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Kartellamt gegen Facebook: Schluss mit der Schnüffelei!
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Kartellamt gegen Facebook: Schluss mit der Schnüffelei!

Facebook steht mal wieder im Fokus staatlicher Behörden. Diesmal hat sich das deutsche Bundeskartellamt das Social Network vorgeknöpft. Facebook bekommt bei seiner Datensammelwut einen weiteren Riegel vorgeschoben. Eigentlich eine gute Sache, aber das ganze erinnert ein bisschen an die Geschichte von Sisyphos.

So nicht, Facebook! Das Bundeskartellamt hat das Social Network erneut ordentlich angezählt und versucht, den Schnüffeleien und dem Datenhunger von Facebook einen Riegel vorzuschieben. Künftig soll Schluss damit sein, so viele Dinge über die Nutzer zu speichern wie nur möglich.

Zustimmung muss sein

Dabei geht es den Kartellwächtern gar nicht darum, dass Facebook so viele Daten anhäuft, wie es kriegen kann. Das Problem ist das Verknüpfen von unterschiedlichen Plattformen, ohne die Nutzer transparent darüber aufzuklären. Facebook, WhatsApp, Instagram und andere dürfen die Daten nur mit dem Facebook-Konto des Nutzers verknüpfen, wenn der seine Einwilligung gibt. Wenn nicht, müssen die Datensätze unter dem Dach der jeweiligen Dienste bleiben.

Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes, sagt: "Wir nehmen bei Facebook für die Zukunft eine Art innere Entflechtung bei den Daten vor. Facebook darf seine Nutzer künftig nicht mehr zwingen, einer faktisch grenzenlosen Sammlung und Zuordnung von Nicht-Facebook-Daten zu ihrem Nutzerkonto zuzustimmen. Die Kombination von Datenquellen hat ganz maßgeblich dazu beigetragen, dass Facebook einen so einzigartigen Gesamtdatenbestand über jeden einzelnen Nutzer erstellen und seine Marktmacht erreichen konnte. Der Verbraucher kann in Zukunft verhindern, dass Facebook seine Daten ohne Beschränkung sammelt und verwertet."

Facebook 06
Wie lange geht der Daumen noch nach oben? / © Lloyd Carr/Shutterstock

Daten sind für Facebook bares Geld wert

Das klingt erst einmal gut und richtig, es gibt allerdings gute Gründe, daran zu zweifeln, dass diese Entscheidung etwas an dem Vorgehen von Facebook ändert. Zunächst ist die Entscheidung noch nicht rechtskräftig, und Facebook wird den ganzen Prozess so sehr in die Länge ziehen, wie es geht. Außerdem ist es nun einmal so, dass das gesamte Geschäftsmodell des Unternehmens von Mark Zuckerberg auf einer Währung basiert: Daten. Es ist wie überall im Netz: Kostenlose Dienste bezahlt Ihr mit Euren Daten und denen Eurer Freunde, und weil Facebook, Instagram und WhatsApp derartig viele Nutzer haben, klingelt dort entsprechend die Kasse.

Andreas Mundt hat es richtig erkannt: "Daten sind heute ein entscheidender Faktor im Wettbewerb. Gerade für Facebook sind sie sogar der wesentliche Faktor für die Dominanz des Unternehmens". Genau deshalb wird Facebook auch einen Teufel tun, dieses extrem erfolgreiche Modell zu ändern, nur weil es die deutschen Kartellwächter gerne hätten. Was juckt es schon die Eiche, wenn sich die Wildsau an ihr reibt?

Doch es gibt auch Hoffnung, denn Facebooks Geschäftsmodell ist tatsächlich bedroht - allerdings von anderer Seite.

Facebook wird alt

Ich komme nach wie vor nicht um Facebook herum, was vor allem an meinem Beruf liegt. Die Plattform ist für den Austausch mit der Leserschaft und als Nachrichtenquelle für viele Menschen einfach zu wichtig - zumindest noch. Ich habe nämlich tatsächlich den Eindruck, dass Facebooks Stern so langsam sinkt. Jugendlich und junge Erwachsene, also die Altersgruppe, die Facebook groß gemacht hat, geht längst bewusster mit ihren Daten und ihrer Privatsphäre um als meine Generation damals. Facebook wird ein bisschen zum Alte-Leute-Netzwerk - in einem so dynamischen Umfeld ist das kein gutes Zeichen.

