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So tickt einer der erfolgreichsten Gaming-Entwickler für Android

Kabam ist einer der größten Entwickler und Publisher von Mobile-Spielen. Der Name sagt Euch nichts? Bei Marvel Sturm der Superhelden und Fast & Furious: Legacy dürfte es aber klingeln. Aber was steckt eigentlich hinter dem Unternehmen aus San Francisco und welche Philosophie verfolgen sie bei der Entwicklung Ihrer Spiele? Diese und viele weitere interessante Fragen beantwortete mir Nick Earl, President of Worldwide Studios, und sein Team bei einem Besuch in den AndroidPIT-Redaktionsräumen in Berlin.

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Kabam - Riesengroßer Erfolg mit kleinen Spielen

Electronic Arts und Ubisoft kennen sicher die meisten Gamer, Supercell oder Kabam werden hingegen wohl nur den wenigsten etwas sagen. Warum das so ist, liegt womöglich daran, wie sich die Studios nach außen präsentieren oder für welches System sie Spiele entwickeln. Wenn es um den kommerziellen Erfolg geht, sind die Entwickler für Mobile-Games und die Macher von Konsolen-Titeln aber sehr nah zusammengerückt.

Dieser Erfolg bemisst sich bei Kabam in einigen sehr eindrucksvollen Zahlen. So ist das Unternehmen mit Hauptsitz in San Francisco, das 2006 gegründet wurde, seit 2011 profitabel, in Jahr 2014 lag der Umsatz bei 400 Millionen US-Dollar. Auch sehr beeindruckend: Ableger der Kingdoms of Camelot-Franchise spielten bislang 250 Millionen US-Dollar ein, der aktuelle Top-Seller ist Marvel Sturm der Superhelden, der in sieben Monaten 100 Millionen US-Dollar Umsatz erzielte. Um diesen Erfolg zu stemmen und fortzuführen, sind bei Kabam weltweit über 800 Mitarbeiter angestellt.

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Von rechts: Nick Earl, daneben Yoko Nakao und am Laptop Joanne Sibug - links meine Wenigkeit. / © ANDROIDPIT

Es scheint bei Kabam also sehr gut zu laufen, aber wie ist dieser Erfolg zu erklären? Wie schafft es das Unternehmen sich am Markt zu behaupten und welche Ziele hat es für die kommenden Jahre. Darüber sprach ich mit Nick Earl, President of Worldwide Studios, Yoko Nakao, Vice President Worldwide Studios und Joanne Sibug, Senior Manager Corporate Communications.

Erfolg, der ausgebaut werden soll

Nick Earl kennt sich aus in der Gamimg-Welt. Seit über 20 Jahren ist er im Geschäft und arbeitete unter anderem bei Eidos und für EA Mobile (Die Simpsons: Springfield). In seiner Stellung als Chef der Worldwide Studios bei Kabam hat er sozusagen alles im Blick, was die Entwickler in Zukunft unter dem Namen Kabam herausbringen werden und da bewegt sich einiges.

Was bei Kabam auffällt, ist die Mischung aus Lizenz-Spielen und Eigenproduktionen. Ist diese Strategie erfolgreich? Hierzu Nick Earl: “Wir haben eine gute Mischung aus Lizenzspielen und Spielen, die wir selbst entwickeln. Es ist eine sehr gute Kombination und wir haben gute Beziehungen zu Hollywood-Studios, von denen wir die Lizenzen bekommen. Im Endeffekt kommt es aber immer auf das Spiel an, also wie gut es ist.”

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Die Mischung macht's: Lizenzspiele und Eigenproduktionen. / © ANDROIDPIT

Im Falle von Marvel Sturm der Superhelden und der Kingdoms-of-Camelot-Reihe scheint sich dieser Weg ausgezahlt zu haben, aber wie geht Kabam eigentlich vor, wenn es um Lizenzen geht? Laut Nick gibt es dabei zwei Vorgehensweisen: Mal kommt ein Studio auf Kabam direkt zu und bietet eine Lizenz an. Oft arbeitet eines der Entwickler-Teams aber auch schon an einem Konzept und dann wird überlegt, welche Lizenz zu diesem Spiel passen könnte.  

Damit ein Spiel erfolgreich ist, reicht es aber nicht einfach nur aus, den Titel herauszubringen, sondern es steckt weit mehr dahinter.

