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3 Min Lesezeit 30 Kommentare

In-App-Käufe: Justizminister fordert Regulierung - doch warum eigentlich?

Es gibt kostenlose und kostenpflichtige Apps, und es gibt In-App-Käufe. Die sorgen immer wieder einmal für Verdruss bei den Nutzern. Peter Biesenbach (CDU), Justizminister in Nordrhein-Westfalen, fordert nun eine EU- oder bundesweite Regulierung für das Einkaufen in der App. Aber braucht es das wirklich?

In-App-Käufe, vor allem in Spielen mit dem Free-to-Play-Modell gerne genutzt, sind ein großer Markt. In Deutschland werden hier rund 400 Millionen Euro jährlich umgesetzt. Grund genug für Peter Biesenbach, auf die Gefahren hinzuweisen und eine Regulierung dieser digitalen Shopping-Touren zu fordern. Der CDU-Politiker sieht hierzu die EU-Kommission in der Pflicht, schließt aber im Gespräch mit der DPA auch eine nationale Regelung nicht aus: "Wenn Brüssel weiterhin nichts tut, werden wir das auf nationaler Ebene gesetzlich regeln. Geregelt werden muss es."

Zwar seien die Schutzmechanismen der Anbieter wie Amazon, Apple, Google und Microsoft besser geworden, die maximale Höhe der In-App-Käufe kann begrenzt werden. Biesenbach mahnt trotzdem die fehlende Rechtssicherheit an, auch andere Politiker hatten die In-App-Käufe bereits auf dem Kieker und rückten sie in die Nähe der Spielsucht.

AndroidPIT Google play Store 8990
Auch Apps können Geld kosten. / © ANDROIDPIT

Der 69-jährige Biesenbach war zuletzt häufiger mit zumindest diskussionswürdigen Vorschlägen aufgefallen. Da wurde ein Burka-Verbot ebenso gefordert wie deutlich härtere Strafen für Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz. Auch die Abschaffung der Kennzeichnung von Polizeibeamten in NRW wenige Tage nach den Vorfällen beim G20-Gipel in Hamburg liefen über Biesenbachs Tisch. Nun stehen also die In-App-Käufe im Visier des Ministers.

Sind In-App-Käufe tatsächlich ein Problem?

Man muss sich allerdings schon fragen, warum dieser Vorschlag nun kommt. Sicher, es gab schlagzeilenträchtige Vorfälle, bei denen Kinder viel Geld für In-App-Käufe ausgegeben haben. Aber erstens dürfte die absolute Zahl dieser Vorkommnisse ziemlich gering sein, andererseits fanden sich hierfür stets wohlwollende Gerichte, die im Sinne der Verbraucher urteilten. Übermäßig teure In-App-Käufe gelten ohnehin als sittenwidrig und damit unzulässig.

Zudem hält Android einige Einstellungen bereit, um Jugendliche und deren Eltern vor ungewollten digitalen Käufen zu schützen. So lassen sich Apps nach Altersklassen schützen, unter 12 Jahren muss bei In-App-Käufen ohnehin eine Authentifizierung erfolgen. Nicht zuletzt ist ja niemand gezwungen, in Google Play direkt über die Kreditkarte oder andere automatisierte Verfahren zu zahlen - Guthaben tut es auch, und wenn das aufgebraucht ist, kann auch der Filius keine neuen App-Spielzeuge mehr kaufen. Last, but not least: Erziehung ist auch in diesen Dingen wichtig und hilfreich.

Sicher, In-App-Käufe sind ziemlich nervig und nichts, was man unbedingt verteidigen muss. Doch in manchen Fällen können sie auch sinnvoll sein, etwa für modular aufgebaute Anwendungen, bei denen man nicht alle Teile benötigt, sondern nur einzelne Funktionen kaufen möchte. Bei einem so schnelllebigen Markt wie dem der Apps dürfte es zudem ziemlich schwierig werden, alle neuen Anwendungen im Blick zu haben und unter den Gesichtspunkten einer wie auch immer gearteten Regulierung zu überprüfen. Ich werde das Gefühl nicht los, dass hier eine Lösung für ein Problem geschaffen werden soll, das gar nicht wirklich existiert.

Was denkt Ihr, brauchen wir unbedingt eine Regulierung für In-App-Käufe?

