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Schönheits-OP & Co.: Kinder im Visier der App-Industrie

Wie heißt es so schön? Im Krieg und in der Liebe ist alles erlaubt. Dieses Sprichwort scheint zunehmend auf den App-Markt zuzutreffen. Spiele, die Neunjährige an plastische Chirurgie heranführen, millionenfache In-App-Käufe Minderjähriger, die für Apple vor Gericht endeten - dies sind nur Symptome eines größeren Problems: Die App-Industrie nimmt zunehmend Kinder ins Visier. Doch sind wir darauf ausreichend vorbereitet?

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appstore kinder tatort
© flickr, ECohen/AndroidPIT

Vor wenigen Tagen ging eine App mit dem sperrigen Namen “Plastic Surgery & Plastic Doctor & Plastic Hospital Office for Barbie Version” durch die Presse, die Kinder ab neun Jahren mit folgenden warmen Worten begrüßte: 

Dieses arme Mädchen hat so viel Übergewicht, dass ihr keine Diät helfen kann. In unserer Klinik kann sie sich einer Operation namens Fettabsaugung unterziehen, die sie schlank und hübsch machen wird. Dazu müssen wir kleine Einschitte in Problemzonen machen und das Extra-Fett absaugen. Operierst du sie, Doktor?

plastic apps
Screenshot der umstrittenen App für Kinder. / © Google, Apple/AndroidPIT

Auf bunte, kindferfreundlich animierte und scheinbar harmlose Art und Weise beeinflusst die App das noch im Werden begriffene Wertesystem des Kindes und suggeriert ihm nicht nur ein problematisches Schönheitsbild. Sie stört im schlimmsten Fall auch die Identitätsfindung eines Menschen, der relativ kurz vor dem Eintritt in eine entscheidende Lebensphase steht und sich und seinen Körper erst akzeptieren lernen sollte, bevor er anfängt, ihn operativ nach irgendwelchen Idealen modellieren zu wollen. Nach massivem Protest von Frauenrechtsbewegungen und allgemeiner öffentlicher Empörung wurde die App aus Apples Store entfernt. Aber natürlich war sie nicht die einzige ihrer Art.

Dann wäre da der Fall eines Achtjährigen, der über diverse Spiele wie Hay Day ohne das Wissen seiner Eltern In-App-Käufe im Wert von insgesamt 6.000 US-Dollar tätigte. Das ist kein Einzelfall, und so kam es zur Sammelklage gegen Apple, an deren Ende nun eine Zahlung von 32,5 Millionen Dollar stand, um so geschädigte Eltern zu kompensieren. Zuvor hatte die amerikanische Federal Trade Commission eine Untersuchung des App Stores hinsichtlich Apps für Kinder angekündigt. Und die ist auch nötig, egal ob iOS, Android oder WindowsPhone.

plastic surgery app
Apps, die mit dem Konzept der Schönheitschirurgie spielen, gibt es einige. Doch nicht alle sind speziell an Kinder gerichtet.  / © Kaeria

Das Problem als solches ist so alt wie Technologie selbst. Vor wenigen Jahrzehnten musste sich die Gesellschaft erstmals fragen, wie Kinder vor inadäquaten Fernsehinhalten zu schützen sind. Später waren es Kinder und Computer, dann das Internet, und nun sind Apps hinzugekommen. Immer häufiger begegnen uns in der Öffentlichkeit Knirpse in Kinderwagen, die auf dem Smartphone der Eltern Candy Crush Saga spielen. Sie sind schon längst die neue Zielgruppe der App-Industrie, und trotz wachsender Medienkompetenz sind sie verwundbar wie eh und je. Aufs neue müssen wir also eine gesamtgesellschaftliche Debatte darüber führen, wie damit umzugehen ist. Und wie immer beginnt diese mit der Aufsichtspflicht der Eltern. Doch da kann sie nicht enden.

Quelle: Times, Apple Insider

38 Kommentare

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  • Schon interessant, wie sicher sich hier einige sind, ab welchem Alter ein Kind/Jugendlicher an bestimmte Medien "herangeführt" werden sollte.
    Dass Kinder eher individuell auf Einflüsse jedweder Art reagieren, scheint sich noch nicht rumgesprochen zu haben.
    Es ist Eltern außerdem durchaus möglich, ein Kind heranzuziehen, welches eine App wie "Plastic Surgery.." als den Wahnsinn erkennt, der es ist.
    Oder sogar als Satire.
    Dafür müsste man aber seine Blagen ernst nehmen, lernen, "ihre Sprache zu sprechen" und jede Menge Zeit aufbringen.

  • Wenn ich mir mal an meiner Schule die Fünftklässler ansehe...mein erstes Smartphone hatte ich vor einem Jahr mit dreizehn. Doch viele dieser Fünftklässler sind erst zehn und haben bereits das neueste iPhone oder nen anderen scheiss. bevor ich ein Smartphone hatte hab ich sehr viel mit lego und co. gespielt,inzwischen hör ich mir lieber beim lernen Musik an. Spiele habe ich auf meinem Handy zwei und in-app Käufe brauch ich nicht. Ich halte nichts von diesen spielen mit Schönheitsoperationen und so. Natürlich bin ich froh ein Galaxy nexus und ein Nexus 7 zu haben,doch ich bin froh das ich es nicht früher hatte...und wenn dieser Kommentar von irgendwelchen Eltern gelesen wird deren Kind immer das neuste Handy hat: schämt euch eure Kinder der Werbeindustrie und dem Internet schon in einem solchem alter auszusetzen, spätestens mit 13/14 sollte ein Kind ein eigenes Smartphone oder tablets haben !

