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2 Min Lesezeit 16 Kommentare

Keine Nase erforderlich: IBM und Symrise führen KI-gestützte Parfums ein

Wenn es zwei Wörter gibt, die man vielleicht nicht zusammen erwarten würde, dann sind das "Künstliche Intelligenz" und "Parfüm" in einem Satz. Doch es war nur eine Frage der Zeit, bis das maschinelle Lernen den Weg in die Milliarden-Dollar-Schönheits- und Duftstoffindustrie finden würde. Philyra, nach der griechischen Göttin des Duftes benannt, hilft eine von IBM entwickelte KI nun bei der Herstellung von Parfums für Symrise.

Wie aber trifft die KI Zutatenentscheidungen ohne Geruchssinn? Symrise - ein globaler Hersteller von Aromen und Duftstoffen - stellt IBM eine Datenbank mit über 1,7 Millionen Duftformeln zur Verfügung. Der Algorithmus verwendet dann andere Datensätze, die Informationen über Alter, Standort und Präferenzen der Kunden enthalten, um Vorschläge zu machen. Ziel ist es, zu verstehen, welche Art von Parfüm beliebt sein wird und bei welcher Zielgruppe.

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Parfümeur David Apel arbeitet an dem KI-Duft. / © Symrise

Philyra hat aber auch eine kreative Seite gezeigt. Während der Mensch auf seine Art und Weise festsitzt, experimentiert die KI und führt neue Formeln ein. David Apel, VP von Symrise, sagte Forbes, dass das System "eine Formel generierte, die ein veraltetes Material entfernte und die Dosierung eines beliebten Sandelholzduftes erhöhte. Es wurde auch unerwartet in die Mischung aus Zedernholz eingeführt, einer weiteren beliebten Zutat ". Das wahre Potenzial des Systems wird jedoch in Kürze getestet. O Boticário - ein großes brasilianisches Kosmetikunternehmen hat zwei von der KI entworfene Parfums für Jahrtausende bestellt, die im nächsten Jahr erscheinen sollen. Bisher haben sie große Resonanz bei den Fokusgruppen erhalten, aber wir werden warten, bis sie auf den Markt kommen, bevor wir sie für erfolgreich erklären.

Nicht einmal die kreativen Bereiche sind vor der KI sicher

Bedeutet das, dass der Mensch bald durch Maschinen in einem weiteren Bereich ersetzt wird? Apel sagt, dass KI die einzige Innovation ist, die die Riechstoffindustrie "seit dem 18. Jahrhundert" gesehen hat, glaubt aber nicht, dass Philyra die menschliche Nase komplett ersetzen wird. Die AI wird eher wie ein Lehrling, und nicht wie ein Meister sein. Die beiden O Boticário-Düfte haben auch von einem Meisterparfümeur den letzten Schliff erhalten. Das bedeutet, dass maschinelles Lernen einfach die Effizienz verbessert und die Kosten für die Parfümhersteller vorerst senkt.

Einige Leute rümpfen jedoch bei dieser Vorstellung die Nase – oder verdrehen zumindest die Augen. Der Akt der Duftkreation wird von vielen als Kunst angesehen, und wir sind sicher, dass vom Menschen entworfene Parfüms noch lange Zeit bei Liebhabern beliebter bleiben werden.

Quelle: Vox

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16 Kommentare

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  • Tägliches duschen ist nicht notwendig und auch nicht sinnvoll , da der Schutzfilm der Haut dadurch zerstört wird. Die Haut halt Talkdrüsen und schützt sich dadurch. Durch häufiges duschen wird dieser Schutzmechanismus zerstört. Also lieber müffeln als waschen.
    Freu nach dem Motto " Nimm mich jetzt auch wenn ich stinke denn sonst mach ich winke winke und Good Bye.


  • Der Mensch muss sich eben langsam davon verabschieden zu denken dass unser Gehirn, auch bei Kreativität, etwas anderes macht als Elektromagnetische Impulse zu interpretieren.
    Nichts an uns ist besonders oder anders.

    Es ist nur eine Frage der Zeit, bis künstliche Intelligenzen es uns gleichtun und vollkommen autark lernen. Wieso auch nicht?
    Wir speichern doch Daten und Informationen auch nur ab und rufen diese durch einen aus Erfahrungen und Eindrücken erstellten Algorithmus wieder ab in den, im Idealfall, passenden Momenten.

    Alles Chemie. Alles Aktionen und Reaktionen. Nichts weiter.

    Ein interessantes Thema, weiter so!


    • Vom rein wissenschaftlichen Standpunkt aus betrachtet stimmt das wahrscheinlich. Aber ich schätze, dass sich Intuition, "Seele" und der gewisse Grad an Genie und Wahnsinn (also die Zutaten, die aus Kunst große Kunst machen), nur sehr viel schwerer simulieren lassen.