Via: Winfuture

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Top-Kommentare der Community

  • König Frank I. 01.08.2017

    Braucht kein Mensch. Spielsüchtige wird das nicht aufhalten und die Einschränkungen, die Google und co. derzeit bieten, sind vollkommen ausreichend, um ungewollte Käufe zu verhindern. Wer es dennoch schafft, ungewollt Geld dabei auszugeben, der wird auch intellektuell nicht in der Lage sein, ein Smartphone zu bedienen.
    Wenn sich schon ein Justizminister Gedanken macht, sollte er mal etwas kleiner anfangen: nahezu jeder Gerätehersteller nimmt es mit dem Elektrogesetz nicht so genau. Ich rede vom fest verbauten Akku. Auch der Lightning-Stecker von Apple dürfte so nicht in Deutschland verkauft werden, da die spannungsführenden Kontakte offenliegen. Man stelle sich mal vor, wenn dies so bei einem SchuKo-Stecker wäre...

  • Mr. Android 31.07.2017

    Ich finde, dass eine EU Weite Regelung durchaus Sinn macht im Bezug auf die Werbung der In-App Käufe!

    Ich finde es blöd zuerst Geld zu bezahlen für eine kostenpflichtige App und dann im Nachhinein bei jedem Start mit Werbung für In-App Käufe belästigt zu werden...

    Wenn User beim Kauf Geld bezahlen, dann muss die Werbung oder Belästigung aller Art in der App ein Ende haben!!! 😒😤

    Was meint die Community dazu?

30 Kommentare

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  • Ich habe schon so manches Spiel nach einer gewissen Zeit wieder deinstalliert und meine Bewertung aufgrund dessen auf 3 Sterne korrigiert, weil irgendwann ohne Geld auszugeben Schluss war.
    Es gibt Spiele, da kommt man irgendwie irgendwann auch so durch, aber es gibt auch andere die wirklich nur darauf abzielen die Spieler abzuziehen.

    Besonders wenn man nebenbei beim spielen auch noch mit Werbung zugemüllt wird und die Entwickler nebenbei fragen "zuviel Werbung? Zahle xxx, dann hört das auf."
    Ich habe kein Problem damit, für Apps zu zahlen, das mache ich wenn möglich immer. Aber wenn der Kunde für Werbefreiheit zahlen, und dann weiter abgezockt werden soll, da hört es bei mir auf.


  • Warum sollte wegen ein paar kranken Süchtigen etwas für alle Vernünftigen geregelt werden? Alkohol ist doch auch überall frei zu kaufen.


    • Solange es für die Vernünftigen keinen Nachteil hat ist es ja gut so. Für Alkohol gibt es ja auch strenge Regeln. Kein Verkauf unter 16 bzw. 18 Jahren und strenge Promillegrenzen im Straßenverkehr. Regeln werden immer dann geschaffen, wenn ein Teil der Menschheit damit Unfug treibt.


  • Ob man das zwingend regulieren muss, weiß ich nicht. Ich finde aber schon, dass vor dem Installieren einer App angegeben werden sollte, wieviel man investieren muss um im Spiel konkurrenzfähig zu sein bzw. die Maximalsumme aller tätigbaren Einkäufe. Dann kann jeder sehen worauf er sich einlässt und jeder Casual-Gamer installiert sich das gar nicht erst. An Transparenz fehlt es nämlich definitiv.


    • Und wie willst du das angeben? Dem einen reichen 5 Supermöhren um voran zu kommen, der andere braucht 500. Und was machst du bei Spielen, die kein Ende haben, sondern immer weiterlaufen?


    • Und wie willst du das angeben? Dem einen reichen 5 Supermöhren um voran zu kommen, der andere braucht 500. Und was machst du bei Spielen, die kein Ende haben, sondern immer weiterlaufen?