Vertraut Ihr Facebook Eure Daten noch immer an oder habt Ihr dem Social Network schon den Rücken gekehrt?

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Top-Kommentare der Community

  • Klaus Trofob vor 2 Monaten

    Klar, warum auch nicht?
    Meine Mutter löscht regelmäßig das Internet.

  • Aries vor 2 Monaten

    Jeder kann sich meinetwegen auf Facebook befreunden, mit wem er will sowie auf Instagram folgen, wem er will.

    Ich hatte viele Jahre einen Facebook-Account und finde die Grundidee immer noch gut. Was Facebook jedoch daraus im Hinblick auf Datensammelei und Profilbildung gemacht hat, geht zu weit und ist den Nutzern größtenteils nicht bewusst. Zudem betrifft es auch Daten unbeteiligter und hier hört der Spaß auf. Der Konzern nutzt seine Marktmacht, die Nutzer zu Mittätern zu machen und untergräbt Rechte unbeteiligter.

    Deshalb ist es richtig, dass neben den Datenschutzbehörden auch das Kartellamt tätig wurde. Was noch fehlt, ist dass sich die Nutzer in breiter Masse bewusst werden, auf was sie sich eingelassen haben und die Konsequenzen ziehen.

    Auch dazu kann die Entscheidung des Kartellamtes beitragen. Denn am meisten wird Facebook Mitgliederschwund weh tun. Erst wenn es wirklich weh tut, werden sie ihr Handeln überdenken.

    @AndroidPIT: Auch ihr seid Nutzer. Und in meinen Augen hat jede Firma eine Verantwortung und verleitet andere über den Facebook- und Instagram-Auftritt zu Dingen, die diese eigentlich nicht wollen und sich nicht bewusst sind.

    Mich würde interessieren, wie das von einen Gericht gesehen wird.

  • Sandtiger vor 2 Monaten

    Facebook?
    Wozu sollte ich mir die Lebenstrivialitäten anderer antun.

    Hab mich neulich mit jemanden unterhalten welcher einen Sprachfehler hatte.
    Statt Facebook, sagte er immer Fakebook.
    Ich glaube, unbewusst hat er den Nagel auf den Kopf getroffen.

20 Kommentare

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  • Ich beklage mich nicht über die Datensammlungen im Netz, ich weiß einfach das es so ist und halte mich mit meinen Angaben zurück bzw. gebe vieles nicht preis. Dennoch weiß ich, das fb und andere viel mehr Daten über mich haben, als es mir wohl bewusst ist. Der Gesichtspunkt dass die das nichts angeht, hängt von der Blickrichtung ab, die nicht unterschiedlicher sein kann. Dennoch geht es bei fb ums Geld verdienen und die Daten werden nicht zur Erpressung oder Gewalt- sowie Straftaten benutzt (normalerweise, außer sie werden geklaut), das sollte man auch mal wissen und solange es im Rahmen der gesetzlichen Bedingungen abläuft kann man auch wenig machen. Darum begrüße ich aber auch jeden Versuche von gesetzlicher Seite, dies einzuschränken... auch wenn es wohl nicht gelingen wird.


  • Sarah vor 2 Monaten Link zum Kommentar

    Da wird ein riesen Tamtam um Huawei gemacht, dass die vielleicht, eventuell, möglicherweise irgendwann irgendwelche Daten bekommen könnten. Aber für die bewiesenen großen Schnüffler interessiert sich kaum jemand. Und natürlich werden die ihre Daten auch weiterhin zusammenführen, da findet sich schon ein juristisches Schlupfloch.
    Ich möchte nicht wissen, was Facebooks Daten alles verraten.


  • an Alle hier, die sich über die Datensammelwut von Facebook beklagen: Lest mal bitte den Artikel. Das Kartellamt erlaubt Facebook seine Daten zu sammeln. Aber: Es bemängelt, dass der Konzern Facebook die Daten Aller seiner Dienste Zusammenführt ohne die Nutzer dafür um Erlaubnis zu fragen. Und das ist richtig, laut aktueller Rechtslage müssen die Datensätze ohne eine solche Erlaubnis auch getrennt sein, selbst dann wenn es um die gleiche Natürliche oder Juristische Person geht die als Nutzer hinter den Daten steht.