      • Ich glaube dass diese Konstrukte des Menschen sind um sich unerklärliche Dinge eines, vielleicht fehlerhaften oder überlegenen Geist, zu erklären.
        Intuition - Instinkt etc. ist mE Erfahrung.
        Was wir als große Kunst bezeichnen, ist ja nur eben das was ein Kollektiv, vielleicht aus einer Epoche oder eine Gesellschaft als große Kunst erachtet .
        Vielleicht würden andere Lebensformen Kunst, die wir verschrien haben als große Kunst anerkennen.
        Das sind alles subjektive Wahrnehmungen.
        Rein objektiv betrachtet sind Aussagen wie "Ich konnte schon früh zeichnen wie Raffael, aber ich habe ein leben lang dazu gebraucht, wieder zeichnen zu lernen wie ein Kind." (Bsp. Pablo Picasso) für uns, aufgrund seiner Geschichte und seines Bekanntheitsgrades beeindruckend und ich habe sicher ein Auge dafür.
        Rein objektiv betrachtet ist es aber keine absonderliche Meisterleistung.

        Ich glaube btw. nicht dass eine Seele oder ein Geist existiert. Wir haben unser Gehirn und dort spielt sich alles ab und wenn dieses stirbt stirbt der Mensch den es schuf.


      • Hm, ist wohl mehr die "Sheldon-Cooper-Art", das Leben zu betrachten;-) Was völlig legitim ist. Ich denke aber, dass ein Individuum in der Lage ist, Kunst Leben einzuhauchen, die seine Persönlichkeit ausdrückt. Das würde ich durchaus als Seele oder Geist bezeichnen. Und bleibt auch auch nach dem Tod des Künstlers erhalten.


  • A. K.
    • Mod
    vor 3 Wochen Link zum Kommentar

    Spannendes Thema. Da muss man auch drauf kommen, die K. I. für etwas künstlerisches einzusetzen. Ist aber gar nicht so weit hergeholt, dass es bestimmte Muster gäbe, nach denen ein "harmonischer Duft" kreiert oder als solcher empfunden wird.


    • Das ist gar nicht so neu. In der Malerei wurde KI bereits mehrfach eingesetzt, eins der Werke wurde gerade erst die Tage bei Christies für mehrere hunderttausend Euro versteigert. Der Name des "Künstlers" ist "min G max D Ex[log(D(x))]+Ez[log(1-D(G(z)))]".

      Edit: Inzwischen gibt es einen Artikel dazu bei Apit.

      A. K.


  • Das Mischen von Parfums ist ja ein sehr komplexer Vorgang, da kann ich mir gut vorstellen, dass da eine KI mit den richtigen Daten gefüttert, durchaus helfen kann. Gerade der Dreiklang von Kopf-, Herz- und Basisnote ist im günstigen, aber auch im teuren Bereich oftmals ja überhaupt nicht harmonisch. Und die Trends der letzten Jahre gehen auch in die Richtung, neue Duftfelder, abseits der jahrelang immer gleichen Düfte, zu erschließen. Gerade Anna Yake mit ihren modernen Kompositionen versucht da neue Wege zu finden, aber auch so "alte Hasen" wie Hermes mit ihren neuen Pflanzendüften. Ich finde die Entwicklung sehr spannend und hoffe, eine KI bringt da neue Inspiration mit ein.


  • Schöner Zeitvertreib....Aber man darf nicht vergessen.... auch Wasser und Seife und öfters mal waschen duschen hilft auch gegen 😊💨🤢 Schweiß Gerüche.Vorallem übertreiben es viele gern mit Parfüm.In der Straßenbahn oder Bus,Zug....da riecht es oft wie im P🤢ff. Es heißt ja „Düfte beleben unsere Sinne „....aber verursachen auch gern Kopfschmerzen.


    • Sophia Neun
      • Admin
      • Staff
      vor 3 Wochen Link zum Kommentar

      Seit wann soll Parfüm das Duschen ersetzen? Das denken doch nur leider einige von Deo.


      • @Sophia: das mit dem Parfüm statt regelmäßig zu duschen habe ich auch schon oft gehört, ich kenne das von zwei Bevölkerungsgruppen, dennen ich regelmäßig im ÖPNV begegne: ältere Menschen und Ausländer, die aus Ländern Kommen in denen Wasser knapp ist. Mit diesen Gruppen habe ich schon Diskusionen zu diesem Thema mitbekommen. allerdings stellt sich mir die Frage: was hat das mit dem Artikel zu tun? Es geht ja eher darum, dass KI hier eine Aufgabe übernimmt, de bisher nur uns Menschen vorbehalten war.


    • Ja, das ist mir auch schon aufgefallen. Tägliches Duschen ist scheinbar nicht mehr so in Mode und dann wird das mit Unmengen von billigem Rasierwasser versucht zu kaschieren.


    • A. K.
      • Mod
      vor 3 Wochen Link zum Kommentar

      Früher konnte man nicht duschen, weil die Gewässer verseucht waren. Stattdessen hat man sich eingepudert.

      Vielleicht ist es ja so eine Art Retro Trend?

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