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5 Innovationen, die die Städte unserer Erde verändern können

 

Akkupower von morgens bis abends ist für Heavy User leider immer noch keine Selbstverständlichkeit.
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Morgen ist heute schon gestern. Die Welt ist im Wandel, der Fortschritt schreitet voran. Heute können wir nahezu überall mit unseren Rechnern durch das Web surfen und während wir im Gras auf einer Wiese liegen mit egal wem via Videochat plaudern. Gestern hatten wir noch Telefone mit Wählscheiben und haben für eine Minute Telefongespräch nach Frankreich rund 3 Mark pro Minute zahlen müssen. 

Das Internet wird gerne - zurecht - angeführt, wenn es um die großen Innovationssprünge des Homo Sapiens geht. Wir Menschen haben aber zukünftig viele Probleme zu lösen - von der Frage, wie immer mehr Menschen mit Energie, Wasser und Nahrung versorgt werden könne, bis hin wie wir Müll entsorgen - oder besser - vermeiden können. 

Der eine oder andere Kritiker mag vielleicht anführen was ein solcher, zugegebenermaßen, Exkurs auf einer Android-Seite verloren hat. Uns alle hier verbindet die Liebe zum Fortschritt und der Technik. Wahrscheinlich haben wir alle auch die selben Sorgen wenn es um unsere Zukunft geht. Die globale Erwärmung, die steigende Umweltverschmutzung, die sinkenden Rohölvorkommen, die Art und Weise, wie wir Menschen auf den ersten Blick mit unserer Welt umgehen - alles keine Dinge, die großen Optimismus versprühen. 

Wie schön und wohltuend ist es dann doch, wenn man Projekte wie den Living Labs Global Award findet, der innovative Ideen prämiert, um unsere Städte in Sachen Tourismus, Verkehr, Gesundheit und Open Government ein Stückchen besser zu machen. Gerade die Städte werden in der Zukunft mehr denn je vor den großen Herausforderungen stehen. Überall auf der Welt herrscht Landflucht und lässt unsere Städte anschwellen. Die Infrastruktur - Straßen, Nahverkehr, Wasser, Abwasser, Müll - alles Dinge, die der Entwicklung Schritt halten müssen. 

Das Magazin THW hat einige interessante Arbeiten beim Living Labs Global Award herausgepickt und vorgestellt:

Es werde Licht - Oder wie wir Lampen auch zum Glühen bringen können - Caceres, Spanien

 

Jeden Tag laufen tausende Menschen durch die Straßen und verbrauchen so eine Menge Energie. So wie eine Diskothek, die ihre Energie für alle Lampen komplett aus der Energie gewinnt, die die Menschen beim Tanzen erzeugen, ist die Idee der spanischen Stadt Caceres für bevölkerte Plätze die Energie für die Beleuchtung aus Bodenplatten zu gewinnen, über die die Menschen laufen. Kombiniert man das mit energiesparenden LED-Lampen, lässt sich der Stadtsäckel schnell schonen. 

Und wer weiß: Vielleicht lassen sich solche Technologien bald zu kompetitiven Preisen herstellen, damit sie in vielen Städten (oder dichtbefahrenen Straßen?)  rund um den Globus eingesetzt werden können. Das hilft jede Menge CO2 zu vermeiden. Immerhin muss hier dann für Licht keine Energie mehr erzeugt werden.

Google City Analaytics - Barcelona, Spanien

City Analytics erstellt (anonymisierte) Bewegungsprofile von Menschen, die sich in Barcelona bewegen. Ich weiss! Das klingt erstmal creepy. Die Technologie erlaubt Bewegungstrends von den Menschen innerhalb der Stadt, aber auch in Supermärkten und Shopping Malls aufzuzeichnen. Die gewonnenen Daten stellt die Stadt dann via API oder die Webseite zur Verfügung. Ziel der Software ist es, Händlern zu ermöglichen schnell zu analysieren, wann die besten Öffnungszeiten oder was die Hotspots der Stadt sind. 

Persönlich denke ich, könnte man so vor allem herausfinden, an welchen Stellen man infrastrukturell investieren muss, um Staus zu vermeiden. Tote Zeit im Verkehr ist nicht nur ein hoher volkswirtschaflicher Schaden, sondern ist auch Lebenszeit, die man nicht mehr zurückbekommt. Und dass Staus auch noch die Umwelt belasten, weiss man sowieso schon lange.

