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I'm Watch im Test: Die klotzige Smartwatch aus Italien

Aus Italien erreichte uns dieser Tage eine Armbanduhr, die das Versprechen von einer Zukunft, in der wir alle schlaue Uhren an den Handgelenken tragen, schon jetzt einlösen will. Wie wir wissen, arbeiten Samsung, Apple, Google und jetzt anscheinend auch Microsoft an eigenen Smartwatches, doch wann die kommen, ist ungewiss. I’m Watch ist schon da, und was der Armbandcomputer kann und ob er das Zeug zum Kassenschlager hat, erfahrt Ihr in meinem Test.

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Design und Verarbeitung

Die Smartwatch ist auf den ersten Blick nicht das, was man sich unter schickem italienischen Design vorstellt. Das dicke schwarze Gummiarmband wirkt klobig, das 10-Millimeter-Gehäuse ist dicker als aktuelle Smartphones, die silbergrauen mattgebürsteten Alu-Elemente wirken nicht gerade hochwertig. Die Uhr selbst ist nicht viel breiter als das Armband.

Die Kombination aus silber und schwarz ist an sich keine schlechte Wahl für Technik-Gadgets, jedoch verspielt der Hersteller leichtfertig seine Chance, durch gutes Aussehen Sympathiepunkte zu kassieren. Auch ein gutes Logo ist den Italiernern nicht geglückt, der Name weckt den Verdacht: Hat sich hier einer mit Gewalt an Apple orientiert? 

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Klobiges Äußeres: Die I'm Watch ist kein Design-Schmuckstück. / © AndroidPIT

An der Verarbeitung ist nichts auszusetzen: Die Uhr macht einen soliden und wertigen Eindruck, das Gehäuse ist aus einem Stück gefertigt und wirkt stabil. Das Armband ist gut eingefasst und rutscht nicht hin und her.  

Bevor es losgeht: I'm Cloud

Um die Uhr richtig nutzen und einrichten zu können, muss man sich am Computer beim Internetportal I’m Cloud anmelden. Hier bekommt man zum Beispiel die derzeit 55 Apps für die Uhr, von denen rund die Hälfte verschiedene Uhren-Apps sind. Es gibt aber auch Anwendungen, die zum Beispiel die Uhr zum Auslöser für die Smartphone-Kamera machen. Einen Zugang zum Play Store und zu regulären Android-Apps gibt es nicht.

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I'm Cloud - hier gibt es die passende Software für die schlaue Uhr. / © AndroidPIT

Die Funktion I’m Here zeigt den Standort der Uhr (und hoffentlich ihres rechtmäßigen Besitzers) auf einer Weltkarte an, was im Test allerdings nicht funktionierte. Über I’music kann man Musik herunterladen - für 9,99 Euro pro Jahr.

Eingeschränkte Funktionen

Die wichtigste Frage, wenn man sich einen derartigen Klotz ums Handgelenk schnallt, lautet natürlich: Was kann die Uhr?

Als Betriebssystem dient der I’m Watch eine angepasste Version von Android namens I’m Droid 2.1. Via Bluetooth wird sie mit dem Smartphone verbunden und über dessen Tethering-Funktion verbindet sie sich mit dem Internet, nutzt also das Handy als Modem. Ein WiFi-Modul oder gar einen SIM-Karten-Einschub hat sie nicht. Der kleine TFT-LCD-Bildschirm mit 1,54 Zoll Bildschirmdiagonale und einer Auflösung von 240 x 240 Pixeln (220 ppi) ist knapp bemessen, aber ausreichend. Die Bedienung mit dem Finger geht auf dem kleinen Display erstaunlich gut, die Trefferquote ist auch mit mit meinen großen Händen hoch.

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Im i'market gibt es derzeit nicht viel mehr als 50 Apps. / © AndroidPIT

Im i'market finden sich ein paar Apps, mit denen Ihr die Uhr zu einem netten Helfer für den kurzweiligen Zeitvertreib aufpeppen könnt, zum Beispiel kleine Spiele wie "Vier gewinnt". Die wichtigsten Funktionen der Smartwatch sind aber: Eingehende Anrufe annehmen oder ablehnen, Nachrichten anzeigen und telefonieren - alles eigentlich ziemlich nützlich, doch in der Praxis nervt die eingeschränkte Funktionalität:

Nachdem Ich die entsprechende App “Handsfree” aus dem i’market heruntergeladen hatte, konnte ich zwar in bester Knight-Rider-Manier in den Computer am Handgelenk sprechen und telefonieren, ich musste die Uhr aber ganz dicht ans Ohr halten, um meinen Gesprächspartner überhaupt zu verstehen. In einem Abstand von 40 Zentimetern – für mich die bequemste Armhaltung zum Telefonieren mit einer Uhr – kam bei mir nur Flüstern an. Generell ließ die Sprachqualität über die Bluetooth-Verbindung sehr zu wünschen übrig, es kam sogar zu Ausetzern. 

