als LTE-Hotspot einfallen. Dank einiger Apps, die nicht mal mehrgerätefähig sind (WhatsApp oder Threema zum Beispiel), ist aber der Einsatzzweck eines solchen Zweitphones für abendliche Touren eher begrenzt.

Kleine Smartphones haben Ihre Vorteile, aber Jelly ist zu radikal: Es gibt zweifellos zu viele Kompromisse, sowohl bei der Leistung als auch bei der Display- oder Speichergröße. Selbst mit viel Wohlwollen gibt es kaum ein Kaufargument für Jelly.

Letztlich bleibt also festzuhalten: Der Titel “Kleinstes LTE-fähiges Smartphone” ist ziemlich schnuppe. Wer ein alltagstaugliches kompaktes Smartphone sucht, wird hier nicht glücklich.

Habt Ihr Verwendung für ein so kleines Smartphone wie das Jelly? Investiert Ihr in diese Crowdfunding-Kampagne? Verratet es mir in den Kommentaren!

23 Kommentare

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  • meine Frau wünschte sich ein kleines Handy. Nur zum Telefonieren. JAJA.. ICh also im Weihnachtsstress das Ding besorgt und voller Vorfreude auch schnieke verpackt.
    Businesshandy eingerichtet und los gings. Als nach gut 3 Tagen die Wapp kam: Gu kanft hiir kaum richtigf tippn.. entschloss ich mich ihr mein Handy zu schenken und das Jelly als Spass an der Sache zu sehen. Zugegeben.. teuerer Spass, aber witzig isses schon.

    Nur.. brauchbar ? Allerhöchstens wenn man sein Handy wegen Glasbruches mal n Paar Stunden weggeben muss , ansonsten genauso überflüssig wie andere Gadgets ;)


  • Schon über 7000 Unterstützer und die FCC Zulassung ist durch!
    https://www.kickstarter.com/projects/jellyphone/jelly-the-smallest-4g-smartphone/posts/1879352


  • Kleiner als 4" muss es nun wirklich nicht sein, aber es wird Leute geben, die das Teil kaufen. Ein Kassenschlager wird es aber sicher nicht werden, füllt einfach nur eine Nische.


  • Ich finde, kleiner als beim IP SE muss ein Smartphone Display nicht sein - für mich persönlich.
    Aber vom Grundsatz finde ich den Flaschenöffner für die Hosentasche schon witzig.


  • Naja wen es anspricht bitte schön, ich bin vom s7 auf das Asus zenfone 3 ultra umgestiegen und bin der Meinung es gibt zu wenig phablet die an der 7zoll Marke kratzen und dabei so hervorragende Performance bieten.


  • Ich telefoniere zu selten mit dem Handy.
    Daher um so größer um so besser ;-)

    Peter


  • > 2004 wäre das vielleicht interessant gewesen, denn was hätte ich mit einem damaligen Handy auch machen können? Telefonieren und SMS schreiben. Das waren 2004 die wichtigsten, ja einzigen, Anwendungen - vielleicht noch die Kalenderfunktion.

    2004 gab es schon zahlreiche WAP-fähige Handys, mit denen auch E-Mail und Browsen möglich war. Es hat nur kaum jemand genutzt, weil es

    1. zu teuer war
    2. zu langsam war
    3. WAP als Pool von Abofallen galt

    Telefonieren und SMS waren also 2004 nicht die einzigen Anwendungen, die auf Handys möglich waren.


  • Sue H
    • Blogger
    04.05.2017 Link zum Kommentar

    So ein Teil als Blockhandy, steuerbar über Touch und eben so wie ein Tatsenhandy früher, fände ich schon sehr cool.
    Natürlich schon mit Android und Apps etc.


  • Für mich sind Geräte um die 5 Zoll am optimalsten. Für alles darunter braucht man eine Lupe, besonders wenn man selbst schon in die Jahre gekommen ist 😉. So ein Miniding wäre nichts für mich!


  • Ich nutze schon länger eine Smartwatch und habe mit dem Display das bedeutend kleiner ist keine Probleme. Klar ist doch wohl dass das Jelly nicht für ebooks, youtube und Spiele gedacht ist.
    Nicht jeder will mit einem Frühstücksbrettchen am Kopf durch die Gegend laufen oder hat Wurstfinger die eine Bedienung unmöglich machen.
    Ich überlege wirklich 95 $ in ein Jelly Pro zu investieren.


    • Für mich wärs nix, liegt aber auch daran dass mal wieder der Begriff Smartphobe verwendet wird für ein Gerät was definitiv nicht "smart" ist. Gerät mit LTE aber so klein dass NIX was LTE nutzt Sinn macht. Verstehe den Sinn dahinter nicht außer als Festivalgerät oder so...

      PS: Man soll das Teil laut Kickstarter mitnehmen wenn man das große, klobige nicht braucht. Also immernoch irgendwie sinnlos, da selbst große Geräte mittlerweile recht handlich sind man eigentlich immer irgendeine Aufgabe hat die das kleine Teil kaum hinbekommt und wenn dann deutlich schlechter


  • Das wär maximal ein Schlüsselanhänger.


  • Wenn ich schon sehe wie auf dem z.b IPhone SE mit dem kleinen Finger akrobatisch rumgetippt wird dann frag ich mich wie das auf dem Phone gehen soll. Vielleicht wollen die eine neue Käuferschicht generieren 4- 6 jährige.


  • also für solche Funktionen wie Hotspots o.ä. ist das Teil gut geeignet. Gerade wenn knapp ausgerüstet, kann es viele reine Schaltstellenfunktionen zB im IoT wahrnehmen, wofür nur eine minimale Bedienbarkeit (Setups, App-Installation, Browser-Funktionslität, evtl. sogar als Mini-App- oder Communication-Server) benötigt wird. Hauptsache pflegbares Kern-System und super PREIS, dann große Stückzahlen mit gleicher customisierter Voreinstellung möglich.


  • Für Festivals hole ich mir lieber das Nokia 3310


  • finde ich gut, es hätte aber 3.5 sein sollen. 2004 habe ich mit mein MDA 3 auch ICQ gemacht also sowas wie das jetzige whatsapp. Am MDA 3 war noch eine Tastatur dran, was super war und noch ist.


  • Ich finde es gut dass es große und kleine Smartphones gibt. So kann sich jeder selbst aussuchen was er haben will.


  • Perfekt um seine geklautes Auto zu tracken...

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