Spieler mit Qualität locken

Wie viel kostet eigentlich die Entwicklung eines Android-Spiels? Hierzu Nick Earl: “Hierbei ist zwischen den Kosten zu unterscheiden, die bis zum Release eines Spiels anfallen und den Kosten, die nach dem Release durch die Entwicklung von Updates und DLCs gedeckt werden müssen. Eine konkrete Zahl kann ich nicht nennen, aber ein Titel kann schon mal zwischen drei und zehn Millionen US-Dollar kosten. Also die reine Entwicklung. Es ist also eine sehr langfristige Investition, die sich womöglich erst Jahre nach dem Start des Spiels auszahlt.”

Um den Erfolg eines Android-Spiels zu bewerten, zählen aber nicht alleinig die Downloads oder das Geld, das für kostenpflichtige Inhalte ausgegeben werden, sondern weitere Faktoren. Konkret umschrieb Nick Earl den Sachverhalt wie folgt: “Wir achten nicht nur auf den kurzfristigen Gewinn, sondern auch darauf, wie sich ein Spiel entwickelt und wie viele Spieler über einen längeren Zeitraum den Titel spielen. Also ob sie auch noch nach 30 Tagen oder 60 Tagen spielen. Wir schauen uns sehr viele Statistiken an und entscheiden dann, wie die Investition in ein Spiel weitergeht. Es ist insgesamt ein sehr komplexer Prozess.”

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Der Fokus von Kabam soll auf hochwertigen Mobile-Spielen liegen. / © ANDROIDPIT

Und wie sieht es mit der Qualität aus? Viele Spieler haben oft das Gefühl, immer das gleiche Spiel nur in einer anderen Umgebung zu zocken. Hier waren sich die drei Vertreter von Kabam einig, dass die Zukunft von Mobile-Spielen in hochwertigen und aufwendigen Titeln (sogenannten Triple-A-Spielen) liegt.

Ziel ist es, Konsolen-Qualität für die Hosentasche abzuliefern. Also Spiele mit hervorragender Grafik sowie glaubwürdige Spielwelten. Es soll eine Umgebung entstehen, in die man eintauchen kann und in der man sich wohl fühlt. Das sei der Schlüssel zum Erfolg, um Spieler langfristig für Kabam-Spiele zu begeistern, so Yoko Nakao.

Free2Play: Was funktioniert, wird beibehalten

Ein heikles Thema und immer wieder Stoff für hitzige Diskussionen ist das Free2Play, Freemium-Bezahlmodell. Viele Android-Gamer sind damit anscheinend nicht glücklich, der kommerzielle Erfolg mit Spiele-Apps wurde im vergangenen Quartal jedoch nicht mit rein kostenpflichtigen Apps erzielt, sondern mit Freemium-Apps, beziehungsweise Free2Play-Apps. Deren Anteil liegt bei stolzen 95%. Diese Zahlen kennt auch Nick Earl und aufgrund des Erfolgs des Free2Play-Modells sieht er zurzeit keinen Handlungsbedarf, daran etwas zu ändern.  

“Ob das Free2Play für die Ewigkeit ist, ist schwer zu sagen. Zurzeit macht es aber definitiv Sinn und ist schlicht erfolgreich. Auch wenn man sich vor Augen hält, wie viele potenzielle Spieler es gibt. Wir sprechen da nicht von Millionen Gamern, sondern von Milliarden potenzieller Kunden.”

Konkrete Vorstellungen hat er hingegen, wenn es um zukünftige Entwicklungen geht. Auch ist er offen für neue Entwicklungen und Anpassungen, zum Beispiel Android-Games auf einem großen Fernseher abzuspielen.

“Was ich mir wünsche, ist die Möglichkeit, noch lebendigere Welten auf dem Smartphone darzustellen. Um das zu präsentieren, müssen die Prozessoren der Geräte weiter verbessert werden. Wir sind auch immer offen, wenn es darum geht, neue Wege einzuschlagen. Die Möglichkeit, Mobile-Spiele auf einem Fernseher abzuspielen, ist sehr vielversprechend und wir haben da auch schon einige Tests unternommen. Wir haben das auf jeden Fall im Blick, zurzeit konzentrieren wir uns aber primär auf den Mobile-Aspekt.”

Warum auch daran etwas ändern, wenn es zurzeit so gut läuft! Wir behalten Kabam natürlich für Euch im Auge und werden natürlich auch das sehr vielversprechende Projekt Star Wars: Uprising unter die Lupe nehmen.  

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