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An der rechten Seite ist ein kleines Mikrofon platziert. / © AndroidPIT

Eingehende Nachrichten über E-Mail, Facebook oder Twitter werden ebenfalls auf dem Mini-Display angezeigt, der Synchronisierungstakt kann auf 15, 20 oder 30 Minuten eingestellt werden. E-Mails kann man direkt aus der i’mail-App lesen - lange Mails sind aber eine Quälerei fürs Auge. Die Facebook-Benachrichtigungen hat der Hersteller an das kleine Display angepasst: Wenn Freunde aber zum Beispiel ein Foto “liken”, wird nur die  Information angezeigt. Eine Möglichkeit, direkt zum Foto zu gehen, gibt es natürlich nicht. Auch als MP3-Player kann die Uhr genutzt werden, der interne 4-Gigabyte-Speicher bietet genug Platz für Musik, allerdings nur für den teuren Dienst i'm Music. Musik vom Rechner auf die Uhr zu laden, funktionierte im Test nicht, da der Computer sie nicht als Massenspeicher erkannte. 

Ein weiterer Dämpfer lauert gleich auf der Startseite: Die Zeitanzeige, die Grundfunktion einer jeden Armbanduhr. Um auf den Startbildschirm der Uhr zu kommen, auf dem Zeit und Wetter angezeigt werden, muss man das Display erst entsperren. Klar, das spart Strom, was bei dem ohnehin schwachen Akku auch nötig ist, doch im Alltag könnte gerade dieser Extra-Schritt den Unterschied ausmachen: Wenn ich zwei Hände einsetzen muss, um die Uhrzeit zu sehen, kann ich auch gleich mein Smartphone nehmen. Direkt wieder abschalten kann man sie nicht, das passiert nach einigen Sekunden automatisch.   

Fazit: Das Gegenteil von gut ist gut gemeint 

I’m Watch bringt einige gute Ideen mit sich, doch stolpert man bei der Bedienung der Uhr immer wieder über dicke Brocken, die die Benutzerfreundlichkeit erheblich einschränken. Dazu gehören auch die langsamen Reaktionszeiten und die gewöhnungsbedürftige Navigation mit dem Touchscreen und der Zurück-Taste. Wer es gewohnt ist, durch’s Menü seines Smartphones zu flitzen, wird hier schnell an seine Toleranzgrenze kommen. Begrenzt ist auch die Akkulaufzeit - bei ständiger Bluetooth-Anbindung ging unserem Testgerät schon nach rund acht Stunden die Puste aus.

So dürfte den meisten Nutzern schnell die Lust an der Uhr vergehen - I'm Watch ist nicht viel mehr als ein erweitertes Display, eine technische Spielerei, deren Bedienung holprig läuft, die in Sachen Funktionalität schnell an ihre Grenzen kommt, ständig aufgeladen werden muss, hässlich designt ist und zudem mit einem Kaufpreis von 300 Euro aufwärts mindestens doppelt so viel kostet wie zum Beispiel die Kickstarter-Uhr Pebble

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I'm Watch - nicht viel mehr als ein erweitertes Display. / © AndroidPIT

Mich hinterlässt der Test der I'm Watch ziemlich skeptisch: Was kann man von den Smartwatches, die uns in Zukunft noch erreichen werden, ernsthaft erwarten? Der Ansatz ist erst einmal gar nicht so verkehrt. Meistens holt man das Handy aus der Tasche, um die Uhrzeit zu checken oder kurz nachzuschauen, wer angerufen oder geschrieben hat. Dafür reicht I'm Watch auch aus. Alles, was interessanter Mehrwert wäre, ist allerdings unbefriedigend gelöst. Die Frage ist, ob das reicht, damit sich das Konzept durchsetzen wird. Ich glaube nicht. Wenn die anderen Hersteller ähnlich unausgereifte Geräte auf den Markt werfen, kann ich mir nicht vorstellen, dass sich viele Nutzer eine solche Uhr zulegen werden. Wie ist das mit Euch? Würdet Ihr euch eine Smartwatch anschaffen, oder wollt Ihr lieber auf Googles Cyber-Brille warten?  

25 Kommentare

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  • finde die uhr prima, cooles design. gebt doch den programmschreiber mehr zeit - die hardware ist für den start sehr gut. warte seit Jahren auf dieses teil und es hat mich ins herz getroffen :))

  • @ AndroidPit


    Testet doch bitte mal die "simvalley MOBILE Handy-Uhr "PW-315.touch" Uhrenhandy" von PEARL!!

  • nagut dann wird es die sony smartwatch =)

  •   26

    moinsen
    also mal ganz ehrlich, die uhe gibt es nicht erst seit gestern. manchmal hat man bei euch echt das Gefühl, als ob ihr allesamt hinterm Mond lebt! !!!
    das teil gibt es seit dem letzten Jahr! !!!