  •   10

    ach kommt flennt hier nicht so rum jeder von euch würde für 1 € Profit mehr genau das selbe tun

  • Bis 10

  • Ja genau haltet Kinder bis sie 18 sind von Smartphones und Computern fern, dann haben sie es im Berufsleben viel leichter.

  • Wer hier im Forum der Meinung ist, dass Kinder nicht früh genug mit Smartphone, Tablet und Computer anfangen können, dem empfehle ich mal im Internet nach "Digitale Demenz" zu suchen. Mit gleichem Namen gibt es ein Buch eines Hirnforschers. Genauso wie man auch einem Kind nicht schon 'ein bischen' Alkohol probieren lässt, sollte Kinder mit digitalen Medien konfrontiert werden, da deren Gehirn noch im Aufbau ist. Symptome wie Konzentrationsschwächen, Nervosität, leichte Ablenkbarkeit, etc. sind die Folge.

  • Klar dass Kinder heulen, wenn man ihnen was verbietet. Aber Eltern müssen klare Grenzen setzen. Kann mich noch gut an einen Besuch in einem griech. Lokal erinnern. Eltern mit Kind. Der Bengel war rotzfrech, hat andere Gäste belästigt und hätte beinahe den vollen Teller eines Gastes vom Tisch geworfen. Einzige Reaktion der Eltern: Nichtbeachtung! Bis irgendwann die Mutter seufzte und sagte: endlich kommt er in die Schule, da wird er erzogen.
    Hallo? Erziehung ist nicht die Aufgabe der Lehrer, sondern der Eltern!

  • Ganz ehrlich meine Tochter ist 4 und ich möcht nicht das sie z.b mit 8 Jahren auf der Grundschule ein Smartphone hat. Das ist im ganzen eigendlich nicht verantwortbar und wie ich hörte rennen schon die ganzen Knirpse mit den Dingern rum. Das Internet ist für blagen gefährlich und nicht ein zu schätzen. Die Eltern können den Konsum garnicht richtig überwachen.

    Und da ein Smartphone Internet haben muss, ist es somit eigendlich nicht geeignet.

    Ich finde z.B in den Grundschulen müssten die Dinger verboten sein. ( Ausgenommen zugelassener Geräte )

    So wie jetzt ist es einfach nur unveranwortbar. Das Kind kann solchen Apps zum Opfer fallen, es kann via Internet unbeaufsichtigt an falsche Inhalte gelangen, genauso kann es von außen angegriffen werden, Chats mit falschen leuten usw.

    Die Kinder können das alles einfach nicht einschätzen.
    Und damit die Smartphones nicht zum Gruppenzwang werden sollten sie eigendlich nicht mit zur Grundschule genommen werden.

  • Ich bin mit dem ganzen Technikkrams aufgewachsen und bereue es heute sehr, dass man mich nicht doch noch mehr davon fern gehalten hat. Wenn Eltern den Artikel lesen: Kinder und Smartphones gut und schön, aber nur im richtigen Alter, mit den richtigen Apps und vor allem NICHT um Kinder ruhig zu stellen (oft erlebt in Bahn/beim Arzt).

    Käufe mit Passwörtern schützen ist einfach, Kindern erst gar nicht in die Reichweite solcher Apps/Spiele zu bringen noch einfacher.

  •   32

    Eine zeitliche Reglementierung kann nur ein Teil vieler Arten sein, um Kinder an IT heranzuführen. Was hat ein 13 jähriger ein Smartphone zu haben ? Dazu kommt noch die geistige Reife eines Menschen, die mit 18 noch lange nicht erreicht ist.
    Was absolut nichts mit Verweigerung mit zunehmenden Alter zu neuen Technologien zu tun hat.

    Ein heranführen ist unerlässlich. Es lauert mehr als nur die SchönheitsApp.
    In diesem Sinne - checken wir doch alle mal unseren Smaty-Konsum...

    @ AndroidPit
    Hab gestern eine APP von einer deutschen Universität gesehen, die den Konsum vom eigenen Phone protokolliert und einen Score erstellt. Dieser fließt gleichzeitig anonym in eine Studie. Mit dem lokalen Score kann man auch selbst sehen, wie stark der Kosum ist. Hintergrund ist zunehmend bedenkliche Verhaltensweisen (Sucht).
    Da könntet ihr auch mal einen Artikel bringen.
    Interessantes Thema.

    Edit: wie auf Kommando. Da ist der Artikel schon.

