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Inside Samsung: Innovationen für die Zukunft, die unser Leben verändern (Teil 3)

Wie schon in Teil 2 dieser Reihe beschrieben: Es gibt einen großen Unterschied zwischen Evolution und Innovation. Zumindest für mich. Denn viele Unternehmen nutzen das Wort „Innovation“ inflationär und missbrauchen es für ihr Marketing. Sicherlich auch Samsung. Allerdings arbeitet man dort auch an Dingen, die in gar nicht allzu langer Zeit für wirklich tiefgreifende Änderungen in vielen Lebensbereichen sorgen dürften.

Während Evolutionen ein bestehendes Produkt immer besser machen, haben Innovationen einen Durchschlag auf unser Leben. Auf Neudeutsch nennt sich das „disruptive Technologien“ – also Neuerungen, die bestehende Geschäftsmodelle einreißen und nachhaltig verändern.

Sowohl im R&D-Center, als auch im Flagship-Store D’Light in Gangnam – dem wohl hippsten Stadtteil Seouls, geht es um Samsung Innovationen. Selbstverständlich ist man in der Forschungsabteilung deutlich zurückhaltender, was kommende Produkte anbelangt. Trotzdem bekommen wir einiges zu sehen: Eine voll eingerichtete Wohnung, beispielsweise, in der Smart Home schon heute Wirklichkeit ist. Wir sprechen mit den Designern des neuen Samsung Galaxy A9 oder der Galaxy Watch.

Smart Home auf dem Weg zu Innovationen. Bei den Smartphones sieht es dagegen mau aus.

Während man bei den Smart Home-Produkten die Innovationen und Visionen förmlich spüren und vor sich sehen kann, enttäuschen mich die Design-Sessions sehr. Kritische Fragen nach Gründen, weshalb man das Design so oder so konzipiert hat oder in welche Richtung man Uhren oder die A-Serie weiterentwickeln wolle, kontert man dort gerne mit „wir hören auf unsere Kundenwünsche“. Ein Totschlagargument, das keinen Raum für weiteres Nachfragen zulässt. Betrachtet man die Situation nüchtern, dann lässt sich dem Smartphone-Markt nur Innovationslosigkeit attestieren – ein Problem, das die ganze Branche hat und dem man mir bei erneutem Nachfragen auch nicht widerspricht. Es gibt aktuell offenbar keine Möglichkeiten mehr für Innovationen bei Telefonen beziehungsweise Taschencomputern.

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Samsung versucht mit Bildern der Gäste immer wieder zu emotionalisieren / © AndroidPIT

Und bei smarten Uhren? Aus meiner Sicht versucht Samsung hier nur auf Apples Produkt zu reagieren. „Was ist denn hier die Innovation?“, will ich wissen. Das runde Design und die Möglichkeit das Display entsprechend zu gestalten. Oder das Ticken, welches man leise hört, hält man die Uhr ganz dicht ans Ohr. Man habe viel Zeit in der Schweiz bei traditionellen Uhrenherstellern verbracht und wollte von diesen lernen. Sorry, Samsung – der Aufwand ist löblich, der Versuch gut. Aber innovativ ist das nicht.

Aus Visionen werden irgendwann Innovationen

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Auch im D'Light Flagship-Store von Samsung steht man immer wieder im Mittelpunkt / © AndroidPIT

Da fesselt mich der Besuch im D’Light-Flagship-Store schon eher. Dieser ist eine Mischung aus Realität und Vision. Es soll sich wohl als Gast so anfühlen, als hätte man eine kleine Zeitreise gemacht und sei gerade in der Zukunft angekommen. Man erhält am Eingang einen QR-Code und kann ein Foto von sich machen. Bei jeder Station begrüßt ein Display mich dann persönlich mit Bild. Ein paar technische Spielereien – ich antworte auf einige Fragen und erhalte dann eine Art Persönlichkeitsprofil – sollen einen unterhalten und ein wenig Zukunft vorgaukeln.

Was aber wirklich cool ist, sind die neuen Displays, die wir hier schon sehen können. Sie sehen aus wie ein Spiegel und „verwandeln“ sich dann in eine interaktive Anzeige. Damit lassen sich dann beispielsweise Klamotten anprobieren – ohne dass man sich dafür aus- und wieder anziehen muss. Samsung möchte damit nicht nur in die Stores, sondern auch in unsere Wohnungen.

Apropos Klamotten: Mit dem Start von 5G kommen dann ebensolche mit eingebauten Sensoren. Diese prüfen dann permanent Vitalzeichen, wie Puls, Hauttemperatur und Ähnliches. Oder die Kontaktlinse, die uns dann irgendwann mit Informationen direkt als Overlay auf unserem Auge versorgt – nein, allzu weit entfernt ist diese wohl nicht mehr.

Samsung ist auf dem Weg zum globalen Unternehmen – und das fördert Innovationen

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Seoul ist eine Stadt, in der Tradition auf Moderne trifft / © AndroidPIT

Ich greife hier schon kurz vor auf den letzten Teil meines Samsung-Reiseberichtes, in dem es vor allem darum gehen soll, wie sich Samsung transformieren möchte, welche Rolle Mitarbeiter spielen und was das Unternehmen alles für diese tut. Vorweg geschickt: Ich war sehr beeindruckt und dachte mir zwei, drei Mal „WOW“! Samsung will auf jeden Fall ein globales Unternehmen werden. Nicht falsch verstehen: Natürlich ist der Konzern schon überall auf der Welt mit Niederlassungen vertreten. Die Entscheidungen werden aber fast allesamt von Koreanern aus Korea heraus getroffen. Das, so sagt man mir, wolle man ändern. Man wolle einen wirklich globalen Konzern mit verschiedenen Einflüssen, Eindrücken und Ideen formen.

Ich muss dabei unweigerlich an das Bild denken, über das ich schon im ersten Teil dieser Serie sprach, als man sich Anfang der 90er-Jahre vornahm nur noch Qualität zu produzieren. Wer schon mal versucht hat solche strategischen Ziele in Unternehmen in die Tat umzusetzen, weiß, wie schwierig dies ist. Und wie die von Samsung erreichten Ziele von daher zu bewerten sind.

Ja, ich traue es Samsung zu – den Wandel. Die Visionen in Innovationen zu transformieren. Ein Unternehmen zu werden, das den technologischen Wandel in vielen Bereichen unseres Lebens begleitet. Und gleichzeitig bleibe ich auch skeptisch. Denn der Weg dorthin ist noch lange. Und neue Produktideen sind eben nicht gleich Innovationen.

Morgen geht es an dieser Stelle mit dem vierten und letzten Teil dieser Serie weiter.

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