  • Bei meiner i'mWatch ist am Touchscreen ein Defekt aufgetreten. Nun ist sie schon seit 5 Monaten(!) in der Reparatur, und wenn ich frage, wann die Reparatur fertig sein wird, hält mich der Kundendienst schon seit Monaten hin! So einen katastrophalen Service habe ich im ganzen Leben noch nicht erlebt (und das heisst etwas...)! Ob ich meine Uhr jemals zurück kriege, ist immer noch völlig unklar.

  • Genau das meine ich. Wenn Sony am Display noch die kleineren Unstimmigkeiten (Helligkeit bzw. Passives Display oder iInk) sowie Auflösung was tut. Gibt es denke ich nicht fiel Konkurrenz, da es ja schon ein breites App portfolio dafür gibt.

  • Ich habe auch die Sony SmartWatch und würde sie bisher mit keiner anderen tauschen wollen. Das einzige was mich stört, ist das etwas leuchtschwache Display. Ansonsten erfüllt sie alles was das Herz begehrt.

  • Ich hab meine Sony Smartwatch!

  • Für mich macht die Uhr einen halbgaren Eindruck. Insbesondere das eine Android Variante drauf musste ist für mich ein Unding. Für mich ist einzig die Sony smartWatch eine benutzbare Lösung. Hier gibt es wenigstens einige sinnvolle Smartphone Apps, ohne das man versucht hat alles einzubauen. Nur musste Sony jetzt noch die dritte Generation aufsetzen, bei der man im Rahmen der Produktpflege noch z.B. die Auflösung verbessert.

  • Ich bin wirklich ein Uhren Fanatiker und habe bestimmt an die 15 verschiedenen. Daher würde ich mir natürlich auch eine Smartwatch kaufen. Aber sicherlich nicht diese.

    Grundsätzlich finde ich die Idee über einige Dinge mit einem schnellen Blick auf die Uhr informiert zu werden super. Telefonieren will ich mit dem Ding gar nicht. Aber mal eben gucken ob eine Nachricht gekommen ist fänd ich klasse.

    Edith: zur Optik ich finde es sehr sehr schwer Uhren anhand von Bildern im Internet optisch zu bewerten. Man müsste gucken wie die Uhr am eigenen Handgelenk aussieht.

  • ist leider nix für mich.

    hatte aber noch nie viel mit uhren am hut.

  • Mir sind klassische Armbanduhren lieber, die haben immer etwas "Zeitloses" :D

  • so i'n k'watch :D

    die 300 €, pack ich lieber auf mein nächstes phone drauf.

    aber für die leute die es wollen, bestimmt eine nette spielerei.

    für mich, zu teuer und sinnfrei.

  • Es werden noch viele dieser Uhren auf dem Markt kommen, es fängt ja gerade erst an. Die Idee ist gut,alles andere wird sich entwickeln. Habe schon sehr edel aussehende Uhren sehen können.... das wird schon.

  • achja, der Akku hält bei normaler Nutzung locker zwei Tage. aber ich gehöre auch nicht zu den 100sms/Tag Nutzern, bei jeder SMS würde die Uhr vibrieren. aber 20 Benachrichtigungen, email und SMS, erhalte ich schon täglich und die Akku Anzeige der Uhr verliert an einem Tag nur einen fünftel.

  • ich habe die Sony smart watch. bin mit ihren Funktionen sehr zufrieden und hat nur 70€ gekostet. ich finde sie bloß etwas dick, was wohl auch an ihrer Befestigung liegt. sie ist, schätze ich, etwas mehr als einen Zentimeter dick. ansonsten kann ich die nur empfehlen.

  • Also ich weiß nicht was ihr alle habt,aber, das Design finde ich für mich persönlich der Hammer. Das Ding sieht mal wirklich wie ne richtige Männeruhr aus, und nicht wie son Frauendingsdabumsda. Wär'n kräftigen Oberarm hat ,macht sogar mit der was her :-) Ok die Funktionalität und Akkulaufzeit sind bescheiden, vom utopischen Preis nicht zu sprechen. Falls irgendwann mal was adäquates auf den Markt kommt schlag ich zu, denn immer das Note 2 raus zu holen macht auf Dauer auch keinen spass.

  • Sieht aus wie ein um den Arm geschnallter Taschenrechner...

  • So ne Brille wie Google Glass find ich ansprechender als ein "Armbandphone"....; aber später ziehen wir eh alle mit Smartphone, Tablet, Smartwatch, smarter Brille und weiß Gott was alles noch um die Häuser ;)

  • Wieder ein neuer Dienst, bei dem ich mich anmelden soll und ohne den die Uhr nutzlos ist?
    Da warte ich lieber auf eine vollwertige Android Uhr!
    So ein halbes Zeugs kommt mir nicht ans Handgelenk, denn zur schwachen Kompatibilität mit Android kommt auch noch ein Kinderuhr-Design dazu!
    Nein Danke, das Ding kann wie Fiat auch in Italien bleiben! ;-)

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