  • ich finde es auch wichtig,dass sinnvoll zeitlich reglementiert wird. aber eben nicht nach diesem "genau 30 mins und dann der Stecker raus". ist doch klar dass das Kind dann bockig wird,wenn die Serie noch 5 mins dauert oder es noch 2 Minuten zum nächsten speicherpunkt sind...

  • @Marius Hast du Probleme? Ich hasse immer diese typen, die immer meinen wie verkommen die Jugend doch ist. 13ist ein angemessenes Alter fürs smartphone, und minecraft spielen ist sicher nicht schlecht, das regt die Kreativität an. Der shooter ist fragwürdig, aber eigentlich sollte man das in dem Alter halt verarbeiten können. Wir - Die teenager spielen nur so oft mit dem smartphone, weil uns langweilig ist. Wenn ihr als kinder beim artzt warten musstet, habt ihr in die Luft. Geschaut, wir spielen halt mit smartphones. (Mal abgesehen von. Den Suchtis die nebeneinander sitzen und chatten...)

  • @Flash Fan richtig !! wenn Kinder jetzt nicht mit Technik umzugehen lernen werden in ein paar jahren wieder IT Experten vom Ausland geholt weil hier keiner einen Fernseher zum aufnehmen programieren kann ganz zu schweigen vom PC oder was anderes. SP ist was gutes nur die Eltern sollten einen Account erstellen mit pw und so muss das Kind vor jeder Installation fragen ob DU bitte installieren kannst ;) so einfach ist das.

  •   18

    Noch einmal: Verbote bewirken nichts, manchmal sogar das Gegenteil.
    Ich gehe mal davon aus, das der Gebrauch von Smartphones und Tablets unter der AndroidPit-Leserschaft ganz normal und alltäglich ist. Eure Kinder sehen das natürlich und wollen genauso wie Ihr damit spielen. Verbietet Ihr Ihnen das, wird das zurecht von den Kindern als ungerecht wahrgenommen. Damit werden Smartphones und Co. nicht etwas alltägliches, sondern etwas besonderes. Die Kinder werden bei Freunden damit spielen und Ihr habt es dann nicht mehr in der Hand, was sie da machen. Mit Euch werden sie dann auch nicht darüber reden, denn Ihr habt es ja verboten. Dummes Verbieten ist der einfachste Weg, aber nicht der Richtige. Unser Kinder werden später nur noch mit Computern und VR-Systemen, die wir uns heute noch nicht mal vorstellen können, arbeiten. Die, die nicht mit dieser Technik ganz selbstverständlich umgehen werden können, werden die neuen Analphabeten sein...

  •   50

    @Ali Abou: So einfach ist das nicht, zu unserer Jugendzeit gab es noch keine Computer und Smartphones, und heute gibt es sie nunmal. Es ist ja nicht so schlecht wenn Kinder den Umgang damit lernen.

  •   25

    Eines sollte bei aller Diskussion klar sein. Letztendlich haben Smartphones nichts in Händen von Kindern zu suchen. Es lässt sich einfach nicht vermeiden das Kinder mit so einem Dreck in Kontakt kommen und man kann die Kinder nicht 24/7 kontrollieren. Meine Söhne (12+13) haben ein stinknormales Nokia Handy c1-01) Es ist nur zum telefonieren gedacht. Über Smartphones kann man später nachdenken so meine Meinung

  •   18

    Ach ist das wieder Lustig!
    Hier wird wieder das Jahrtausende alte Lied über die Jugend (bzw. die Eltern) von heute gesungen. Das früher alles besser war und die heutige Jugend verkommen, respektlos und gewalttätig sei, kann man schon in summerischen und altgriechischen Texten nachlesen.
    Ja, früher war alles besser und zu meiner Zeit hätte es das nicht gegeben.

    Ähnliche Diskussionen wurden nicht nur über das Fernsehen geführt, sondern auch über Bücher, als diese in Masse produziert werden konnten.

    Lasst Euch mal was neues Einfallen, denn viele Kommentare hier sind einfach nur Stammtischparolen.

  • Die Kinder verlernen doch dadurch wie man miteinander umgeht, wenn sie nur am Handy spielen oder vor dem Computer hängen. Die Auswirkungen sieht man ja jetzt schon. Viele (nicht alle! - und besonders Jugendliche) werden immer gewalttätiger.

  • Finde so was auch schlimm. Kinder können mit Geld nicht umgehen. Wohne in der Nähe eines Gymnasiums. Da kommt jeder zweite mit einem Handy aus der Schule. Zu meiner Zeit hätt ich keins gekriegt. Auch nicht, wenn ich Rotz und Wasser geheult hätte. Das Problem sind meiner Meinung nach die "Erzeuger". Sorry, als etwas anderes kann man die nicht bezeichnen. Die Alten wollen ihre Ruhe haben und drücken ihren Gschrappen ein Handy in die Hand. Pfui! 1.000 Handys können ein nettes miteinander nicht ersetzen. Eltern werden doch eine Stunde am Tag für ihren Nachwuchs Zeit haben und zum Wochenende einen Familienausflug machen können.

  • Was erwartet man denn, wenn Kinder im Alter von 10/ 11 Jahren ein SP in die Hand gedrückt bekommen? Ist doch klar, dass das nicht gut geht...

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