  •   40
    Gelöschter Account 01.08.2017 Link zum Kommentar

    Aktuell spiele ich z.B. "Castle Siege" von Microsoft. Das Spiel ist gut und macht Spaß. Ich spiele es bereits seit mind. 3 Monaten. Jeden Tag aber nur max. 10 Min./Tag. Warum? Weil es einfach nicht voran geht. Würde ich viel Gold für reales Geld kaufen könnte ich viel, schneller neues erbauen u. im Spiel voran schreiten. Habe bis jetzt ca. 5.-€ für extra Gold ausgegeben. Aber wie im richtigen Leben ist das Geld schneller weg als wieder da. So zieht sich das Spiel ohne großen Spaß (10 Min. pro Tag) über Monate in die Länge. Wenn ich wollte könnte ich ja mehr reales Geld ausgeben. Aber wozu? Um am Ende nur ein bisschen weiter zu sein als aktuell, aber deswegen auch nicht mehr Spaß zu haben.
    Könnte noch lange darüber sinnieren, würde euch nur langweilen.
    Was will ich damit sagen. Um ein InApp Game vorwärts zu bringen braucht es bis zu 100.-€. Früher konnte man ein Spiel komplett für ca. 20-50.-€ kaufen und gut wars. Das In-App Geschäft ist reine App-Zocke. Wenn da mal etwas reguliert werden würde wäre es sicher irgendwo gut. Zumindest was die Ausgaben angeht.
    Ich würde gerne ein Spiel einmal bezahlen und dann ist Ruhe u. es liegt an mir in dem Spiel weiter zu kommen. Aktuell liegt es aber nur an meinem Geld das ich bereit bin auszugeben um weiter zu kommen. Nach dem Motto: Wer viel zahlt kommt weiter. Nicht gut!!!


    • Dann kaufe halt nichts, wenn es dir so keinen Spaß macht und spiel ein anderes Spiel. Würde das jeder so machen, würde sich das ganz schnell von selbst regulieren, ganz ohne Gesetz. Einfach mal selber machen, anstatt immer nur nach anderen zu rufen.


      •   40
        Gelöschter Account 01.08.2017 Link zum Kommentar

        Du kannst mir glauben. Ich wäre garantiert der Letzte der ausgerechnet nach unserem Justizminister rufen würde.
        Hast meinen Text nicht verstanden?
        Das Spiel macht Spaß (so wie viele andere auch), aber ohne viel Geld zu investieren geht es nur schleppend voran. Soll ich es nochmal erklären?
        Nachtrag: Glaub mir, wenn ich nichts mehr kaufe, ändert sich NULL! Somit ist dein Vorschlag eher in die Richtung: Wenns dir nicht passt, kannst ja gehen. Und gegenüber "solchen" Vorschlägen bin ich sehr, sehr allergisch.


      • Warum noch mal erklären? Ich hab dich schon verstanden. Dir gefällt das Spiel, aber es nervt dich, dass man dafür so viel ausgeben muss. Nochmal, wenn dir das nicht gefällt, dann wende dich an die Entwickler, schreibe Bewertungen, mach nen Blog dazu auf oder lass es einfach sein und spiel ein anderes Spiel. Dazu braucht es kein Gesetz, nur gesunden Menschenverstand. Mir sind zum Beispiel die Mieten in München zu teuer, braucht es dafür dann auch ein Gesetz? Ich gehe gern gut essen, aber die Restaurants sind so unverschämt und verlangen so viel. Bitte ein Gesetz dafür, ich will nicht soviel bezahlen und trotzdem gut essen. Du siehst, wohin das geht.


      •   40
        Gelöschter Account 02.08.2017 Link zum Kommentar

        Das wir uns nicht grundsätzlich falsch verstehen. Du hast schon Recht. Im Grunde sehe ich es genauso wie du u. würde normalerweise auch genauso darauf antworten wie du. Leider ist dieser Weg aber nicht der Weg der "alle" voran bringt bei diesem Thema. InApp Bezahl-Games haben sich bei Google u. Co. etabliert. Warum? Weil Google u. Co. an jedem InApp Verkauf mit daran verdienen. Wenn die EU es schafft Milliarden Strafen für Google wegen Wettbewerb etc. auszusprechen sollten Sie evtl. auch gegen das In-App Abzock Geschäft vorgehen. Da ist die Luft aber wieder raus. Natürlich kann ich jedes Abzock-Spiel durch "nicht spielen u. zahlen" abstrafen. Aber, was bleibt mir dann noch? Nichts was der Rede wert wäre! Alles was Gratis ist (ja selbst das) ist schon mit Werbung zugemüllt. Am Ende bedeutete das: Einfach nichts mehr Spielen/kaufen u. überhaupt. OK. Damit habe ich kein Problem. Wenn es so gewünscht ist, kann das jeder haben. Der Entwickler der sich reich verdienen will, u. der User der nicht viel ausgeben will u. dann nur noch Schrott bekommt für lau. Wollen wir das? Nein! Können wir was dagegen unternehmen? In der Regel auch Nein. Braucht es dann jemand der das reguliert? Eigentlich nicht. Es mangelt dann aber nur an der alternativen Lösung die überhaupt etwas bewegt.
        Wo sind Eure Erfolgs-Vorschläge? Meine nicht das Bauchgefühl mit Komentaren: Dann kauf halt einfach nichts? Haben schon viele so gehandhabt u. hat nicht geholfen.
        Und, NEIN, ich brauche auch keinen Gesetzgeber der für oder gegen mich ständig etwas regelt. Davon haben wir schon genug. Nur, wir brauchen irgendwie eine Regelung wo/wie auch immer, die Dinge regelt. Wenn nichts geregelt ist, führt das zu solchen Diskussionen, oder soll ich sagen: Thread von AP?!
        Und zum Schluss noch: Das ist sowieso das einzige InApp Game wo ich jemals dafür was gezahlt habe. Also immer locker bleiben, weil mir das Thema eigentlich garnicht so wichtig ist ;-)