    • Es ist bekannt, dass der Großteil der Onlinenutzer nur einen geringen Teil von Texten liest, selbst wenn er/sie diese Texte anschließend teilt oder kommentiert. Meist werden nur die ersten Zeilen gelesen, oft nicht mal gescrollt.

      Und genau in diesem Bereich - der Überschrift und den ersten beiden Absätzen - enthält der Artikel genaugenommen Falschinformationen. Weil es ja eben wie du sagts nicht darum geht, der "Datensammelwut und Schnüffelei einen Riegel vorzuschieben", sondern um die Fehlende Zustimmung zur Verknüpfung von Daten über verschiedene Plattformen hinweg. Das erfährt man aber erst später im Text, den ein Großteil der User schon gar nicht mehr gelesen hat.

      Es gibt eine ganze Reihe Medien, die dieses Phänomen gezielt nutzen.

      H G


  • Im Netz ist es eigentlich klar, wer sich anmeldet dessen Daten sind dann auch bei solchen Netzwerken die sie dann verkaufen.


    • pepe vor 2 Monaten Link zum Kommentar

      Wenn Unternehmen wie Facebook mit Personen bezogenen Daten Handel treibt gehört hierzu zuerst eine persönlich unterschriebene Einverständniserklärung, sprich Vertrag ausgehandelt. Dies beinhaltet u.A. die Teilung der Gewinne die Facebook bei der Weitergabe an Dritte erwirtschaftet.


      • Aries vor 2 Monaten Link zum Kommentar

        Nein, es ist kein unterschriebener Vertrag nötig. Soetwas sieht das deutsche Recht nur in wenigen Ausnahmefällen vor.


  • Generell diese ganzen Netzwerke wie Instagram, Facebook und Twitter sind nicht meine Welt. Was nützt mich das da hunderte von „Freunden“ zu haben die ich nicht mal persönlich kenne...sehe da auch kein Spaß dran an dem sammeln von Likes oder so. Nur die wahre Welt außerhalb des Internets ist das wahre Facebook. Dieses Aufrufen von dämlichsten hirnlosen Challenge wie Putzmittel saufen ist ja wohl das bekloppteste überhaupt, das dieses dann noch bei YouTube veröffentlichen auch. Da sollte Facebook und co. Kontrollen einführen.


    • Ich kenne alle meine Kontakte persönlich^^


    • Aries vor 2 Monaten Link zum Kommentar

      Jeder kann sich meinetwegen auf Facebook befreunden, mit wem er will sowie auf Instagram folgen, wem er will.

      Ich hatte viele Jahre einen Facebook-Account und finde die Grundidee immer noch gut. Was Facebook jedoch daraus im Hinblick auf Datensammelei und Profilbildung gemacht hat, geht zu weit und ist den Nutzern größtenteils nicht bewusst. Zudem betrifft es auch Daten unbeteiligter und hier hört der Spaß auf. Der Konzern nutzt seine Marktmacht, die Nutzer zu Mittätern zu machen und untergräbt Rechte unbeteiligter.

      Deshalb ist es richtig, dass neben den Datenschutzbehörden auch das Kartellamt tätig wurde. Was noch fehlt, ist dass sich die Nutzer in breiter Masse bewusst werden, auf was sie sich eingelassen haben und die Konsequenzen ziehen.

      Auch dazu kann die Entscheidung des Kartellamtes beitragen. Denn am meisten wird Facebook Mitgliederschwund weh tun. Erst wenn es wirklich weh tut, werden sie ihr Handeln überdenken.

      @AndroidPIT: Auch ihr seid Nutzer. Und in meinen Augen hat jede Firma eine Verantwortung und verleitet andere über den Facebook- und Instagram-Auftritt zu Dingen, die diese eigentlich nicht wollen und sich nicht bewusst sind.

      Mich würde interessieren, wie das von einen Gericht gesehen wird.


  • Facebook?
    Wozu sollte ich mir die Lebenstrivialitäten anderer antun.

    Hab mich neulich mit jemanden unterhalten welcher einen Sprachfehler hatte.
    Statt Facebook, sagte er immer Fakebook.
    Ich glaube, unbewusst hat er den Nagel auf den Kopf getroffen.


  • Hab Facebook tatsächlich nie genutzt und hatte auch nie einen Account. Allerdings nutze ich WhatsApp und zuletzt auch ein wenig Telegram da ich jemanden kenne, der Facebook, WhatsApp und Instagram komplett gelöscht hat.

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