Eyestop - Hingucker an der Busstation - Fukoka, Mexiko City, Rom

Ich muss zugeben: Darauf freue ich mich schon heute. Zumindest, wenn man das Problem mal gelöst hat, dass die Touchscreens immer wieder gereinigt werden können. Immerhin werden auf dem Eyestop viele Menschen auf den Displays herumdrücken, um so Informationen zu Wetter und Verkehr zu erhalten. Außerdem dient die moderne Bushaltestelle als Werbeträger für interaktive Videos auf der großen Displayanzeige. Informationen zu Wetter und Stadt können ebenfalls dargestellt werden.

Seinen Strom zieht Eyestop übrigens über eigene Solarzellen. Wahrscheinlich ist das auch ein Grund, warum wir diese hier nicht so schnell zu Gesicht bekommen werden. Ein weiterer könnten auch die vielen Graffitis sein, die hier überall die Wände zieren. 

Mit Citybot richtig schnell planen können - Hamburg

 

Citybot verspricht Effizienz bei der Städtereise. Die mobile App, die es für Android und ein weiteres, großes Smartphone-Betriebssystem (dessen Namen ich nicht nennen möchte :p) gibt, wühlt sich nach eigenen Angaben durch Berge von Reiseinformationen: Öffnungszeiten von Museen/Restaurants/Sehenswürdigkeiten/usw., Reisedauern, Entfernungen, Transportmethoden, usw. 

Wenn man weiß, was man alles sehen möchte, übernimmt Citybot den Rest. Leider konnte ich diese App weder bei Android, noch beim anderen Konkurrenten finden. Schade eigentlich! Denn das ist etwas, worauf vielleicht nicht die Welt, aber zumindest ich, lange gewartet habe. 

Openpending.mobi - Sant Cugat, Spanien

Jetzt wird es interessant: Openspending.mobi möchte nämlich für mehr Transparenz beim Einsatz von Steuergeldern sorgen. Die Einwohner von Sant Cugat sollen mit der Initiative herausfinden können, ob und wie ihre Steuern richtig eingesetzt wurden. "Ich stehe gerade am Punkt X - Das Gebäude, das von Steuergeldern hätte bezahlt werden sollen, steht noch nicht. Wofür wurden die Gelder eingesetzt?". Oder: "Wieviel hat es gekostet, die Schlaglöcher in meiner Straße auszubessern?". Außerdem werden die Bürger die Möglichkeit bekommen, die Auswirkungen von öffentlichen Geldern zu überwachen, diese dann zu bewerten und Vorschläge zu unterbreiten, was mit Geldern gemacht werden soll.

So sieht Demokratie aus - sofern das Projekt wirklich umgesetzt und von einer unabhängigen Institution überwacht wird. 

 


Fazit

Meine Oma hat schon immer gesagt: Früher war alles/vieles besser. Ich selber glaube ja, dass wir Menschen gerne vergessen, was früher alles schlecht war und wir die Verbesserungen nicht mehr zu schätzen wissen, oder aber gar nicht mehr registrieren. Es herrscht viel Grund zur Skepsis und auch oft zur Sorge. Es gibt sie aber, die vielen, kleinen Projekte, die unsere Welt ein bißchen besser machen. 

Habt Ihr auch solche Beispiele? Ich bin mir sicher, wir sind alle gespannt sie zu hören. Denn manchmal sind eben good news, great news. 

Quelle: THW

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16 Kommentare

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  • Danke Fabien für den schönen (fast off-topic) Beitrag!

    Die genannte Landflucht selbst ist schon ein Problem...

    Ich arbeite an einem Wohnnprojekt, mit dem wir (am Land im Großraum Wien/Bratislava) hohe Lebensqualität und Nachhaltigkeit vereinen wollen. Das funktioniert mit Mehrfamilien-Plusenergiehäusern, Gemeinschaftseinrichtungen (z.B. Waschküche, Sauna, Teich), und einem entsprechendem Mobilitätskonzept (autoverkehrsfreier Wohnbereich, Carsharing, Nähe zum öffentlichen Verkehr und zu guter Infrastruktur). Biologische Anbauflächen vor Ort gibts auch. Der gemeinnützige Trägerverein "Keimblatt" hat viele Jahre Forschungsarbeit geleistet, um ein zukunftsfähiges Konzept auf die Beine zu stellen.

    Wer sich dafür interessiert:
    Homepage: http://www.schoenwasser.at
    Werbeclip mit Luise und Luis: http://l.uise.at/LuiCli
    Pers. Kennenlernen: http://www.keimblatt.at/termine

    Im April bieten wir wieder ein kostenloses Webinar. Und für Kurzentschlossene gibts kommenden Sonntag (18.3.) einen Infotag ...