  • Eine Regulierung halte ich schon für sinnvoll. Z.B. die Möglichkeit zur Offline-Sicherung der Käufe, damit sie auch ohne Internetanbindung schnell wiederhergestellt werden können. Und natürlich auch die Möglichkeit zum Widerruf, wie es im Onlinehandel auch bei digitalen Medien längst Pflicht ist. Der Widerruf muss natürlich unbürokratisch funktionieren, länger als 7 Tage und ohne einen schriftlichen Antrag bei Google & Co. einreichen zu müssen. Oder eben wie bei PC-Spielen auch nur Vollversionen ohne In-App.


    • ? Ich hatte die Möglichkeit, jeden Kauf bei Google Play zu widerrufen. Ich glaube, die Zeit dafür beträgt 15 Minuten. Und das Procedere ist einfach: es genügt ein Klick und eine Bestätigung des Widerrufs.


      • 15 Minuten sind nicht selten zu wenig. Hast du schon mal eine gute App in nur 15 Minuten ausgiebig getestet? Mir reichen die 15 Minuten nicht.


      • Sorry, es sind 48h und nicht 15 Minuten. Und zum Testen gibt es ja (meist) die freien Versionen. Im Zweifelsfall würde ich mich aber einfach mit dem Entwickler der App in Verbindung setzen. 15 Minuten ist die Zeit, die Google in der Regel braucht, um eine Antwort auf die Rückgabe zu schicken.


  • Braucht kein Mensch. Spielsüchtige wird das nicht aufhalten und die Einschränkungen, die Google und co. derzeit bieten, sind vollkommen ausreichend, um ungewollte Käufe zu verhindern. Wer es dennoch schafft, ungewollt Geld dabei auszugeben, der wird auch intellektuell nicht in der Lage sein, ein Smartphone zu bedienen.
    Wenn sich schon ein Justizminister Gedanken macht, sollte er mal etwas kleiner anfangen: nahezu jeder Gerätehersteller nimmt es mit dem Elektrogesetz nicht so genau. Ich rede vom fest verbauten Akku. Auch der Lightning-Stecker von Apple dürfte so nicht in Deutschland verkauft werden, da die spannungsführenden Kontakte offenliegen. Man stelle sich mal vor, wenn dies so bei einem SchuKo-Stecker wäre...


    •   17
      Gelöschter Account 04.08.2017 Link zum Kommentar

      Es sei einmal dahingestellt, ob Spielsüchtige durch den geplanten Gesetzesvorstoß nicht besser vor dem Ruin bewahrt werden könnten. Ein Merkmal der Sucht ist eben, dass der Süchtige sich nicht mehr selbst steuern kann und deshalb irrationale Entscheidungen trifft (und im vorliegenden Fall eben mehr Geld ausgibt, als er sich dafür wirklich leisten kann). Sozialdarwinismus hilft da nicht weiter, da aus Sucht oftmals Leid (dann auch in der Familie) und schlimmstenfalls Kriminalität resultieren und damit dann nicht nur der Süchtige selbst betroffen ist...

      Noch eine Bemerkung zum Lightning-Stecker: Wenn der tatsächlich so gefährlich wäre wie Du hier schreibst, warum erhielt er dann auch in Europa eine Zulassung? Und warum wurden trotz millionenfachem Verkauf und bei bestimmungsgemäßem Gebrauch keine Unfälle bekannt? Wo genau siehst Du also hier eine größere Notwendigkeit der Regulierung?

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