  • Hier in Heidelberg und Umgebung gibt es an jeder Straßenbahn Haltestelle Fahrkarten Automaten, die per touch bedient werden. Und jeder halbwegs moderner Bahnhof in Deutschland hat doch diese Automaten mit touch und NFC Unterstützung. Zugegeben die Geräte sehen viel hässlicher aus als die auf dem Bild oben aber die Realität ist eben nicht so bunt wie die Konzepte von irgendwelchen Träumern. Außerdem ist die railnavigator app der Bahn sowieso praktischer als ein fest installierter Automat. Als Vision würde ich das jedenfalls nicht bezeichnen.


  • Fabien Roehlinger
    • Admin
    • Staff
    15.03.2012 Link zum Kommentar

    @sartorius: Das ist leider zu pauschal gesagt und so auch nicht richtig. Patente schützen Erfinder. Es ist nur dann ein Problem, wenn man mit Patenten, die eigentlich keine sind und nur von einigen Richtern bewilligt wurden, andere Unternehmen erpresst.


  • @MHH
    Nicht überall werden Bushaltestellen so verschandelt wie hier in D.


  • eine Welt ohne patente würde den Fortschritt enorm verschnellern.


  • @Kitzi Andiroid man sollte sich nicht über etwas aufregen von dem man keine Ahnung hat.

    Guter Bericht, bin gespannt welche Technologien wirklich mal umgesetzt werden


  • Sehr schöner Bericht! Und Michael könnte Recht haben, das mit den Patentklagen wird ja grade modern...


  •   30

    Ich bin begeistert. Ein wirklich sehr guter Bericht!


  • MHH 14.03.2012 Link zum Kommentar

    @Fabien: Auf citybot.com steht zu lesen: "Coming soon to iOS and Android devices near you. Sign up to know when it's ready." War nicht schwer zu finden, ist gleich auf der Startseite - und die findet man ganz schnell über Google. ;)
    Aber insgesamt schon wirklich interessant, was Du da rausgefischt hast. Auf Citybot bin ich sehr gespannt, auch die anderen Sachen machen mich neugierig. Nur für die Bushaltestelle sehe ich mit dem abnehmenden Respekt vor dem Eigentum anderer, erst recht im öffentlichen Raum, schwarz. Wenn die nicht wirklich Vandalismussicher gestaltet wird, dürfte es bei einem kurzen Feldversuch bleiben. :(


  • Bei so Dingen wie den Bodenplatten oder zur Bushaltestation fällt mir folgendes ein:
    http://www.youtube.com/watch?v=uQQm7bKJskM


  • Zumindest diese Touch-Bushaltestelle ist wirklich nicht mehr als Utopie. Hier wurde vor wenigen Monaten an ausgewählten Haltestellen Fahrkartenautomaten mit eingebautem Informationsschalter aufgestellt. Auch mit großem Touchscreen, man konnte sich wirklich einfach über alle Fahrstrecken und Tarife etc. informieren. Eine Woche später waren überall die Bildschirme eingeschlagen oder zugesprayt worden. Traurig aber wahr.


  • Danke Herr Roehlinger, interessanter Bericht.
    Bitte mehr davon :)


  • Die Idee mit den Bodenplatten find ich ja sehr interessant! Hab ich noch nie davon gehört. Wenn man mal überlegt wie viele Menschen so pro Tag größere Einkaufsstraßen passieren... Da käme sicherlich schon einiges an Energie zusammen, wenn man das in größerem Stil umsetzen könnte :)


  • Das mit der Busstation sieht aber ganz verdächtig nach dem Eingabepult des Holodecks bei Enterprise aus. Da sieht stark nach Patentklage zwischen der Föderation und dem Entwickler der Busstation aus. :)


  • Kurt Valtentin: Früher war sogar die Zukunft besser.

    Die Möglichkeiten die wir haben sind fantastisch, und werden sicher noch sehr nützlich werden, aber in den, im Artikel vorgestellten, Abschnitten vorgestellten Innovationen gehen irgendwie nicht die großen Probleme der Welt an, wie beispielsweise die Demographie und dazu gehörendem Schnickschnack (Bildung, Kinderarbeit, Reichtum, Lebenserwartung, ...).


  • Sehr interessant.. ich fände eh besser wenn die unnützbare Flächen in der stadt als platz für solarplatten genutzt werden... die Umweltpolitik in Deutschland ist eh Mies..

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